Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
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Donnerstag, 4. Juni 2026

Mainz, wie es singt und lacht

 .. haben wir so nicht erlebt. Es haben nur wenige Mainzer gelacht und noch weniger gesungen. Also haben wir das selbst in die Hand genommen, wenigstens das mit dem Lachen.

Dienstag früh starten wir zum Bahnhof, um uns in den Zug nach Mainz zu setzen. Natürlich nicht ohne vorher ganz traditionell einen Abstecher zur Buchhandlung am Bahnhof zu machen. Das muss so sein, vor jeder Zugreise darf ich mir dort ein Buch in Miniformat holen. Dieses mal "Die Apothekerin" von Ingrid Noll. Hab ich vor ca 100 Jahren schonmal gelesen, aber alles komplett vergessen. Na gut, sagen wir 30.

Mit Buch und Restmüdigkeit sitzen wir im Zug nach Mainz. Wir waren noch nie in Mainz, also Grund genug, mal hin zu fahren. Ein Fahrgast vor uns, der es vorgezogen hat, statt angenehm unauffällig lieber laut und nervtötend seine Reise anzutreten, verscheucht uns ins Bistroabteil. Hier müssen wir keine übertrieben laute, arabischen Telefonate mit anhören, sondern können Ruhe und Kaffee genießen. Jetzt passt's.

In Mainz stehen wir etwas verloren auf dem Bahnhofsvorplatz und versuchen herauszufinden, in welcher Richtung unser Hotel zu finden ist. Es gibt eine Menge Straßenauswahl. Wir wählen richtig, zum Glück, und marschieren los. Und marschieren. Und marschieren. Dann gibt es einen schönen Wolkenbruch und wir stellen fest, dass unser klitzekleiner Schirm für zwei nicht ganz so ideal ist. Wir flüchten in den zufällig vorhandenen Dönerladen, die es hier wie überall zuhauf gibt. Der Duft verführt uns zu einem lecker Mittagessen, obwohl das gar nicht geplant war. Ich stelle fest, die Herren Dönerladen können tollen Salat!
Es tröpfelt nur noch und wir setzen unsere Wanderung zum Hotel fort. Schon jetzt mosert mein Fußgelenk, das wir bestimmt noch lustig. Endlich am Ziel bekommen wir von dem freundlichen Rezeptionsmann ein upgrade auf unser Zimmer, weil wir die ersten Gäste heute sind, und freuen uns über den Balkon! Schönes Zimmer, spontaner Balkon, toller Blick auf den Rhein.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und ein paar Kapiteln der Apothekerin laufen wir los. Ein bisschen am Rhein entlang auf der Suche nach der Altstadt und deren hübschen Fachwerkhäusern. Wir erkennen, dass Mainz unfassbar viele, verwinkelte und verschachtelte Straßen aufweist, der Mainzer an sich scheint auch relativ wenig Interesse an Straßenschildern zu haben, was die Altstadtsuche ziemlich spannend macht. Zumindest haben wir schon mal das Zentrum gefunden. Allerdings ist von hübschen Fachwerkhäusern nichts zu sehen, hier überwiegen wuchtige Bauten im Stil der 80er Jahre. Ziemlich achteckig und viel dunkelbraun. Ältere Gebäude sind aus irgendeinem Grund alle in diesem orange/rosa/terracotta-Ton gehalten, ganze Kirchen sogar. 
Es regnet wieder, wir holen uns im Laden einen zweiten Schirm und flüchten diesmal zu einem Italiener, der überdachte Außenplätze hat. Hier bleiben wir erstmal und überlegen. Aperol Maracuja Spritz schmeckt übrigens sehr fein!
Der Regen lässt nach, wir schlendern durch den Wirrwarr an Gassen und Straßen auf der Suche nach den schönen Häusern. Hier sind sehr viele Geschäfte, meist teuer und exklusiv. Fast kein Leerstand, so wie im gebeutelten Nürnberg. Die Kirche, die wir entdecken, ist geschlossen. Dienstag Nachmittag - Kirche zu. Aber die hübschen Fachwerkhäuser finden wir! Endlich ein Fotomotiv. Häuser, Marktplatz, Brunnen. 
Es wird immer kühler, wir frieren in unseren T-Shirts. Weil ich dumm genug war, ein Jäckchen zu Hause zu lassen holen wir uns beim Clamotten August eine Sweatjacke - im Partnerlook! Besser jetzt.
Trotz Dönermannsalat haben wir wieder Hunger, so dass wir uns ein Lokal suchen. Gibt es hier viele, vor allem Italiener. Ganz viele Italiener. Aber uns treibt es zu Mainzer Hausmannskost, also suchen wir. Bis wir ziemlich abseits die Eisgrub-Brauerei entdecken. Das ist mein Stil! Kellergewölbe, wuchtige Holztische, gemütlich. Hier gönn ich mir einen Brauhaus-Schmaus, das ist ein Gröstel aus Kartoffeln, Rührei, geschmorten Zwiebeln und Leberkäswürfeln. Boah! Naja gut, ich bin ja auch echt viel gelaufen, und das mit DIESEM Fuß und DIESEM Knie! Da darf man so. Geschafft hab ich es eh nicht.
Am Tisch neben uns bestellen drei junge Kerle einen Meter Bier, das waren 12 Gläser auf einem langen Brett. Dazu eine Schweinshax'n - mit Pommes, stell dir das vor! Hax'n mit Pommes, dafür sollte man bestraft werden! Ignorantes Jungvolk, Hax'n isst man entweder mit Sauerkraut oder mit Knödeln. Mann!
Am anderen Tisch wird ein Bierturm bestellt. Diesmal ging's in die Höhe, 5 Liter, mit einem Zapfhahn. Konnte mir ein Foto nicht verkneifen, das sah lustig aus!
Mittlerweile war es dunkel und wir auf der Suche nach einer Kneipe. Die wir auch finden, von außen reizvoll verhaut und bisschen verranzt, also einladend für uns. Haha! Von innen hätte es auch gemütlich sein können, was aber von der Musikauswahl des Wirts stark abgebremst wurde. Es lief fürchterliches Zeug aus den 90ern. Davon lassen wir uns aber nicht die Laune verderben. Der Laden hat bis 4 Uhr offen, war aber fast leer und der Wirt langweilte sich ein bisschen. Ich probiere einen Apfelwein. Weil ich den nicht kannte und weil wir hier in Rheinland-Pfalz sind. Jetzt weiß ich, wie der schmeckt und brauche keinen zweiten mehr. 
Trotz nervigem da-da-dii, da-da-daa, joh aha, und dabadee dabadaa blieben wir eine Zeit lang. Auch, um dem Fuß eine Chance zu geben, sich irgendwie zu erholen. Oder zumindest, sich zusammen zu reißen! Er hat auf ganzer Linie versagt - also mit dem Bus zurück zum Hotel. 
Bis zum Zimmer hab ich es geschafft, frage nicht, wie ich die Treppen am Eingang bezwungen hab. (War nicht schön. So optisch) Wir sind hundemüde und völlig erledigt von der vielen Rennerei im Regen. Der Mann versetzt mir einen Schuss, damit ich morgen aufrecht das Hotel verlassen kann, dann schlafen wir ziemlich fix ein. 

