Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
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Freitag, 31. März 2023

Ein Freitags Füller am hellichten Tag!

Sehr seltsame Dinge geschehen hier! Es ist ein normaler Freitag, und ein normaler Freitags Füller – aber ich schreibe ihn JETZT schon ! Es ist NACHMITTAG! Sonst bin ich doch immer elend spät dran, eher nachtaktiv! Es ist nicht zu fassen!

Außerdem habe ich vor, diesen Freitags Füller direkt abzuschicken, bei Tageslicht!

Ich fühl mich ganz hibbelig!

 

Dann mal los! Herzlich willkommen bei meinem Freitags Füller AM NACHMITTAG! Sowas …

 


 

  1. Wenn man der Wissenschaft glaubt, sollte man den Konsum von Margarine eventuell überdenken und gegebenenfalls etwas einschränken. Denn Gefahr droht überall! Ruf dir das hier in Erinnerung:  Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt … 
  2. Manchmal frag ich mich schon, ob man da überhaupt Abstriche machen kann. Es ist so schwierig, sich zu entscheiden, weil alle schön sind. Immer wieder mal kommt die Frage nach der Lieblingsfarbe. Und obwohl ich derzeit stark zu orange und lindgrün tendiere, kann ich doch frohen Mutes behaupten: es ist und bleibt grün!
  3. Geschwindigkeit ist keine Hexerei! Das ist das erste, was mir da in den Sinn kommt. Kennt sie noch jemand? Die Hexe Schrumpeldei und ihre Hexerei! Ihre Tochter Schrumpelmei und der Rabe Herr Stumpfenstiel!
  4. Ich bekomm sie eigentlich nur noch, um mich auf paypal zu verifizieren, ansonsten ist sie meiner Meinung nach schon ein Relikt, die sms
  5. Ein Kurzurlaub wäre genau das Richtige für mich! Nach dem Wochenende in Berlin weiß ich, wie gut mir das tut. Wer spendiert mir einen? Drei Tage reichen mir.
  6. Einen Salat mit dem weltbesten Dressing hatte ich gestern zum Abendessen! Donnerstag ist Pizzatag, wovon ich jede Woche 2 Bissen von des Mannes Pizza abbekomme. Für mich gibt’s Salat. Die Linie, Sie kennen das …
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen ruhigen Abend mit der letzen Folge „Red Rose“, super spannend! Morgen habe ich geplant einen zweiten Versuch zu starten, die Ostereierausstellung in Erlangen anzusehen und am Sonntag möchte ich mit dem Mann den Jahrestag nachzufeiern! Siehe auch 28 years later

 

Für mich schaut’s gut aus. Die Bronchitis ist vergangen, das Wochenende steht an und noch besser – eine Woche Urlaub! Ich liebe es! Hoffentlich fällt mir was Gescheites ein, was ich unternehmen könnte. Schließlich will man seine freien Tage nicht opfern um schnöde Dinge zu tun. Sowas wie Fenster putzen und waschen und ausmisten ..  das geht ja gar nicht!

 

Chiao!



 

Scrapimpulse powered by Barbara aus https://scrapimpulse.com/

Donnerstag, 30. März 2023

Der absolut spannungslose Donnerstag

 Mein unspektakulärer Arbeitstag

 

Der Wecker klingelt gnadenlos und haut mir This Corrosion um die Ohren. Im Halbschlaf wisch ich ihn weg. 10 Min später erschallt Boogie Woogie Bugle Boy und warnt mich, dass jetzt höchste Eisenbahn ist! Raus mit dir! Ich sitze leicht bedröppelt am Bettrand und penn im Sitzen wieder ein, zum Glück nur für ein paar Sekunden.

Hilft nichts, ich muss. Draußen ist es grau und es regnet.

Insel von Farin Urlaub kommt mir in den Sinn 

... und ich reib mir die Augen und bin froh

ich darf arbeiten gehen

draußen regnet es mal wieder

ach das Leben ist schön


Ja genau. Voll schön.

Ich mach mir Kaffee. Ohne Kaffee funktioniere ich nicht. Im Frühstücksfernsehen kommt ein Bericht über einen Mann, der zum dritten Mal im Lotto gewonnen hat. Er ist  mir unsympatisch. Nicht nur, weil ich von Neid zerfressen bin, der Typ macht auf dicken Max und redet, als ob er hinter jedem Satz „ich schwöa“ oder „Digger“ sagen würde. Außerdem ist es ein „isch-Kerl“ . Das pack ich garnicht, isch schwöa, digger!

Oje.

Dann schlepp ich mich ins Bad, versuche mich einigermaßen tagestauglich zu gestalten und verlasse das Haus. Unterwegs ärger ich mich über die veränderte Ampelschaltung. Ich wusste genau, wann ich wie fahren muss, um in einem Rutsch bis zur Praxis zu kommen. 4 Minuten!

Aber jetzt warte ich an fast jeder Ampel. Das nervt.

Mein Farin Insel Lied wird abgelöst von American Pie aus dem Radio. Erfreulicherweise steht das Tor zur Tiefgarage bereits offen, da muss ich nicht mit meinem Drücker kämpfen. Als ich die Praxis betrete ist es viertel vor 8, da kann ich mich in Ruhe umziehen, bevor ich mich einstempel.

Hab ich gedacht. Im fensterlosen Labor starrt mich der schwarze Bildschirm an. Nichts geht, eingefroren. Ganz toll. Ich schalte das komplette System aus und starte neu. Und warte. Und warte. Und warte. Mittlerweile ist es 5 nach 8, die Patienten stauen sich bereits vor der Tür und mein Pc arbeitet so langsam, dass ich versucht bin, direkt wieder nach Hause zu fliehen. Was für ein Elend!




Zehn nach 8 kann ich mich endlich einstempeln. Um die verschleuderten 10 Min muss ich kämpfen, sonst wird mir das automatisch von der Arbeitszeit abgezogen. Das neue Stempelsystem ist so toll.

Dann arbeite ich so vor mich hin. Die Patienten sind überwiegend freundlich, die dazugehörigen Venen auch. Dann haben wir einen Notfall, ein Patient kollabiert im Wartezimmer. Alle springen und tun, was nötig ist. Zumindest sind alle jetzt wach. Der Sani ist gerufen, der Patient lagert sicher auf der EKG Liege, wir arbeiten weiter.

Ping, Pc schwarz. Absturz, nichts geht mehr. Alle Pc’s der Praxis sind lahmgelegt und aus jedem Zimmer kommt eine stöhnende und/oder schimpfende Mitarbeiterin an die Anmeldung. Seltsamerweise macht das Arbeiten so recht wenig Spaß. Zwanzig Minuten Stillstand und Patienten vertrösten. Ohne Pc geht gar nichts.

