Mausloch

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Freitag, 28. August 2026

The Blognacht - with a little help from my friends

 Jetzt steh ich hier, ich armer Thor, und bin so schlau als wie zuvor.

Das könnte der Leitsatz für diese Blognacht sein. Anna hat mich grade eiskalt erwischt mit ihrem Impuls.

Es ist Freitag Abend, ich freu mich schon den ganzen Tag auf die Blognacht, die heute wieder stattfindet.




Ich bin mit Laptop, Cola und Sack und Pack nach oben gezogen, damit der Mann unten seine Ruhe hat.
Alles ist bereit, kann losgehen!
Und dann kommt Anna mit diesem Impuls um die Ecke:

Investment

Boah. Jetzt bin ich absolut und komplett ratlos. Sofort denke ich an irgendwelche Bankgeschichten, mit denen ich nix anfangen kann.
Was zum Geier soll ich denn zum Thema Investment schreiben??? Hilfe!!

5 Minuten überlegt, keinen Schritt weiter. Wahrscheinlich muss ich bloß um irgendeine Ecke denken um einen Geistesblitz zu kriegen. Zeig mir jemand diese Ecke?
Ich könnte mir vorstellen, die anderen Blognachtmitschreiber haben schon wieder einen Plan, einen ganz tollen. So wie ich es nicht erahnen könnte. Wenn ich mir die jeweiligen Zusammenfassungen der einzelnen Blognächte, die uns Anna immer zur Verfügung stellt, durchlese, bin ich meistens voller "ach soo" und "so rum!" und "gute Idee, so hätte ich es auch machen können!" Wird wieder passieren, da wette ich drauf.

Investment. So was blödes! 
(sorry Anna)

Keine Ahnung. Mensch! Ich erzähl dir mal, was bei mir so los ist. Vielleicht kommt die Erleuchtung beim Plappern. Lass uns plappern!
Gestern war es wieder mal übel heiß. Und schwül. Morgens hab ich Oma zum Arzt gefahren, sie hat die Magenspiegelung super überstanden und wir haben unser Wunschergebnis. Aber die Warterei war anstrengend. Bis wir endlich fertig waren, Oma heimgebracht und ich zu Hause angekommen bin, hatte ich noch eine Stunde Zeit. Dann wollen wir zum Kino!
Es gibt drei Kinofilme, die wir sehen möchten. Den ersten, Toy Story 5, gab es für uns im Urlaub an der Nordsee. Klasse Film.
Den zweiten, Steckerfischfiasko, haben wir noch auf unserer Liste. Wahrscheinlich im Luxuskino, da gewöhnt man sich schnell dran.
Film Nr 3 gaben wir uns gestern. Odysee. Wow, was für ein bildgewaltiges Meisterwerk! Ein paar mal musste ich wegschauen, das war mir zu brutal, aber insgesamt ein beeindruckender Film. Und auch noch auf Riesenleinwand im Cinemagnum!! Volle Dröhnung!

Investment.

Nach dem Kino waren wir essen im Goldenen Posthorn. Das Lokal und unser Alter nähern sich rasant an, ein gediegenes, fränkisches Wirtshaus. Im Schaukasten steht der original Trinkbecher von Albrecht Dürer. Ich hab Dürers Wasserglas gesehen, huii !
Zum Schluss spazierten wir in der Hitze den Burgberg hoch, oben beim Wanderer war's überraschend voll! Da sitzen ja seit Jahrzehnten im Sommer die Leute auf dem Boden rum, trinken Altstadtbier und feiern das Leben. Einer hat immer eine Gitarre dabei. Schöne Atmosphäre da oben! Und ich freu mich, dass sich diese Tradition seit ich mich erinnere nicht geändert hat.



Investment.

Soll ich mal google fragen, was ich mit diesem Begriff anfangen soll? Oder die KI? Ich brauch Hilfe von irgendwoher. Ich könnte Waldfeger anschreiben ..
Investment bedeutet, dass man etwas investiert. Muss ja nicht zwingend Kohle sein. Man kann auch anders irgendwo irgendwas investieren 

Dean Martin haucht mir Bésame  Mucho ins Ohr. Mir wird ganz anders ..

So. Auf Waldfeger ist Verlass. Sie sagt, man kann in Menschen investieren, in Leidenschaften oder in sich selbst, damit man im System nicht untergeht.
Danke liebe Waldfeger, das ist was handfestes!



Also. Investment. In Menschen investieren. Da fällt mir natürlich als erstes das Kind ein. Mir war immer wichtig, das Kind (beide Kinder) gut zu erziehen. Ihm Werte beibringen, so wie es Mama bei mir gemacht hat. Dass man Rücksicht nehmen kann, dass man auch mal verliert, dass man seinen Abfall nicht auf die Straße wirft, dass man Mitgefühl und Empathie zeigen kann. Da hab ich wirklich viel Zeit und Geduld investiert, damit das Kind die richtigen Werte mitkriegt. Sich geliebt fühlt und stark wird. Wenn ich das Kind so anschaue, stark, selbstständig und mit einer grandiosen Lebenseinstellung, weiß ich, dass ich richtig investiert hab. Ab und zu mach ich auch was richtig. 
Kennt wohl jede Mama, du opferst Zeit, Geduld, Geld, deine Identität und alles was du hast, damit aus dem Kind was 'Gscheids wird. Und kaum sind sie erwachsen, kannst du das Ergebnis sehen, dich zurücklehnen und denken jepp, das hat sich gelohnt!

In Leidenschaften investieren. Also das mach ich fast täglich. Seit ich das bloggen für mich entdeckt habe, investiere ich echt viel in mein Mausloch. Vor allem Zeit. Und Gedanken. Und Kreativität. Aber ich krieg viel zurück - vor allem Ideen, viele interessante Leute, die auch bloggen und viel viel mehr Kreativität, als ich investiere. Mein Horizont wird erweitert und ich lerne andauernd was dazu. Das lohnt sich. Vor allem macht es irre Spaß! Die Zeit, die dabei draufgeht ist gut angelegt. Das Beste ist, durch die Aktion "High Five der Woche" wir mein Blick auf das Positive im Alltag geschärft. Das ist ja mal was Gutes! Ob ich das ohne Mausloch so hinkriegen würde, dieses ständige positive Denken, bezweifle ich.

Ohaa jetzt läuft's aber!