Der Mittwoch beginnt mit einem angenehm kühlen Windchen und Blick auf den Rhein. Schließlich soll sich der Balkon auch lohnen. Nach 2 feinen Kaffee brechen wir auf zum Gutenbergplatz. Wenn man schlecht zu Fuß ist, muss man sich irgendwie arrangieren, also steigt der Mann mir zuliebe und mit mir in die Bimmelbahn. Eigentlich mag ich sowas nicht, wenn ich die Nürnberger Bimmelbahn durch die Altstadt rumpeln seh, finde ich da überwiegend lächerlich. Sieht aus wie eine Attraktion für die ganz kleinen beim Kinderfest. Aber was solls, wir wollen ja was sehen von der Stadt. Also, auf die Plätze, fertig, bimmel! Wir rumpeln fast eine Stunde lang durch Mainz und sind nachher tatsächlich schlauer, als vorher. Siehste!
Jetzt erstmal was zu trinken, der Italiener ist nicht weit. Übrigens ein sehr cooler Laden, wie ich finde. Aposto, falls du mal in Mainz bist. Nach der Pause laufen wir ein wenig, schauen uns den Dom an, damit wir wenigstens ein bisschen Kultur mitnehmen. Wir lassen uns Zeit, gucken und staunen, hier und da und dort. Da wir das Hotel mit Tasche verlassen mussten, drückt diese mittlerweile gewaltig auf die Schulter. Ich brauche mal so einen kleinen Koffer zum hinterherziehen.
Trotzdem vertrödeln wir die Zeit, holen uns in der Fußgängerzone ein Fischbrötchen, stöbern ein bisschen in den Geschäften und machen uns auf den Weg zum Bahnhof. Der hat es in sich und verlangt mir alles ab, mit hängender Zunge, ausgeleierter Schulter und lautlos schreiendem Fuß brauch ich erstmal eine Bank.
Der Mann recherchiert wild umher, unser Zug hat schlimme Verspätung und ist brechend voll, wir brauchen eine Alternative. Dank der phantastischen Organisation vom Mann - ich war damit beschäftigt, zu atmen - nehmen wir die S-Bahn bis Frankfurt. Wo ich auf der Stelle einschlafe.
In Frankfurt kämpfen wir uns durch die Menschenmenge auf das richtige Gleis, der Mann vorneweg, ich hinterher. In der Hoffnung, den Bistrowagen zu erwischen nebst freiem Sitzplatz, warten wir gespannt auf den Zug. Todesmutig stürzt der Mann nach vorne und ergattert tatsächlich zwei Plätze im Zugbistro! Die Bahn ist hoffnungslos überfüllt, die Leute stehen auf den Gängen und sitzen auf dem Boden. Da hatten wir echt Glück!
Entsprechend der Auslastung herrscht ein angemessen lauter Geräuschpegel, allen voran eine junge Frau, die den ganzen Waggon unterhält. Nervt, aber kann man grade so aushalten. Ein großer Cappuccino und Die Apothekerin lenken mich ab. Mit uns am Tisch sitzen ein Geschäftsmann mit Laptop, der von seinen Kollegen getrennt wurde und ein älterer Mann, der nicht mehr gut sehen kann und sich die Speisekarte vorlesen lässt. Er entscheidet sich für das Chili con Carne, das er nicht kennt und stellt fest, dass er es nicht verträgt. Bei jedem Huster zuckten wir zusammen.
Abends gegen sieben erreichen wir Nürnberg. Nur noch mit der U-Bahn heim,  nur noch der Weg zum Haus - geschafft!