Früher ging’s auch ohne Computer. Da hatten wir Karteikarten in riesigen Schrankschubladen, nach Alphabet sortiert. Die meiste Zeit hat man mit dem Suchen irgendwelcher Karteikarten verbracht, die waren immer auf mysteriöse Weise verschwunden. Oder die Praxis hatte ein geheimes Bermuda Dreieck, man weiß es nicht.

Der Pc lässt sich gnädigerweise wieder hochfahren und etwas hektisch mach ich die letzten Aufträge für den Fahrer fertig, der gleich kommt.

Tausend Notizzettel flattern um meine Tastatur, alles Dinge, die ich nicht vergessen darf.

12:39 Uhr. Mittagspause ist in Sicht! Ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Ich bin müde und hab Hunger!
Bestände kontrollieren, nachbestellen, aufräumen, auffüllen, abrechnen, nachfordern, eintragen, abhaken. Noch schnell Pipi machen und dann ist es 13 Uhr.


In 10 Min war ich zu Hause, ohne Stau diesmal und mit 3 freien Parkplätzen in meiner Straße, wirklich sehr selten so was. Direkt vor dem Haus zu parken ist fast schon ein Event! Erlebnisparkerei in Bauernfeind!

Ich mach mir den restlichen Rosenkohlauflauf von gestern warm. Das hört sich jetzt nicht so spektakulär an, schmeckt aber echt fein! Außerdem bin ich stolz, dass ich den so gut hingekriegt hab. War das erste mal.



Zum Essen gibt es Unsere kleine Farm, so wie immer. Ich kann schon fast mitsprechen und die Dramen, die sich da abspielen, reißen mich nicht mehr so vom Hocker, aber ich brauch das zum abschalten! Grade als Laura und Almanzo Weihnachtsgeschenke in Mankato einkaufen wollen, dämmere ich auf dem Sofa weg.

Bis mich der Handywecker mit der Titelmelodie von Misfits aus dem Schlaf reißt. Meine Lust, wieder in die Praxis zurück zu fahren, hält sich dezent in Grenzen. Ich brauch eine Dose Energy.

Zum Glück steht der Tuco direkt vor der Tür, erneut weiß ich diesen Luxus zu schätzen und fahr mit REO Speedwaggon im Ohr wieder in die Arbeit.

Eine meiner Ärztinnen hat mir ein Ostergeschenk auf den Schreibtisch gelegt, ist das nicht süß?! 

Voll lieb! Der Nachmittag plätschert so dahin, es ist ruhig und entspannt.
Eben war eine Patientin zum impfen bei mir, die mit Vornamen Rosi heißt. Und mein Kopf sofort: Ja Rosi hat ein Telefon, auch ich hab ihre Nummer schon … lalalaa
Ich war ja mal ganz großer Spider Murphy Gang-Fan! Da war ich so um die 13. Hatte eine Lieblingskassette in meinem walkman und in der Straßenbahn auf dem Weg zur Schule beschallte es mich mit Pfüati Gott Elisabeth und Wer wird denn woana

Mein walkman! Ich hab ihn geliebt! Nie ohne aus dem Haus. War ein klobiges, rotes Ding und dazu orangene Kopfhörer. Außer Spider Murphy Gang gab es da die wildesten Mixtapes! Ich hab eiskalt Madonna mit Pink Floyd, Shakin Stevens, Kajagoogoo und Simon & Garfunkel kombiniert! Ich hab die sogar noch im Keller irgendwo, in den Tiefen des Schranks bei meinem Kullertränchen, den Pumuckl Platten und dem Schlumpfhaus! Der Keller ist vollgestopft mit Erinnerungen und allem möglichen Zeug, da hängt auch meine alte Lederjacke, kiloweise John Sinclair Heftchen, ein Haufen Spielzeug von den Kindern und ein ganzes Regal voller Videokassetten! Ich glaub, wenn wir irgendwann diesen Keller aus irgendeinem Grund ausräumen müssen, haben wir die Arschkarte gezogen!

 


Es ist heute so ruhig in der Praxis, dass es fast schon langweilig ist. Entweder brennt die Hütte und man kommt gar nicht hinterher oder die Leere gähnt einen an.

Noch eine Stunde.

Ich unterhalte mich ein bisschen mit der neuen Kollegin über Kaufhäuser, Kundenfreundlichkeit und die Verrohung diverser Vororte. Sie lässt mich nicht allzu oft zu Wort kommen, also hör ich ihr überwiegend zu. Alles andere hätte keinen Sinn.

Und endlich ist es soweit, 18 Uhr, Pc aus und ab nach Hause!
Aber vorher treffe ich im Treppenhaus noch eine alte Bekannte! Eine ehemalige Kindergarten-Mama, ihr Sohn und meine Tochter waren dicke Freunde! Und da stehen wir und ratschen. Über den Sohn, der nach Frankfurt ging, über Tochter und ihren neuen Job, über die kleinen Geschwister, die studieren oder grade Abi machen. 
Die kleinen Scheisserchen sind erwachsen geworden!


Zu Hause parke ich erstaunlicherweise wieder in meiner Straße, schmeiße im Haus alles von mir, springe in meinen sehr uncoolen Schlabberlook und lass mich aufs Sofa fallen. Feierabend!
Kurze Zeit später wird die Pizza und mein Salat geliefert, es gibt eine Folge "Red Rose" und die neuesten Infos vom Bub. Ich schau ihn mir genau an und staune wieder ein bisschen, wie lang seine Haare mittlerweile geworden sind. Er züchtet sie für das nächste Wacken. 
Ich schreib noch ein bisschen, spiel noch ein bisschen, les noch ein bisschen und schlafe dann ein bisschen ein.

Morgen noch, dann is Urlaub!



Das war er, der absolut spannungslose Donnerstag von Sabine. Danke fürs Lesen!



Sonntag, 26. März 2023

High Five am Sonntag - wild entschlossen

 Dieses Mal ist es wahrlich nicht einfach, aus dieser Woche irgendwas Positives zu filtern! 

Allerdings hab ich mich gegen alle Widrigkeiten erfolgreich gewehrt und hab mich nicht unterkriegen lassen!  Das muss bedeuten, dass ich nicht so schwach bin wie befürchtet. So, damit kann man arbeiten. Ich nehme jetzt all die Stärke, die ich zusammengekratzt habe und finde - verdammt nochmal - irgendwas Positives!!


1. Wenn man krank darniederliegt und auf dem letzten Loch pfeift erschwert es ein bisschen, das Gute daran zu finden. Da hilft nur eins: Es könnte schlimmer sein! Ich hätte mir gleichzeitig das Bein brechen können, der Fernseher hätte kaputtgehen können, was wäre, wenn ich spontan 10 kg zugenommen hätte oder, der Super-GAU, mir hätte der Lesestoff ausgehen können!! Aber, nichts davon ist passiert! So positiv!