In mich selber investieren, damit ich nicht im System untergehe. 
Nachdem ich grade ganz erschlagen werde von so viel negativen, hasserfüllten und nicht nachvollziehbaren bösen Gedanken und Gerede, muss ich mir einen eigenen "Tanzbereich" schaffen. Das ist mega wichtig! Mir meine eigene, kleine Welt sauber und glücklich halten. Das mache ich eigentlich schon lange, momentan ist es aber umso wichtiger.
Ich suche gezielt nach dem Guten. Ich will und will mich an Kleinigkeiten freuen, mir jeden Tag minikleine Ziele setzen, auf die ich mich freuen kann. So wie der Anblick von Mohnblumen, das Gefühl beim Rollerfahren, der Moment, wo ich im Bett liege und nach meinem Buch greife, der Geschmack des ersten Bissens vom Apfelkuchen. Ich will mir das ganz bewusst machen, damit ich mir selber viele Glanzpunkte über den Tag verteilen kann.




Wow, das kam jetzt geballt! Waldfeger hat mich angestachelt, haha!

In meinem letzten Buch, das ich verschlungen habe, geht es um Alternativ Welten. Das Buch heißt Cryptos von Ursula Poznanski und ist eine Dystopie. Da die Welt durch den Klimawandel fast unbewohnbar geworden ist, flüchten sich die Leute mittels Technik in diverse Alternativ Welten. Da hätte ich meine persönliche Welt schon entdeckt! Sie nennt sich Kerrybrook und stellt ein idyllisches Fischerdorf dar mit viel Grün und Landschaft und gemütlichen Pubs. Da darf man nur rein, wenn man die richtigen Voraussetzungen erfüllt. Dort kann man friedlich miteinander leben, ohne Hass, ohne Krieg, ohne Missgunst. Diese Träumerei passt super zu mir! Ich arbeite fest daran, mir mein eigenes Kerrybrook zu schaffen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten - nämlich mit viel Phantasie und ein wenig Naivität. An den Klippen von Kerrybrook hab ich auch schon meinen imaginären Rettungs-Strandkorb platziert, der passt da gut hin.
Ich will mich nicht runterziehen lassen von der fiesen Realität! Also investiere ich intensiv in meine eigene, kleine Welt. Auch wenn sie nur ausgedacht ist.


Na also, das ist doch was! Und schon hat ein "Investment" seine Schrecken verloren. Manchmal kommt der Geistesblitz von ganz woanders her. Meine Waldfeger ist eben schlau wie ein Fuchs!
Der Beitrag ist fertig und kann in die Welt hinaus. In die richtige. Ich fürchte, in Kerrybrook gibt es kein wlan.

Mittwoch, 5. August 2026

Hitze tötet Blognacht

Hallo im Mausloch!


Es ist Mittwoch Mittag, hell und heiß. Eigentlich die total falsche Zeit, um eine verpasste Blognacht nachzuholen! 

Jürgen: Ach komm, schon wieder die Blognacht verpennt? Was ist los mit dir?

Elinor: Das weißt du ganz genau, das Kind war von der Arbeit und der anstrengenden Woche völlig erledigt!

Jürgen: Ausreden, nichts weiter.

Nein, keine Ausrede. Das passiert mir in letzter Zeit öfter, dass ich abends völlig platt bin. Ich schieb es auf die elende Hitze.

Jürgen: Irgendwer muss ja Schuld haben. Aufs Wetter schieben ist einfach.

Elinor: Hör nicht auf den, Kind. Er ist nicht glücklich, wenn er nicht mosern kann

Ich find's ja selber doof, dass ich ständig die Blognacht verpasse. Ich mag die Blognacht. An diesem Freitag war ich sogar zu fertig zum einkaufen. Musste der Mann alleine gehen und ich hab nur geschlafen. Ehrlich, ich mach drei Kreuze und zünde eine Opferkerze an, wenn die Temperaturen endlich runtergehen! Ich hab es so satt! Überall nur Hitze und Wärme. Sogar nachts, ich schlafe mit laufendem Ventilator! Ich erwäge ernsthaft, in der Tiefgarage zu wohnen. 

Aber die liebe Martha von bunte-kuechenabenteuer.de hat mir aber den Impuls verraten. Danke nochmal dafür!

Jürgen: Da hast du wieder mal Glück gehabt, dass dir jemand hilft.

Elinor: Das war nett von Martha. Jetzt kannst du das Thema zumindest nachschreiben. Weißt du schon, was du schreibst?

Jürgen: Bestimmt zusammenhangloses Gestammel, wie immer.

Danke, du Motzknoten. Ich werde mich bemühen.

Elinor: (verdreht die Augen und seufzt)


Der Impuls: "Dieser Weg war nicht glanzvoll, aber wertvoll"

mal wieder in Begleitung von Elinor & Jürgen



Ich hab tatsächlich so einen wenig glanzvollen Weg hinter mir. Beginnend mit dem falschen Beruf. Ich wollte Hotelfachfrau werden und ging in einem Traditionsbetrieb in die Lehre. Merke bald, dass das nichts für mich ist und wechsle in eine Arztpraxis. 

Ich lerne Blutabnehmen, röntgen, verbinden, EKG schreiben, sehe mich zum ersten mal  mit einem Computer konfrontiert

Jürgen: Zum ersten mal? Wie alt bist du eigentlich? Wann war das, in den 70ern?

Elinor: Du weißt ganz genau, wie alt sie ist. Und nein, es war in den 80ern. Da hatten bei Weitem noch nicht alle Praxen ein Computersystem, da wurde meist analog mit Karteikarten gearbeitet.

Jürgen: Klingt nach Steinzeit.

Herzlichen Dank auch. Computer waren mir anfangs etwas suspekt, hat aber nicht lang gedauert, bis ich damit umgehen konnte

Elinor: Jürgen, erspar dir deine bissigen Kommentare!

Jürgen: Ich sag doch gar nichts

Mein Weg führte mich vom Internisten über Gynäkologen, Augenärzte und Chirurgen zum Allgemeinarzt. Und da bin ich heute noch. Man könnte sagen, ich bin meiner Bestimmung treu. Oder ich hab meinen ultimativen Job gefunden. Oder ich bin einfach loyal.

Jürgen: Oder du bist einfach festgefahren und konservativ. Oder faul. Faul könnte man auch sagen.

Wieso faul? Hast du eine Ahnung, was eine Arzthelferin so tut?

Jürgen: Telefon verweigern und Kaffee tr ..

Elinor: JÜRGEN! Mäßige dich! Du hast keine Ahnung und somit kein Recht zu urteilen. Rede nur weiter Kind. Und du bist weiß Gott alles andere als faul. Ich weiß das.

Danke, Elinor. Ich würde mich auch nicht als faul bezeichnen, aber doch irgendwie festgefahren. Während Kolleginnen Weiterbildungen gemacht haben oder den Beruf gewechselt, bin ich immer meiner Arbeit treu geblieben. Seit so vielen Jahren bin ich die Laborfrau, nehme Blut ab und impfe die Leute. Langweilig wird mir nicht, ich mag was ich tu. Außerdem gibt es alle naselang irgendwelche Änderungen und Neuerungen, da kann einem gar nicht langweilig werden.

