Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Blogparade zum mitmachen!

Sonntag, 26. November 2023

Das High Five am Sonntag vor dem Fernseher

 Servus! Es ist grade Samstag Abend, Wetten dass läuft und ja, ich schau mir das an! Aus Nostalgie Gründen und weil ich jetzt im richtigen Alter dafür bin. Und ich mag den Gottschalk, schon seit er im Radio moderiert hat. So, erstmal schön geoutet!

Da aber grade die Frau Fischer reingekommen ist, nutze ich die Zeit zum schreiben. Als sie gesungen hat, bin ich kurz ins Bad. Auch ich habe Grenzen.

Vorhin hab ich begonnen, die Mausloch posts von 2023 durch zu forsten und mir Notizen zu machen. Bald startet das kollektive Jahresrückblick - Schreiben mit Judith, da wollte ich schonmal Vorarbeit tun. Ich erinnere mich, dass mich dieser Rückblick letztes Jahr ziemlich gestresst hat. Dem will ich entgegen wirken.

Und jetzt schreib ich das High Five am Sonntag, damit ich es morgen gleich veröffentlichen kann. Soweit die Fakten.

Nummer 1
Dieses Durchforsten der Beiträge im Mausloch ist fei schon schön, da lese ich so vieles, was ich schon vergessen hatte! Was für ein Glück, dass ich alles aufschreibe. Da kann man dann am Jahresende schmökern und schmunzeln!

Nummer 2
Auch wenn ich diese Woche krank darnieder lag, diese Zeit hab ich gebraucht. Es war notwendig und es hat gut getan! Ich musste nicht sprechen, meine Stimme kommt langsam wieder und mit dem Antibiotikum richte ich mich auch wieder auf. Bis zum Arbeitsbeginn am Dienstag werd ich wieder aufrecht stehen und mich kopfüber ins Labor stürzen können.

Jetzt ist die Sendung zu Ende, mir hat's gefallen! Und ein schönes Ende! Die Abschlussrede von Gottschalk fand ich gut und er hat seine Show klasse moderiert! Diese ewigen Motzer, weil irgendwas falsch gesagt wurde oder weil ein Fehler passiert sein könnte, die können mir gestohlen bleiben. Wie so viele hab ich als Kind, im Schlafanzug mit meinen Eltern Wetten dass gucken dürfen und das war eine schöne Zeit! Chiao, Tommy!
so, weiter geht's

Nummer 3
Letzten Sonntag waren wir bei der Fee eingeladen und das war klasse! Sie hat uns bekocht und bebacken, wir haben alle endlich Nacho kennenlernen dürfen und gespielt wurde auch noch. Nacho ist ihr Kater, einer von denen, die kein Fell haben. Er fühlt sich weich an, wie Samt! Ganz ein Süßer! War ein schöner Abend! Und Fee hat sich wirklich Mühe gegeben, das war richtig lieb!

Nummer 4
Ich hab mein Buch zu Ende gelesen. Das ist deswegen so spektakulär, weil ich echt langsam lese. Da ist so ein Leseende was besonderes. Elternabend von Sebastian Fitzek. Erst war mir der Humor zu gewollt, zu übertrieben, aber im Laufe des Buches bin ich rein gekommen. Am Schluss fand ich es super. Er hat noch ein lustiges Buch geschrieben, Der erste letze Tag, das wünsch ich mir zu Weihnachten!

Nummer 5
Vielleicht bereu ich es, aber dank der Zwangspause denke ich grade etwas anders über meine Arbeit. Gestern war ich dort, mir ein Rezept über "was Gescheites" zu holen, damit ich Dienstag wieder fit bin. Da hab ich gesehen, dass meine Kolleginnen den Tag nur zu zweit schaffen mussten, weil so viele krank sind. Spontan wollte ich gleich dableiben und helfen. Ich hoffe wirklich, dass ich Dienstag wieder dabei bin, ich fühl mich irgendwie verantwortlich, dass ich mein Team nicht hängen lasse. Dieses Gefühl ist bisschen komisch, aber auch gut. Ich mag meine Kolleginnen!


So. Jetzt gibt's für mich noch einen Keks, eine Folge Die Kaiserin und dann ab ins Bett. Da wartet mein neues Buch, das ist jetzt schon echt stark, hab grade erst angefangen. Ein Poznanski, logisch, dass es ein tolles Buch ist!