2. Ich hab aussergewöhnlich schöne Tulpen hier



3. Die Forsythie und der Mirabellenbaum im Garten blühen um die Wette! In Kombination mit Sonnenschein und blauem Himmel ist das ganz wunderbar anzusehen!


4. Tochter hat uns besucht und sieht wie immer phantastisch aus! Es geht ihr gut und ihr neuer Job ist immer noch ein Volltreffer!

5. Ich hab echt feine Sachen gekocht! Zum Beispiel ein Keto-Gemüse-Auflauf, das Rezept ist aus Pinterest. Oder Räuberfleisch mit Reis, Hähnchen mit Rahm-Karotten-Bohnengemüse und Champignons und Salat dazu. War echt fein! Übers Essen freu ich mich immer wieder


Siehste, geschafft! Irgendwas ist immer positiv. Und sei's nur der feine Cappuccino unterwegs oder der hübsche Buntspecht im Kirschbaum. Ich bin wild entschlossen, immer und überall irgendwas Positives zu finden! Allein aus Selbstschutzgründen. 

Und weil ich mich dann besser fühle!



Samstag, 25. März 2023

Retro Gschicht'n: die Mama

Neulich lief spät abends im TV eine Reihe über die 70er. Und obwohl ich solche Dokus schon oft angeschaut hab, war ich ganz fasziniert dabei. Ich hab meine Kindheit in den 70ern verbracht, und es war eine äußerst glückliche Kindheit! Mama sei Dank, sie hat wirklich alles gegeben, um uns Kindern das Leben so schön wie möglich zu machen. Und das war wirklich eine Meisterleistung!



Alleinerziehend mit Mann, Schwiegermutter, Hund & Job hat sie es geschafft, ein sehr liebevolles Zuhause zu zaubern! Und das ohne Kohle! Das hab ich als Kind natürlich nicht bewusst mitgekriegt. Es war ganz normal, dass wir zu Fuß in die Stadt gelaufen sind. Oder 1x im Jahr ins Kino - als highlight zu Weihnachten. Essen gehen, ebenfalls einmal im Jahr. Zum Hochzeitstag der Eltern in die Waldschänke. Oder zum Wiener Wald. Faschingskostüme wurden selbstgenäht und als Weihnachtsgeschenke getarnt.


hat die besten Geburtstagsfeiern auf die Beine gestellt

Lampenschirme wurden neu umhäkelt und verschenkt


Und immer der leidige Spruch, wenn ich unterwegs ein Eis oder irgendwas haben wollte: "Daheim gibts a Brot".
Wie ich diesen Satz gehasst hab. Ist mir aber nie in den Sinn gekommen, dass Mutti das nicht aus purer Bosheit sagt, sondern weil einfach das Geld nicht gereicht hat.
Meine Mama hat vor uns Kindern nie rumgejammert, was ich bemerkenswert finde! Ich jammer nämlich echt gern rum und drück den Leuten in meiner Umgebung alle möglichen Sorgen aufs Auge, ob sie wollen oder nicht. Mir fehlt wahrscheinlich die nötige Größe und Persönlichkeit, sowas nicht zu tun und stattdessen mit wehendem Cape über den Dingen zu stehen. So wie meine Mama. Ich weiß bis heute nicht, wie sie das geschafft hat!

Mit unfassbar viel Disziplin. So wie der Haushaltsplan, der geschaffen wurde und ohne wenn & aber einzuhalten ist! Mittwochs wird gebügelt! Ich verbinde heute noch den Mittwoch mit einer bügelnden Mama, die dabei "Wumme" im Radio hört. Freitags gibts Pudding zum Mittagessen. Weil Pudding billig ist und den Kindern schmeckt. Ich bezweifle, dass meine Mama besonders scharf auf Pudding war. 
Am Samstag wird Vormittags gewaschen und geputzt, der Papa geht einkaufen. Und dann wird gebadet, einer nach dem anderen. Der Samstag Abend ist geprägt von einer Mama im lila Samthausmantel, die sich am Tisch die Haare eindreht und dabei "Das Haus am Eaton Place" oder "Die Muppetshow" läuft. Das hat sich in mein Unterbewusstsein eingebrannt. Und hat ein Gefühl von wohliger Sicherheit geschaffen. Alles geht seinen Gang, alles läuft wie gewohnt, wie es laufen soll. 
Sonntags geht Mama mit uns in die Kirche, und zwar sehr konsequent. Ich hab eigentlich nie aufgepasst und mir meist die Bilder in meiner Kinderbibel oder die Leute angeschaut. Oder den ewigen Spuckefaden, der sich beim Sprechen im Mund des Pfarrers gebildet hat. Was einen als Kind so fasziniert! 
Als die Kirche endlich aus war, laufen wir voller Hunger nach Hause. Papa hat gekocht. Jede Woche darf sich einer ein Sonntagsessen wünschen, mit der Zeit wollte jeder immer das Gleiche: Mama einen Hackbraten, Waldfeger ein Grillhändl (a Gickerl!), Papa einen Schweinebraten und ich Gulasch mit Nudeln.
Und nach dem Essen darf Mama ein Nickerchen machen. Aber erst liest sie mir was vor, weil ich vorher keine Ruhe gebe. Und dann darf ich Kinderstunde gucken! Black Beauty oder Sesamstraße oder Pan Tau. 
Später hat Mama was mit uns Kindern unternommen, oft mit dem Fahrrad um den See oder mit dem Hund durch den Park. 
Meine Mama seh ich im Geiste immer mit einem knielangen Rock, Feinstrumpfhose und einem gestrickten Oberteil. Und einer blauen Umhängetasche. Sie war immer ordentlich unterwegs, nie nachlässig oder schlampig gekleidet! Sie ist fesch! Hat immer drauf geachtet, was wir auch was vernünftiges anhaben und bestrickt uns mit schönen Sachen. Sie strickt und näht und stopft und flickt. 
Das kann man sich heute garnicht mehr vorstellen, heute wird direkt ein Ersatz gekauft, wenn was kaputt ist. Aber ich hab Mama vor Augen, wie sie Donnerstag Abend im Sessel sitzt und bei "Der große Preis" die Flickwäsche auf dem Schoß hat. Ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, meine Mama jemals tatenlos oder gar faul irgenwo sitzen gesehen zu haben. Wenn ich mir das heute so bewusst mache, schäm ich mich in Grund und Boden. Ich bin niemals so fleißig wie meine Mom!
Ich ahne, dass sie es genossen hat, unter der Föhnhaube mal ein paar Minuten lang ihre Ruhe gehabt zu haben! 
Und mit den Nachbarn hatte sie wirklich versucht, klar zu kommen. Aber das war von Anfang an eher schwierig. Meine Mama kommt aus Niederbayern und landete 1974 mitten in Franken - das passt nicht zusammen. Was muss das für ein Kulturschock gewesen sein! Und der Franke an sich ist jedem neuen Nachbarn gegenüber erstmal ablehnend und grundsätzlich grantig und biestig. Das gilt vor allem für Frauen ü40 in Kittelschürzen. Aber Mama hat sich echt Mühe gegeben, dass wir integriert werden. Zum Einzug hat sie ein Theaterstück mit den Nachbarskindern auf die Beine gestellt, damit Waldfeger und ich Freunde finden. Das war den fränkischen Müttern dermaßen suspekt, dass es knallhart abgelehnt wurde. Nur die Kinder fandens toll, das war die Hauptsache.