Jürgen: Bist du sicher, dass du nicht einfach unfähig warst, dich weiter zu bilden?

Ich bilde mich jeden Tag weiter weil ständig etwas Neues dazu kommt.  Klar hätte ich Zusatzausbildungen machen können, Erstkraft werden oder in die Verwaltung wechseln. Aber ich hab mein "Ding" gefunden. Das ist das, was ich kann und machen möchte.

Jürgen: Sie hat ihr Ding gefunden .. höhöhö

Elinor: Das würdige ich keines Kommentars

Ich auch nicht. Jürgen, wie alt bist du eigentlich? Gilt bei dir auch "Männer werden 12, danach wachsen sie nur noch" ?! 
Dieser Weg war wirklich nicht glanzvoll, keine steile Karriere, kein Chefsessel. Immer noch Fußvolk in der Praxis. Aber ich find das ok! Ich mag es, Teil eines Teams zu sein und trotzdem selbständig im Labor arbeiten zu können. Ich mag es, mit den Patienten Kontakt zu haben, auch wenn mir einige echt auf den Keks gehen. Die meisten aber sind nett und ein kleiner Raatsch* ist immer drin. Ich freu mich, wenn der Stich mit der Nadel nicht allzu weh tut und die Leute sogar gern zu mir kommen. Da fühl ich mich bestätigt. Außerdem brauche ich die Sicherheit, die ich im Lauf der Zeit gewonnen hab. Das beruhigt mich, wenn ich sicher sein kann.

Elinor: Du machst das auch gut. Man kann durchaus sagen, dass dein Weg relativ wenig Glanz und Glitzer hatte, dafür umso wertvoller war. Wertvoll, weil du eine Menge Lebenserfahrung sammeln konntest in all der Zeit als Arzthelferin.

Jürgen: Ich sag trotzdem, da wäre mehr drin gewesen. Muss man halt mal seinen Allerwertesten hochkriegen und sich was trauen.

Mein lieber allerliebster Jürgen, ich krieg meinen Hintern jeden Tag hoch, muss mich täglich überwinden und was trauen. Wenn ich die Leute falsch berate, weil ich keinen Plan hab, kann das schwerwiegende Folgen haben. Wenn die Patienten beruhigt aus dem Labor kommen, hab ich alles richtig gemacht. Außerdem mag ich die Mischung aus Verwaltungsarbeit, Handwerk, Wissen und Feingefühl. 

Jürgen: blaablaa und die ganzen wütenden Leute, die herumschreien und euch beleidigen, die magst du auch? Lässt du dich gern anblaffen?

Ich mag, wie ich damit fertig werde. Je älter ich werde, desto souveräner kann ich einen Wüterich abhaken. Und ich selber werde selten angeblafft, das meiste kriegen meine armen Kolleginnen an der Anmeldung ab. Im Labor hab ich die Möglichkeit, allein und in Ruhe mit den Leuten zu reden. Da kann man gut den Wind aus den Segeln nehmen.

Jürgen: Wie du meinst. Wie würdest du diesen Beitrag einordnen? Unter "Schuster bleib bei deinen Leisten"? Oder doch unter "HALT STOPP, hier bleibt alles so, wie es ist!" ? Oder "Karriere, nein danke!" ?

Unter ich mag, was ich tu.

Elinor: Und das ist das Allerwichtigste! Laborfrau mit Leib und Seele. 

Jürgen: Langweilige Labortante

Zufrieden mit ihrem Job! So nämlich!






*ein Raatsch ist ein kleines Gespräch. Ein Klönschnack, ein Smalltalk oder ein Plausch. Wir raatschen

Wenn du Lust haben solltest, einen Kommentar zu schreiben, können wir hier auch raatschen :).


Freitag, 12. Dezember 2025

12 nette Fotos und ein Haufen Blognacht Käse

Guten Abend!

Heute ist ein denkwürdiger Abend, heute gibt es im Mausloch eine Blog-Fusion! Weil nämlich gleich zwei monumentale Ereignisse anstehen:

Das 12von 12 von Caro und die Blognacht von Anna

Also versuch ich mich an einem Blog-Melange.  Einmal gemischter Blog mit Sahne bitte!

In der Blognacht befinden sich heute mit mir 14 Teilnehmer. Viele bekannte Gesichter. Anna hat uns eben den Impuls für diese Nacht gegeben und ich bin mir nicht sicher, wie ich damit umgehen soll. Der Impuls lautet: Hausgemachter Käse. Jetzt echt! Hausgemachter Käse!

Was soll aus dieser Nacht nur werden?

Zuerst könnte ich mich auf das 12von 12 konzentrieren. Du kennst doch das 12von12?! Eine monatliche Mitmachaktion von Caro auf draussennurkaennchen.blogspot.com

12. Tag = 12 Fotos, so simpel ist das.


Meine Fotos sind heute auch simpel. Zumal ich streckenweise voll vergessen hab zu fotografieren. Aber ich glaub, ich hab das beste rausgeholt aus diesem kalten Freitag

1. Hier haben wir ein Bild von meiner Tasche. Als Ersatz für den obligatorischen Kaffeebecher in der Früh, der gefühlt in jedem 12von12 als erstes Foto auftaucht.
In der Tasche sind wichtige Utensilien für den Vormittag: Die Computerbrille, mega wichtig, weil ich sonst mit der Nadel die Vene erraten muss. Ein Cola zero wegen des Koffeins, auch mega wichtig, meine Box mit Kaffeepads, selbsterklärend, eine Handcreme, klar, und eine weitere Box mit Notfalltomaten. Das sind Cocktailtomaten die herhalten müssen, wenn mir schon schlecht vor Hunger wird. Ich versuche stets, erst Mittags was zu essen. Teilzeitfasten.


2. Schal! Ohne Schal mag ich nicht rausgehen. Ich hab viele Schals, rot, blau, beige, grau, pink sogar und gestreift. Mein derzeitiger Lieblingsschal ist blau und türkis, original von der Ostsee. Ich bin ganz verliebt ihn den, der ist soo weich! Und hübsch, gell?


3. Ich hab weit weg geparkt. Die Parksituation hier im Viertel ist Katastrophe! Entweder du wirst kreativ und hoffst auf das Fehlen des Ordnungsamtes, du parkst ein paar Kilometer weit weg oder du hast echt verdammt Glück und ergatterst abends nach 18 Uhr noch ein freies Fleckchen. Wie gesagt, ich steh meilenweit weg. Also fast. Außerdem bin ich ziemlich knapp dran. Radio auf und los geht's!


