Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Sonntag, 15. Mai 2022

ein nostalgisch angehauchtes high five

 Und hier bin ich wieder für den äußerst positiven Wochenrückblick!



Mein high five gegen negative Gedanken und düstere Prognosen. Positives aus dem Alltag zu filtern ist meine Natur, deswegen gibt es jetzt hier 5x Schönes, um jedes Heulen und Zähneknischen im Keim zu ersticken! Wohl an!

1. Es gab diese Woche ein angenehmes Arbeitsklima. Ohne Stress. 

2. Ich hab gut durchgehalten diese Woche! Bis auf 4 Rigatoni und 1 Ministück Mohnkuchen. Bin gespannt, wie die Waage das morgen findet.

3. Wir haben am Mittwoch die restlichen Plakate aufgehängt, jetzt ist das endlich erledigt

4. Gestern war ein richtig guter Tag, von Anfang bis Ende! Ich war fit, gut drauf und die Zeit allein mit dem Mann war richtig schön! Sogar beim Horrorfilm am Abend!

5. Heute einen wunderschönen Nachmittag im Hummelsteiner Biergarten verbracht! Zufällig die Tochter mit dem TOLO getroffen, das war witzig! Wir saßen halt eine Stunde lang unbemerkt fast nebeneinander! Und dann noch viel Zeit mit Oma und Waldfeger in nostalgischen Gedanken und Erinnerungen verbracht. War schön!!

Hier sind ein paar Fotos von unserem nostalgischen Anfall:


das Hummelsteiner Schlösschen war mal ein Herrensitz, 1501 erbaut. 
Heute ist da ein umweltpädagogisches Zentrum drin, soviel ich weiß


in herrlicher Kinderspielplatz! Da bin ich auch schon rumgesaust - 
ist ca 40 Jahre her







viel kleine Wege führen überallhin!
Leider wurde ein großer Teil des Parks einer Kita geopfert.Früher war der vordere Teil
ein Schulgarten mit vielen Beeten und Namen-Tafeln. Es gab einen Springbrunnen
und einen Froschteich. Dieser existiert zwar noch,
aber hinter einem der vielen Bauzäune, die aufgestellt wurden.
Ist unter anderem als Schutz gedacht,
wegen der vielen, uralten Bäume!


Wir haben unser altes Wohnhaus gesehen, den ehemaligen Tante-Emma-Laden, die alte Schule. Es hat sich so viel verändert! Die Kirche mit dem Kindergarten, in dem Waldfeger die erste Stelle gefunden hat, all die Häuser und Plätze, die heute ganz anders aussehen als früher. Klar, ist ja eine normale Entwicklung, alles ist ständig in Bewegung.
Aber wir haben da ein wenig Schwierigkeiten, diese vielen Veränderungen zu akzeptieren! Am liebsten wäre es mir, alles würde so bleiben, wie es war. Auch wenn ich garnicht mehr hingehe oder nichts mehr damit zu tun habe. 
Davon werde ich mich mir hoher Wahrscheinlichkeit nie mehr lösen können!
Hach - ja!






Donnerstag, 12. Mai 2022

12von12 an einem langweiligen Donnerstag

 Servus und herzlich Willkommen zu einem neuen


Diesmal hab ich mir echt Mühe gegeben, den Termin nicht zu verpassen! Ich lass mich ja gern mal treiben und vergess alles Mögliche - aber heute hab ich dran gedacht! Das ist schön.

Der Tag hält eigentlich keine großartigen Momente bereit, es ist ein stinknormaler Donnerstag voller Arbeit und herzlich wenig Exotic. Trotzdem macht man Fotos und versucht, das Spannenste aus dem langweiligen Donnerstag zu holen.

Es beginnt aber nicht um 6:14 Uhr, da steh ich nur auf. Es beginnt um 1:25 Uhr und um 3:15 Uhr und dann beginnt es noch um 4:21 Uhr - ich schlafe richtig schlecht. Aus irgendeinem Grund. Mir tut alles weh. Ich muss mich entscheiden, ob mein Alter oder das unterfüllte Wasserbett dran schuld ist.


Es hilft nichts, ich muss raus. Wenigstens wird heute nicht so fürchterlich warm wie gestern. Nicht auszuhalten! Ich werd den Tag schon packen. Können wir das schaffen? Ja wir .. ! Glaub ich


zum Glück spricht mich niemand an. Manche fangen ja schon beim ersten Blinzeln im Bett an zu babbeln. Nicht meine Welt. Sprich nicht mit mir, schau mich nicht an und atme nicht in meiner Nähe vor dem ersten Kaffee! 

In der Praxis erstmal testen. Zweimal die Woche.Routine.
Und dann gehts los. Blutabnahmen, Spritzen. Impfungen. Und zwar ununterbrochen! 
Heute sind viele wütende und streitlustige Patienten da. Endlose Diskussionen und wütendes Geschrei. Wir lieben Besserwisser sehr. 





Um 13 Uhr endlich Mittagspause. Schnell zum Auto, schnell heimfahren und besonders schnell aufs Sofa! Vorher bisschen was essen - den Rest von gestern (Gemüse mit Gemüse) und dann die müden Knochen auf die Couch packen! 
Dazu begleitet mich eine Folge von Unsere kleine Farm. Zum wegpennen.



Gut oder viel geschlafen hab ich aber auch nicht. Was ist los?
Und dann kam die Nachbarskatze rein. Der Kater hat uns als zweit- oder Drittfamilie rekrutiert und besucht uns jeden Tag. Er kam reingehuscht, rollt sich auf dem Kissen zusammen und pennt weg. 
Viertel nach drei ist's höchste Eisenbahn für mich, zurück in die Praxis zu fahren. Aber die Katze macht keine Anstalten, zu verschwinden. Ich kann ja nicht die Tür sperrangelweit auflassen, wenn niemand zu Hause ist. Außer der Katze.
Ich bring es nicht über mich, den Besuch rauszuwerfen und rufe, leicht verzweifelt, bei den Kollegen an. Leute, ich krieg die Nachbarskatze nicht raus hier! Komm später.
Zum Glück kommt der Bub, dem drück ich den Kater aufs Auge -  und bin weg.