Habt einen schönen Sonntag und einen entspannten Start in die neue Woche! Danke fürs Lesen. Und nicht vergessen - jeder darf mitmachen beim High Five am Sonntag! Ob mit oder ohne Blog. Würd mich freuen


Zu Hause bei der Fee

das war fein! Spinat mit Feta und Bohnen und Chashew auf Reis
Mit goldenem Löffel !!

sie hat extra für uns einen Karottenkuchen gebacken

Und das ist ein Kaffee mit Haselnussaroma

Ignacio "Nacho"








Freitag, 24. November 2023

Ein Freitagsfüllerchen

 Das einzig Gute am kranksein ist, Zeit zu haben. Zum schlafen, lesen und zum schreiben. Geschlafen hab ich, gelesen wird später und jetzt ist Schreibzeit! Hier ist der Freitags Füller


ein Lückentext zum Ausfüllen
betreut von Barbara auf scrapimpulse.com


1. Es ist möglich, dass ich mir dieses Jahr Weihnachtsdeko kaufen werde. Ich hab jetzt im Wohnzimmer ein Fensterbrett und eine Kommode, da kann ich mich endlich austoben und schön dekorieren!

2. Wenn ich es übertreiben würde mit der Weihnachtsdeko, was ich nicht tu, dann würde ich Bettwäsche und Vorhänge in rot und tannengrün besorgen. Aber soweit bin ich noch nicht.

3. Wenn nix mehr geht, hilft nur noch Glücksmusik! Meine Top 3 der inoffiziellen Sabine Rettungsmusikliste: 
4. Wenn ich im Auto das passende Gebläse an hab und die Heizung voll aufdrehe, ist das eine Wohltat für endlich warme Füße!

5. In der Küche wird oft und gern getanzt! Idealerweise, wenn keiner zuguckt!

6. Auch wenn mir der Mann eine hübsche Mütze geschenkt hat und ich letzten Winter in Berlin dringend eine gebraucht hätte - ich bin einfach nicht der Mützentyp. Es sieht seltsam aus. Andere vervollständigen ihren look mit einer coolen Mütze, ich würde meinen look "verlustigen"

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein neues Buch "Böses Licht" von U. Poznanski, morgen habe ich eigentlich gar nichts geplant und Sonntag möchte ich mit der Familie und den Schwiegereltern lecker essen gehen - bei unserem Stammgriechen!


Danke fürs Lesen, schönes entspanntes Wochenende!



gesehen auf etzy von petrashandarbeiten








Mittwoch, 22. November 2023

Von Brezen, seltsamen Schuhen und Tee bis zum abwinken

 Nach gründlicher Überlegung bin ich zu dem Schluss gekommen, dass krank sein keinen Spaß macht. Seit gestern sitze ich hier unnütz rum und versuche, die Erkältung in Schach zu halten. Das ist aber auch schon alles, was ich tu. Gestern erreicht meine Produktivität ihren Höhepunkt, als ich das Eichhörnchen im Garten mit Erdnüssen beworfen hab. Und ich hab mir die Zähne geputzt!

Ich ernähre mich fast ausschließlich von Tee und Suppe und komm mir dabei vor, als ob ich was geraucht hätte. Oder ich hab Watte im Kopf. Das ist noch unklar.

Da ich also nichts berauschendes erlebe grade und deswegen nicht viel zu erzählen hab, außer von den beiden Krähen im Garten, die die Meisen von ihrem neuen Vogelhäuschen vertreiben wollen, schreibe ich was über Brezen, seltsamen Schuhen und den dazu passenden Menschen.


Kollegin Pinky hat Kollegin Nachtigall und mich auf die Idee gebracht, bei Brezen Kolb frühstücken zu gehen. Die Firma hat ein richtiges Lokal mit Drive in, und da wollte ich schon immer mal rein. Ich mag Brezen und da soll es ja die feinsten Variationen geben!
Es ist Urlaub (gewesen) und wir treffen uns um halb zehn. Der Brezen Kolb (ja ich nenne den Namen, ohne irgendwas dafür zu bekommen) ist nicht weit weg, Pinky fährt.
Da ich wie bekannt sein dürfte leicht zu beeindrucken bin, stehe ich staunend in der Schlange an der Kasse. Das Lokal ist hübsch, mehr als man von außen erwarten dürfte. Und die Auslage, die Vitrine mit all den verschiedenen Brezen fasziniert mich! Da gibt es normale Brezen, belegte Brezen mit Salami oder Schinken oder Käse, überbackene Brezen, Brezen mit Spiegelei oder süße Brezen! Eine enorme Auswahl! 