4. Als ich in der Praxis ankomme, ist es noch nicht richtig hell. Unser Weihnachtsstrauch leuchtet friedlich vor sich hin. Dieses Jahr bleibt uns der Weihnachtsbaum mit dem ewig gleichen Schmuck erspart, ehrlich, ich kann ihn nicht mehr sehen. Seit Jahrzehnten immer das gleiche .. und nichtmal hübsch. Aber dieser Strauch, der geht.


5. Schicke Schuh, und so zierlich! Das sind Schlappys, die grünen Wolkenschuhe. Damit kann man es über den Tag schaffen


6. alles bereit, kann losgehen. Diesen halben Tag schaffen wir auch noch!


7. Ich hab mich durch den Tag gelächelt, jetzt langt's. Auf die Sekunde genau mach ich Feierabend. Und Wochenende. Verdient!



8. Beim Einkaufen mit dem Mann wurden die ersten Leckerlis für den Weihnachtsteller gekauft. Was ich hab, das hab ich. Feine, verbotene Sachen!


9. Nach dem Aufräumen, der vielen Arbeit und der ganzen Woche hab ich mir eine Pause verdient. Hier ruft mich mein Lieblingsort. Komm, Sabine, komm und ruh dich aus! Iss einen Toast oder zwei und leg dich ein bisschen hin, die Kissen sind weich ... komm!



Es sind wieder Pakete angekommen. Für die Kinder. Vom Christkind. Irgendwie ist das für mich auch etwas aufregend, die gelieferten Pakete für die Familie aufzumachen um zu gucken, ob alles passt. Das kleine Weihnachten der Muttis


Nach dem Schläfchen rumore ich ein bisschen herum, schau dem Mann beim Kochen zu, spiel ein bisschen und wechsle die Batterie zu meinem Dekostern. Jetzt leuchtet er wieder und sieht hübsch aus. Ich freu mich drüber!
Gleich gibt es Abendessen, Spaghetti Bolognese vom Meister persönlich, dazu eine Folge Shameless und dann - beginnt die Blognacht mit Anna!




danke fürs Fotos gucken
wer noch Reserven hat, ist herzlich eingeladen, mich durch die Blognacht zu begleiten




Die Blognacht. Ein Zoom, viele Teilnehmer, eine Nacht und ein Impuls
von Anna Koschinski auf blognacht.de


Wie bereits verkündet, heißt der Impuls für heute Nacht "Hausgemachter Käse"



Was soll ich jetzt damit anfangen? Hier wird kein Käse hausgemacht und eine Laudatio auf Käse glaub ich, wurde nicht gemeint mit diesem Thema. Obwohl ich Käse sehr gerne mag. Kennst du den "Old Amsterdam" Käse? Hab ich tatsächlich in Amsterdam zum ersten mal probiert, mit so einem Dip drauf, boah war das fein!! Hat nur leider einen Haufen Fett, also bis auf weiteres gestrichen. Aber fein!

Nein, es soll nicht wirklich um Käse gehen. Ich weiß das, weil ich bin ja nicht doof. Dieser Impuls ist sowas von zweideutig! Hausgemachter Käse - auf fränkisch "Dei eings Gschmarri" (deutsche Übersetzung: dein eigener Unsinn)
Der Nonsens, Unfug, Bockmist, Unding, Schmarrn - den du dir selber machst. Oder gemacht hast. 
Oder anders - alberner Unsinn, den nur du und deine Leute kennen. Insider quasi, Hauptsache albern und schön dumm.
Das war mal, als die Kinder noch klein waren konnte man herrlichen Quatsch machen!
Jetzt bin ich seriöser. Ä-häm.

Ich will über den selbstfabrizierten Bockmist reden, den ich hoffentlich gleich rausfinden werde. Wo sagt man eigentlich "So ein Käse" ? In Dortmund? In Hamburg? In Nürnberg klingt das wohl eher nach "dei Gschmarri!" 

Ok, welches Gschmarri hab ich mir selbst gemacht? Was meine ich damit eigentlich? So ein selbst-schuld-Ding? Oh, da wüsste ich schon was. 
Du tust etwas, von dem du genau weißt, dass es unsinnig ist. Zum Beispiel:
Ich geh nie vor elf ins Bett. Das kann viele Gründe haben, mein Handy mit seinen schönen, bescheuerten Spielen oder instagram, der Fernseher, der Netflix hat und somit viele viele Serien, die ich einfach sehen will (ach, eine Folge geht schon), die warme Kuscheldecke, mein Strickzeug. All das muss sein, abends, zwischen Essen und Schlafen. Gewohnheit halt. Bis ich mich davon lösen kann ist es elend spät. Dann wird noch Zeit im Bad vertrödelt und dann, wenn ich endlich im Bett liege brauch ich  natürlich noch eine Dosis Buch. Das ist sehr wichtig, ohne Buch mag ich nicht einschlafen. Dann haben wir das nächste Problem, ich lese gern gute Bücher, die meist spannend sind. Wie soll man da rechtzeitig aufhören zu lesen? Und schawupp ist es viel zu spät, wieder mal, meine Schlafzeit hat sich dramatisch auf ein Minimum komprimiert. Ein viel zu schmales Minimum. Jeden Morgen verfluche ich meine eigene Trägheit und schwöre den ganzen Tag Besserung. Bis ich wieder mit meinem Strickzeug auf dem Sofa sitze und netflixe. 
Ganz schön dusselig, was? Ein selbstgemachtes Problem, ein hausgemachter Käse!


Bei genauerer Betrachtung könnte man auch diese ewigen, selbst gestalteten Sprüche als hausgemachten Käse bezeichnen. Antworten wie "ja klar, mach ich gern" oder "nein das macht mir nichts aus", die man immer wieder raushaut. Ohne zu denken. Mit der Folge, dass man lächelnd denkt Neiiin ich will das nicht, lass mich in Ruhe!! 
Das tu ich mir selber an. Was für ein Schmarrn! Warum tu ich das? Fällt es wirklich so schwer, nein zu sagen? Wer kann das eigentlich, einfach ablehnen, wenn man gefragt wird?!
Könntest du bitte ... Ähm, nein. Geh weg!
Ich stell mir grade vor, wie mein Gegenüber dumm aus der Wäsche guckt. Eigentlich kann ich das nur, wenn mir der andere herzlich egal ist oder ich ihn nicht leiden kann. 
Wenn ein Patient von mir fordert, ich soll mal ein Auge zudrücken und spezielle Blutwerte für umsonst mitbestimmen, kann ich ganz easy nein sagen. Da wär ich ja schön blöd! 
Aber für meine Lieben? Es ist verzwickt. Ein Spagat zwischen lieb sein, helfen wollen und auf sich selbst achten. Voll schwierig, dieses Dilemma ist echt hausgemachter Käse!