Und in der Arbeit geht der Spaß weiter. Spritzen, Impfungen und ein Haufen Papierkram.
Eingefangen in einer Blase aus Ziffern, Diagnosen, Plänen, Abrechnung und Ordnern harre ich tapfer aus, bis endlich jemand Feierabend ruft! 







Feierabend !!

Ab nach Hause ohne Pause! Heute ist Donnerstag, das heißt, wenn ich den ganzen langen Tag äußerlich unbeschadet überstanden hab, gibts den feinsten Salat der Welt vom Pizzafritzen!
Und das ist Heute! Hurra!

Danke für's lesen und dabei sein!



12von12 powered by draussennurkaennchen.blogspot.com 










Dienstag, 10. Mai 2022

der alte Hut

 So anstrengend der Vormittag war, so entspannt ist der Nachmittag.

Praxis, Deutschland, 17 Uhr: die Angestellte isst Erdbeeren!
Gerade  befindet sich kein Patient und somit keine Arbeit in Reichweite, alle Infoblätter sind sorgsam abgeheftet, die Möbelflächen ordnungsgemäß geputzt und all die Ziffern, Diagnosen und Therapien wurden eingetragen und abgerechnet.
Zeit fürs Mausloch!
Vormittags dachte ich ernsthaft, ich pack den Tag nicht. Und das nicht ohne schlechtem Gewissen, ich weiß genau, warum mir so flau war.
Flau und übel und schwindelig. Und warum? Weil ich es selbst in meinem hohen Alter noch nicht auf die Reihe krieg, rechtzeitig ins Bett zu gehen!
Es war schon halb eins, ich kann mir noch nicht so recht erklären, wie das kam. Was war passiert?
Das übliche: Netflix, Instagram, ein Salzkeks.
Und dann, als ich endlich im Bett liege, natürlich, das Buch will weitergelesen werden. Ohne lesen geht nicht. Und selbstverständlich fallen mir nicht so wie immer nach 4 Sätzen die Augen zu, nein, diesmal hätte ich ganze Kapitel lesen können!
Schuldbewusst lege ich das Buch irgendwann weg und versuche, zu schlafen. Wobei es beim Versuch bleiben wird, ständig wache ich auf.
Einmal weil mir die Hüfte wehtut wie Hölle! Ich hab am Samstag mein Wasserbett mit vier Litern aufgefüllt,  um schlimmere Verletzungen zu vermeiden.
Auf Planken zu schlafen ist jetzt nicht so schön, wie es sich anhört.
War wohl zu wenig Sprit. Also weiter wässern.
Dann hab ich irgendein Geräusch gehört. Dann musste ich ins Bad. Dann hab ich von Zombies geträumt, mein Versteck im Schrank ist aufgeflogen und ich musste rennen. Da wacht man meistens auf. Und dann, einmal kurz geblinzelt, Zack 6 Uhr. Aufstehen! Arbeitstag!
Hurra.
 
Bin gespannt. Wahrscheinlich bin ich weiterhin müde bis, tjaa so ca 21:30 Uhr, und dann "Bling" - wach!
 
- to be continued




Samstag, 7. Mai 2022

Blognacht #8

Im Handumdrehen ist ein ganzer Monat vorbei!
Das merke ich daran, dass ich “schon wieder” hier sitze und mich mitten in der #Blognacht befinde! 

Jaa es ist wieder Blognacht!

Es ist Freitagabend, die blaue Stunde ist gerade vorbei , draußen schreit eine Amsel die Nachbarschaft an und ich überlege schon wieder fieberhaft, was ich schreiben könnte! Es sind diesmal 13 Teilnehmer dabei und Anna hat uns gerade unseren Impuls gegeben:

Darüber muss ich immer wieder lachen

Hui!! Da öffnet sich mir eine ganze Palette an Möglichkeiten! Vorhin im Vorgespräch mit den Mitschreibern auf Zoom wurde festgestellt, dass man im Laufe der Lebensjahre, die vorbeiziehen, viele verschiedene Stadien von Humor durchläuft. Natürlich immer vorausgesetzt, Humor ist überhaupt vorhanden! Das setze ich jetzt hoffnungsvoll voraus.



Kinderhumor ist eine Welt für sich. Da brauchst du bloß mal Pupukakka sagen und die meisten Kinder schmeißen sich weg vor lachen! Wenn jemand ein “Pupsgesicht” ist, sorgt er automatisch für allgemeine Erheiterung im Kindergarten. Fäkalhumor nennen das Fachleute. Zum Glück geht das vorbei - irgendwann.

Für meine Kinder war Mr Bean der Renner! Wir hatten einige Videokassetten (!) im Schrank, die wir ziemlich oft angeguckt haben. Ich mag Mr Bean auch. Meine erste Begegnung mit der Figur war im Kino, als die Szene mit dem königlichen Empfang als Werbe-Vorfilm lief. Ich hab mich weggeschmissen, so genial fand ich das!

Als Kind war ich in den 70ern noch nicht so vielen Einflüssen ausgesetzt, und wenn man noch nicht soviel kennt, sind die Ansprüche auch nicht allzu hoch. Otto war toll! Das Bühnenprogramm! Als er von einem Eck zum anderen gefegt ist in Otto-typischer Hektik, das war genial! Erinnerst du dich an Keili, die Seife, die überall hinkommt? Oder Englisch für Fortgeschrittene - english for runnaways! Harry Hirsch, der rasende Reporter oder

 “Angeklagter, Ihnen wird zur Last gelecht, sie hätten einen Ast zersächt, der hat dann den Gast erlecht, als der sich mit dem Quast gepflecht!” 

