Mausloch

Servus! Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
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Montag, 5. Oktober 2026

Mein Lebens-ABC "T"

 Mein Lebens ABC

eine Mitmachaktion
von Sven auf aquarium.teufel100.de



Es geht darum, jeden Buchstaben des Alphabets

mit einem mir wichtigen Ereignis zu verbloggen



T

T wie Terry

Was gäbe es für mich Näherliegenderes, als das T unserem geliebten Terry zu widmen!
Terry ist unser, war unser Seelenhund! Wir haben ihn so sehr geliebt! Terry war etwas besonderes, ein außergewöhnlicher Hund! 
Niemand in unserer Familie hatte vor, sich einen Hund zuzulegen. Bis meine Schwester Waldfeger eines Tages in die Wohnung kam und eine Handvoll Hund dabeihatte. Können wir den behalten? Biiittteeeee!
Was blieb meinen Eltern anderes übrig, als ja zu sagen, so niedlich wie der Kleine war.
Dann wurde er größer und wir wussten gar nicht, was das eigentlich für eine Rasse ist. Fakt ist, er hatte eine Menge Fell. Mama vermutete einen ungarischen Hirtenhund. Oder einen Bobtailmix. Oder ein Shaggy? Bis wir ihn zum Hundefriseur brachten und siehe da - einen schwarzen Mopp brachten wir hin, einen Pudel bekamen wir zurück! Terry war ein Pudel! Wer hätte das gedacht!

Pudel sind ja bekanntlich schlau. Stimmt auffallend, Terry war ein sehr gescheiter Hund. Wir brachten ihm eine Menge Kunststückchen bei und er wusste genau, wie er jeden einzelnem von uns begegnen konnte.
Vati war für ihn der Alpha. Schließlich gab er ihm sein Futter. Damit war Platz 1 der Rangfolge schonmal geklärt. Mutti war für die Erziehung zuständig und wir Kinder für die Unterhaltung.

Meine Schwester und ich schickten uns geheime Botschaften, indem wir kleine Zettel zusammenrollten und sie Terry ins Halsband steckten. Dann schickten wir ihn los ins andere Kinderzimmer und warteten gespannt auf Antwort. Dem Hund machte das Spaß.

Sitz, Platz, Roll dich, gib Laut - kein Problem für Terry.

Im Luitpoldhain, einer Parkanlage mit großer Rasenfläche ließen wir Terry rennen. Erst "Sitz und bleib" dann liefen wir quer über die Wiese um aus 300 Metern Entfernung den Hund zu rufen. Terry schießt los wie ein Pfeil und rast auf uns zu! War klasse! Einmal fand das als Wettrennen mit einem Windhund statt, Terry hat sich gut geschlagen.
Was er auch unheimlich gern gemacht hat, war Schlittenfahren!
Mutti ging mit uns zu einem herrlichen Schlittenberg, vorne auf dem Schlitten saß ein Kind, hinten die Mama und in der Mitte der Hund. Los geht's! Terrys Ohren flattern im Wind, es macht ihm sichtlich Spaß! Kaum unten angekommen sprang er runter und flitzt schon wieder den Berg hoch. Nochmal !!!

Gassi gehen war für Terry das Größte. Der Tag war genau eingeteilt - morgens Mama, Mittags und Nachmittags die Kinder, abends der Vati. Am Samstag morgen war ich dran, konnte dann auch gleich Brötchen holen. Sonntag früh die Schwester.

Auf einem Spaziergang lief Terry in ein Feld mit sehr hohem Gras und sprang herum wie ein sehr glücklicher Ziegenbock. Man sah von ihm immer nur die Ohren, die im Sprung nach oben flatterten.
Was Terry noch liebte, war Wasser. Aber nur außerhalb der Wanne! In jeder Pfütze lag er drin, in jeden Brunnen wollte er rein, blitzschnell. Weil nasser Hund riecht wie nasser Hund, musste er dann zu Hause in die Wanne - einem Todesurteil gleich! Ohne Anbinden am Wannengriff ging das gar nicht. Geduldig und zitternd ließ er die Prozedur über sich ergehen, um dann nach dem Abrubbeln wie ein geölter Blitz unseren Gang entlang zu galoppieren. Der Gang war 13 Meter lang, Altbauwohnung.

Als Terry noch sehr klein war, haben wir ihm zu Weihnachten einen Kauknochen geschenkt, der fast größer war, als der ganze Hund. Stolz wollte Terry ihn in Sicherheit bringen und zog den Knochen mit all seiner Kraft mühsam in eine Ecke. Ein anderes mal bekam er eine lange Halskette aus Frolic umgehängt, was ihn eine Weile beschäftigt hat.
Terry musste vor der Wohnzimmertür warten. Drinnen haben wir überall Frolic versteckt und dann die Tür geöffnet. Wild umeinander springend suchte er die Leckelis und war ganz aus dem Häuschen!

Als ich mal nicht aufgepasst hab, hat er mir fast das ganze Cola-Eis weggeschnappt. Caretta mochte er nicht so, aber Cola-Fit! Und Leberwurst! Die durfte man nicht ohne Aufsicht auf dem Küchentisch stehen lassen!
Unser Vati hat ab und zu für den Hund gekocht, ich weiß bis heute nicht, was genau. Ich will es auch nicht wissen, es stank erbärmlich! Wir öffneten panisch alle Fenster. Stundenlang war Vati in der Küche beschäftigt, um den Hund zu bekochen. Wir bekamen Butterbrot oder Dosensuppe. Hahaha!

Den Schrecken schlechthin hat uns Terry eingejagt, als er abgehauen ist. Nach einem Friseurbesuch war der Hund auffällig dünn, das Halsband dementsprechend locker. An einer sehr großen Straßenkreuzung dreht sich der Hund blitzschnell um, schlüpft aus dem lockeren Halsband und rennt quer über diese Kreuzung! Sehr viele Autos waren unterwegs und unser Hund rast los, weil er auf der anderen Seite eine Hündin gewittert hat. Das sind so Momente, wo dir das Herz stehenbleibt! So schnell wir konnten rannten wir hinterher, über die Ampeln natürlich, und konnten ihn einfangen. Die Besitzerin der Hündin hatte ihren Schatz hilflos auf dem Arm genommen um sie vor Terry zu schützen. Die war stinksauer. Und wir einfach nur froh, dass Terry das überlebt hat!