In stillem Abkommen mit meinem Blutzuckerspiegel und dem Bauch hole ich mir eine Breze mit Frischkäse und einen Cappuccino. Lecker Frühstück! Ein bisschen hab ich Angst, dass mein Bauch diese seltene Leckerei konsequent und folgenreich ablehnen wird, aber der Bauch verhält sich brav. Die Kolleginnen haben sich ein Käsefrühstück und eine gesunde Müsli-Brezen-Variante geholt. Wir fühlen uns wohl, es ist lustig und die Brezen lecker.









Weil wir noch nicht heim wollen und Kollegin Pinky die Autoschlüssel hat, statten wir dem Schuhladen ein paar Straßen weiter einen Besuch ab. Es ist ein riesengroßer Schuhladen (dessen Name ich nicht nennen will, weil ich den Laden nicht mag, ich nenn ihn Schuhbunker). Dieser Schuhbunker hat Ausmaße über zwei Stockwerke, Fluten von Schuhen und Klamotten. Wir strömen aus, gucken und gucken vor allem auf die Preise. Schnell bündeln wir uns wieder und fangen an, über die Produkte herzuziehen. Die Auswahl der "speziellen Fußbekleidung" ist besorgniserregend hoch. Ich frage mich wirklich, was die Leute dazu bewegt, sich solche Schuhe zu kaufen. Oder auch was das für Leute sind! Exzentriker? Influenzer? Clowns?
Für erschreckend hohe Preise gibt es die lustigsten Schuh!
Hier hab ich ein paar Impressionen eingefangen, das muss man gesehen haben!
Natürlich sind die Geschmäcker verschieden und jeder so, wie er mag .. aber das ist schon sehenswert!









So, für mich gibt's jetzt eine neue Kanne Tee und ein Nickerchen auf dem Sofa. Krank sein ist langweilig und doof! 




Sonntag, 19. November 2023

Die Blognacht mit irreführendem Richtungswechsel

 Na also. Dieses mal hab ich es geschafft, ich sitze da, wo ich an diesem Freitag Abend sitzen sollte und bin sehr zufrieden.

Ich befinde mich im Schlafzimmer, das ich heute morgen extra für jetzt beheizt hab, links von mir ist das kleine Radio, rechts von mir eine Kanne Tee und ein Lichtlein brennt romantisch vor sich hin.


Es ist Freitag Abend – Zeit für die Blognacht!



Vorhin hab ich mir Gedanken gemacht, dass dies vielleicht sogar die letzte Blognacht an meinem Senioren-Pc sein könnte. Dieser Pc ist so alt, der staubt innen sowie außen ein, hat ein Betriebssystem Marke Dinosaurier und keinerlei Internetverbindung mehr. Ich nutze ihn als Schreibmaschine. 18 Jahre ist er alt und ganzschön zickig!

Meine liebe Familie konnte das nicht mehr mit ansehen und so wurde mir zum Geburtstag ein neuer Laptop versprochen! Bald gehen wir los und gucken mal!


Das war jetzt eine ziemlich überflüssige Einleitung für die Blognacht, aber ich wollte es mal erwähnt haben.

Heute sind wir auch eine "Dinosaurier-Gruppe", Anna freut sich über lauter Stammgäste in der Blognacht. Ich finds schön, dass sich da die selben Leute immer wieder mal blicken lassen! So wie ich. Ich sitze hier. Los geht's!


Der Impuls für diese Schreibnacht heißt: Falsch abgebogen.

Im Prinzip könnte ich da die ganze Nacht lang schreiben. So viele Möglichkeiten zur Interpretation! Nicht nur, dass ich als Autofahrerin wirklich gut und entspannt unterwegs bin, mein Fahrstil ist dermaßen entspannt und auch kreativ, dass ich immer neue Wege finde, um ans Ziel zu kommen! Kurz gesagt, ich fahr oft einen echten Stiefel zusammen! Mein Orientierungssinn ist ungefähr so stark ausgeprägt wie mein Sinn für Finanzen, Steuern und Technik. Gänzlich nicht vorhanden nämlich! 

Stell mich in die stark verwinkelte Siedlung der Schwiegereltern, verbinde mir die Augen und dreh mich im Kreis – ich werde tagelang durch die Straßen irren!

Und im Auto bin ich auch immer wieder mal überrascht, wo und vor allem wie ich da jetzt wieder gelandet bin!


Kurze Geschichte.