Schneewittchen und der seltsame Zwerg


Was meine Mama gern gemacht hat, war Klavier spielen und singen. Im Hans-Sachs-Chor hat sie sich austoben können, zumindest eine Zeitlang. Dann grätschte Vati dazwischen, wie so oft. Er hat ihr wirklich viel vermiest, aber sie hat nie aufgegeben. Sie ist stark wie Superwoman und hat eine Engelsgeduld!
Ich wünschte, sie hätte mehr Rückhalt gehabt. Irgendeine Form von Rückendeckung und Unterstützung. In allen Entscheidungen war sie auf sich gestellt, wobei ihre Erziehung mit den 80ern, in denen ich rebellisch war, leicht kollidiert ist. Ausbaden musste es meine Mama. Ein Ehemann, der sie im Stich lässt, eine Schwiegermutter, die ihr das Leben schwer macht, ein Kind, das pubertiert, fränkische Nachbarn, die sich über den niederbayrischen Akzent lustig machen. Alles anders, als sie es sich vorgestellt hat. Und dann strafft sie die Schultern und macht das Beste draus!

Zu Anfang des Eintrags wollte ich eigentlich bisschen über die 70er schreiben, aber es wurde eine Laudatio über meine Mama wie es scheint! Das überrascht mich selber, aber ich finds gut! Meine Mama hat alle Lobgesänge der Welt verdient!





Freitag, 24. März 2023

Wiedermal ein Freitags Füller!

 Ich finde, ich bin wieder in der Lage, einen Freitagsfüller zu schreiben. Seit heute fühl ich mich besser, die Hustenanfälle töten nicht mehr und ich kann auch wieder geradeaus schauen. Die letzten Wochen war ich daheim, hab versucht, mich zu schonen und auszuruhen. Damit ich nächste Woche wieder arbeiten gehen kann, nichts anderes ist mein Ziel!

Hier ist der Freitags Füller, bitte sehr!




1. Ich weiß genau, gäbe mir jemand jetzt eine Pizza, ich würde die ratzfatz aufessen! Ohne zu zögern! Gut, dass hier keine Pizzagefahr droht, ich wäre zügellos!

2. Es wäre sinnvoll, beim Duschen gleich die Haare mitzuwaschen, ganz einfach, weil's schneller geht. Aber ich bring das nicht über mich, ich muss das auf zweimal aufteilen. Viel zu viel Arbeit!

3. Frühlingsblumen haben es gut, jeder mag sie. Ich hab noch nie jemand getroffen, der angewidert auf eine Wiese voller Krokus und Schneeglöckchen starrt und enttäuscht nach Hause geht!

Jahrestags Tulpen

4. Theoretisch könnte ich mir den Kopf zerbrechen, wohin wir den Schwiegervater zum Geburtstag schicken. Es soll ein toller Ausflug werden. Aber - das ist nicht meine Aufgabe und ich hab keine Lust. Er hat Kinder.

5. Es gibt nebenan einen Kater, der uns ab und zu besucht. Der lässt sich nicht gern streicheln und legt sich in der Wohnung da ab, wo er grade möchte. Es ist immer spannend, wenn wir morgens lüften, ob er reingeflitzt kommt.

6. Leider, und weil ich schwach bin, hab ich mir angewöhnt, jeden Abend zwei Prinzenrolle Kekse zu essen. Ich kann einfach nicht anders! Es ist eine süße Sünde!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Männer von Doris Dörrie, morgen habe ich geplant mein neues Bügeleisen einzuweihen und Sonntag möchte ich lang und ausgiebig ins Bad gehen!


Ich glaube, es ist ganz gut, wenn ich nächste Woche wieder arbeiten gehe. Mir fehlt ein bisschen die Struktur, ich dümpel hier so unkontrolliert vor mich hin und esse viel zu viel. Da muss man was tun!

Schönes Wochenende!



Freitagsfüller powered by Barbara auf scrapimpulse.com

Mittwoch, 22. März 2023

Hottie

 Manche Dinge passieren viel zu schnell und viel zu plötzlich. Ich hab das Gefühl, von einem Schlamassel in den nächsten zu stolpern, zumindest was die Arbeit betrifft. Nicht nur, dass uns ständig irgendwelche Stolpersteine in den Weg gelegt werden, Arbeitsabläufe verschwierigt und gewohnte, etablierte Methoden aus Schwachsinnsgründen umgeworfen werden - der Wechsel der Kollegen macht mir sehr zu schaffen. 

Wir waren ein Team. Ein gutes sogar. Wir haben uns super verstanden, ergänzt und unterstützt. Das Team hat mich dazu bewegt, täglich in die Arbeit zu gehen, denn von Seiten der Verwaltung laufen wir unter "unwürdiges Arbeitervolk". Das lassen sie uns spüren. Wir werden in verlässlicher Regelmäßigkeit niedergestampft und auf keinen Fall ernst genommen. 

Da ist es wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen. Diesen Druck hält man aber nicht lange aus, vor allem, wenn man eine zarte Seele ist. Oder jung und voller Euphorie auf ein erfülltes Arbeitsleben. 

Zuerst ging Kollegin Siebenschön. Sie war eine der seltenen Kolleginnen, die irgendwie in allen Bereichen fit war, ohne zu motzen einfach ihre Arbeit tut und es dabei schafft, ständig zu lächeln und gut gelaunt zu sein. Ein Phänomen, wie ich finde!

Die nächste war Kollegin Maus. Sie ist eine starke Persönlichkeit und hatte nicht vor, sich kleinkriegen zu lassen. Ein verrückter Praxismanager gab den Anlass, die Reißleine zu ziehen und dahin zu gehen, wo man friedlich vor sich hin arbeiten kann.