Terry war schlau. Aber auch impulsiv und außerdem ein kleiner Angeber. An der Leine fühlte er sich sicher und hat gerne andere Hunde angebellt, gerne auch solche, die doppelt so groß waren wir er selber. Aber wehe die Sicherheit der Leine fehlte, dann war er auf einmal ganz klein mit Hut! Angeber!!

Aber er war auch loyal, sehr sogar. Vati war ja sein absoluter Held, jeden Tag um die gleiche Zeit wollte Terry ans Fenster. Dann sprang er auf den alten Hocker, stellte die Vorderpfoten aufs Fensterbrett und starrte in Richtung Straße. Die Straßenbahn fuhr ein, ca 200 oder 300 Meter vom Haus entfernt. Noch eine Straßenbahn. Dann kam die richtige, der Hund wusste das irgendwoher, denn sofort begann er zu wedeln. Dann, nach einer Minute wurde der Hund hibbelig und aufgeregt, der Vati kam den Weg entlang gelaufen und Terry winselte, wedelte und war überglücklich! Mein Alpha kommt!!!
Woher das Tier diese innere Uhr hatte und woher er wusste, welches die richtige Straßenbahn war, bleibt ein Geheimnis! Vati wurde begrüßt, als wäre er von einer jahrelangen Expedition heimgekehrt und nicht nur vom Büro.

Man konnte mit ihm rennen, spielen, Quatsch machen, ihm Sachen beibringen und vor allem schmusen! Ich spüre es noch ganz genau, wie es sich anfühlt, ihn hinter seinen großen Ohren zu kraulen, wie sich sein Bauch anfühlt, sein weiches Fell. Ich vermisse ihn schrecklich!



Die Fotos sind mit KI bearbeitet, in den 80ern war die Qualität der Bilder nicht so berauschend.

Original - KI Bild












Terry
1978 - 1992




Shortys:

T wie Tanzen. Mit 16 in der Tanzschule hatte ich unfassbar viel Spaß!

T wie Towonda! Mein Pseudonym, entdeckt im Film "Grüne Tomaten" als Kampfruf von Idgie Threadgoode, wenn sie die Angst vertreiben wollte

T wie Titanic. Den Film hab ich glaub ich 4x im Kino gesehen und noch öfter zu Hause

T wie Tears in Heaven von Eric Clapton. Ein Herzenslied!





Montag, 27. April 2026

Mein Lebens ABC - R

 Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100.de





R

R wie Rast. Ich bin ja gern unterwegs. Ab und zu geht's in die Innenstadt zum gucken und goochern (goochern ist fränkisch und bedeutet bummeln), manchmal unternehmen wir einen schönen Spaziergang oder einen Ausflug in eine andere Stadt. Mach ich gern! Die Natur genießen, schöne Sachen sehen, neue Bücher oder witzige Deko Dingers und haufenweise Kultur! Alte Kirchen haben es mir angetan, Burgen und Schlösser.
Wobei mir dann regelmäßig die Phantasie durchgeht und ich mir vorstelle, wie viele Menschen diese alte Treppe schon genommen haben, wie oft diese eisernen Türgriffe schon gedrückt wurden oder welcher historische Popo saß schon auf diesem antiken Canapé ?!
Ich stell mir vor, wer vor mir durch diesen Park flaniert ist und wie oft dieses uralte Geschirr benutzt wurde. In alten Burgen oder Residenzen kann man von Zimmer zu Zimmer gehen und altehrwürdige Atmosphäre spüren. Das ist faszinierend!

Würde ich hemmungslos laufen können, würden wir viel wandern gehen oder Radtouren starten. Aktuell muss ich mich dopen, um Tagesausflüge durchzuhalten, das ist ein notwendiges Übel. Sonst verende ich auf den letzten Metern und muss womöglich zurückgelassen werden.
Das mögen wir nicht.
Also bauen wir bei jedem Ausflug eine Rast ein. Und ehrlich - ich freu mich auf jede Pause! Nicht nur, weil ich mich dann erholen kann, auch weil es dann meist was feines für mich gibt! Einen Cappuccino oder ein Radler oder gar was zu essen.
Nichts ist schöner beim Stadtbummel, als sich in einem Straßencafé niederzulassen! Oder sich nach der Besichtigung in den Burggarten zu setzen, am See eine Bank anzusteuern oder auch bei langen Autofahrten einen Rastplatz zu suchen - in freudiger Erwartung auf den Proviant, den wir idealerweise dabei haben.

Zu rasten find ich super! Es bedeutet eine kleine Pause bei einer schönen Sache. Kurz hinsetzen, sich sammeln, sich umsehen, die gemachen Fotos angucken und einen Kaffee genießen! 
Das war schon damals toll, beim Wandertag. In meiner Schulzeit bedeutete der Wandertag tatsächliches Wandern, was für eine Horde 10jährige mehr als langweilig war. Wenn du Pech hast, führt die Klasse eine Klosterschwester an, die ein Fan von Volks- und Wanderliedern ist. 
Im Frühtau zu Berge wir ziehn, fallera!
Wenn es dann aber hieß, hier machen wir Rast, erwachten alle 30 Lebensgeister gleichzeitig!

Die letzte herrliche Rast hatte ich vor Kurzem, als wir erschöpft am Main saßen, einem Straßenmusiker zuhörten und ein kühles Bier vor uns hatten. Kann man so lassen, finde ich!

Eine kleine Pause? Okeee!






 Shortys:

R wie Reiberdatschi. Soo lecker und Mamas Leibgericht! Manche sagen auch Reibekuchen, Kartoffelkuchen oder Baggers. Wenn es leise kracht und knuspert, wenn du reinbeißt .. hmm!