Als ich mich auf den Heimweg von einer Feier auf der Landstraße wiederfand, hat mein Navi spontan beschlossen, zu verstummen. Kaputt. Ich hatte noch ein, zwei Stunden Fahrt vor mir und war vorher noch nie im Leben in dieser Gegend gewesen. Es war Nacht und ich dachte mir, tu so, als wäre es 10 Jahre früher – halte dich an die Beschilderung. Heim kommste immer! Fertig gedacht und mit lautem Radio kam eine Nebelwand auf mich zu. Ich war weit und breit das einzige Auto und wirklich völlig planlos. Und ohne Sicht.

Auf die Fahrbahnbegrenzung starrend schlich ich durch den Nebel die Straße entlang, meinte ein Schild zu erkennen und bog ab. Das war keine so gute Idee, der Nebel verzog sich zwar, aber ich stand mitten in einem Industriegebiet im Nirgendwo in Baden Württemberg. Alles dunkel, alles leer, keine Chance, die Landstraße wieder zu finden. Radio aus, ich muss denken. Mein Handy konnte mir auch nicht helfen, da war noch keine Internetverbindung und ich musste improvisieren. Ich improvisierte mich viele Straßen entlang, durch finstere Dörfer, in noch finsterere Wälder, an einer Scheune vorbei, da ein Acker, da eine Weide mit schlafenden Kühen.

Ich könnte mich jetzt a) an den Wegrand stellen und schlafen bis es hell wird, b) leise vor mich hin wimmern oder c) panisch immer und immer wieder abbiegen, bis ich wieder in der Zivilisation mit Straßenschildern bin. Ich entschied mich für c, zusammen mit dem kritischen Blick auf die Tankanzeige. Und schon nach 30 Min umherirren sah ich endlich ein Schild: hier entlang zur Autobahn! Halleluja! Radio wieder an und ab nach Hause! 

Und sowas ist mir nicht zum ersten mal passiert .. aber sonst bin ich eine echt gute Fahrerin, find ich! 

So. Und jetzt hab ich mich total verrannt! Das musste erstmal fertigbringen – schreibste einen Artikel übers falsche Abbiegen und während des Schreibens biegen deine Gedanken auch erstmal schön falsch ab! Ich wollte gar nicht übers tatsächliche abbiegen schreiben! Ich wollte eigentlich eher so über falsche Lebenswege nachdenken.

Das ist mir schon so oft durch den Kopf gegangen! Alle möglichen Entscheidungen, ob die richtig waren? Was wär gewesen, hätt ich mich anders entschieden?


Da fällt mir schon einiges ein. Aber das Thema heißt ja, FALSCH abgebogen! Also sollte ich mal überlegen, was definitiv eine falsche Entscheidung war.

Und was kommt mir als allererstes in den Sinn? Die Kerle, klar. Da waren schon ein paar Exemplare dabei, auf die ich wirklich gern verzichtet hätte können. Nee. Hätte verzichtet .. haben .. gekonnt .. also die hätt's nicht gebraucht, wahrlich nicht!
Ich kann auch nicht mehr wirklich nachvollziehen, was mich dazu bewegt hat, den einen oder auch den anderen gut zu finden. Hat mich viel Zeit gekostet. Was man da alles sinnvolles hätte machen können! 



Aber nicht nur dumme Männer pflastern ihren Weg, auch Fehlentscheidungen mit dramatischen Folgen. Zum Beispiel die Idee, in zweiter Reihe vor der Videothek zu parken und über die Kette zu steigen! Zack, Fuß gebrochen, ein Leben lang Spaß dran. Hätte ich ordnungsgemäß geparkt, wär ich auf dem Gehsteig entlang ganz locker in die Videothek gelangt und mein ganzes Leben wär anders verlaufen!

Das musste dir mal deutlich machen!


Oder meine schulische Laufbahn, die in einer Art geistiger Umnachtung aus Teenagervernebeltem Hirn in völlig falsche Richtungen lief! Deutlicher gesagt, es war mir damals nicht  bewusst, wie wichtig der Schulabschluss ist. Ich wollte lieber feiern und tanzen gehen. Hauptsache der Nagellack leuchtet und ich hab Musik auf dem Ohr. Böser Fehler! Aber da kann die Mama noch so geduldig auf die Sabine einreden, es nützt nichts! Durch den nicht existenten Ehrgeiz wurde der Abschluss der Schule auch etwas weniger glamourös und die Möglichkeiten für den Beruf deutlich eingegrenzt. 

Hätt ich mal ein bisschen Ahnung gehabt, und vor allem etwas Interesse, was hätte nicht alles aus mir werden können! Da darf ich gar nicht dran denken. 