Mir fällt noch was ein. Ich bin die Königin des Verdrängens und des Schönredens! Wenn ich was kann, dann das. Ich hab heute ein Schokobon gegessen. Ich darf kein Schokobon essen, weil ich Diabetiker bin. Das allein wär nicht schlimm, mein Zuckertracker merkt das meist gar nicht, aber die Waage beim wöchentlichen Wiegetag, die hält mir alle kleinen Sünden der Woche penetrant vor Augen. Noch während ich dieses blöde Schokobon auswickel, schreit meine innere Elinor NEIIIN, TU ES NICHT!! DU MACHST DIR ALLES GRADE KAPUTT! Während mein innerer Jürgen seine Sonnenbrille hebt und meint, LOS, GÖNN DIR. SO EIN KLEINES DING TUT NIX!
Rate, auf wen ich höre! Dann rede ich mir ein, dass dieses kleine Schokoladenträumchen keine großen Auswirkungen hat, außerdem kann ich die Kalorien ja wieder ausgleichen und weghungern. Wenn ich es denn täte! Es ist, als würde ich mir selber kopfschüttelnd zusehen, wie ich Mist baue. Was tu ich mir da nur an? Einen großen Haufen selbstgemachten Käse nämlich! 



Wenn ich jetzt noch lange über Käse schreibe, krieg ich Hunger. Schamott!! Ich zwinge mich ja derzeit dazu, immer nur 1 Teller von was zu essen. Manchmal geht das ganz gut, manchmal leide ich Qualen. So wie heute. Spaghetti Bolognese. MIT Parmesan drauf! Und dann nur eine Portion, das ist echt hart. Der Hunger war zwar beruhigt, aber die Gier war grenzenlos. So fein! Ich hab den Mann gebeten, mir auf die Finger zu hauen, wenn ich nachholen will. Ich hab so Lust auf diese Spaghetti, esse extra langsam, damit ich lange was davon hab, aber es reicht nicht. Ich will mehr! Ich will ich will ich will! Und darf nicht.
Zum Glück kam mir heute die Blognacht dazwischen, das lenkt ab. Hier gibt es nur einen Johannisbeer-Sekt, der mildert das Drama etwas. 
Dieser Sekt würde gut zu einer Käseplatte passen ... hach ja!

Gibt es ein Fazit?

Anna's hausgemachter Käse kann viele Facetten haben. Unarten, die man sich selber antut, Dinge, die man sagt und während des Aussprechens merkt, dass man das garnicht sagen wollte, Konsequenz, die man sich selber auferlegt obwohl man ganz was anderes möchte.
Oder Käse. 

Mein Käse.













Montag, 24. November 2025

Blognacht verpasst - nicht schon wieder!

Und es ist schon wieder passiert - ich hab die Blognacht verpasst!




Diesmal konnte ich wieder mal wirklich nix dafür, ich habe mich der Mehrheit gebeugt. Und ein bisschen Gruppenzwang wars auch. Am 14.11., der Tag an dem die legendäre Blognacht von Anna auf annakoschinski.de stattfand, bin ich in See gestochen!
Ein Firmenausflug auf die MS Brombachsee, der offizielle Name "St. Martins-Schlemmerfahrt". Viel Buffett, viel Weihnachtsmusik, viel Blingbling.

Und keine Blognacht.

Aber soo schlimm ist das nicht, das Schlemmern auf dem See war ganz schön und angenehm. Außerdem war Anna so lieb, die Teilnehmer der Blognacht zu grüßen und mir den Impuls zukommen zu lassen.

Der da lautet: Nicht schon wieder!

Es gibt einen einzigen Vorteil, wenn man die Blognacht nachträglich schreibt - man kann ein paar Tage lang überlegen. Und das hab ich getan, laaange überlegt. Damit ich nicht wieder stundenlang um das Thema herumschleiche und während des Schreibens verloren gehe.

Mein Gedanke zu "nicht schon wieder" zischt in eine Richtung, die mich immer mehr einfängt, je mehr Zeit vergeht. Jetzt ist Ende November, schwuppdiwupp ist Weihnachten. Und ich tappe in die selbe Falle wie jedes Jahr: Weihnachtsstress.
Dabei hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen, mal ganz schlau zu sein und richtig, also richtig früh mit den Weihnachtsvorbereitungen anzufangen. Warum hat's nicht geklappt?
Weil ich im Oktober mit Geburtstagen beschäftigt war, weil mich der Alltag unter Beschuss hält und weil ich einfach extrem planlos war. Oder noch bin.
Da sind 1 Mann und 4 Kinder, die möglichst originell beschenkt werden sollen. Ich nerve meine Lieben frühzeitig, einen Wunschzettel zu schreiben. Damit ich wenigstens ein paar Anhaltspunkte hab, das ist ja jetzt nicht mehr so leicht. Als die Kinder noch zu Hause gewohnt haben, konnte ich sie permanent beobachten und heraushören, was sie bewegt, was sie gern hätten, was sie brauchen könnten und wie sie grade ticken.
Jetzt sind sie in alle Richtungen verstreut, wir kriegen sie nur noch ab und zu zu fassen. Da ist es schwierig geworden, zwischen den Zeilen zu lesen und zu erahnen, was ihnen Freude bereiten könnte.
Außerdem wär es doch schön, wenn ich sie überraschen könnte, mit Dingen, die unerwartet sind. Ich wär so gern originell, würde gern mit völlig Unerwartetem um die Ecke kommen! 

Jetzt steh ich da, ich armer Thor, und bin so schlau als wie zuvor

Es sind ja nicht nur Geschenke, die ich organisieren muss. Will. Da gibt es so viel vorzubereiten, zu überlegen, zu basteln. Zwar nicht mit Kleber und Schere, die Zeiten sind vorbei, aber am Pc. Selbstgemachtes am Pc. Näher kann ich da jetzt nicht drauf eingehen, weil Geheimnis und so. Aber es steckt viel Arbeit drin in diesem selbstgemachten Geheimnis. Und die Zeit rennt erbarmungslos.



Zum Weihnachtsmarkt wollen wir auch noch. Essen gehen mit der Familie. Weihnachtsessen mit der Praxis, Chorauftritte, Schulungen, Treffen mit den Großeltern und noch ein Geburtstag. 
Zwischendurch will ich zum Friseur und der Jahresrückblick im Mausloch steht an!

Zum Glück backe ich nicht!