R wie Rapunzel, neu verföhnt. Ich liebe diesen Film! Genauso wie Rattatuille! Jeder kann kochen! Herrlich!

R wie Rock'n'Roll aus den 50ern! Als erklärter Oldie-Fan kann ich die meisten Songs mitsingen und fühl mich augenblicklich richtig gut! Rock'n'roll and Rip it up!

R wie Ranunkel. Nicht nur der Name ist lustig, auch die dazugehörige Blume find ich sehr hübsch! 






Samstag, 10. Januar 2026

Mein Lebens ABC - Q

 Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100.de

 

 

Q

Q wie Quasselstrippe. Herrlich, dieses alte Wort! Ich versuche ja derzeit, ab und an alte, vergessene Wörter im Mausloch zu verwenden. Einfach weil es Spaß macht. Und Quasselstrippe ist ein schönes Wort. Etwas Bedeutungsvolles mit Q zu finden ist allerdings ein bisschen schwierig. Qualle oder Quark wollte ich jetzt auch nicht so ..

Es gibt sie überall. Im Kindergarten, in der Schule, in den Öffis, in der Praxis, auf der Straße und im Kino. Die Leute, die den Mund nicht halten können und lieber den ganzen langen Tag fröhlich drauf los quasseln. Gern auch ohne Sinn und Verstand, bla bla bla.

ANSTRENGENDE SOZIALKONTAKTE !!

Manchmal verblüfft mich diese Fähigkeit. Diese Neigung ständig zu reden. Ich hab ja festgestellt, dass ich eher im 'Team introvertiert' mitspiele, also ist mir das ständige Plappern eher fremd. Vor allem, wenn es um smalltalk geht. Das mag ich nicht. So belangloses blabla übers Wetter zum Beispiel. Es ist doch offensichtlich, dass es schneit oder dass es windig ist - warum zum Geier muss man das jemand anderen erzählen? Das seh ich doch! 




Wenn ich einen Bekannten treffe, geht es los mit "Und? Wie geht's? Was machst du so?" Was ich antworte ist immer das selbe: Ja geht schon.
Wenn ich dann sofort ein "und wie geht's dir?" hinterher schiebe, erhalte ich meistens einen Redeschwall, der länger dauert. In der Arbeit ist das hilfreich, weil ich dann nichts persönliches erzählen muss und der Patient das tut, was er am liebsten tut - von sich selber reden. Und ich kann in Ruhe vor mich hin Blut abnehmen. Blöd nur, wenn der Patient nicht mehr aufhört zu reden. Dann muss ich ihn höflich konsequent aus dem Labor schieben.

Kollegen, die ununterbrochen quasseln sind anstrengend. Ich will nicht über Dinge informiert werden, die offensichtlich sind. Mit zahlreichen Begründungen. Weil nämlich. Und antworten ist auch eine Kunst, weil die Quasselstrippe kaum Luft holt beim reden. Also schalte ich mental irgendwann ab.

Ich hab von Leuten gehört, die morgens aufwachen und zu reden beginnen. Eine mir völlig fremde Welt! Wenn ich morgens aufwache, brauch ich niemand in meiner Nähe! Und schon gar keine Informationen! Da muss Kaffee und Ruhe!!

Schlimm sind auch die Dampfplauderer, die mich nicht ausreden lassen, mich unterbrechen und ständig übertrumpfen wollen. Schlimm im Sinne von extrem nervig. 
Wenn ich beim Zahnarzt war und eine Wurzelbehandlung erfolgreich überstanden hab, hat mein Gegenüber mit Sicherheit ZWEI Wurzelbehandlungen geschafft UND DAZU noch ein Gemetzel beim Kieferchirurgen.
Wenn ich von einem gelesenen Buch schwärme, hat der andere in diesem Jahr schon 27 Bücher gelesen, die aus irgendeinem Grund alle viel besser waren - und bekommen eine detaillierte Inhaltsangabe. Ungefragt natürlich.
Und eine Gewichtsabnahme von 5 Kilo, auf die ich stolz bin wird zunichte gemacht, weil der Gesprächspartner nämlich 12 Kilo verloren hat - in kürzerer Zeit mit der besseren Diät. Und dann hagelt es Diättipps, die ich nicht will.





Niemand (außer einigen Wenigen, denen ich von Herzen dankbar bin) geht auf meine Errungenschaften, meine Ziele, meine Erlebnisse ein und hört einfach zu, es wird überboten und mit eigenen Erfahrungen zerredet. Maaaan ist das zermürbend! Deswegen versuche ich, mich so schnell und so elegant wie möglich aus der Situation zu entfernen. 
Auf größere Arbeitstreffen verzichte ich jetzt grundsätzlich. Wenn mehr als 5 Leute zusammenkommen, wird mir das zu viel. Menschenansammlungen und Massen sind nichts mehr für mich, da hau ich heimlich ab - oder geh erst garnicht hin.

Stille Wasser sind tief - und mir auf jeden Fall lieber!

Ich hab Freundinnen, die echte Quasselstrippen sind. Dann bin ich hin und her gerissen, zwischen Sympathie und Fluchtgedanken. Aber weil ich sie mag, lasse ich jeden Redeschwall über mich ergehen. Muss ja nicht viel dazu sagen, weil meins nie so wichtig sein kann wie ihrs  und weil ich sowieso nicht zu Wort komme. Dann höre ich zu, denke meine Antworten und speicher das Gehörte ab. 

Die Lösung? Mein Blog! Wie wunderbar entspannend, meine eigenen Gedanken einfach aufzuschreiben - da kann ich so, wie ich will. Mit Musik dabei. Ist das nicht genial?!
Und niemand quatscht mich zu.

Ich kann prima aus dem Allein sein und aus der Ruhe meine Kraft schöpfen. Das brauch ich auch immer wieder, damit ich für die Plaudertaschen dieser Welt genug Energie hab!