Jetzt bin ich eine unterbezahlte Arzthelferin. Aber immerhin mit Hingabe und viel Herzblut!

Der Impuls heute Abend heißt ja falsch abgebogen. Und ich glaube erkannt zu haben, wo ich irgendwann in meinem Leben tatsächlich mal falsch abgebogen sein muss. Wahrscheinlich ohne es zu merken.

Ich hab gestern Nacht eine Passage in meinem Buch "Elternabend" von Sebastian Fitzek gelesen, die den Nagel voll auf den Kopf getroffen hat! 


Ein kleiner Auszug:

Überhaupt trage ich sehr oft Masken. Nicht nur eine, sondern täglich wechselnde, je nachdem, wohin ich gehe und mit wem ich kommuniziere. Spreche ich mit tätowierten Herta-Ultras in der U-Bahn, verfalle ich in Berliner Straßenjargon. Treffe ich auf Juraprofessoren, benutze ich lateinische Redewendungen [...] Ich will gemocht werden und daher spiegle ich das Verhalten meiner Gesprächspartner  und formuliere meine Gedanken so,  dass sie niemanden vor den Kopf, sondern überall auf Zustimmung stoßen.[...] Wie gerne würde ich mal in einen Schwarz-Weiß-Modus schalten: einfach mal die Meinung raushauen, unreflektiert, ohne diese ewige Rücksicht auf die Gefühle von Menschen, die mir im Grunde doch egal sein konnten.

Ich erkenn mich da 1:1 wieder. (bis auf den Herta-Ultra, und berlinern kann ich auch nicht so gut. Ebenso wenig lateinische Redewendungen) Aber das Prinzip, das trifft mitten ins Schwarze! Ich kann nicht anecken, knallhart meine Sicht der Dinge sagen! Irgendwann in meinem Leben muss da mal eine falsche Richtung eingeschlagen worden sein. Ich kann ja nicht mehr nachvollziehen, wann es begonnen hat, aber dieses Harmoniebedürfnis hat mich fest im Klammergriff! Ich hab auch keine Ahnung, warum das so ist oder wo es herkommt. Irgendwann wurde der Grundstein gelegt, die Angst vor Ablehnung mit ganz viel Unsicherheit obendrauf,

Da bin ich mir sicher, richtig übel falsch abgebogen zu sein! Ich tippe mal auf die Pubertät, wo man sowieso nur aus Unsicherheit besteht und völlig planlos durch die Gegend tappst.

Meine Kinder haben den Bogen besser raus als ich. Trotz Feingefühl zu seiner Meinung zu stehen, das ist bemerkenswert! Die haben das drauf, woher auch immer die das können! Bin stolz! 

Also dass da kein falscher Eindruck entsteht, ich bin jetzt nicht das verschreckte Mäuschen, ich kann auch beißen, wenn's sein muss! 

Aber ich mags nicht.



Jetzt schau dir mal an, was das wieder für ein seltsamer Blogartikel geworden ist!

"So Sabine, jetzt musst du dich entscheiden: Ist es die nächtliche Irrfahrt durchs Kuhkaff  über Wald und Wiese mit der Option auf eine klamme Nacht im Auto am Ackerrand – oder Kandidat 2, der die Erkenntnis mit sich bringt, dass auf die Mama zu hören vielleicht doch Sinn machen könnte, auch wenn man grade 15 Jahre alt ist und von Natur aus alles besser weiß – oder überzeugt dich Kanditat 3, der Ausschnitt aus dem Buch, der dir ein Licht aufgehen lässt und voll in die Tiefenpsyche geht. Wer soll nun dein Herzblatt sein?"



Weniger Herzblatt als sinnvoller Blogbeitrag. And the winner is der Ausschnitt aus dem Buch. Das war ein richtiges AHA-Erlebnis beim Lesen! Ich bin ein Gesprächs Chamäleon.

Und nun? Problem erkannt und nix passiert?

Fast. Ändern kann ich es zwar nicht, dazu bin ich zu alt und zu sehr liebevoller Heuchler – aber ich kann es mir bewusst machen und ab und zu kleine Schritte in die andere Richtung wagen. In der Arbeit bei den Patienten kommt mir es mir zugute, das hemmungslose Anpassen. Aber für mich selber könnte ich mal ein bisschen bissig sein trainieren!