Fazit: ein schöner Ausflug, der sich trotz allem gelohnt hat. Blöd war, dass vieles einfach zu hatte und es dauernd regnete. Blöd auch, dass die Schiffsrundfahrten auf dem Rhein wohl erst ab Ende Juni beginnen. Gut war, dass wir viel gesehen haben, gutes Essen, lustige Kneipen, viel Humor und die Laune nicht verderben lassen! Außerdem ist jeder Ausflug ein Abenteuer.

Abenteuer mögen wir. 

Bild vom net, weil schöner

die Flucht vor dem Regen  beim Dönermann


schönes Zimmer, schöner Blick

Regen abwarten

da sind sie - die schönen Fachwerkhäuser

schöne Häuser, schöner Dom

im Dom. Tolle, gotische Rundbögen, ein beeindruckendes Türschloss - von außen hat jemand verzweifelt den richtigen Schlüssel gesucht und ein Bischof, der gern Mädels am Kopf kratzt

die Bimmelbahn. Foto vom net

der Bierturm mit glücklichen Männern

der Brauhaus-Schmaus vor glücklicher Sabine

"kleiner Andechs" ziemlich leer. Das mit guter Rockmusik wäre ein Volltreffer gewesen

Tschüs, Mainz!


Sonntag, 31. Mai 2026

Die High Five der Woche verbrüdert mit den Sonntags Top 7

Weil ich grade Zeit hab und mich keine Hitze quält und überhaupt weil mein Urlaub grade anfängt, schreibe ich diese Woche wieder die

zusammen mit den 



Was für eine gute Idee!

In den High Five der Woche suche ich mir 5 positive Momente der Woche heraus und in den Sonntags Top 7 hab ich ein Schema mit Stichpunkten, die Woche Revue passieren zu lassen.

Auf geht's!

High Five Punkt 1: ICH HAB URLAUB !!! Yippieh! Fast auf dem Zahnfleisch bin ich Freitag mittag aus der Praxis gekrochen, mit letzter Kraft, verschwitzt, verheult, verzweifelt. Aber jetzt wird alles gut, jetzt ist URLAUB! Regeneration ist eingeleitet.

High Five Punkt 2: Die ganze Woche war ich nur mit dem Ranger unterwegs. Das ist wie ein Motivations-Gutti auf der Hinfahrt zur Arbeit und ein Seelentrost auf dem Heimweg. Rollerfahren macht echt Spaß! Nur den Mund sollte man geschlossen halten, da sind jede Menge Proteine unterwegs. Also nur summen, nicht laut singen.