Dann folgte Kollegin Exi. Der Praxisalltag hat sie niedergemacht, im Laufe der Zeit an der Anmeldung, nach endlosen Diskussionen und Verteidigungsversuchen gegen wütende Patienten hat sie einen Menschenhass entwickelt, der sie an einen Bürojob anderswo getrieben hat. Exi wollte nicht mehr kuschen!

Letzen Winter hat sich Kollegin Missi entschlossen, uns zu verlassen. Sie kam mit 16 als Lehrling, voller Power und Neugier zu uns. Es hat ihr Spaß gemacht, sie ist flink, witzig und so lieb, wie man nur lieb sein kann. Eine ganz Süße, hat Klar-Schiff gemacht wie ein Heinzelmännchen! Und am Ende ihrer Ausbildung hat auch sie die ewigen Dämpfer und Prügel der Verwaltung nicht mehr ertragen. Sie ging und strebt nach Höherem.

Und jetzt, der Super-GAU, hat Kollegin Hottie gekündigt. Das ist ein richtiger Schlag in die Magengrube! Kollegin Hottie ist ungefähr so alt wie ich und hatte diese eine Stelle seit Anbeginn, so loyal muss man erstmal sein! Hottie ist sowas wie ein Teamkleber, sie hält alle zusammen. Zumindest alle, die noch da sind. Sie hat eine Menschlichkeit inne, die selten ist. Hottie kümmert sich um ihre Kolleginnen, macht sich Sorgen und Gedanken, schickt uns konsequent heim, wenn es uns nicht gut geht, nimmt Arbeit ab, wenn es ihrer Meinung nach zuviel für einen ist und hat dabei immer einen Spruch drauf. Sie ist wie eine verbündete große Schwester!  Und vom alten Schlag - wenn einem der Job nicht egal ist und man die Arbeit mit Herzblut macht anstelle bloß nach Vorschrift.

Alle mögen Hottie. Und - Überraschung! - das Management hat auch sie klein gekriegt. Wenn die Gesundheit und die Seele leidet, macht man sich nur selber kaputt. Ist es das wert? Sie hat bestimmt lange überlegt, ob sie das Team verlassen soll. 
Aber nachdem sie immer weniger geworden ist, hat der gesunde Menschenverstand das Kommando übernommen. Wenn du von oben keine Unterstützung kriegst und deine Worte kein Gehör finden, dann gibt es eben nur diesen einen Ausweg: gehen.

Wir müssen auf uns selber aufpassen. Für den Job zu Grunde zu gehen ist keine Option. Es ist so verständlich, so nachvollziehbar. Aber für uns ein herber Schlag voll auf die 12! 

Vor einer Woche hat sie mir eröffnet, dass sie gekündigt hat. Gestern haben wir sie verabschiedet. Mit ein paar kleinen Geschenken. Die ihrer nicht wert sind. Stumm stehe ich da im Kreis der übrigen Kollegen und bin mit der Situation überfordert. 

Auch wenn einem bewusst ist, dass sie gekündigt hat und gehen wird, wenn es dann soweit ist, kann man es nicht so recht verarbeiten.

Und jetzt?

Wir sind jetzt nur noch zwei. Zwei Alte. Kollegin Pinky und ich. Wir haben zwar andere Kollegen zugeteilt bekommen, aber das ist nicht das selbe. Sie arbeiten mit uns, aber halt so, dass die Arbeit erledigt wird. Ein Nutz-Team. Es fehlt diese Verbundenheit. Es fehlt das "na zum Glück hab ich ein tolles Team" denken. 
Mein Fels in der Brandung ist Pinky. Und ich ahne, dass dieser Fels auch irgendwann weggehen wird. Oder eher, dass der Fels abgetragen wird. Es ist ihr nicht zu verdenken, aber dann schwimme ich allein. 
Dann wird es ein Kampf. Durchbeissen bis zur Rente. 
Klingt nach viel Spaß.

Ich mag meine Arbeit. Aber es wird nicht mehr das selbe sein. Meine Mädels fehlen mir.
Und ohne Hottie wird es ein bisschen farbloser. Und kälter. Und doofer.







Samstag, 18. März 2023

28 years later

Grinsend schüttelt mir der Mann die Hand, während wir an der Ampel warten. 

Herzlichen Glückwunsch! Wir haben's weit gebracht! Und ich bin froh, dass wir uns über all die Jahre unsere Romantik behalten haben. 

28 Jahre haben wir als Paar auf dem Buckel. Wahnsinn, das ist doch fast garnicht mehr wahr ..



Damals war der 18.03.95 ein Samstag. Und am Tag zuvor, am Freitag, saß ich mit einer Freundin, ihrem und meinem Freund in einer Kneipe. Eigentlich war sie meine beste Freundin, zumindest für einen Zeitabschnitt. Manche Menschen hat man so lange lieb, bis sie einen übel enttäuschen, dann nicht mehr. Oder nicht mehr lange. Egal. Wie nenn ich sie? 

Innige Freundschaft - trauriges Ende: Ifte ! 

Also Ifte und ich langweilten uns ein bisschen, die Kerle machten den Abend etwas öde und so beschlossen wir, am nächsten Abend alleine loszuziehen. Mädelsabend! Hurra! 
Gute Entscheidung. Eigentlich, wenn ich es mir recht überlege, basiert mein ganzes weiteres Leben auf der glohrreichen Entscheidung, einen Mädelsabend zu starten. Weil die Kerle arschlangweilig waren. Danke, Kerle!

Und so haben wir Gaudi im Pflaumenbaum, einer Spaßkneipe mit kleiner Tanzfläche, vollständig tapeziert mit Schnickschnack und unnötiger Deko, brechend voll und laut. Genau richtig! Verschwitzt vom tanzen und schon etwas angeschickert setzen wir uns an die Bar, die wie ein L geformt und voll von Leuten ist, die sich amüsieren. Von unserem Platz am kurzen L sehen wir zwei Typen am langen L, die zu uns rüberschauen. Und die beiden gefallen uns! Langhaarige Rocker, genau mein Beuteschema! 
Es wird geflirtet, gegrinst, geguckt. Dann beschriften wir einen der Luftballons mit einem Edding und lassen den über die Leute zu den beiden Rockern rüberreichen.
"Hallo Tom & Jerry!"
Wir sind albern und es macht Spaß. Dann beschließen wir zu gehen, wenns am schönsten ist soll man das ja tun und wir laufen an Tom & Jerry vorbei. Während Tom seinen Arm ausstreckt und uns aufhält. Stop!
BÄM! Schicksal beschlossen! Wir laufen gemeinsam los in das obligatorische "noch woanders hin". Tom und Jerry gehen vor, Ifte und ich hinterher. 
Da laufen sie - Cowboystiefel, zerrissene Jeans, Bikerjacke, lange blonde Haare beide. Lässiger Gang.
Ifte und ich schauen uns wortlos grinsend an, ich denke, wir hatten Sternchen in den Augen!
Dieser Abend war lustig und aufregend und spannend!