Und jetzt trau ich mich auch knallhart, diesen Blogbeitrag zu beenden. Er ist zwar ganz schön chaotisch geworden und ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, was ich eigentlich zum Ausdruck bringen wollte, aber zumindest konnte ich 2 Stunden durchschreiben ohne Hänger und ohne Flaute. Blognachtzuversicht wieder hergestellt!


Danke fürs Lesen, war  bissle anstrengend, gell?

Danke, Anna Koschinski, für den schönen Abend!




High Five am Sonntag, teilweise verpennt

 Guten Morgen!

Was haben wir? Einen verregneten Sonntag, ein Sonntagsmärchen und die fröhlichen High Five am Sonntag! Damit kann man arbeiten.

Für die, die nicht wissen, was ein High Five am Sonntag ist - damit versuche ich, ein glückliches Resumee der Woche zu ziehen. Ich überlege mir 5 Punkte, die durchaus positiv waren und mache mir diese bewusst. Das schafft nicht nur gute Laune, sondern auch ein bisschen Zuversicht.

Also, auf geht's!

1. Gestern haben wir die Lichtintallation Genesis in der Hugenotten Kirche Erlangen erlebt. Und es war tatsächlich ein wahres Erlebnis! Die ersten drei Tage der Weltentstehung auf die gesamte Kirche projeziert! Viele lagen auf Sitzsäcken auf dem Boden, es gab auch Nackenkissen fürs ständige hochgucken. Die Show war beeindruckend. Als würde sich die ganze Kirche bewegen und man selbst ist mittendrin! 



2. Zwar hab ich den ganzen Mittwoch Nachmittag verpennt, aber grade das hat mir gut getan! Ich hab einen ewigen Schlafmangel, da tut mir so ein Nachmittag echt gut. Durchaus postitiv!

3. Waldfeger war am Samstag dabei. Wir sind ja zu sechst hingefahren zur Hugenotten Kirche und Waldfeger ist mitgekommen! Das freut mich ganz besonders, da es ja garnicht so sicher war!

4. Ich hab es geschafft, meinen Tages-Stress und all die Belastung der vergangenen Woche abends zu neutralisieren! Durch meinen Seelenfilm "Anne auf Green Gables". Dieser Film hat magische Kräfte! Ich brauch den, wenn es mir schlecht geht und ich kurz vorm verzweifeln bin - Film rein, fallenlassen, Seele heilt! Immer wieder verblüffend!

5. Wir haben eines Morgens in der Praxis eine kleine Babyfledermaus entdeckt! Die hing draußen in der Jalousie  und die Ohren flatterten im Wind. Die war so niedlich! Hab alle Schalter zugeklebt, damit die Ärzte nicht zufällig die Jalousie bewegen. Gegen Mittag ist sie weggeflogen.



Ich wünsche allen eine friedliche, angenehme Woche! Chiao!



Montag, 13. November 2023

Abenteuer Biomarkt

Ich hab ein Abenteuer erlebt.
Zum ersten mal hab ich einen ebl Biosupermarkt betreten! Huii!
Nun weiß ich ja, dass es den ebl schon eine Zeit lang gibt. War für mich allerdings eher uninteressant, weil mir alles dort viel zu exklusiv war. Biosupermarkt ist teuer. Hab ich mir sagen lassen. Ein typischer Fall von "Mutti ist voreingenommen"
Aber jetzt wendet sich die Sache. Tochter hat einen neuen Job und zwar genau da - bei ebl!
Sie arbeitet als Mediengestalterin und darf shootings vom jungen Gemüse machen! 
Das macht mich neugierig, da muss ich mir anschauen, wo sich das Töchterchen herumtreibt.
Der Mann und ich warten im ebl-eigenen Cafe, bis die Tochter Feierabend hat. Der Cappuccino ist schon mal richtig fein. Tochter erklärt uns, dass die Preise mittlerweile den Preisen der "normalen" Supermärkte angeglichen sind, die werden nämlich stetig teurer, während ebl gleichbleibende Preise vorweisen kann. Weil der Lieferweg wegfällt. Ist ja alles regional. 
Clever!
Nachdem die Preise jetzt kein Hindernis mehr sind, jedenfalls kein besonders großes, betreten wir die heiligen Hallen des Verkaufsraums. Tochter zeigt uns alles, erklärt, deutet auf Werbeanzeigen, die sie selber gestaltet hat.
Und ich - schiebe fast ehrfürchtig mein Wägelchen vor mir her und staune, als ob ich noch nie einen Supermarkt gesehen hätte! Dieser Verkaufsraum ist super sauber und gepflegt, die Regale dekorativ dahin drapiert, alles schön geordnet und sortiert! Manchmal kommt das kleine Mädchen in mir durch und dann kann mich wirklich alles begeistern! Ich freu mich grade tierisch über den schönen Boden, der den Einkaufswagen federleicht rollen lässt, als ich an einem Nebenraum vorbeikomme. Das ist tatsächlich ein kleiner Kühlraum extra fürs Gemüse! Mit Schiebetüren. Strahlend schau ich mich um, sehe Gemüse, das normal und natürlich gewachsen ist. Und es animiert, etwas mitzunehmen! Wir entdecken etwas, das wie eine Kreuzung aus Rettich und Radieschen aussieht. Gibt's in rosa und in lila. Nehmen wir mit! Genauso wie die niedlichen Birnen. 
Es gibt eine ganze Regalwand voller alternativ Milch. Ein Behälter für Eier, den man immer und immer wieder verwenden kann! 
So clever!
Da ist eine Unverpackt Station! Spontan bereue ich, dass ich keine Gläser und Tüten in der Innentasche hab. Das Konzept find ich ja schon gut!
Es gibt mir unbekanntes TK Gemüse, eine Frischetheke mit einer kleinen, regionalen Auswahl - alles in Bio! Weißt du was, ich find das gar nicht so übel, wenn die Auswahl nicht ganz so riesig ist, wie man es in anderen Supermärkten gewohnt ist. Wenn die Wursttheke fast einen km lang ist, das ist doch einfach zu viel. Sach ma!
Hier hab ich einen guten Überblick und die Wahl fällt mir deswegen nicht schwer. Janz fix das richtige Würstchen gewählt! 