High Five Punkt 3: Es hat sich herausgestellt, dass ich an dem fürchterlichen Desaster mit dem neuen Labor nicht schuld bin! Da fällt einem so verschiedenes vom Herzen!

High Five Punkt 4: Der Mann hat mir diese elende Woche verschönert! Er hat grade Urlaub und ist voller Tatendrang. Woher er die Energie nimmt, weiß ich nicht, aber er hat so viel erledigt und getan und gewerkelt! So hat er mir auch jeden Abend das Gartentürchen geöffnet, wenn ich angerollert kam. Also musste ich nicht extra absteigen und das Schloss öffnen. Eine ganz liebe Geste! 

High Five Punkt 5: Die Oma war am letzten Sonntag richtig gut drauf! Es ist immer schön bei Oma, aber letztes Mal hat es uns wirklich gut getan, sie so quietschfidel zu sehen! 




und jetzt kommen die Sonntags Top 7 von Anita

1 Gelesen / 2 Gehört-Gesehen / 3 Erlebnis / 4 Genuss /

5 Drinnen/Draußen / 6 Web-Fundstücke / 7 Hobbys

1. Gelesen

In der Zeitung stand, dass der Hauptmarkt in Nürnberg bald saniert werden soll. Das heißt, die Rohrleitungen unter dem Hauptmarkt. Was wiederum bedeutet, dass wir da über Jahre eine Großbaustelle haben werden. Der Christkindlesmarkt würde zwar stattfinden (bestimmt sehr romantisch), aber was ist mit dem Bardentreffen? Dem Oster- und Herbstmarkt? Schon wieder Baustelle. Ich wohne in einer Baustelle! Himmel!!

2. Gehört-Gesehen

Gehört hab ich meine neue ABBA Platte, und zwar mit Hingabe! Es ist ein schöner Moment, wenn die Platte anfängt und man einfach nur da sitzt und zuhört. Wie früher. Nur da sitzen und zuhören. Herrlich! Geht übrigens nur mit Schallplatten, mit digitaler Musik klappt das nicht
Gesehen hab ich ganz viele Mohnblumen und Margeriten, die am Straßenrand blühen. Wunderschön! Kann man auch nur so bewusst sehen, wenn man Motorroller fährt. Oder Fahrrad. Oder garnix.

3. Erlebnis

Eine Kollegin hat uns besucht. Nach langer, langer und schwerer Krankheit zeigt sie jetzt neuen Arbeitsmut und will über eine Wiedereingliederung sprechen. Ich freu mich so sehr, dass sie diesen großen Schritt wagt und auf dem richtigen Weg ist! Sind so Hoffnungs-Glitzer zwischendurch!

4. Genuss

Der Mann, der ja grade frei hat und dementsprechend motiviert ist, hat am Freitag den Grill angeschmissen. Für mich gabs ein Puten-Curry-Schnitzel, das war unheimlich fein! Der Kartoffelsalat hatte eine rosa Note, weil ich Lämmchen rote Zwiebeln statt weißer verwendet hab. War trotzdem lecker. Ein Mädchen-Salat, haha!

5. Drinnen-Draußen

Oh, draußen waren wir jeden Abend. Feierabend auf der Terrasse. Garten, Bäume, Gänseblümchen, Amseln, noch grüne Kirschen. Und Ruhe! Herrliche Ruhe!
Drinnen steht mein Sofa, das mir jede Mittagspause verschönert! Diese kurzen Nickerchen, bevor ich wieder los muss, sind Gold wert!

6. Web-Fundstücke


7. Hobbys

nach intensiven Studien und Selbsttests stelle ich nun fest, dass ich unheimlich gern im Garten sitze und einfach nichts tu! Außer da liegt ein Buch. Oder ein Handy. Da bin ich flexibel


... jeder nur einen wönzigen Schlock!


Weitere High Five der Woche:

Mira von besinnlich.de

Sari von heldenhaushalt.de


Samstag, 30. Mai 2026

Wanderfee

Wir haben eine Fee. Wenn man sie sieht, hört und kennt, weiß man, dass sie eine Fee ist. Mit bürgerlichem Namen heißt sie natürlich nicht Fee, aber für mich und fürs Mausloch ist es Fee.