Aber den Abschuss hat der menschliche Körper geliefert, das Wunder des Ärgerns:: Großhirn an Faust: ballen! Milz an Großhirn, soll ich mich auch ballen? Ich hab Tränen gelacht! Wenn ich ehrlich bin, dann erreicht mich das heute noch! Man muss nur ein paar Jahre aussetzen, wenn man sich das Video dann wieder anschaut, ist es wieder echt gut!




Eine zeitlang mochte ich Klamauk total gerne! Beginnend mit “Väter der Klamotte”, das ich mir als Kind mit meinem Vater angeschaut hab. Diese uralte schwarz-weiß-Serie, meist als Stummfilmschnipsel. Parallel dazu natürlich Stan&Oli als Dick und Doof.

Kinderserien wie Bugs Bunny, Pluto, Paulchen Panther und Catweazle! Was hab ich über Catweazle gelacht!! Der erreicht mich heute absolut nicht mehr. Genauso wie Luis de Funes und Didi Hallervorden, das geht einfach nicht mehr. Damals der Renner aber! Palim-Palim! In den 80ern haben wir einen Videorekorder bekommen. Video 2000. Was für ein technischer Triumph im Hause Bergbauer! Der erste Film, den wir aufgezeichnet haben, war ein Western. Dann haben wir die Bildsuchlauf-Taste ausprobiert und eine Gruppe Cowboys im Zeitraffer rückwärts reiten lassen. Zum allerersten Mal im Leben so eine Szene gesehen und die ganze Familie bricht fast zusammen vor lachen! Ich erinner mich so gut! Mein Papa hat Tränen gelacht!


Klamauk waren auch Filme wie “Die nackte Kanone” oder “Police academy”. Der ganze Kinosaal hat diese Filme gefeiert! Dann kam “Zurück in die Zukunft” in die Kinos, das war wieder ein ganz anderer Humor, der bei mir voll ins Schwarze getroffen hat! Genauso wie die Monty Python Filme! “Das Leben des Brian” oder “Ein Fisch Namens Wanda”. Einige Szenen aus “Die Ritter der Kokosnuss” auch, aber nicht alle. Ich mochte Eddie Murphy und Tom Hanks (“Geschenkt ist noch zu teuer” oder “Meine teuflischen Nachbarn”) Irgendwie war das noch ein ganz unschuldiger Humor, unbeeinflusst von social media oder übertrieben gesteigerten Ansprüchen, weil man schon so viel gesehen hat. Vieles von früher, das ich damals genial fand, ist heute ein eher alter Hut für mich. Mein Humor hat sich geändert - oder ich selber! Durch die vielen Einflüsse und Bilder, die mich überall erreichen, verändert sich auch mein Anspruch auf Witz.


Ist wahrscheinlich normal, mit zunehmendem Alter nimmt auch der Anspruch zu. Also bei den meisten wahrscheinlich - bei manchen nicht. Da bleibt der Humor so flach wie die Witze, die gelegentlich gerissen werden. Das weiß ich wiederum aus der Praxis, manche Patienten lassen es echt krachen! Immer wieder werden mir irgendwelche “Alt-Herren-Witze” um die Ohren gehaut, da musste dann Profi sein und das Gesicht wahren. Ha-ha ja so witzig…. !

Was ich richtig lustig finde, also was mein aktueller Geschmack ist in der Machart der Serien “Big Bang Theory”, “Shameless”, “Working Moms” oder “The middle” zu finden! Die bringen mich garantiert zum lachen - leider hab ich alle schon fertig geguckt, das erste Mal ist halt immer was Besonderes! Auch Filme gibts, die mich richtig gut amüsieren, zB “DeadPool”, “21 Jumpstreet” oder “Wir sind die Millers”. Das trifft meinen Humor absolut! Oder Pixar Filme - “Rapunzel” liebe ich, “Toy story” und “Ratatouille”! Vielleicht ist es eher feiner Humor, der bei mir ankommt. Oder schwarzer Humor! Auf jeden Fall trockener!

 Vielleicht ist es aber auch einfach nur wichtig, dass man sich drauf einlässt und nicht allzu kritisch an die Sache ran geht! So unbelastet und unvoreingenommen wie damals, als man Klimbim oder Nonstop Nonsens super fand! Man tut sich selber keinen Gefallen, wenn man die Dinge zu ernst nimmt. Reels ist da so ein Stichwort. Reels auf Instagram. Viele regen mich auf oder langweilen mich, wenn es zB um Gesichtsfilter geht oder anderes, was einen wunderschön und extrem unnatürlich machen soll. Viele dagegen kommen richtig gut bei mir an! Leider viel zu oft bleib ich an diesen Reels hängen und vergesse die Zeit - da bin ich aber nicht alleine mit dem Problem, stimmts? Und Tiervideos gehen immer!

Da sind dann auch noch Comedians, die ich super finde und die mich mit Leichtigkeit zum lachen bringen! Kayar Yanar gehört dazu, Anke Engelke, Martina Hill, Carolin Kebekus und Mirja Boes. Ich bin ein absoluter Fan von Hape Kerkeling und Loriot!

Hape Kerkeling hat mich fasziniert, weil er sich so viel getraut hat. Er hat die Leute reingelegt mit seinen vielen Verkleidungen, es ist herrlich! Und das Bühnenprogramm find ich auch genial! Evje van Dampen ist eine seiner Figuren und die Durchsage auf dem Petersplatz, die die internationalen Gläubigen zur gemeinsamen  Andacht mit dem Papst einlädt, ist legendär!