Wir steigen in Iftes Auto ein und bringen Tom & Jerry nach Hause. Auf der Rückbank mit Tom werd ich ganz klein und schüchtern, der Schutz der lauten Kneipe fehlt. Bevor Jerry dann aussteigt, gibt es einen Abschiedskuss für Ifte. Mit offenem Mund starre ich die beiden an. Und dann, ums Eck, vor Tom's Haus gibt es auch einen Kuss für mich. Von Tom. Mit Herzklopfen!
Er geht ins Haus, ich steig nach vorne um, wir fahren schweigend weg - bis wir um die Ecke gebogen sind. Dann kreischen wir uns gleichzeitig an und flippen ein bisschen im Auto aus!
Wo-hoooo! Was für ein Abend!

Und das war genau heute vor 28 Jahren.

Wir wollten essen gehen, aber ich bin ja krank und verhindere jedes Amüsement. Wir verschieben es. Aber innerlich mach ich mich grade fertig für den besten Mädelsabend aller Zeiten! 

Tom & Jerry



Sommer 1995



Winter 2023



Donnerstag, 16. März 2023

unfähig

 Hi.

Ich wollte bloß mal sagen, dass ich grade so garnichts auf die Reihe kriege.

Nichtmal mauslochen!

Ich liege mit einer fetzen Erkältung darnieder und leide ganz schlimm. 
Das kann keine normale Erkältung sein, das ist eine waschechte Männergrippe!
Ich sags dir!

Sobald die Lebens- und Geschmacksgeister wiedergekehrt sind, schreib ich wieder.

Lebt wohl



Montag, 13. März 2023

High Five vom Sonntag am Montag - meine Güte!

Nachdem ich gestern fast den ganzen Tag unterwegs war und voller Entsetzen das 12von12 viel zu knapp angefangen hab, blieb für das arme "High Five am Sonntag" so gar keine Zeit mehr übrig.

Asche auf mein Haupt.

Dafür sitze ich jetzt hier, reumütig und schuldbewusst, und mach mich an meinen äußerst positiven Wochenrückblick! 

1. Am Montag hab ich es endlich mal geschafft, ein bisschen zu bügeln. Faul wie ich von Natur aus bin, ist das fast schon eine Glanzleistung! Bügeln nervt. Aber zerknitterte Arbeitshemden nerven auch.


2. Die Patienten sind schon manchmal echt süß! So Viele sprechen mich drauf an, dass ich abgenommen hab. Das geht runter wie Honig! Eine Dame hat gemeint, ich hätte sie mit meiner Geschichte selber zum abnehmen animiert, und sie hätte schon 10kg geschafft. Ich find das ganz wunderbar, dass ich sie inspiriert hab! Den ganzen Dienstag war ich gut drauf

3. Wo wir schonmal dabei sind, anzugeben: Ich hab die 70-kg-Grenze gesprengt! BÄÄM! Hätt ich nie gedacht, dass ich mal 70kg abnehmen könnte! Bis zur Erhaltungs-Pause fehlen mir noch 2kg, da kann ich dann endlich mal bissi locker lassen. Und vor allem mit diesem ewigen Kalorienzählen aufhören! 

Halleluja!

4. Der Ausflug nach Erlangen gestern war schön! Erlangen ist überhaupt ganz hübsch, wir haben beschlossen, zukünftig auf Erlangen Erkundungstour zu gehen. Ist ja nur ein halbes Stündchen weg. Auf der Heimfahrt gab es einen absoluten Harmonie-Moment. Es war warm, bequem, Straße frei, schön ruhig mit 80kmh und eine richtig schöne Playlist!

5. Abends beim Griechen nicht nur das am besten gewürzte Gemüse ever gegessen, sondern auch einen Mann dabei, der voll gut gelaunt war! Super Stimmung am Tisch! Das mögen wir!


Das wars. 

Jetzt sammel ich wieder schöne Momente für die nächste Woche. 

Adee!

 

Sonntag, 12. März 2023

12 von 12 - grade mal noch so!

Beinah hätt ich's vergessen, au weia! Grade noch die Kurve gekriegt, beim hemmungslosen herumscrollen im Handy hab ich den 12von12 Beitrag von Manja und ihrem Mamstisch-Blog gesehen. Ach du Schreck, ist heute der zwölfte?? Ich werde nachlässig, der Anfang vom moralischen Verfall! Der körperliche hat püntlich zum 40. Geburtstag eingesetzt.

Zum Glück bin ich handysüchtig und somit mein Gerät immer griffbereit. Da sind ein paar Fotos, die ich jetzt echt gut gebrauchen kann! Nur eins ist geklaut, damit ich nicht so arg dumm dasteh!

Viel Spaß bei meinem 12von12 auf den letzten Drücker!

präsentiert von Caro auf draußen nur Kännchen


Heute ist ja Sonntag. Der Sonntag beginnt bei uns immer mit einem feinen Frühstück, vom Mann mit Liebe vorbereitet. Ganz was besonderes, nicht das mit der Liebe - sondern dass es überhaupt ein Frühstück gibt! Als Kirsche auf dem Sahnehäubchen läuft immer ein Märchen im Hintergrund. Extra für mich. Heute: Die kluge Bauerntochter



Heute fahren wir mit Oma nach Erlangen. Es gibt eine Ausstellung für bemalte Ostereier, die Oma ganz klasse findet. Es sollen Eier jeder denkbaren Größe und Herkunft ausgestellt sein, kunstvoll bemalt und gestaltet. Also eilen wir zu dritt dorthin, um gemeinsam vor verschlossenen Türen zu stehen. Wann die Ausstellung tatsächlich stattfindet - man weiß es nicht!



Aber enttäuscht sind wir nicht, wie Stehaufmännchen straffen wir die Schultern und spazieren im Nieselregen durch Erlanges süße Gässchen. Dann krieg ich einen Chappuchino in Anna's Bistro. Was ganz cool ist, die Cafebar ist ziemlich lässig - mit integriertem Billardtisch! Selten geworden.

(das geklaute Bild)




Die Fahrt hat Spaß gemacht! In meiner Playlist gibt es einen Ordner, der heißt "Landstrassenmusik" und trotzdem wir auf der Autobahn unterwegs waren, lief die Playlist und vertrömte Harmonie. Wir waren kollektiv entspannt! 

Up, up and away

Wieder zu Hause ein Päuschen. Um 19 Uhr war der Tisch reserviert. Samstag morgen schon wurde beschlossen, dass wir Sonntag Abend keine Lust zum kochen haben. Wir sind so vorausschauend!