Shortys:

Q wie Quark-Käsekuchen, was ganz feines! Aber bitte mit Mürbteigboden

Q wie Queen Charlotte, ein Spinn-off der großartigen Serie Bridgerton. Mag ich beide sehr

Q wie Quizsendung. Ab und zu schau ich die gern, damals lief Der große Preis im ZDF, war ein Familienevent! Meine Mom saß gemütlich im Sessel mit Stift und Zettel und hat notiert, wieviele Fragen sie gewusst hat. Ich durfte aufbleiben, bis Wum und Wendelin dran waren








Mittwoch, 3. September 2025

Mein Lebens ABC - O

Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100.de



O

O wie Optimismus. Ich kann nicht anders, ich muss für das O den Optimismus wählen. Schließlich hab ich das positive Denken gefressen, seitdem erfüllt es mich.

Sabine Optimismus Bergbauer

Manchmal ist es nicht so einfach, meinen unerschütterlichen Optimismus von meiner mir eigenen Naivität zu unterscheiden. Nur Kenner können das.
Und ich kann mir alles schön reden. Das ist ein Überlebensinstinkt, reine Taktik. Wenn ich nicht mit einem ständigen "das ist ok so" oder "war ein Versuch wert" herumlaufen würde, was wäre das für ein Elend? 
Optimismus ist eventuell angeboren. Die Gesellschaft, der Alltag oder die Politik können da nicht die Finger im Spiel haben, das wäre kontrovers. Der angeborene rosa Blickwinkel wird bei mir massiv geboostert (schau, was ich für coole Sätze schreiben kann) 
durch Kontrahenten in der näheren Umgebung: echten Pessimisten.
Wenn der Schwarzseher auf den Pinkseher knallt, knickt man entweder ein, weil die schweren Gedanken eben schwerer sind - oder die rosa Gedanken festigen sich und glitzern sogar ab und zu!
Das ist faszinierend, je negativer mein Umfeld ist, desto positiver bin ich geladen! Ist das Physik? Wer weiß das schon, Physik ist nicht meine Stärke.
Mein Hirn suggeriert mir ständig, dass alles halb so wild ist. Wenn mir einer blöd kommt, ärgere ich mich zwar und kann gegebenenfalls gut zurückpfeffern, aber mein Kopf flüstert mir sofort zu, dass dieser Mensch im Grunde halt einfach nur ein Depp ist. Da kann er wohl gar nichts dafür, Depp ist Depp. Vielleicht fehlt da eine Erziehung? Oder das gute Umfeld? Oder er hat einfach von Anfang an ziemlich Pech beim Denken. Ein Depp halt, da kannste nix machen. 

Ständig das Gute zu suchen und auch zu finden beruhigt mich ungemein. Ich bin ein "Glas-halb-voll-Haber". 
Es regnet? Blöd jetzt, aber hört schon wieder auf! Und Regen ist wichtig. Danach riecht es gut!
Es ist kalt? Ist doch völlig ok, dicke Jacke, Decke, heißen Tee. Hoher Kuschelfaktor!
Das Gewicht geht nicht runter? Ärgern, aber dann - wird schon werden. Dein Körper ist kein Gerät.
Der Computer spinnt? Hol einfach eins der Kinder zu Hilfe.
Ein fieser Zahnarzttermin - geht auch vorbei. Bereits getestet.
Der Bub fliegt nach Amerika für 3 Wochen ungebremstes Abenteuer? ... Jaaahhh er wird wieder zurück kommen. Ich gebe zu, das ist ein harter Brocken. Ich mach mir so viele Sorgen! Was, wenn sie eine Panne haben, mitten auf der Route irgendwas in der Wüste? Wenn sie einen Unfall haben? Wenn sie überfallen werden? Wenn sie ihren Ausweis verlieren? Wenn sie nicht weiter wissen? Wenn sie in Las Vegas aus dem Casino kommen und der Camper ist weg? Wenn da ein verwirrter Amerikaner mit ner Knarre steht?
Da hat mein weichgespültes Hirn alle Hände voll zu tun mit schönreden. Wird schon alles gut gehen, der Bub und seine Fee sind ja nicht doof. Und erwachsen. Und vernünftig. Das werde ich zumindest der Oma sagen beim nächsten Besuch.*
 

Ich kann sehen, was passiert, wenn man alles nur schwarz und dunkelgrau sieht. Man steht sich selbst voll im Weg rum und hat ständig schlechte Laune, wer braucht das? Je deutlicher ich das vor der Nase hab, desto gelassener werde ich. Dann setze ich mich hin und schreibe die High Five der Woche, spätestens dann merke ich, dass immer irgendwas Gutes zu finden  und nicht alles grau ist. 
Sondern pink gesprenkelt. Mindestens!




Shortys:

O wie Oktober. Mein Monat! Ab Oktober ist die Affenhitze des Sommers vorbei, Blätter sind schon bunt, ich kann aufatmen!

O wie Ordensschwester. Fester Bestandteil meiner Schulzeit. Ich hatte immer Respekt vor dieser Wahl des Lebens.

O wie Oma. Ich liebe es, meine Mama jede Woche zu besuchen! Seit die Kinder da sind, heißt Mama einfach nur Oma. Oma ist wunderbar!!

O wie Olive. Ich mag Oliven sehr, nicht nur in griechischen Salaten, da aber zwingend!



 



 * der Bub ist wohlbehalten wieder heimgekehrt. Passiert ist nichts :)

Samstag, 5. Juli 2025

Mein Lebens ABC - N

 Mein Lebens ABC

  
Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100
  

N

N wie Neptunschule. So hieß die letzte Bastion vor dem Arbeitsleben. Dort bin ich nur gelandet, weil ich im zarten Alter von 16 Jahren stinkefaul war und nur mein Vergnügen im Sinn hatte. Ein richtig fieser, pubertierender Teenager voller Blödsinn im Kopf. (Liebe Grüße gehen raus an meine arme Mama!)