Die Fee macht gerade ein Erasmus-Auslandssemester in Spanien. Spanisch hat sie gelernt, englisch auch, also kein Problem. Fee blüht in Spanien total auf! In Nullkommanix hat sie einen größeren Freundeskreis um sich geschart, feiert legendäre Strandpartys, macht atemberaubende Trips in die Umgebung und studiert nebenbei ein bisschen. Studienauftrag erfolgreich abgeschlossen. Sie hat grade die Zeit ihres Lebens und wir freuen uns für sie!

Dieses Erasmus Abenteuer neigt sich langsam dem Ende zu, Gedanken an die Rückreise und das nicht ganz so herzliche Deutschland werden noch erfolgreich verdrängt - auch wenn sie sich bestimmt sehr auf ihren Liebsten, den Bub nämlich, und die beiden Katzen freut.

Fee wohnt derzeit in A Coruña, hat aber auch viel gesehen. 
Barcelona, Porto in Portugal, Madrid, Sevilla, Granada, Malaga, Ibiza, Teneriffa ... Delfine, Wale, Sonnenuntergänge über dem Meer, die Fußball Nationalmannschaft, uralte Wälder, die Unterwasserwelt und so vieles, was ich jetzt nicht mehr weiß. Sie holt wirklich alles raus aus dieser Zeit, was nur geht! Find ich toll!

Und weil die Fee nicht zu bremsen ist, lässt sie es zum Ende hin noch gewaltig krachen und
geht auf den Jakobsweg! 
.


Samstag kam die Nachricht, dass sie es geschafft hat! Unglaublich! 
Von ihrem Startort aus waren das insgesamt in 4 1/2 Tagen 77 km zu Fuß auf dem Camino! Für mich unvorstellbar!
Packt einfach ihren Rucksack und geht los. Dieser Weg hat ihr einiges abverlangt, aber auch viel gegeben. Was der Jakobsweg so an sich hat. 
Es gab mega Anstrengungen, aber auch tolle Landschaft und eine Stute unterwegs, mit der sie Freundschaft geschlossen hat. Pilgerunterkünfte mit defekten Duschen, Notschlafplatz auf einem Sofa oder völlig ausgebuchte Unterkünfte. Dazu kommen fiese Blasen an den Füßen, das muss wohl so sein, das weiß ich von HaPe Kerkelings "Ich bin dann mal weg".
Aber sie hat sich durchgebissen! Auch wenn der Gedanke an motorisierten Transport verlockend war hat sie sich durchgekämpft! Tränen und Glücksgefühl inclusive.

Und jetzt ist sie angekommen, steht vor der Kathedrale in Santiago de Compostella und ist glücklich! Ich bin richtig stolz auf sie, sowas packt nicht jeder!

Fee hat unglaubliche Erinnerungen gesammelt, die sie im Leben nie mehr vergessen wird.

Alle Achtung!



