Dann wären da natürlich noch Bücher! Hast du schonmal Jan Weiler gelesen? Das Pubertier? Nicht nur kenn ich mich in den Geschichten wieder, ich liebe die Art, wie es geschrieben ist! Etwas trocken und sehr unaufdringlich! Nichts ist schlimmer, als Hau-drauf-Humor. (der Film war übrigens furchtbar!) Der Schreibstil von Torsten Sträter fängt mich auch ein, genauso wie die Texte von Renate Bergmann und das Buch “Herr Müller, die verrückte Katze und Gott” von Ewald Arenz. Selten musste ich über ein Buch so sehr lachen!
Ich wünschte, ich könnte in diesem Stil schreiben. Manchmal finde ich meine Texte im Mausloch ganz gelungen und muss selber schmunzeln. Klappt bloß nicht immer. Ab und zu komm ich mir vor wie damals in der Klasse: "So Hefte raus, jeder schreibt mir jetzt sein schönstes Ferienerlebnis!" (hörst du das allgemeine Aufstöhnen?)

Natürlich könnte ich jetzt unendlich weiter nach Filmen und Büchern suchen und aufzählen, was ich alles gut finde. Aber das langweilt nicht nur alle, das artet in Recherche und Arbeit aus. Und wer braucht es? Niemand. 
Wenn ich mal so ganz ehrlich in mich hineinhorche, die Momente, in denen ich vor lachen beinah zusammengebrochen  wäre und echt schnell auf Toilette rennen musste, bevor ich für nichts mehr garantieren kann - da waren jedesmal meine beiden Kinder der Auslöser! Die beiden haben einen phantastischen Humor! Ein bisschen geprägt von mir, da bin ich mir sicher, aber überwiegend haben die zwei eine eigene Art entwickelt, da hast du keine Chance, ernst zu bleiben! Herrlich trockener Humor und eine Albernheit, die mich jedes mal und wirklich immer punktgenau abholt, egal wo ich gedanklich grade bin! Ich werde jetzt nicht den Fehler machen und versuchen, zu zitieren. Das kann nur schiefgehen! Das ist wie Pointe erklären - killt jeden Joke! Aber die Situationskomik meiner Kinder überschattet alles, was ich bisher aufgelistet hab in diesem Beitrag! 
Sie sind beide ü20, eins wohnt noch daheim, das andere Kind ist schon selbständig. Als beide noch zu Hause waren, absolut tiefenentspannt, brach diese Albernheit manchmal ohne Vorwarnung aus und riss mich jedesmal mit! Aussichtslos, sich zur Wehr zu setzen! Aber das wollte ich auch garnicht, ich lass mich so gern von den beiden mitreißen und genieße jeden Spruch, jeden Kommentar und alles, was die beiden so raushauen!

Ohne Gegenwehr




#blognacht powered by Anna Koschinski



Freitag, 6. Mai 2022

Der illegale Freitagsfüller

 Also ich weiß ja nicht, woran es liegt - aber in der Praxis ist grade absolut nichts los! Es kommen so wenig Patienten und machen so wenig Arbeit, dass ich einen Großteil der Zeit einfach nur dumm rumsitze und planlos auf meinem Drehstuhl durchs Labor wirble.

Beste Gelegenheit, Mauslocheinträge zu schreiben! Bezahltes bloggen, quasi. Klasse! ich weiß, die Idee ist nicht so neu wie ich vielleicht denke, aber für mich schon.

Hier ist mein (illegal geschriebener) Freitagsfüller!


  1. Ich hätte … so gern die Energie eines 4jährigen! Was ich alles tun könnte! Ständig würde ich unterwegs sein, Radfahren, Joggen, klettern, tanzen und hüpfen! Ich würde den Haushalt locker in 1 Stunde schmeißen, ständig Schränke ausräumen und neu sortieren, die Wäsche wäre kein Thema und das ganze schon ab 6 Uhr früh!
  2. Heute, gestern, vorgestern und jeden anderen Tag … hatte ich das letzte Mal Socken an.
  3. Die Wahrheit ist … dass ich die Rolling Stones gar nicht leiden kann. Und ihre Musik auch nicht!
  4. Ich hatte sie eine Zeitlang im Schrank stehen und sogar 2-3x verwendet. Meist in Soße verrührt, sonst kann ich das Zeug nicht essen. Dafür bin ich zu „unamerikanisch“ – Erdnussbutter
  5. Der ESC 2022 schlittert an mir vorbei wie der ESC davor. Würden sich Mitschauer finden, die mit mir zusammen kommentieren, lästern und mitfiebern – dann wär ich dabei!
  6. Einen richtig guten, sehr schrägen und ungewöhnlichen Film … habe ich zuletzt im Kino gesehen. Er handelt von einer chinesischen Frau in meinem Alter, die mitten im Gespräch mit einer Finanzbeamtin (Jamie Lee Curtis) den Zugang zum Multiversum findet.
  7. Was das Wochenende angeht, heute freue ich mich auf ein Treffen mit Oma nach der Isolationshaft und auf die Blognacht, morgen habe ich geplant mal wieder zu bügeln und Sonntag möchte ich Märchen gucken und mich ausruhen!







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Mittwoch, 4. Mai 2022

Verpasste Bilder

Gestern kam der große flashback! Schon wieder!

Nach einem Gespräch mit Kollegin Missi kam ich auf die Idee, eine meiner alten Arbeitsplätze zu googeln. Ein Internist, bei dem ich den Großteil meiner Ausbildung verbracht hab.

Zuerst finde ich den Sohn des „alten“ Arztes. Ich hab unter Hans gearbeitet, jetzt hat Sohn Peter die Praxis übernommen. Genauer gesagt seit 2007.

Zu meiner Erleichterung sehe ich auf den Bildern, dass die Praxis renoviert worden ist! Die war früher sehr dunkel und grün und orange, ein echtes Relikt aus den 70ern. Jetzt ist sie modernisiert und viel heller.