Die Schulkarriere nahm nie so richtig Fahrt auf, gegen 9. Klasse Realschule kam ich so ins Holpern, dass ich wiederholen musste und schließlich die Quittung für  mein ständiges  Desinteresse bekam - ab auf die Hauptschule! Jetzt heiß das ja Mittelschule, warum auch immer, aber damals hieß es Hauptschule. Mit dem Wort allein schwingt schon eine Ahnung von "Unterschicht der Schüler" mit. Die Guten ins Gymnasium, die anderen Guten auf die Realschule, der Rest auf die Hauptschule. Jedenfalls empfand ich das damals so.

Und ich war erstmal leicht geschockt. Trotzdem machte ich mich am ersten Schultag auf zur neuen Schule. Das war aufregend, nicht nur weil ein Schulwechsel immer aufregend ist, sondern auch weil ich aus einer Mädchenschule komme und auf dem Weg in eine gemischte Klasse war.

Zum Glück war ich nicht die einzige Neue, da fand sich noch ein gescheiterter Newcomer, wir wurden beste Freundinnen. Und hatten eine Menge Spaß! Sie war ein echtes Showgirl, keinerlei Berührungsängste, sehr offen und ein richtiges Tanztalent. 

Wir haben ein Referat mit Musikuntermalung von Madonna gehalten, unterm Tisch mit winzig kleinen Karten MauMau gespielt, mit den anwesenden Jungs geflirtet, viel mit den Lehrern diskutiert, Schuhplattler getanzt und auf der Abschlussfeier eine echte Show hingelegt! 

Nebenbei den Abschluss mit 1,9 gemacht, nachdem der Druck raus war und der Stoff doch etwas einfacher, da flutschte es endlich! Manchmal kommt die Erkenntnis reichlich spät.
Der Stoff war auch interessanter. In Geschichte zum Beispiel bin ich beim Thema Industialisierung und 2. Weltkrieg gelandet - das motiviert viel mehr zum Aufpassen, als ewig nur die Lebens- und Krönungsdaten der ganzen Heinrichs und Friedrichts und Ottokars auswendig zu lernen. 
Auch das Klassenklima war anders. Während in der Realschule überwiegend brave Mädels saßen, die schweigend mehr oder weniger interessiert zuhörten ging im Hauptschulzimmer ziemlich die Post ab! Das war aktiver Mitmach-Unterricht. Viel lustiger!

Die Mädels in der Klasse waren prima, wir haben uns alle gut verstanden. Wir waren zu fünft, 5 verschiedene Persönlichkeiten aber alle total in Ordnung! Eine davon, SaSo, hab ich später auch noch ab und zu getroffen, leider hab ich mit meinem Hirnsieb ganz, ganz viel wieder vergessen. Neulich haben wir uns zufällig getroffen und gleich beschlossen, uns mal zu verabreden. Ist schön, alte Schulfreundinnen wieder zu sehen! Vielleicht kann sie meine Gedächtnislücken wieder auffüllen.
 
Mit Showgirl auf Klassenfahrt war ein Erlebnis! Wir haben lautstark die Jugendherberge  von Augsburg bevölkert. 6-Bett-Zimmer für einen Haufen 16jährige, das schreit ja nach Stimmung in der Bude! Abends, nach einem heimlichen Abstecher in die Bar an der Ecke, sah man überall in den Gängen und Ecken Schüler herumschleichen. Das war verboten, weil Nachtruhe, und was verboten ist, macht Spaß! Überall Gekicher und Herumgehusche, wenn ein Angestellter zum Kontrollgang kam, fix ins nächste Zimmer geschlüpft und unter diversen Bettdecken versteckt.
Kichern! Showgirl und ich sind dem Hausmeister fast in die Arme gelaufen und versteckten uns mutig hinter dem Vorhang am Fenster. Ohne zu atmen, der arme Hausmeister ging direkt an uns vorbei. Glück gehabt! Bis sich der Ameisenhaufen von Schülern beruhigt hatte und endlich müde wurde, war es schon fast wieder hell. Beim Frühstück wurde sich wissend angegrinst - mal heimlich, mal mit hochroten Ohren.

Im Endeffekt war dieses letzte Jahr in der Neptunschule ein sehr lehrreiches. Nicht unbedingt, was den Lehrstoff angeht, davon hab ich komplett alles vergessen.
Mehr war den Umgang mit anderen betrifft. Wie man sich gegen lautstarke Jungs durchsetzt, dass Lehrer auch nur Menschen sind, mit denen man diskutieren kann, die spürbare Nähe zur Realität. Diese hat in der Realschule gänzlich gefehlt, dort war alles mehr oder weniger theoretisch. Fakt ist, aus der Neptunschule bin ich viel selbstbewusster rausspaziert, als aus der Realschule.

Wenn ich eine Chance zur Wiederholung hätte, würde ich trotzdem besser lernen. Disziplinierter und mit Blick auf meine Zukunft.
Aber dieses letzte Schuljahr hat schon echt Spaß gemacht!




Shortys:

N wie Nebel. Nebel find ich ganz toll. Sofern ich nicht gerade auf eine einsamen Landstraße unterwegs bin. Nebel hat so was geheimnisvolles!

N wie Nüsse. Ich liebe Nüsse! Erdnüsse, Macadamia, Cashew, Nusshörnchen, Nusskuchen, Nusseis, die Erdnuss-Soße beim Asiaten.

N wie die Nacht der Abenteuer, ein toller Film mit Elisabeth Shue von 1987

N wie nachts unterwegs. Ich glaube, ich bin ein Nacht-Kind. Früher schon und jetzt immernoch. Ich mag es, nachts unterwegs zu sein. Wird nur immer seltener. Mein Yang ist stärker als mein Yin


Samstag, 10. Mai 2025

Mein Lebens ABC - M

 Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100


M
M wie Muffel. Ich fand, das ist ein lustiges Wort - Muffel! Ein Muffel ist entweder die kleinste Unterart eines Mufflons, oder einer, der sich ablehnend oder desinteressiert zeigt. Also keinen Bock hat.
Es gibt viele verschiedene Muffel - Tanzmuffel, Faschingsmuffel, Morgenmuffel oder Sportmuffel. Und noch einige mehr. Rolf Zuckowski hat sogar mal ein Lied über Muffel geschrieben!
Hiermit bekenne ich offiziell: Ich bin ein Muffel! So, jetzt isses raus.