Fremdbeitrag von Tim Reinhold

 Tim Reinhold

gesehen auf facebook



Überfallartiger Nestbautrieb geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit.
Deine Ausbildung ist zu Ende, du hast deine ersten Gehälter auf dem Konto, jedenfalls nur noch anteilmäßig das, was davon übrig geblieben ist, nachdem du unbedingt kaufen musstest, was in der Konsolensammlung noch gefehlt hat, und nun beziehst du deine erste Wohnung.
Herzlichen Glückwunsch.
Jetzt kann das Leben endlich anfangen.
Als Mann ist das die beste Zeit deines Lebens. Alles steht noch so regelmäßig, dass du nachts nicht aus dem Bett rollst. Das eigentliche Bett ist eine Couch, wenn du keiner von diesen verwöhnten, wohlstandsbepamperten Jungs bist, die eine Matratze benötigen. Fernseher, die eben erwähnte Konsole, Kühlschrank mit ausreichend Flüssignahrung aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser befüllt, und das Wochenende gehört dir, deinen Kumpels und der Tanzfläche.
Dort triffst du sie.
Wenn wir glauben, in der Blüte unseres Lebens zu stehen und das erste Mal Freiheit zu erschnuppern, machen wir etwas total Durchgeknalltes: Wir verlieben uns.
Wisst ihr noch? Damals?
Schmetterlinge im Bauch?
Die Anfangsfrage: Ist es Liebe oder Durchfall?
Man „geht“ miteinander, plötzlich fallen so Sätze wie: „Wir besuchen deine zukünftigen Schwiegereltern“, schlägt sich manches Wochenende im Bett um die Ohren, und irgendwann kommt dann der glorreiche Moment: Man zieht zusammen.
So, Jungs, jetzt aufpassen, damit ihr euch nicht erschreckt: Die Frauen rasten vollkommen aus. Andere Männer werden mir zustimmen, wenn ich sage: Das ist nicht mehr normal, und du stehst ganz kurz davor, einen Exorzisten aus der Diözese Rom einfliegen zu lassen.
Doch ich kann dich beruhigen: Das ist der verdammte IKEA-Nestbautrieb, und ich schwöre bei allem, was mir heilig ist, den gibt es wirklich.
Ihr legt eure Wohnungen zusammen, was bedeutet: Deine Sachen kommen alle auf den Müll, weil sie nicht in das neue Ensemble passen. Sie behält alles und erweitert dieses schon vorhandene Material um den Faktor fünf, was dir schon mal Gelegenheit gibt, zu überlegen, wie du das ganze Zeug, das sie in einem wahnhaften Zustand aus diesen blauen Betonklötzen hinausträgt, überhaupt transportieren sollst.
In ihren Augen fahrt ihr keinen Twingo, sondern einen 80-Tonnen-Roadtrain wie in Australien, auf dem ganze Dörfer transportiert werden können.
Wir erfahrenen Männer nennen es die Phase des Relationsverlustes.
Relationsverlust bedeutet, nicht mehr zu verstehen, dass keine Möbel für 150 Quadratmeter in eine 60-Quadratmeter-Wohnung passen und dass zwar Zeit relativ ist, die Geldmenge es aber nicht ist.
Wenn du es nun bewerkstelligt hast, diesen nicht minderen Anteil an losen Brettern und Pressplatten mit gelegentlich angeklebten Schräubchentüten in euer neues Zuhause zu bugsieren, kommt aber erst der spannende Anteil.
Aufbauen.
Ich hasse IKEA-Bauanleitungen. Und ich weiß ganz genau, dass wieder irgendeiner von euch Klugscheißern damit anfängt: „Die sind doch total einfach.“
Darum mach direkt noch was Einfaches: Fresse halten.
Ich hasse die Dinger.
Kallax? Ist ein Begriff?
Dieses tausendfach kombinierbare Regal?
Dieses Trauma habe ich bis heute nicht ganz verarbeitet.
Oder Pax?
Dieser Kleiderschrank, entworfen von psychisch kranken Serienkillern, die sich auch Spiele wie bei Saw ausdenken?
Unsere erste Scheidung vor der Hochzeit erlebten wir fast, als sie nach drei Stunden in das Zimmer schaute und fragte, ob ich immer noch nicht fertig sei.
Natürlich!!!
Aber sicher war ich fertig.
Nervlich.
Schrank nein.
Aber hey, soll ich dir was sagen, du vielleicht junger Mann, der diese Zeilen hier liest: Du wirst es schaffen.
Sie wird dich mit dem Nestbautrieb an den Rand des Wahnsinns bringen. Sie wird dich vor Aufgaben stellen, bei denen du dir wünschst, du hättest lieber wie Prometheus das Feuer zu den Menschen gebracht, wenn auch in Kombination mit Benzin und viel Holz.
Aber dies ist ein Test.
Sie will sehen, ob du bereit bist, für eine Familie zu sorgen und dich der Aufgabe zu stellen, Verantwortung zu übernehmen.
Okay, wenn der Schrank zusammenbricht und ihr das Genick bricht, dann hast du übrigens versagt. Du kannst dem Richter vielleicht die Anleitung zeigen und auf etwas Gnade hoffen, aber verkackt hast du es trotzdem.
So, Ladys, ist das so? Oder beginnt jetzt das große Schweigen? Ertappt …
Gruß an meine Lesewesen.
Euer Tim




Mittwoch, 27. Mai 2026

Projekt 52, Mai - die fünfte

 

52 Themen - 52 Wochen - 52 Fotos
eine Mitmachaktion von Sari auf heldenhaushalt.de



Thema Nr 5 für Mai heißt LED

Was zum Geier schreibt man zum Thema LED? Eine Ode an die Leuchtiode?

Der Sohn hatte eine Schreibtischlampe, die eine LED Leuchte drin hatte. Die hat ewig gebraucht, bis sie richtig hell geworden ist. Ich fürchte, das ist das Aufregenste, was ich über LED schreiben kann.

Ich wüsste jetzt aus dem Stand nicht, wo wir überall LED Leuchten haben .. 