So. Wär ich jetzt nicht der Schreiberling sondern ein Leser, würde ich spontan sagen mach dir halt nicht so einen Stress! Nicht schon wieder! Jedes Jahr das gleiche Drama.
Dabei würde ich wirklich gern mal entspannt durch den Dezember spazieren und die Vorweihnachtszeit genießen. Einfach so, ohne Druck. Sollte das nicht die stille Zeit sein, reden nicht alle von besinnlich? Ich würd mich ohne weiteres auf Weihnachten besinnen wollen, gern sogar. Aber so wie es aussieht besinne ich mich auf alles, was ich noch schaffen muss.

Es ist ja so. Man macht es gern. Man möchte seiner Familie eine Freude machen und ein schönes Weihnachten organisieren. Wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, tu ich das auch für mich. Weil ich ein Weihnachts-Möger bin! Nicht den Stress - Weihnachten!





Weihnachten ist für mich reine Familienzeit. Die Kinder sind da! Das allein ist Grund genug, Weihnachten zu mögen. Wie wahrscheinlich alle Familien haben auch wir eine Tradition, das macht es gemütlich und feierlich. Ich mag die Weihnachtsmusik (Lieblingslied), den Christkindlesmarkt, ich mag Glühwein in der Kälte, den Posaunenchor auf dem Markt, die Pferdekutsche mit den Glöckchen. (Ich wohne in Nürnberg, da muss das so). Die geschmückte Stadt, die Weihnachtsbäume überall. Ich mochte auch die Kinderchristmette, als die Kinder noch klein waren. Das Krippenspiel. Wenn die Gemeinde am Schluss der Mette Stille Nacht, heilige Nacht singt. 
Ich werd schon wieder ganz hibbelig!

Weihnachten ist schön. Leider wird es zunehmend verkonsumisiert - ist das ein Wort? Zu grell, zu viel, zu laut, zu oberflächlich. Werbung überall, übertriebene Deko, sehr übertriebene Adventskalender, alles überteuert und überzogen. Jedes Jahr mehr und mehr.

Dabei verlieren wir den Sinn hinter Weihnachten vollends. Auch wenn man nicht christlich ist oder wie ich aus der Kirche ausgetreten, Weihnachten bedeutet für mich in erster Linie Familienzeit. Zusammen sein, sich eine Freude machen, sich überraschen, da sein. Ohne Handy, ohne Fernseher. Es sei denn, man lässt ein Kaminfeuer Ambiente laufen, das geht.
Ich mag die Lichter überall, die dann in meiner Wohnung leuchten. Kerzen. Sogar unsere Tischdecke mag ich, die hat kleine goldene Sternchen. Und wir würfeln um die Geschenke, das macht einen Heidenspaß! Außerdem hat man da viel Zeit miteinander.

Dafür mach ich das. Auch wenn es Stress bedeutet, wochenlang vorher. Schon wieder.
Aber dieses Jahr hab ich wenigstens eine Urlaubswoche im Dezember, diese Zeit kann ich nutzen zum organisieren und basteln. Mit ein bisschen Glück ist dann kurz vor heilig Abend meine Premium-Zeit, an der ich mich besinnen kann. Ein bisschen wenigstens.

Dann geh ich auf den Christkindlesmarkt, hol mir einen Glühwein, stell mich zur nächsten glitzernden Bude und warte auf die historische Postkutsche mit den Glöckchen! So nämlich!





Ich wünsche allen, dass die Weihnachtszeit ruhig und gemütlich wird.
Leise.
Mit Zeit und Tiefe.

Samstag, 3. Mai 2025

Vive la Revolution, vive la Blognacht!

Au weia! Das ist mein erster Gedanke zum aktuellen Blognacht-Thema. 

Vorab möchte ich sagen, dass ich froh bin, endlich wieder mitschreiben zu können. Letztes Mal war ich fix und alle, schreib- und denkunfähig.
Viel fitter bin ich heute allerdings auch nicht. Müde, Kopfweh, allgemeines bäh. 
Und dann kommt Anna um die Ecke und wirft mir diesen Impuls vor die Füße:

"Wo brichst du gezielt die Regeln? Kleine Revoluzzer story"


So und jetzt sitz ich da. Wo breche ich Regeln? Und auch noch gezielt?? Wo ich doch so brav und sittsam bin! 
Gerade eben waren die Lieblingsnichte und Waldfeger bei mir, um den geklauten Flieder für Omas Geburtstag morgen abzugeben. DAS nenn ich stille Revolution! Nächtliches Fliederklauen .. bitte nicht weitersagen!

Zum Glück schauen grade fast alle Teilnehmer der Blognacht etwas ratlos in die Kamera. Vielleicht bin ich nicht die einzige, die wieder mal keinen Plan hat.

Regelbrecher.

Der Radiergummi den ich als 8jährige im Kiosk mitgehen lassen hab, der zählt wahrscheinlich nicht. Obwohl es ein schöner Radiergummi war, pink und ein bisschen durchsichtig! Ich hatte allerdings tagelang ein schlechtes Gewissen und eine Zeitlang hab ich mich nicht mehr in diesen Kiosk getraut. Als ob es auf meiner Stirn geschrieben stehen würde: Radiergummidieb!

Oder die Geschichte von Freundin Schuh und mir, nachts im Käfer. Der Platz vor dem Fußballstadion schien uns perfekt zum fahren üben, damals standen da weder Boller noch Absperrungen. Also fahr ich mitten in der Nacht dorthin und wir tauschen die Plätze. Schuh hat keinen Führerschein und will üben. Fröhlich und laut lachend brettern wir im Kreis auf dem Platz herum, als wir direkt angeleuchtet werden. Schuh bremst und wir stehen einem Polizeiauto gegenüber. 3 Sekunden erstarren. Und dann kam die dümmste Aktion aller Zeiten: panisches Plätzetauschen im Auto. Während die Polizei uns frontal anleuchtet. Während wir uns gegenüberstehen. Völlig offensichtlich! Der Beamte, der auf uns zukommt, grinst amüsiert. 
"Haben Sie gerade die Plätze getauscht?"
"Äh - nö?"
Ich glaub, er war an dem Tag gut drauf und fand es eigentlich eher lustig. Es gab nur eine Verwarnung. Glück gehabt! Das war bestimmt das angsterfüllte Lächeln von zwei knallroten 18jährigen!