Ein Morgenmuffel bin ich zum Beispiel durch und durch. Ich hab mal von Wesen gehört, die morgens ganz früh mit Schwung aus dem Bett hüpfen und fröhlich den Tag begrüßen. Wie Schneewittchen. Ich bin mir sicher, das sind Märchen. Wer macht denn sowas?
Aufstehen ist eine Qual für mich, vor meinem Spiegelbild erschrecke ich morgens regelmäßig und bevor ich nicht meinen Kaffee hab, sollte mich niemand ansprechen!
Gefahr!!  Gefahr!!  Gefahr!!
Nach dem Kaffee wird's besser. Ansprechen sollte man mich aber trotzdem nicht, frühestens wenn ich fertig gewaschen und gestriegelt aus dem Bad komme, dann geht's.

Ein Faschingsmuffel bin ich, weil ich in der Hinsicht schon sehr in Franken integriert bin. Damit ist der Grundstein der Faschingsverweigerung gelegt, den Rest macht die bescheuerte Musik und dieses "Jetzt wollen wir fröhlich sein!" gepaart mit meist lächerlichen Kostümen. Die Mama einer Freundin wollte mich überzeugen, wie toll diese Prunksitzung ist, zu der sie gleich aufbrechen. Sie zog sich ein rot/weiß geringeltes T-Shirt an, klemmte sich eine rote Clownsnase auf und klebte sich ein Glitzerherzchen auf die Backe. Dann sitzen sie an langen Tischen und hören älteren Herren zu, wie sie vermeintliche Witze reißen. Bam-Baaah!
Bitte nicht!!! Ich erstarre dann und hoffe, dass mich  niemand dazu zwingt!
Fasching für die Kinder ist ok.

Ein Tanzmuffel bin ich, wenn die Musik nicht passt. Oder, alternativ, der Alkoholpegel. Wenn ich nämlich nach ein paar Gläsern Wein oder Bier eine Schlagerparade erschallen höre, kann sogar ich mittanzen! Und nicht nur verwegen mit dem Fuß wippen. Obwohl ich moderne Schlager aus vollem Herzen verabscheue! Übrigens, Standardtanz wie Walzer oder Rumba, das wär genau meins! Oder Boogie Woogie! In der Tanzschule hatte ich ne gute Zeit! Damals. Und in diversen Rockschuppen zu tanzen, war der reine Spaß! Damals.

Ein Modemuffel bin ich, weil die aktuelle Mode eigentlich gar keine ist. Hab ich Recht? Bis auf riesige Sneaker und sehr weite Hosen, was machen denn die '20er aus? Ich finde, bis zu den 2000ern konnte man die Jahrzehnte modemäßig gut unterscheiden. Aber seit 2000 verschwimmt doch alles, oder täusche ich mich da? Bis auf diese unsäglichen, viel zu kleinen Hüftjeans, die den meisten Mädels diese Hüft-Muffins gezaubert haben ?! Oder die Hosen, die den Jungs 5 Nummern zu groß war und der Zwickel um die Knie schlackerte. Furchtbar! Grundsätzlich zieh ich das an, was mir gefällt. Der Mode hab ich mich als Teenie unterworfen, das ist Jahrhunderte her! Nee, ich entscheide selber, wie ich ausseh!

Ein Sportmufffel war ich schon immer. Es gibt Leute, die machen gern Sport, die können gar nicht anders, hab ich gehört. Ist mir unbegreiflich, auch wenn ich weiß, dass Sport gesund ist und fit hält und wat nich alles. Ich mag Sport nicht! Und nicht nur, weil mir alles weh tut, Arthrose lässt schön grüßen. Sport ist mir einfach zu anstrengend!
Bloß mein Hoola Dingens, da zwinge ich mich dazu. Weil ich irgendwann ein Stück der Kette entfernen will, damit das Ding enger wird!
 
Und ich bin ein Smalltalk Muffel. O wie ich dieses seichte Geplänkel verabscheue! Dahergeplappertes Blabla über alle Oberflächlichkeiten dieser Welt, ich mag es nicht und ich kann es auch nicht. Ich war früher mal gut in sowas, aber jetzt ist es mir zuwider. Deswegen gehe ich auch nicht gern zu Veranstaltungen, wo man sich mit den Leuten unterhalten muss.
Da muss ich schon arg wild drauf sein!

Es gibt auch Dinge, zu denen ich JA sage. Das schreibe ich, damit das hier nicht so negativ rüber kommt. Ein positiv angehauchtes Harmonie- und Nostalgiehörnchen, das bin ich!
Das ist doch auch schön.


Shortys:

M wie Marmelade. Erdbeermarmelade auf einem Pfannkuchen, eingerollt mit Zucker drauf!

M wie Mausloch. Ohne Frage eins der wichtigsten Dinge in meinem Leben!

M wie Metallica. Was für geniale songs die Band rausgebracht hat! 

M wie Minimalismus. Hätt ich ganz gern, krieg ich aber nie. Dafür bin ich viel zu chaotisch












Mittwoch, 2. April 2025

Mein Lebens ABC - L

 Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100



L
L wie Lügen. Das L auszuwählen fällt mir ausnahmsweise nicht allzu schwer. Das kommt daher, dass ich vorbelastet bin. Von meinem letzten Buch nämlich! Da geht es um's Lügen und zwar ziemlich dramatisch.

Ganz kurz: Es geht um eine Gruppe von 100 Leuten, die einem Wettbewerb beigetreten sind. Aufgabe: nicht lügen! Sie tragen einen speziellen Sensor am Arm, der jede Lüge sofort enttarnt. Dann ist der Teilnehmer ausgeschieden. Wie schwer es ist, tagelang nur die reine Wahrheit zu sagen oder schreiben, das lese ich grade. In der Geschichte wird bei Niederlage der schlimmste Albtraum des Teilnehmers wahr. Das macht es natürlich spannend!