Aber es geht ja beim Projekt 52 nicht unbedingt um den Text, sondern ums Bild. Und da springt mir spontan die niedliche kleine Lampe von Tochter ins Auge.

Tochter hat uns zu Weihnachten eine Lampe in Form einer Eichel geschenkt, die ist komplett aus dem 3-D-Drucker entstanden. Fand sie faszinierend und wir auch.
Die kleine Leuchte-Eichel sieht wirklich süß aus und hat ein LED Lämpchen drin.


by night

by day



Montag, 25. Mai 2026

Mein Lebens -ABC "S"

 Mein Lebens ABC

eine geniale Mitmachaktion
von Sven auf aquarium.teufel100.de


Es geht darum, jeden Buchstaben des Alphabets

mit einem mir wichtigen Ereignis zu verbloggen




S

S wie Steckerl-Eis

Kam mir spontan in den Sinn beim Buchstaben S. Das Steckerleis hat mich durch meine gesamte Kindheit begleitet. Ich liebte Steckerleis! Für alle außerhalb Bayerns, ein Steckerleis ist ein Eis am Stiel. 
Meine ersten Kontakte mit Eis kamen im Tante-Emma-Laden "Giering" 50 Meter von unserem Haus entfernt zustande, wo wir Kinder uns ständig dieses unsägliche Wassereis holten. Für 10 Pfennig gefrorenes Zuckerwasser lutschen, das war toll! Erst musste man die Plastikverpackung aufbeißen und die Fetzen voller Verachtung zu Boden spucken. Dann konnte man das Eis aus der Tüte quetschen und lutschen. Ganz toll.



Am Kiosk beim Spielplatz, der den Namen "Milch-Bar" trug, hing eine Eistafel von Langnese. Manchmal reichte das Geld nur für ein Mini-Milk, aber mein Liebling war das Caretta Eis. Oder auch Capri. Ich mochte sogar, wie die Lippen erstmal dran kleben blieben, wenn man es in den Mund steckt. Außer Caretta holte ich mir auch oft Cola Fit und Dolomiti. Einfach klasse, wenn du verschwitzt vom Toben auf dem Spielplatz mit einem kalten Eis auf einem Klettergerüst balancierst und genüsslich reinbeißt! Ich mochte dieses Gefühl, das war "alles-ist-gut" und die Kinderseele auf Normal-Null.



Mama hat uns auch oft ein Steckerleis versprochen, wenn wir beim Einkauf in der Stadt brav waren. Und wenn wir besonders brav waren und Mama gut drauf, gab es sogar ein "Schlecker-Eis", das ist eine Kugel Eis in der Waffel - von der Eisdiele höchstpersönlich! Ein kleines Event, jedes mal!

Später, als ich mehr Kohle hatte als 50 Pfennig, holte ich mir gern ein Cornetto Erdbeer. Das war ein Level höher als Caretta. Ich kann es heute noch schmecken, das war wunderbar! Erst hast du am Papier geknibbelt, um es in einem Streifen abzuziehen, dann wurde der Deckel entfernt und der erste Biss ins Eis war königlich!




Meine Liebe zu Steckerleis verschwand unbemerkt irgendwann und entflammte erst wieder, als ich mit meiner Tochter schwanger war. Dann war ich ganz wild auf Caretta Eis! Konnte nicht genug kriegen - das waren meine Schwangerschaftsessiggurken. Caretta Eis zu jeder Tageszeit. Die Gier verschwand auch wieder nach der Geburt. Beim Sohn wollte ich mich von Dosenananas ernähren, haha!

Vielleicht sollte ich mir mal wieder so ein Steckerleis holen. Obwohl da pfundweise Zucker drin ist und ich nicht soll. Aber ich soll so einiges nicht und mach's trotzdem.
Ich Rebell, ich.



Shortys:

S wie Softcake. Diese mit Orangengelee gefüllten Schokokekse, ich liebe sie! Da wennst du einmal anfängst ...

S wie Schweden. Mein Traumziel-Land. Schweden fasziniert mich, ich würde wirklich gern mal dorthin fahren. Und nicht nur wegen Astrid Lindgren

S wie Spider Murphy Gang. Mit 13 war ich ein glühender Fan der Gruppe. Du weißt schon, die Band, deren "Rosi" jetzt die Menschheit gefährdet und auf der schwarzen Liste steht. So ein Irrsinn! Im Kino hab ich den Film heimlich mit dem Kassettenrecorder aufgenommen, allmächt!