Später gabs zu Haus noch ein bisschen Nostalgie. "Das war dann mal weg" auf ZDF neo zeigt die Kittelschürze! Kennste noch? Ausschließlich alle Mamas und Omas trugen damals Kittelschürze! Sehr praktisch - und ich bin heilfroh, dass dieser Kelch an mir vorbeiging!



Übrigens - nach Monaten voller Jammer und Elend, weil ich so schlimmern Haarausfall hatte hab ich festgestellt, dass mir lauter feine "Babyhaare" wachsen! Hurra! Schau, da kommt bald ein Pony! Sieht du's ?



So. Da hab ich es doch noch geschafft, mein 12von12! Danke fürs Lesen! Chiao!

Samstag, 11. März 2023

Happy Blognacht too youuu!

Und schon sind wieder 4 Wochen vorbei! Scha-wupp! Ich weiß das deshalb so genau, weil ich hier zu meinem festen 4-Wochen-Termin sitze und mich freue! Ja es ist wieder soweit, heute findet die Blognacht statt! Find ich super, wie man vielleicht schon mal gemerkt hat!

Es ist wirklich so, wie uns Anna eben erzählt hat: Manchmal kriegt man nichts auf die Reihe, was in einen ordentlichen Blog gehört. Man wünscht sich tolle Beiträge, kriegt aber den Bloggerpopo nicht hoch! Weil einen der Alltag auffrisst, die Augen ständig zufallen oder der Gipfel der Feierabendgestaltung nur darin besteht, stupide auf irgendeine Netflix-Serie zu starren. So wie ich. Seit ein paar Tagen lassen meine Fähigkeiten zur Freizeitgestaltung wirklich zu wünschen übrig! Vielleicht bin ich im Winterschlaf-Modus? Eigentlich will ich nur irgendwo sitzen und gucken. Auf einen Fernseher oder in ein Buch, da bin ich variabel. Aber das wars dann auch schon.

Und jetzt, jetzt ist Blognacht. Dafür hab ich meine Serie knallhart unterbrochen und mit einer Handvoll Bonbons ins Schlafzimmer gezogen, weil da der alte Pc steht. Weil das ein fester Termin ist und in meinem Kalender in Stein gemeisselt! Basta!

Jetzt wird hier nicht gestarrt, jetzt wirds kreativ! Jawoll!

Anna hat uns den Impuls gegeben, heute wird's extrem positiv!


Das macht mich glücklich


Und Zack, hab ich einen Hänger! Was ist denn los hier, seit Tagen krieg ich nix Gescheites aufgeschrieben .. das macht mich schon mal garnicht glücklich.

Bei dem Wort "glücklich" muss ich sofort unweigerlich an meine Freundin von damals denken. Sie war der Typ "everybodys darling", irgendwie sind fast alle Jungs auf sie abgefahren. Klein und dünn und süß. Aber Darling hatte eine etwas anstrengende Art, zumindest für mich. Weil sie ständig über das Leben im Besonderen und das Glücklichsein im Allgemeinen reden und diskutieren wollte. Gerne in den unmöglichsten Momenten. Etwa auf der Tanzfläche einer Hardrockkneipe. Oder während einem Festival im Gedränge der hüpfenden Fans. Oder auf einer richtig guten, lustigen Party. Dann ploppte sie  neben mir auf und fixierte mich. "Sabine, bist du glücklich? Ich mein, so richtig?! Liebst du dein Leben so wie es ist?"
Ach nöö echt jetzt? Es läuft Guns N'Roses und ich will jetzt nicht übers Leben philosophieren! Mann!

Darling war ein bisschen nervig. Vielleicht ist das deswegen einfach nicht mein Thema. Das mit dem glücklich sein. Oder aber weil mir das zu .. ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, es ist mir zu rosa? Zu tiefgründig? Zu unerreichbar?

Glücklich ist für mich jemand, der keine Sorgen hat. Wo es nichts zu meckern gibt und alles, wirklich alles so läuft wie es laufen soll. So wie gewünscht.

Gibt es so jemanden? Irgendwas ist doch immer

Ich sag lieber happy statt glücklich. Das kling nicht so tiefgründig und viel lockerer. Obwohl es das selbe bedeutet aber es klingt besser. Ich mag das lieber.

Also, jetzt komm mal zu Potte, hier!  

Das macht mich happy

Vor langer Zeit hab ich mal beschlossen, mich von einem Ereignis zum anderen zu hangeln. Mir lauter kleine Ziele und Stationen im Alltag zu setzen. Damit ich mich über Kleinigkeiten freuen kann. Also wirklich Kleinigkeiten! Wie ein Feierabend zum Beispiel. Oder ein feines Abendessen. Oder ein Lied im Radio. Sowas.

Lied im Radio! Klasse Stichwort! Immer wieder erwischt es mich, dieses Feeling, das kommt, wenn irgendwo ein gutes Lied läuft. Idealerweise bin ich dann allein, da kann ich am besten ausflippen. Im Auto zum Beispiel, oder beim Kochen. Geht eh nur mit Musik und machmal überkommt mich so eine Woge des Glücks, wenn es der richtige song ist! Wie unsere Katze damals, die einmal am Tag "ihre 5 Minuten" hatte. Grundloses Ausrasten. Und in diesem Moment, der leider nicht lange dauert, da passt einfach alles! Da gibt es nichts negatives, nichts zu motzen und kein Problem weit und breit – da bin nur ich und das tolle Lied! Gut, dass mich im Auto keiner hören kann!

Aber erst vor kurzem hatte ich einen echten Glücksmoment! Der Mann hatte mich überraschend nach Berlin geschafft, die letzte Vorstellung Ku'damm 56 gucken. Und das hat mich so ergriffen, dass sogar ein paar Tränchen kamen vor lauter Glück! In diesem Theater zu sitzen, zu wissen, dass es gleich losgeht und der Mann neben mir grinsend meine Hand hält – das war der perfekte Moment! Und dann geht das Licht aus und das erste Lied donnert uns um die Ohren! Der Bass geht bis in den Magen und für eine Sekunde bleibt mir sogar die Luft weg!

Happy Sabine!


Um mich happy zu kriegen braucht es eigentlich nicht so arg viel. Gut, eine Reise nach Berlin mit dem besten Musical aller Zeiten, das hat schon was. Gehört aber eher in den Olymp der Glücksmomente der Sabine B.

Ebenso die Nachricht, schwanger zu sein und die dazugehörigen Geburten natürlich. Der Heiratsantrag. Die Hochzeit. Abschlussprüfung bestanden. Sowas. Das sind VIP-Glücksmomente de luxe

Um mal kleinere Brötchen zu backen, gestern hat mir der Mann einen Bissen seiner unfassbar guten Pizza angeboten. Ich darf keine Pizza. Also keine ganze. Aber dieser Biss, das war Glück mit Käse überbacken! Erstmal dran riechen, tief inhalieren, und dann die Augen schließen und reinbeissen! O mann, da gingen kurz die Lichter aus bei mir!