So. Und da die Geschichte von Ursula Poznanski ist, beschäftigt sie mich den ganzen Tag. 
Lügen. Jeder lügt, oft sogar unbewusst. Dahergesagte Floskeln, die höflich sind aber nicht der Wahrheit entsprechen. Jemand stellt sich dir vor und du antwortest automatisch mit "Angenehm" oder "freut mich". Jemand fragt dich, wie es dir geht, du sagst "Gut". Oder auf die Frage, ob alles ok ist, sagtst du "Ja, passt schon". Damit du nicht mit der eigentlichen Wahrheit rausrücken musst. Logisch! Wer erzählt schon gern seine private Probleme einer flüchtigen Bekanntschaft, einer unsympathischen Person oder einem Vorgesetzten.

Ich glaube, es gibt niemanden, der uneingeschränkt mit der Wahrheit rausrückt, zumindest ohne fiesem Gefühl wegen der Reaktion. 
Meist haben wir doch alle eine Fassade vor uns aufgebaut. Ich bin hundemüde und würde so gern in die Pause gehen, aber die Anfrage, ob ich noch schnell eine Blutabnahme machen könnte, tu ich mit einem gelächelten "Na klar!" ab. Obwohl ich echt keine Reserven mehr hab. Der Laden muss schließlich laufen.
Und man will niemandem vor den Kopf stoßen!
Jemand mit Depressionen kann meistens phantastisch Theater spielen vor anderen Leuten. Oder ein introvertierter Mensch zieht gekonnt seine Show ab, ist lustig und plappert mit den anderen mit - obwohl er innerlich schreit vor Schmerz und nur nach Hause in seine kleine Sicherheit will. Nichts anmerken lassen. Sonst kommen unangenehme Fragen.

* Mir geht's gut, ich kann mich nicht beschweren. Und ich genieße meinen Feierabend.
* Der Tag war ok, wenig Stress, freundliche Menschen um mich herum und pünktlich Feierabend.
- einer der Sätze ist gelogen, aber sowas von!
Merkt man nicht, gell? Weil ich nicht will, dass man es merkt.

Man sollte unterscheiden zwischen Lügen, Schwindeleien und Geflunker.
Für mich sind Lügen die handfesten Granaten, die schlimmen Dinger. Bewusst und mit heftigen Folgen. Ich sag nur Enkeltrick.
Schwindeleien sind doch eher harmlos. Wenn mich ein kleines Kind fragt, woher das Schnitzel kommt und ich mit "vom Metzger" antworte, dann ist das ok. Zumindest für den Moment. Oder so Phantome wie Osterhase, Zahnfee, Christkind und Kollegen. Das sind Schwindeleien, die einen charmanten Charakter haben.
Geflunker ordne ich in die Kategorie "Voll verarscht" ein. Geflunker ist lustig. Als Lehrling wurde ich geschickt, beim Kollegen eine Packung Extrasystolen zu besorgen, ganz ganz dringend! - Ja genau!! Ich bin voll drauf reingefallen. Oder unsere Elfe, die ich mal erschrocken drauf aufmerksam gemacht hab, dass das eben abgenommene Blut geronnen ist! O nein, das schöne Blut! Schlimme Sache, was hast du getan?? Dabei gerinnt pures Blut immer, wenn man es stehen lässt und jetzt weiß sie das auch.

Ich möcht nicht wissen, wie oft ich heute schon geschwindelt hab. Allein ein gelächeltes "nein, das macht mir nichts aus" erhöht das Lügenkonto in den allermeisten Fällen.

Wenn ich nur die reine Wahrheit aussprechen würde, wäre meine gesamte Umwelt beleidigt, wütend, vor den Kopf gestoßen oder mega enttäuscht. Wer will denn das? Eigentlich irre, wenn man sich das mal überlegt.

Und dann gibt es noch die Lügen, die notwendig sind. Gutgemeint und sinnvoll.
Wenn dir dein 4jähriger ein gemaltes Bild präsentiert und dich erwartungsvoll anstrahlt, dann hast du das Meisterwerk zu loben, und zwar lautstark! Ganz egal ob du was erkennen kannst oder nicht.
Wenn jemand für dich kocht und sich stundenlang Mühe gegeben hat, dann findest du das Essen super! Oder zumindest interessant, bei Bedarf.
Wenn du jemand hilfst, der Hilfe braucht, dann lässt man den anderen wissen, dass man ihm gerne hilft. 
Und ein Verletzter, der Angst hat, wird optimistisch getröstet. Man sagt einem weinenden Unfallopfer nicht, "ouh Shit, das wird nix mehr!" - sondern das universelle "Alles wird gut."

Also, die Lügerei hat viele Gesichter. Wenn man den Dreh raus hat und die richtige Dosierungen kennt, finde ich es absolut ok, sich durch den Alltag zu schwindeln. Ein bisschen jedenfalls. Solange man sicher sein kann, niemanden zu verletzen oder fies hinters Licht zu führen.

Diesen Beitrag hab ich mit reinem Gewissen geschrieben - und das ist die pure Wahrheit!


Shortys:

L wie Lasagne. Unschlagbar fein in diesem Förmchen, wenn der Rand noch brutzelt

L wie Labor. Seit 1989 meine Arbeitswelt und ich finde es immer noch nicht langweilig!

L wie Limahl. Mit 13 hingen Poster von ihm an meiner Wand, ich war ziemlich verknallt

L wie das Leben des Brian. Ich kann den Film komplett mitsprechen!





Samstag, 1. März 2025

Mein Lebens ABC - K

 Mein Lebens ABC

Wörter, die in meinem Leben wichtig sind
von Sven auf aquarium.teufel100


 

K

K wie Kleidung. Ich will jetzt nicht damit anfangen, dass Kleidung in meinem Leben eine wichtige Rolle spielt - da geh ich jetzt mal stark davon aus, dass das bei jedem so ist. Jedenfalls hoffe ich das. 
Aber wenn man so drüber nachdenkt, scheint es mir doch interessant und etwas amüsant, was man so im Laufe seines Lebens an Kleidungs-Stilen durchgemacht hat.
Auf gut deutsch: Was hab ich mir nur dabei gedacht?