Es gibt auch Kosmetik und Pflegeprodukte. Da könnte ich eskalieren, würde mich der Mann nicht bremsen. Ja ist schon teuer, aber da steckt auch was dahinter! Nämlich keine Chemie und kein "Billig-Gschlamp", sondern hochwertige Pflege. Es reizt mich sehr, aber ich bleib vernünftig.
Beruhig dich.
Der Mann an der Kasse ist extrem ruhig. Er sitzt da und wartet, bis mal ein Kunde kommt. Ich, Discounter gewohnt, brauche einen Moment, um angemessen zu staunen!
Der Endpreis ist nicht so schmerzhaft wie erwartet, das freut uns sehr!
Fazit:
Ich mag ebl, ich will da öfter hin! Nicht zuletzt wegen dieser unfassbar guten Birnen!! Kein Vergleich zum gewohnten Obst aus großen Häusern.

***
Nein, ich bekomme nichts für diese Werbung, ich bin einfach nur begeistert.
Und leicht zu beeindrucken
***













Sonntag, 12. November 2023

12 von 12 im November, heute ist Sonntag

 Beinah hätt ich es vergessen! Wie ist sowas nur möglich? Erst, als ich beim herumscrollen auf fb ein Foto von einem Kaffeebecher gesehen hab, kam die Erleuchtung - heute ist der 12.!!

Der 12. eines Monats hat seit langem einen festen Platz in meinem Alltag. Am 12. wird den ganzen Tag über geknipst, was das Zeug hält. Das machen wahrscheinlich Unmengen von Bloggern heute, dann werden 12 Fotos ausgewählt, in einen Beitrag verpackt und losgeschickt an die Mama der 12von12 Aktion: Caro von Draußen nur Kännchen

So machen wir das.

Und jetzt geht's los, hier sind meine 12 auserkorenen Bilder des Tages.


Nachdem ich den ganzen Morgen diesen Tages verpennt hab, entfallen die üblichen Starter mit der Kaffeetasse und dem Frühstückstisch. Obwohl er es wert gewesen wäre, der Mann hat das Frühstück wieder mal ganz liebevoll hergerichtet.
Ich beginne mit dem zweiten Sonntags Ritual, dem Sonntagsmärchen. Ich steh voll auf das Sonntagsmärchen! Heute gab es die Goldene Gans!



Danach schicke ich mein High Five am Sonntag hinaus in die Welt. Das ist meine eigene Blogparade, man soll 5 positive Punkte aus der letzten Woche herausfiltern und diese dann Sonntags in den blog packen. Das geht manchmal ratz fatz, manchmal, so wie heute, ist es ziemlich schwierig. Aber es ist vollbracht und ich fühl mich gut!