S wie singen. Immer gern - allein, laut. im Auto. Oder im Bad. Terra Titanic von Peter Schilling kann man super mitsingen! Probier's mal aus!

Sonntag, 24. Mai 2026

High Five der Woche mit seinem neuen Freund Sonntags Top 7

 Happy Pfingstsonntag für alle!

Hurra!

Weiß eigentlich irgendjemand, was Pfingsten bedeutet?




Heute vor vielen Jahren hatten die Jesus-Jünger den Mut, wieder zu predigen und der heilige Geist wurde losgeschickt. So ungefähr. Jetzt weißt' es! Lasst es uns feiern! 

Um diesen Tag entsprechend zu würdigen, wird es auch heute die Version des vereinigten Wochenrückblicks im Mausloch geben. Die Sonntags Top 7 von Anita verbrüdern sich mit dem High Five der Woche. Toll, was?


7 Tage - 7 Themen: 

                                                1_Gelesen | 2_Gehört/Gesehen | 3_Erlebnis | 4_Genuss
                                                  5_Drinnen/Draußen | 6_Web-Fundstück/e | 7_Hobbys


1 GELESEN Ja ich bin mitten am Anfang von Stranger Times von C.K. McDonnell. Die doch etwas verschachtelten, langen Sätze brauchen ein bisschen Eingewöhnung, aber ich find's jetzt schon gut! Und ich lese derzeit viele Werbeberichte über Mittelchen und Pülverchen zum Abnehmen, Darmsanieren und Wohlfühlen. Ob das alles so stimmt? Ich hab ja seit einigen Monaten so ein Kollagen Pulver hier, das ich mir jeden Morgen in den Kaffee rühre. Außer vielen neuen "Babyhaaren", die mir wachsen, ist nicht viel passiert - und die sind weiß und störrisch, die Haare, wie verwirrte, abgebrochene Antennen auf dem Kopf. Danke dafür.

2 GEHÖRT/GESEHEN Auffallend oft hab ich diese Woche ELO gehört mit so songs wie Mr. Bluesky und Confusion. ELO mochte ich schon immer! 
Gesehen hab ich Yentl auf DVD. In Tochter's altem Kinderzimmer steht ein DVD Player, da kann man prima sitzen und Yentl gucken, während im Wohnzimmer unten der Mann Fußball schaut.

3 ERLEBNIS  Der Mann ist am Freitag in einen 2wöchigen Urlaubstaumel eingetaucht, wir freuen uns für ihn! Und ich hab eine Elster gesehen, die einfach die Gänseblümchen von der Wiese gefressen hat! Darf die das?

4 GENUSS ja, Freitag! Der Mann hat seine phantastischen Spaghetti Bolognese gezaubert! Das war der absolute Genuss der Woche!!

5 DRINNEN/DRAUSSEN Also draußen sitzen wir grade auf unsere schönen Terrasse und hören den Vögeln beim Gezwitscher zu. Es ist warm, alles ist grün, weiße Blütenflocken fliegen an uns vorbei und es riecht super nach Wiese und dem grillenden Nachbarn.
Drinnen gibt es einen sauberen Badboden - Sabine hat gewischt. Lob und Anerkennung!

6 WEB-FUNDSTÜCKE 




7 HOBBYS eine meiner Lieblingsbeschäftigungen: Mit Karacho aus der Tiefgarage der Arbeit rausfahren und einen Gang hochschalten, um schnell nach Hause zu kommen! Gerne in Begleitung von Metallica oder Judas Priest





5 positive Momente
aus der vergangenen Woche herausgepickt

EINS

Ich hab eine Blaumeise gesehen, die von einem Blaumeiserich angebalzt wurde. Die Dame ist elegant weggeflogen und hat den Typ im Regen stehen lassen. Die Lady hat Stil!

ZWEI

Der Mann hat sich mein Gejammer über die Arbeit geduldig angehört und mir Spaghetti Bolognese gegeben

DREI

Mein Buch ist lustig

VIER

Mangels neuer Serien für meinen Geschmack hab ich jetzt How I met your mother wieder angefangen und finde es klasse!

FÜNF

Am Sonntag - also heute - treffen wir uns in einem Biergarten. Nur der Mann, die Kinder und ich - so wie früher! Da freu ich mich!




Weitere High Five der Woche:

Sari von heldenhaushalt.de

Mira von besinnlich.de


Cute Rat