Gut, wenn man Kind ist, kann man nichts dafür. Und es interessiert einen auch nicht. Nicht einmal, wenn man auf dem Klassenfoto einen Latz-Rock aus Cordstoff anhat - in dunkelbraun! Oder mit einer gelben, gestrickten Hose unterwegs ist. Das waren die 70er, da war alles gelb und braun und orange und irgendwie auch alles aus Cord oder Wolle.
Allerdings wäre die gelbe Strickhose, die Mama übrigens selbst gestrickt hat, die wäre heute wahrscheinlich schwer angesagt!! 

Als ich zum allerersten Mal realisiert hab, was ich so trage und was ich tragen könnte, da war ich 8. Durch Zufall fiel mir eine Jeans in die Hände und ein Sweatshirt, rot, mit dem Aufdruck eines Skateboards. Was war das cool !!! Zeitgleich lief dieser song von Benny im Radio, ich hab mich sehr erhaben gefühlt. Wie die Großen auf unserer Schule.

Als ich 13 war, musste eine schmale Lederkrawatte in blau oder pink mit einem Herrenhut kombiniert werden. Ein must-have! Mein Vati war ganz begeistert, dass ich seine Hüte tragen wollte. Vati und ich waren aber auch die einzigen, meine ich.
Ein Jahr später waren Hüte out und hellblaue Jeans angesagt, die so einen hohen Bund hatten, dass man den Gürtel unter den Schlaufen festgezurrt hat. Eine gewollte Hommage an einen hellblauen Sack. Kombiniert mit einem pinken oder wenigstens rosa Shirt. Und im Winter eine Teddyjacke. Meine war dunkelblau und ich mochte sie sehr. Die Begeisterung hat aber nur 1 Winter gehalten. 
Mit 15 trug ich Miniröcke, die zwei Lagen hatten. Und ich entdeckte die Marke Chewan für mich. Benneton war mir zu affig, aber Chewan war toll. Es mussten weite Hemden sein, gerne auch in Neongelb, hauptsache die Ärmel waren hochgekrempelt, der Kragen weit über den Nacken geschoben und das Ganze mit einem breiten Glanzgürtel fixiert. 
Oder, und das wurde mein Lieblingsoutfit, schwarze enge Jeans, schmale, bunte Ledergürtel mit Nieten lässig um die Hüfte geschlungen, T-Shirt mit Aufdruck von irgendwas (meistens Mickey Mouse), ein schwarzer Blazer, Ärmel hochgekrempelt, kiloweise Klimperarmreifen, Lederbändchen, Plaskikohrringe und dazu entweder Addidas Allround Stiefel oder Cowboystiefel. Da hab ich mich total wohl gefühlt, Hauptsache viel Schwarz!
Später wurde es rockiger und es kam viel Leder dazu. Mein Lieblingsteil war eine Lederweste, die hatte Coladeckel-Knöpfe. Und ich liebte meine Band T-Shirts! Ramones, Die Ärzte, KISS oder Tote Hosen.
Um die Cowboystiefel wurden später auch Ketten gespannt, so wie Sporen. Mann fand ich das lässig!! Schade, dass man damals so wenig Fotos gemacht hat!
Die 80er waren mein Jahrzehnt!

In den 90ern hatte ich erst eine Männerhemd Phase. Ich hab meinem Freund dauernd die Hemden geklaut, lange, weiter Flatterhemden mit fiesem Muster. Fand ich gut.
Danach kam eine knallharte Lila-Episode, alles musste lila und violett sein. Dabei steht mir das garnicht, aber das hätte ich damals niemandem geglaubt.
Lila wurde abgelöst von Kleidern. Lange Kleider in allen Farben, kurze Kleider in schwarz, Samtkleider, Flatterkleider. 
Und dann - schwanger! Dann große Kleider.

Seit die Kinder da sind, mach ich keine Modeexperimente mehr mit. Mit kleinen Kiddies ziehst du das an, was greifbar und irgendwie sauber ist. Hauptsache bequem und Spielplatztauglich.
Seitdem hab ich eigentlich immer den gleichen Stil - Jeans in allen Blautönen, weite Shirts, ein paar Blusen, ein paar Pullis.
Hauptsache weit, ich liebe es, wenn meine Klamotten um mich herumflattern. Je enger, desto bäh.

Ich bin ganz zufrieden. Letztes Jahr musste alles Lindgrün sein, manchmal hab ich so einen Tick und will nur eine Farbe tragen. Ich fürchte, dieses Jahr wird ein rosa Jahr.

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich knielange Röcke tragen. Mit hohen Schuhen. Oder Stiefeln. Ich find knielange Röcke todschick! Leider kann ich mir das in den Wind schreiben, aber in meiner Phantasie laufe ich sehr elegant durch die Gegend!


Shortys:

K wie Käfer. Mein erstes Auto war ein roter VW Käfer. Ein Partymobil! Er hieß Bugily und ich hab ihn von Herzen geliebt!

K wie Kraftwerk. So hieß meine Lieblingsdisco. Da wurde nur Rock und Hardrock gespielt, nach kurzer Zeit hab ich die meisten Leute gekannt - da war Stammpublikum! Cooler Schuppen mit einem überdimensionalem Wandgemälde von Pink Floyds The Wall.

K wie Kuchen. Ich bin eine bekennende Kuchentante! Kuchen könnt ich immer! Käsekuchen, Schokoladenkuchen, Zitronenkuchen, Apfelkuchen .. und dann knallt mir das Universum den Diabetiker-Stempel auf die Stirn. 
Blödes Universum!

K wie Ku'damm 56/59/63. Herrliche Filme, wunderbare Musik, phantastische Musicals! 




die heißgeliebten Lieblings-Schuh'








Cute Rat