Zählt das als Revoluzzergeschichte? Sind Jugendsünden eigentlich ... also zählen die? 
Wenn man mit 13 ins Kino geht, kichernd mit der Freundin, und heimlich einen Kassettenrecorder mitnimmt, um den kompletten Film aufzunehmen? Himmel, was haben wir uns nur gedacht! Das war der Spider Murphy Gang Film und wir waren Fans. Dieser Kassettenrecorder war riesig. Mehrmals kam ein Angestellter in den Kinosaal und hat kontrolliert, ich glaub, dem sind wir aufgefallen. Und jedes mal so schnell wie möglich die Jacken über diesen Monsterrecorder schmeißen, dann unschuldig gucken und warten, bis er weitergeht. Beim Verlassen des Kinos haben wir ihn beinah über den Haufen gerannt, wir haben uns Gefühlt wie zwei Banditen! Die Aufnahme war grottenschlecht, aber wir stolz wie Oskar!





Es ist keine Revolution, hier über irgendwelche Kinderstreiche zu schreiben. Vielmehr sollte ich mal überlegen, was ich heute so anstelle - also gewollt. Und ich ahne, es reicht nicht, sein Knoppers schon um 9 zu essen!
Zählt es, wenn man sich über den Zaun in ein Rock Festival einschleicht? Oder durchs Gebüsch ins Freibad zwängt, um sich den Eintritt zu sparen? Das trotzige Fotografieren bei Aufführungen oder in Museen, sobald es verboten ist?
Ne, oder?
Einen Eintritt haben wir uns damals auch gespart, Waldfeger und ich. Wir waren in Rom und wollten ins Kolosseum. Da waren aber lange Schlangen vor den Kassen und der Eintritt war hoch. Also haben wir so unschuldig geguckt wie nur möglich, während wir uns ganz unauffällig einer Reisegruppe angeschlossen haben. Einfach mal den anderen Touristen hinterher laufen und zack waren wir drin! Das freut mich heute noch, da bin ich richtig stolz!
Vielleicht schlummert doch ein kleines Revoluzzer-Gen in mir, ein ganz kleines.




Heute bin ich ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft und folge brav den Regeln. Bis auf der Straße. Ich fahre gern Auto. Und ich fahre gern schnell Auto. Eigentlich halte ich mich nur so semi an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und halte sie eher für Vorschläge. Wenn 50 ist, fahr ich 60. Wenn 70 ist, fahr ich 80. Aus Prinzip! Ich kann die Leute, die auf den Punkt die vorgegebene Geschwindigkeit einhalten, nicht leiden! Die nerven mich unheimlich und ich werde nervös. Ich drängle nicht, aber ich überhole leidenschaftlich gern! Außer, die Oma fährt mit, dann bin ich brav wie ein Lämmchen! Oder der Bub, der kommt gern mal mit dem erhobenen Zeigefinger. Da muss ich mich arg zusammenreißen. Aber wenn ich allein bin im Tuco, dann gibt es fast kein Halten mehr!
Huuu, böse, gell?

Ist es Revolution, wenn man morgens kein Porridge mit gesunden Früchten isst? Oder ohne Quinoa kocht? Oder gar keinen Sport macht? Wenn man mit einem alten mp3 player herumläuft? Lehne ich mich auf, wenn ich lieber ein Radler im Biergarten trinke als selbstgemachte, zuckerfreie Lycheelimonade mit Gurke, Spinat und Minzblatt? 

In der Praxis hab ich mich massiv und relativ mutig gegen eine angeordnete Fortbildung aufgelehnt. Es hieß, wenn sich keiner freiwillig meldet, wird einer von oben bestimmt. Wie aus dem nichts hatten alle eine tolle Ausrede, nur ich wieder nicht. Diese Fortbildung halte ich für überflüssig und leicht unsinnig, aber sie MUSS gemacht werden, sonst versinken wir in Chaos und Höllenfeuer. Ich hab so lange gemotzt, bis ich einen Ausgleich für die verlorenen Nachmittage bekommen hab. Jetzt halte ich diesen Kurs immernoch für überflüssig, aber ich akzeptiere mein Schicksal. So ganz wollte ich das nicht einfach hinnehmen.
Wie meine kluge Waldfeger immer sagt: "Ich bin jetzt in einem Alter, wo ich mir nicht mehr alles gefallen lassen muss!"
So nämlich!

So. ich denke, ich hab den Punkt erreicht, an dem ich abschließen sollte. Ab jetzt kommt nichts gescheites mehr, fürchte ich. Den Beitrag werde ich wohl erst morgen veröffentlichen, es könnte ja sein, dass die Erleuchtung über Nacht kommt. Und jetzt werde ich mich aufs Sofa verziehen und noch ein Joghurt essen - obwohl ich das eigentlich gar nicht mehr darf! Revolution, Baby!






Freitag, 10. Januar 2025

2025 - erste Blognacht

Guten Abend liebe Leserschaft! Heute ist es wieder soweit, die legendäre Blognacht von und mit Anna Koschinski startet JETZT! 



Ich hab mich den ganzen Tag drauf gefreut, zumal der Tag echt eine Herausforderung war! Viel Arbeit, viel Hektik, viel Stress, viel - zuviel! Eigentlich müsste ich mit meinem Glas Heidelbeerwein döselig auf der Couch sitzen und Bambi gucken. Aber das kann ich auch morgen tun - ohne Bambi, aber mit Heidelbeerwein.

Heute sind wir 21 Teilnehmer und Anna hat uns einen Impuls gegeben. Einen kleinen.

Wenn ich eine Botschaft an die ganze Welt senden könnte, wäre es ..

Das ist meine Chance! Ich wollte schon immer mal mit der Welt reden, das ist bitter nötig. Jetzt darf ich es endlich tun! Meine Gedanken überschlagen sich grade, wo fang ich nur an? Die Moralkeule will ich eigentlich nicht schwingen, den erhobenen Zeigefinger lasse ich auch lieber unterm Tisch, aber eine klare Botschaft will ich schon loslassen!
Und auch etwas hochwertigeres als Esst mehr Salat! oder Geht wählen!
Obwohl das auch wichtig ist, ganz klar.


In der letzten Zeit hab ich viele Eindrücke von außen gesammelt. Da ich viel mit Menschen zu tun hab, kann man da nicht ausweichen. Ich sitze in meinem fensterlosen Labor und höre, wie und was die Leute vorne an der Anmeldung so reden, wie sie uns begegnen und wie sie sich benehmen. Oft bin ich entsetzt, manchmal amüsiert und ab und zu ganz gerührt! Ich höre, wie eine kleine Oma mit ihrem Wägelchen, die kaum über den Tresen schauen kann, meine Kollegin schüchtern fragt, ob sie denn einen Termin zum Arzt ausmachen darf. Nachdem Kollegin Nachtigall es großzügig und lachend erlaubt hat, freut sich die Oma. "O wie schön, wann darf ich denn kommen?"
Ist richtig niedlich!
Ich seh aber auch Wüteriche, die an die Anmeldung poltern. Ich bin jetzt hier und ich will jetzt zum Arzt. Und ich will nicht warten. Ich will, ich will, ich will! Weil ich bin der große Zampano!
Da sind sehr freundliche Patienten, wütende, unverschämte, genervte, fröhliche. Und alle müssen sich den Regeln beugen, die in der Praxis herrschen. Sonst kriegen sie es mit Kollegin Nachtigall und Kollegin Pinky zu tun, das kann sehr unerfreulich werden. Wenn du zum Arzt willst, mach einen Termin aus. Wenn es dauert, musst du warten. Wenn du ansteckend bist, trag eine Maske. Wenn du kein deutsch verstehst, bring einen Dolmetscher mit. Lauter so Regeln, die einfach wichtig sind. Und wie ich finde, durchaus einhaltbar. Damit wird der Praxisalltag für alle erträglich und niemand muss sich ärgern.