Dann finde ich Fotos vom Team. Der junge Peter sieht dem alten Hans sehr ähnlich. Wie der wohl drauf ist? Der alte Hans stand am liebsten vorne am Anmeldetresen, wo er uns im Blick hatte und lautstark mit den Patienten gefachsimpelt hat. Der alte Hans war lustig, gemütlich und freundlich. Hat uns oft zum essen eingeladen. Ich durfte mal sein Familienwappentier auf Glaskugeln für den Weihnachtsbaum malen. War ein Wildschwein. Und der alte Hans ganz entzückt!



Und dann entdecke ich im Team zwei bekannte Gesichter. Die Inge und die Andrea! Wahnsinn, die sind immer noch dort, seit 30 Jahren! Das nenn ich Treue!

Mit Andrea hab ich gelernt, Inge war immer lustig und beide richtig lieb!

Und dann versuche ich mich zu erinnern.

Damals hatte ich noch meinen Käfer. Mittags bin ich heim gefahren, nach der Arbeit mit Freundinnen getroffen. Damals war unterwegs sein das Wichtigste, Hauptsache fort und Spaß haben!

In der Arbeit gab es einen Wochenwechsel – Labor, EKG, Röntgen und Anmeldung und wieder von vorne. Wobei ich das Labor damals schon echt gut fand! Im Röntgen hab ich oft verkackt, weil damals noch große Bilder entwickelt werden mussten und man die Dunkelkammer nicht öffnen sollte, wenn das Bild noch ungeschützt umeinander liegt.

Das war so peinlich, es dem alten Hans zu beichten. Ich hör ihn noch seufzen. Bild kaputt, Pat muss noch mal ran.

Ich hab noch die Stimme von Christiane im Ohr, die die Patienten röntgt: „So stehen bleiben! Tief eeeeeinatmen! Die Luft aaaaanhalten!“ Klack-Schepper-Klong!

Damals waren Röntgengeräte noch echte Monster.



Ohne es zu wissen hatte ich einen richtig guten Arbeitsplatz. Aber ich war Azubi und voll jung und somit wusste ich nichts zu schätzen. Ich war wütend, weil Dagmar, der dritte Lehrling, immer bevorzugt wurde und weil ich das Gefühl  hatte, nicht selbständig arbeiten zu dürfen. Ewig überwacht zu werden fand ich super ungerecht.

Dass Azubis generell überwacht werden, wollte mir nicht einleuchten. Das weiß ich heute, weil ich meinen Azubi auch überwachen muss. Die machen sonst nur Unsinn.

Wie Dunkelkammern zu früh zu öffnen …

 

Ich überlege, ob ich Inge und Andrea mal anschreiben soll.

Das bringt aber die Gefahr mit sich, dass mich die beiden vielleicht treffen möchten. Das will ich eigentlich nicht, bin ja eine Gloria geworden und vor 30 Jahren war ich schlank und hübsch. Auf den Bildern sehen die beiden super aus!

Vielleicht bin ich ja auch mal gegoogelt worden und deswegen meldet sich niemand bei mir … oder ich bin vergessen worden. Hab die beiden ja auch vergessen.

Man hat anderes im Kopf.

 

Ich muss irgendwo noch alte Fotos haben. In den Tiefen meiner Fotokisten.

 

Denkst du dir auch öfter, dass du viel mehr Fotos hättest machen sollen? Alltägliches hat man so selten geknipst, immer nur Urlaub und Weihnachten. Naja, Filme und Entwicklung war teuer. Ist schon logisch, aber auch sehr schade.

Ich bereue es sehr, dass es keine Bilder von Lieblingsorten oder Freunden, Kollegen oder Arbeitsplätzen gibt. Oder jedenfalls nicht viele.Die meisten Lokale und Bars gibt es nicht mehr, das hab ich nur noch in der Erinnerung.

Das Kraftwerk, das Lollypop, der Landwehrkeller, Schmelztigel, Mausloch, Hard Rock Cafe, Gunzendorfer Rockdisco, das Goose, Metal Mania, Kitsch, Boot, Groovy .. und wie sie alle heißen. Alles weg. Und die Leute sieht man natürlich auch nicht mehr. Oder würde sie nicht mehr erkennen.

 

Heute gibt’s von allem Fotos, überall. Das ist gut, wenn man sich später erinnern will. Es gibt Webseiten und Handyfotos ohne Ende.

Ob das die Bilder so wertvoll macht wie die paar, die man von früher in einer Kiste hortet, das kann ich nicht sagen.

Aber schön, wenn man zu seinen Erinnerungen Fotos hat!







Sonntag, 1. Mai 2022

Das high five am Sonntag

Wenn man lang genug wartet, geht der Hunger von alleine wieder weg. Heute gegen 15 Uhr hätte ich was essen können, wenn ich was da gehabt hätte. Ich war unterwegs und es gab halt nix. Jetzt müsste ich anfanfen, Abendessen zu kochen und wo ist der Hunger hin? 

Weg isser!

Trotzdem mach ich gleich was. Heute gibts Fisch in einer Art Tomatensoße mit Rosenkohl und Kartoffel wedges. Fein! Ich hab halt so gar keine Lust auf  kochen. In letzter Zeit überhaupt nicht. Zur Zeit bin ich ganz scharf auf Suppe, wahrscheinlich würde ich mich von Dosensuppe oder Tüten ernähren, wäre ich allein.  
Aber das bin ich nicht - ab in die Küche!
Gleich nach dem Mausloch!

Hier ist mein Wochenrückblick, mein fröhliches High five am Sonntag!
5 Dinge, die einfach gut waren.