Das hier sind spontan greifbare Nüssle. Die sind für die Eichhörnchen, die so oft in unserem Garten hungrig und ein bisschen vorwurfsvoll zu uns rüberhüpfen. Jetzt kann ich sie jederzeit mit Nüssen bewerfen. Das ist so niedlich, wenn die dann ganz schnell in Sicherheit vergraben werden.



Eigentlich wäre ich heute in Erlangen. Es gibt eine Video- und Lichtinstallation, die Genesis heißt. Es geht um die Entstehung der Welt, installiert an die Wände der Hugenotten Kirche. Das ist bestimmt sehr eindrucksvoll. Da ich aber zu spät dran war, die Karten zu kaufen, wurde dieser Ausflug kurzerhand auf nächsten Samstag verschoben.
Deswegen will ich jetzt ein bisschen raus und eine Runde durch die Siedlung laufen. Mein Fußgelenk ist grade wieder ein bisschen stabil und ich brauch frische Luft.
Mein Blick fällt auf meinen Rollerhelm. Da liegt er und harrt der Dinge, die da kommen. Der Roller steht sicher und warm verpackt in einer Garage und wartet geduldig auf den Frühling, wenn ich ihn wieder holen komme. Ich vermisse meinen Ranger!!


Ich laufe an meiner alten Schule vorbei. Das letzte Schuljahr hab ich dort verbracht und ne Menge Eindrücke gesammelt. Schon allein die Tatsache, dass ich von einer reinen Mädchenschule, katholisch noch dazu, auf eine gemischte Schule gewechselt hab, war schon mächtig beeindruckend! Das war vielleicht ein Geflirte! 



Mit einem Grinsen und leicht roten Ohren laufe ich weiter. Es gab in unserer Siedlung mal einen kleinen See. Mondsee hieß der, weil die Straßen ringsherum nach Planeten benannt sind. Dieser See war sehr schön, mit viel Schilf am Rand und sehr großen Fischen darin. Jetzt ist der See allerdings trockengelegt, weil sich niemand drum gekümmert hat und er langsam verwahrlost ist. Voll schade drum!


Rings herum, an jeder dieser Planetenstraßen, stehen steinerne Skulpturen. Diesen Bär mag ich besonders. Manchmal legen Kinder ihm Blumen und Gras zum Essen in seine Schüssel. Ich hab ihn Gustav genannt.


Es gibt hier eine ehemalige Ladenzeile, die komplett leer steht. Früher war da auf der einen Seite ein Supermarkt drin, gegenüber eine Schneiderei und ein Onlineshop für Armeezeugs. Jeden Abend, wenn ich noch ein bisschen laufe, komm ich daran vorbei und mit der Zeit hat sich da ein Tagtraum, oder besser Abendtraum zusammen gesponnen. Ich hab schon lange die fixe Idee eines Oldie Cafe's! Das würde da perfekt reinpassen! Jedes mal komm ich auf neue Einfälle. Der Eingang wäre wie ein Portal gestaltet mit einem Fluxkompensator über der Tür. Links gäbe es kleine Tische mit eleganten Cafehausstühlen, schwarz-weiß Fotografien von alten Schauspielern und Sängern an der Wand, es gäbe eine Kuchenvitrine und dahinter steht der Kellner mit einem "Schiffchen" auf dem Kopf. 
Rechts wechselt der Einrichtungsstil in die Variante American Diner, mit schwarz-weiß gekacheltem Bodenfliesen und Sitzbänken aus rotem Leder. Dazwischen gäbe es eine kleine, runde mit einem kunstvollem Geländer eingerahmte Tanzfläche. Hier werden nur Oldies aus den 50er und 60er Jahren gespielt.
Über die Treppe gelangt man in den Keller, der toll ausgebaut und im coolen Stil der 80er Jahre gestaltet wäre. Gemütliche Sitznischen aus dunklem Holz, dazwischen Film und Konzertplakate von David Bowie, Madonna & Co, geschmückt mit ein bisschen Neonleuchten. Da steht dann der Billardtisch und ein Dartautomat.
Träume ...


Wieder zu Hause freu ich mich auf einen heißen Tee. Zur Zeit mag ich Bratapfeltee recht gern. Normalerweise sollte man zu einem Bratapfeltee ein Stückchen Kuchen essen oder zumindest einen Lebkuchen. Aber ich tacker mir lieber einen neuen Sensor für die Zuckermessung an den Arm und freu mich wenigstens über unsere neue Lampe! Immerhin.



Und dann hat mir der Mann einen kleinen Gruß auf dem Wohnzimmerteppich hinterlassen 




Das war's





Cute Rat