Sich an Regeln zu halten scheint für viele so unfassbar schwer, dabei sind die meisten absolut sinnvoll. Hier ein paar meiner Lieblingsregeln für die allgemeine Gesellschaft:

  • Regel Nr. 1: Sei höflich
  • Regel Nr. 2: Nimm Rücksicht
  • Regel Nr. 3: Sei hilfsbereit
  • Regel Nr. 4: denke!
  • Regel Nr. 5: Hass ist doof

Höflichkeit mag ich sehr. Stell dir mal vor, jeder wäre einfach mal höflich zum anderen! Kein Gedrängel mehr, kein Anschreien, kein Ignorieren. Nachbarn könnten sich zum Beispiel einfach mal freundlich grüßen. Sich die Tür aufhalten oder den Vortritt lassen. Das wäre so viel netter, findest du nicht auch?

Was wäre, wenn sich jeder einfach mal benehmen würde. Zum Beispiel in der U-Bahn. Ich fahr ja nicht oft, deswegen bin ich noch ganz erstaunt, wie sich manche im Wagon aufführen. Ich fühl mich sehr unwohl, bin froh, wenn ich aussteigen kann. Wäre jeder Fahrgast einfach mal rücksichtsvoll, würde niemand seine Schuhe auf den Sitz stellen. Oder dem anderen den Platz wegschnappen. Keine einzige Oma müsste mehr stehen, während junges Gemüse auf den Sitzen herumfläzt. Und es gäbe kein Geschrei mehr, ganz zu schweigen von Leuten, die der Werbung glauben und denken, dass ihr Deo tagelang hält ohne duschen zu müssen.

Ich bin vor einiger Zeit mit Krücke und schwerer Tasche den Weg zum Haus entlang gehumpelt, als mich der Nachbarsbub überholt hat. Noch bin ich keine Oma, aber die Tasche hätte er mir schon bis zur Tür tragen können. Ich hätte mich gefreut! Wie würde die Welt aussehen, wenn die Leute einfach mal hilfsbereit wären? So Kleinigkeiten wie Tür aufhalten, Tasche tragen, über die Straße helfen oder verwirrten Senioren / Touristen mit dem Weg helfen würden? Oder noch verschärfter - mal fragen, ob man helfen kann!!

Das mit dem Denken ist so eine Sache. Würde es jeder tun, gäbe es viel, viel, viel weniger Leid in der Welt! Für meinen kleinen Umkreis bedeutet das zum Beispiel, keinen Abfall auf die Straße zu werfen. Kannst du dir die Straßen ohne Dreck vorstellen? So ne einfache Sache mit so viel Auswirkung! Straßen, Wälder, Meere ohne Müll .. Wahnsinn! 
Eltern könnten merken, dass eine Erziehung tatsächlich was bringt - viel mehr, als dem Lütten im Kinderwagen das Handy in die Hand zu drücken, damit man seine Ruhe hat. Denkend könnte man erkennen, dass man vielleicht doch nicht so viel kaufen muss, einfach weil es unnötig ist und weil man vielleicht einfach schon genug hat. Dass der Bäcker im Familienbetrieb mehr ums Überleben kämpft als die Bäckerkette, die überall Filialen hat. Dass die Gier nach Geld im Endeffekt niemand glücklich macht. Ach es gäbe so viele Beispiele! Was das Mitdenken alles erleichtern und verbessern würde, das geht sehr in die Tiefe! Ich bin selber auch kein Engel, schade eigentlich, aber ich denke schon ganz gern mit!

Es ist fast schon egal, was ich im Internet lese. In den Kommentaren wird geschimpft, beleidigt und ausgeteilt, als gäb's kein Morgen! Ich versteh's einfach nicht. Was gibt einem ein böser Kommentar? Was bringt das? Ich bin ja grundsätzlich ein naives Harmoniehörnchen, das ist mir bewusst. Vielleicht sehe ich deswegen voller Entsetzen auf manche Kommentare! Da schreibt einer, er fände es schade, dass von den jungen Leuten fast niemand mehr Jimi Hendrix kennt. Und es regnet sofort böse Worte: so ein alter Sack, der soll mal die Klappe halten, der Dinosaurier sollte aussterben, wen interessiert's, ein ewig Gestriger, ein Nazi, es gibt bessere als Hendrix, der ist voll hässlich, ... hört nicht auf die Liste. Warum??? Macht giftig sein so viel Spaß? 
Ich lese mittlerweile schon fast keine Kommentare mehr, das zieht mich echt runter. Alternativ könnte man doch einfach weiter scrollen, wenn was nicht interessiert, oder wie? Und freundlich sein ist out? Könnt heulen manchmal .. 



aber jetzt heul ich lieber nicht, mir wird grade bewusst, dass ich entgegen meiner Sprüche, dass ich keine Moralkeule schwingen möchte, hier kräftig herumschwinge! Alles voller Moral hier, meine Güte! 

Aber, aber, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greif doch lieber zu deinem Blog, mein Freund! In meinem Mausloch kann ich meine Meinung hemmungslos raushauen, ohne dumm von der Seite angemacht zu werden. Selbst WENN jemand mal was böses in die Kommentare schreiben würde - ich könnte es einfach löschen. Mit einem eiskalten Lächeln! Zack, Friede wieder hergestellt. Das beruhigt mich ungemein.



Aber vielleicht sollte ich jetzt mal endlich zum Thema kommen? Nachdem ich ewig Romane schreibe, was mich stört und was ich gut fände. Das Thema ist, was ich der Welt mitteilen will.
Also?

Eigentlich ganz einfach. Kurz und knapp, da ist alles drin und hätte riesige Auswirkungen.




Ich bin auch nett und sag artig danke fürs Lesen, doppeldanke fürs nicht verurteilen und Danke in Gold für ein kleines Kommentar! Hab einen schönen Abend!



Cute Rat