Ich muss dazu sagen, dass ich seit über einem Jahr Diät mache und mich sowas wie ein Pizza-Biss, drei Zentimeter Wiener Würstchen oder eine Pommes in höhere Sphären der Glückseligkeit manövrieren! Das ist sehr erstaunlich. Früher war das nicht so, da wars einfach normal, so feine Sachen zu essen. Jetzt darf ich nicht mehr, jetzt ist es Genuss pur!


Eine Patientin kam heute morgen in mein fensterloses Labor und meinte, sie wolle sich bei mir bedanken. Sie sei mir so unendlich dankbar, sagt sie. Wofür denn bloß?Und sie sagt, dass ich sie inpiriert hätte, selber abzunehmen. Wow! Ja, meint sie, das Prinzip Kalorien zählen in Kombi mit Intervallfasten funktioniert, sie hätte schon 10 Kilo weggekriegt und auf einmal passen die Hosen wieder! Sie muss nicht mehr um ihr Leben kämpfen, wenn sie eine Treppe hochläuft und kann sich das Straßencafe nach Belieben aussuchen und nicht mehr nach Stuhlgröße. Sie war so begeistert! Ist das nicht wunderbar? Und ich hätte sie inspiriert! Das hat mich so sehr gefreut, da war ich echt gerührt. Und ein bisschen stolz. Und happy! Viele Patienten sprechen mich drauf an, dass ich mich ziemlich verändert hätte, das geht runter wie Honig! Hoffentlich kommt das jetzt nicht recht selbstverliebt rüber, es macht mich einfach froh, wenn die Leute mir so was nettes sagen.

Obwohl ich echt nicht gern im Mittelpunkt steh. Viel zuviel Aufmerksamkeit. Mit Komplimenten kann ich nicht so arg gut umgehen. Das war früher einfacher. Was hat mich früher happy gemacht? Die richtigen Leute, die richtige Musik im richtigen Laden. Und niemand neben mir, der mich vollquatscht ob ich denn auch ja glücklich und zufrieden sei. 

Es gibt da ein prägendes Erlebnis in der Tanzschule damals. Laaang ist's her. Der Tanzlehrer wollte der Gruppe, in der ich ausgeholfen hab, den Wiener Walzer erklären und zieht mich zum vortanzen in die Mitte vor alle Leute. Erstmal hochrot im Gesicht werden. Aber er ließ mir keine Chance zu überlegen, ob ich mich das trau. Er legte einfach los. So. Hast du schonmal mit jemanden, dessen Beruf es ist, zu tanzen, einen Walzer vorgeführt? Das war so ein starker Tanzpartner, da musste garnichts können, da fliegste einfach so übers Parkett! Das war so unheimlich gut, da träum ich heut noch davon! Ich musste mich danach hinsetzen und atmen. Ich hätte schwören können, ich hatte Herzchen in den Augen! 

Das macht mich happy, aber holla!



Gerade eben war erste Halbzeit in der Blognacht. Da unterhalten wir uns kurz, wie es denn so läuft. Einige schreiben, dass es das Schreiben an sich ist, was glücklich macht. Oder philosophieren, was Glück eigentlich bedeutet. Wäre vielleicht etwas professioneller, als von fröhlichen Patientinnen und starken Tanzlehrern zu erzählen. Aber jetzt grübel ich. Ehrlich, ich hab keine Ahnung, ob mich das Schreiben glücklich macht. Ich schreibe voll gern, also wenn ich nicht grade eine Flaute hab, und oft mag ich das auch, was ich da geschrieben hab. Wenn ich den Text gut finde und die Bilder gut getroffen, dann macht es echt Spaß, das Ding zu veröffentlichen! Ich krieg nicht viel feedback, aber ich weiß, dass Teile meiner Familie das Mausloch lesen, und das ist super! Da kommt auch oft was zurück und DAS macht mich richtig happy!

Familie. Ich hab sie so lieb! Alle miteinander! Da gibt es so viel! Als sie Babys waren, frisch geschlüpft, da hat sich der Freudentaumel mit immenser Unsicherheit und Schlafmangel vermischt, das war eineziemlich seltsame Kombi. Mit Kindern haste so viele Momente, wo du vor Glück und Liebe platzen könntest! Vor allem so im Rückblick, wenn man sich an die viele Arbeit, die Belastung und die Sorgen nicht mehr erinnert. Konsequent. Da hab ich fröhlich lachende Kinder vor Augen, das reicht mir schon zum happy sein. 

Die Oma, die so verliebt in ihre Enkel ist und aufblüht, wenn sie aufeinandertreffen. Und wie sie sich gefreut hat über ihr Fotobuch zum runden Geburtstag "80 Gründe, warum Ingrid eine tolle Frau ist". Waldfeger, die so aufgeregt ist, weil sie mit meiner Lieblingsnichte in ihrem Wohlfühlort an der Nordsee Urlaub machen kann. Die Tochter, die mir glücklich von ihrer tollen neuen Arbeitsstelle erzählt. Der Bub, der mit seiner Fee so happy ist. Die sind so süß, die beiden!

Die Fee, wie sie lacht. Das reicht schon, dieses fröhliche Gelächter, das durchs ganze Haus zieht, da hellt sich die Stimmung bei mir direkt um einige Stufen auf! Und Fee lacht viel! Der Mann, wenn er voller Begeisterung etwas erzählt und mir süße whats app Nachrichten schickt. 

Als Tochter noch klein war, im Buggyalter, war ich mit ihr auf Kur im Allgäu. Waldfeger und die Lieblingsnichte waren auch dabei. An einem heißen Tag sprudelte eine kleine Wasserfontaine aus dem Hydranten auf dem Platz vor dem Haus. Die beiden Mädchen hüpften und quietschten vor Freude um diesen Wasserstrahl herum. Beide mit Zöpfen und Kleidchen, total ausgelassen und glücklich, das war so niedlich! Wir Mamas versuchten, diesen perfekten Moment für immer zu archivieren! 

Wenn man es richtig anstellt, gibt es ständig irgendwas, was einen glücklich machen kann.

Der Tag ist voll davon. Wie so winzige Kleeblätter, die man nur aufheben muss. Sind überall! Und wenn ich mich nur abends ins frische Bett einkuschel und mein tolles Buch in die Hand nehme – das sind wunderbare Momente. Ich versuche wirklich, mir sowas bewusst zu machen, damit sie nicht unbemerkt wieder verschwinden!


Und nächste Woche gibts wieder einen Bissen Pizza!


Hurra!



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Cute Rat