1. Ich fang mit heute an. Wie jedes Jahr besuche ich Andreas am 01. Mai. Da hat Andreas nämlich Geburtstag. Heute wäre er 59 Jahre alt geworden. Mein neues Navi schickt mich über die Landstrasse nach Bad Windsheim. Eigentlich wollte ich die Autobahn nehmen, aber auf sein Navi soll man hören! Es hat übrigens noch keinen Namen. Ist ja neu, nachdem Bärbel uns verlassen hat.
Ich fahre also durch Dörfer und an alten Bauernhöfen und Fachwerkhäusern vorbei, ich seh  Weiden mit Schafen, Gänsen und Pferden, leuchtende Rapsfelder und höre meine Musik. Ich liebe diese Fahrten!
Bei Andreas auf der Bank war ich allein. Vögel zwitscherten, eine Biene summt um mich herum, von weitem höre ich einen Storch klappern. Alles blüht, der ganze Friedhof ist mit Löwenzahn und Gänseblümchen übersät! Was für ein wunderschöner Augenblick!



2. Gestern hab ich mich vom Bub ins Kino einladen lassen. So lang war ich nicht mehr im Kino!! Der Film hieß "Everything, everywhere, all at once" und war so schräg, dass ich beim besten Willen nicht widergeben kann, um was es ging! Aber er war gut und die Darsteller echt super! Allen voran Jamie Lee Curtis als mordlustige Finanzbeamtin! Klasse!! 

3. Nach dem Kino sind wir essen gegangen. Ich hatte echt keinen Bock auf kochen, vor allem nicht nach dem Kino. Das Gesetz will, dass man nach dem Film was essen geht, also! Und da ist vor ein paar Tagen gesehen hab, dass das Hummelstein wiedereröffnet hat, wollte ich dahin. Der neue Pächter ist wohl der alte Chef von meinem ehemaligen Lieblingslokal. Das find ich echt phantastisch! Der Geschmack des alten neuen Pächters spiegelt sich im Gastraum genauso wieder, wie in der Speisekarte. Hurra!






Sieht cool aus oder? Das ist genau mein Geschmack - einfach, eher rustikal und trotzdem ein bisschen edel. Und dunkel! Hach!

5. Und das war noch nicht das Beste! Wir haben da auch was zu Essen bestellt!! Und nach langer Zeit hab ich mal wieder "was g'scheids" gegessen: Ein halber Teller Hummelsteiner Gröstl!
Schweinebratenstückchen, angebratener Kloß und Ei. GÖTTLICH !!!



5. Mein Freitag war super! Also überwiegend nach 13 Uhr. Ich hab mich so wohl gefühlt, ich war wach und relativ fit und voll gut drauf! Ich mag solche Tage. Wenn mich nichts aus der Bahn wirft und ich einfach fröhlich bin! Und niemand konnte das beeinflussen!!
Außerdem hat der Bub abends gekocht. Wenn der Bub kocht, hört er seine Musik. Laut.
Und jetzt rate mal, was er zur Zeit rauf und runter hört? - Die Beatles! Yeyy!

Can't buy me love, love
Can't buy me love
I'll buy you a diamond ring my friend
If it makes you feel alright  :-)


Es gebt etliche schöne Momente diese Woche. Heute vor allem. Es war wunderbar übers Land zu fahren, total entspannt und ruhig. Und John Meyers hat mich begleitet.


Freitag, 29. April 2022

Der Freitagsfüller von Barbara

 Servus an diesem wunderbaren Freitag! 

Er ist wunderbar, weil es ein Freitag ist, weil es mir besser geht und weil ich grade so richtig zufrieden bin! Gestern war mir schlecht. Und schwindelig. Blutdruck sehr stark im Keller, Kopf umwölkt und der Magen in den Kniekehlen. Hat also nichts so recht gepasst und ich lag ausgeknockt auf der Couch.
Aber heute ist alles besser. Auch wenn ziemlich überwiegend doofe Leute bei mir im Labor waren. Dauerquatscher, Besserwisser und Scherzkekse. Ich hab alles über mich ergehen lassen und bin nicht drauf eingestiegen. Worauf ich dann ganz stolz war und das hat die Laune enorm gehoben! Dann kam das Wochenende und jetzt passt alles! Fast.
Wenn jetzt noch die Oma gesund wird und aus ihrer Isolationshaft entlassen wird, dann passt wirklich alles!

Hier hab ich den Freitagsfüller von Barbara:

1. Ich warte auf den Tag, wenn wir in den Urlaub starten! Wir waren zuletzt 2019 ein paar Tage weg und ich finde, es wird Zeit. Auch wenn ich gern daheim bin, ich muss jetzt endlich mal was anderes sehen! Und die Kinder wollen mit, ist das nicht super? Der Bub, die Fee, der Mann und ich! Jetzt müssen wir nur noch überlegen, wohin es geht!

2. Die Abnehm-App! Wir haben sie (fast) alle installiert und tragen alles ein, was uns auf den Teller kommt! Also wirklich alles, heute hab ich 2g Pflanzencreme eingetragen und letztens 1/2 Zwiebel .. wir sind sehr gewissenhaft und dokumentieren sorgfälitg!

3. Drei Dinge auf meinem Tisch: Jetzt grade liegt viel auf dem Tisch, aber drei davon sind der Pen, der Katalog und die Fernbedienung.
Den Pen brauche ich jeden Morgen. Damit jage ich mir die Höchstdosis in den Bauch und hoffe, dass sie mir hilft und meinen Körper trotzdem nicht zu arg beeinflusst. Wunschdenken.
Den und andere Kataloge durchpflüge ich gerade nach neuen Klamotten. Ehrlich, vor allem die Hosen schlackern gewaltig und das Gefühl nervt langsam. Wie ein Sack um die Beine und ständig rutscht die Hose runter. Vielleicht sollte ich mir Hosenträger holen?
Die Fernbedienung ist enorm wichtig! Ich gebe zu, ich bin ein Fernsehjunkie! Die Glotze läuft fast immer, wenn auch nur als backround Geräusch. So wie grade - es läuft The voice kids und lenkt mich ab! ;-)

4. So viel hab ich geplant für dieses Wochenende - ich fürchte, da bin ich grade etwas übermütig!

5. Was macht eigentlich der MOFL? Das würde mich brennend interessieren! Aber er ist nirgends zu finden, nicht googlebar, nirgendwo eingetragen, nix! Und ich bin doch so neugierig! Ich meine, ich hätte ihn vor ein paar Jahren mal im Supermarkt gesehen, aber so sicher bin ich mir da nicht. Willst du wissen, was deine 1. große Liebe heute macht?
(wer wissen will, was ein MOFL ist, kann es nachlesen: Mausloch mit MOFL )

6. Es gibt nicht viele Obstsorten, die ich mag. Abgesehen davon, dass ich garkein Obst mehr essen soll. In meine persönliche TopTenListe haben es geschafft: Orangen, Mandarinen, Weintrauben, Birnen, Beeren und Rhabarber!  Letzterer aber eher in Kuchenform!
... Da hätt ich jetzt so Lust drauf!!!

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf eine weitere Folge Shameless, morgen habe ich geplant , mit dem Bub und der Fee ins Kino zu gehen und Sonntag möchte ich endlich meinen Schrank ausmisten. Mal sehen, ob mein innerer Jürgen da mitspielt!

Das war der Freitagsfüller! Habt ein schönes Wochenende! 




Freitagsfüller powered by Barbara von scrapimpulse

Mittwoch, 27. April 2022

Flashback-Reklame

 Eigentlich wollte ich die Mittagspause nutzen, um meinen Energietank ein bisschen aufzufüllen. Das bedeutet, dass ich ein Nickerchen auf der Couch machen wollte. Die Idee an sich ist genial. Aber wenn der Mann zu Hause ist und

A – eine gut hörbare Schulung per Pc laufen hat und

B – in der Schulungspause lautstark in der Küche rumwerkelt,

dann braucht man als müder Coucher viel Geduld!

An den sächsichen Dialekt des Schulungsmeisters und die Monotonie seines Vortrags hätte ich mich gewöhnen können. Aber das Geklapper in der Küche fordert mich heraus. Ist ja schön und sehr praktisch, dass der Mann so fleißig ist. Gerade was das Ausräumen der Spülmaschine betrifft. Aber da werden Teller geknallt – KLIRR! Und Schranktüren geöffnet – QUIETSCH! Geschirr abgestellt – KNALL! Türen wieder geschlossen – RUMMS! Besteck in die Schublade geschmissen – SCHEPPER! Und geflucht, weil irgendwas runtergefallen ist – (…)

Aber ich lag da und war eisern entschlossen, meine Siesta zu halten.

Der Fernseher lief leise, was mir normalerweise beim Einnicken hilft. Zu schlapp, um zur Fernbedienung zu greifen und Werbung umzuschalten, harre ich in meiner Kuscheldecke aus und schau einfach zu. Die Bilder der Werbung sind schnell, grell und hektisch. So viel Zeug soll einem das Leben erleichtern und verschönern. Immer besser, immer neuer, immer leichter. Ich überlege, wie leicht das Leben wohl in 40 Jahren sein wird, wenn die Forschung und die Industrie in dem Tempo weiter Sachen erfinden und verbessern will. Und vor allem, wie schwer wir es alle hatten in den letzten Jahrzehnten! Du liebe Güte, das muss die Hölle gewesen sein! Wie haben wir das nur heil überstanden?

Meine Gedanken wandern in die Zeit, als ich Kind war. Da gab es natürlich auch Werbung, damals eher als Reklame bekannt. Aber ich meine, dass die Spots lange nicht so schnell und hektisch gewirkt haben wie heute. Das waren teilweise richtige kleine Werbefilmchen! Ich denke da an die Allianz-Werbung. Haste das Lied im Ohr? „.. denn wer sich Allianz versichert, der (hat völlig ausgekichert) „ – danke, Otto!

Der grantige Nachbar mit seinem Kirschbaum.

Oder der Typ, der durch Italien düst – „quer durch Neapel hinein in den Tomatenstapel“. Alle italienischen Dorfbewohner sind außer Rand und Band, doch als der Typ seine Allianzkarte zückt, freuen sich alle und feiern ein Tomatenfest.

Hat Spaß gemacht, zuzuschauen!

Dann denke ich an die Fa Werbung. Schöne Menschen springen von Klippen ins Meer und tauchen nicht nur erfrischt sondern auch blitzsauber wieder auf – dank Fa!

Seife – die Auswahl war nicht groß, aber dafür viel einfacher. Es gab Fa, Palmolive, Lux, Irischer Frühling und CD.

„An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD“ Diese Seife war toll, die war durchsichtig! Wir hatten Lux zu Hause. Ist es nicht viel einfacher, wenn man nicht so irrsinnig viel Auswahl an Produkten hat und sich schnell entscheiden kann?

So wie bei Shampoo zum Beispiel. Fast alle, die ich kannte, benutzten das gleiche Shampoo: Schauma! Entweder 7 Kräuter oder Apfelshampoo! Das roch voll gut!

Und der Badezusatz war mit Fichtennadelduft. Überall, jedes Bad.

 

Die Wäsche wurde mit Persil gewaschen „da weiß man, was man hat. Guten Abend!“ oder mit „Ariel“ , so wie es Clementine tut. Wenn man so viel Wäsche hat, dass man sie an kilometerlange Leinen hängen muss, dann mit „Weißer Riese“ Waschpulver.


Nach der Wäsche gibt’s Mittagessen, weil „Miracoli ist fertig!“ und der Nachmittagskaffee hieß „Krönung“ oder „Dallmayr Prodomo“.

Und alle waren zufrieden!

Geduftet haben wir nach „Bac“, das war nämlich für alle da. Und die Haare wurden gestyled von „Stu-stu-stu-Studioline von L’oreal“ oder „3-Wetter-Taft „, vor allem wenn man in Rom war bei 30 Grad. Die Frisur sitzt!

Gekaut hab ich „Wrigley’s Spearmint gum-gum-gum“ und die einzige Qual der Wahl, die ich in meiner Kindheit hatte, war Cornetto Nuss oder Erdbeer?!

 


Rückblickend empfinde ich diese Eingeschränktheit der Markenprodukte als sehr wohltuend. Einfach. Leicht. Wenn ich heute nur in einen Drogeriemarkt gehe und 3,4,5 Regalmeilen voller Duschgel und Shampoo sehe, bin ich überfordert.

Warum nicht nur Nivea? Oder für die coolen Menschen Creme 21! Ich dachte wirklich, diese Creme ist nur für Leute ab 21 erlaubt und traute mich nicht, sie anzufassen!

Von meiner großen Schwester inspiriert trug ich wie 99% aller Altersgenossinnen den Duft von „My Melody dreams“ und war stolze Besitzerin eines Roll-on Lipgloss, wahlweise in den Geschmacksrichtungen Orange oder Himbeer. Echt klebriges Zeug, aber die Lippen glänzten und ich fühlte mich wunderschön!

 


All diese Reklamefilmchen und Werbespots hatten im TV ihren festen Zeitplan. Immer Abends im Vorprogramm, danach kamen Nachrichten und der Fernsehfilm. Und dass es nur 3 Programme waren, hat niemanden gestört. Vor allem mich nicht, denn ich war die Fernbedienung meiner Eltern. Man wusste es auch nicht besser, die Film- und Serienflut der Privatsender, Netflix & Co hatte noch nicht eingesetzt.

Und wenn mal was wirklich gutes lief, wie Dallas, Denver Clan, Stahlnetz oder Detektiv  Rockford , dann redeten am nächsten Morgen alle darüber! Weil alle das gleiche gesehen hatten. Und gehört – alle Jungs in meiner Jahrgangsstufe konnten Otto zitieren. „Angeklagter, Ihnen wird zur Last gelecht, Sie hätten einen Ast zersächt, der hat dann den Gast erlecht, als der sich mit dem Quast gepflecht! …“

 


Selbst die Musik war eher begrenzt. Jedenfalls hab ich das so empfunden. Du warst meist einer bestimmten Menschengruppe zugeteilt und hast dich auch so verhalten.

„Liegt der Popper tot im Keller, war der Punker wieder schneller!“

Rock, Pop, Punk oder Disco. That’s it! Irgendwann kam Rap dazu, Rock wurde unterteilt in Hard Rock, Heavy metal, Speed metal, Death metal, Trash metal. Verwirrend! Pop war als Überbegriff auch irgendwann abgelöst – aber bitte ich hab keine Ahnung, wie die Musikstile heute alle heißen! Müssen an die tausend sein. Ich müsste googeln. Viel zu aufwändig.

Weißt du, was man vor 40 Jahren gemacht hat, um sich über Musik zu informieren?

Richtig! BRAVO, Popcorn oder PopRocky gelesen! Die BRAVO war die Jugendbibel!

 

Ich hab einen richtigen Heftchen-Lebenslauf, angefangen mit Bussi Bär (gibt’s den eigentlich noch?), über Fix und Foxi (ich mochte Pauli den Maulwurf), dann die Stafette im Abo, bei wichtigen Arztbesuchen bekam ich ein Yps Heft! Diese Wassermänner und –frauen haben mich unheimlich gereizt! Es wäre so einfach gewesen – fünf DM bezahlen, ein Pulver ins Wasser schütten und eine lebendige Wassermann-Familie züchten! Phantastisch! Aber meine Mom war dagegen. Mir unbegreiflich!

Nach der Stafette kam Mädchen. Und danach gleich die BRAVO.

Und beim Kieferorthopäden, in dessen Wartezimmer bzw. Flur ich elend viel Zeit verbracht hab, lagen Biggi-Hefte aus. Biggi war toll! Ich wollte unbedingt so sein wie Biggi! So dünn, so hübsch und so sympathisch!

Weiß der Geier, was passiert ist!



Während all diese Gedanken in meinem Kopf umeinanderwschwurbeln, muss ich eingenickt sein. Trotz Küchengeklapper und monotonem Sachsen im Lautsprecher. Der Handywecker klingelt und die Pause ist vorbei.

Im TV läuft schon wieder der nächste Werbeblock. Handywerbung, Pizzalieferdienst, veganer Brotaufstrich, Kinderkäse, Fitnessuhren, nachhaltige Gemüsekisten, Lebensmittel liebende EDEKA Mitarbeiter und Babybrei, für den der Hersteller mit seinem Namen steht. Ist mir spontan zuviel! Ich schalte die Kiste aus und fliehe unerholt zurück in die Arbeit.

 

Nachdenklich sitze ich im Auto. Trotzdem uns all diese Dinge und dieser riesigen, unüberschaubaren Auswahl an diesen Dingen, die das Leben und den Alltag erleichtern und verschönern sollen – so sehr bin ich überzeugt, dass weniger unser Leben noch leichter machen würde.

Wenn die Auswahl nicht so groß ist, tut man sich leichter!

Setz mal einem 3jährigen vor ein Regal im Toys’r’us, der flippt dir aus!

Leg dem 3jährigen zwei Dinge vor die Nase, dann greift er eins! Fertig!

Warum soll es bei Erwachsenen anders sein?

 

Weniger ist mehr. Nicht immer – aber immer öfter! (lach)



Cute Rat