Mausloch

Servus! Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
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Freitag, 28. August 2026

The Blognacht - with a little help from my friends

 Jetzt steh ich hier, ich armer Thor, und bin so schlau als wie zuvor.

Das könnte der Leitsatz für diese Blognacht sein. Anna hat mich grade eiskalt erwischt mit ihrem Impuls.

Es ist Freitag Abend, ich freu mich schon den ganzen Tag auf die Blognacht, die heute wieder stattfindet.




Ich bin mit Laptop, Cola und Sack und Pack nach oben gezogen, damit der Mann unten seine Ruhe hat.
Alles ist bereit, kann losgehen!
Und dann kommt Anna mit diesem Impuls um die Ecke:

Investment

Boah. Jetzt bin ich absolut und komplett ratlos. Sofort denke ich an irgendwelche Bankgeschichten, mit denen ich nix anfangen kann.
Was zum Geier soll ich denn zum Thema Investment schreiben??? Hilfe!!

5 Minuten überlegt, keinen Schritt weiter. Wahrscheinlich muss ich bloß um irgendeine Ecke denken um einen Geistesblitz zu kriegen. Zeig mir jemand diese Ecke?
Ich könnte mir vorstellen, die anderen Blognachtmitschreiber haben schon wieder einen Plan, einen ganz tollen. So wie ich es nicht erahnen könnte. Wenn ich mir die jeweiligen Zusammenfassungen der einzelnen Blognächte, die uns Anna immer zur Verfügung stellt, durchlese, bin ich meistens voller "ach soo" und "so rum!" und "gute Idee, so hätte ich es auch machen können!" Wird wieder passieren, da wette ich drauf.

Investment. So was blödes! 
(sorry Anna)

Keine Ahnung. Mensch! Ich erzähl dir mal, was bei mir so los ist. Vielleicht kommt die Erleuchtung beim Plappern. Lass uns plappern!
Gestern war es wieder mal übel heiß. Und schwül. Morgens hab ich Oma zum Arzt gefahren, sie hat die Magenspiegelung super überstanden und wir haben unser Wunschergebnis. Aber die Warterei war anstrengend. Bis wir endlich fertig waren, Oma heimgebracht und ich zu Hause angekommen bin, hatte ich noch eine Stunde Zeit. Dann wollen wir zum Kino!
Es gibt drei Kinofilme, die wir sehen möchten. Den ersten, Toy Story 5, gab es für uns im Urlaub an der Nordsee. Klasse Film.
Den zweiten, Steckerfischfiasko, haben wir noch auf unserer Liste. Wahrscheinlich im Luxuskino, da gewöhnt man sich schnell dran.
Film Nr 3 gaben wir uns gestern. Odysee. Wow, was für ein bildgewaltiges Meisterwerk! Ein paar mal musste ich wegschauen, das war mir zu brutal, aber insgesamt ein beeindruckender Film. Und auch noch auf Riesenleinwand im Cinemagnum!! Volle Dröhnung!

Investment.

Nach dem Kino waren wir essen im Goldenen Posthorn. Das Lokal und unser Alter nähern sich rasant an, ein gediegenes, fränkisches Wirtshaus. Im Schaukasten steht der original Trinkbecher von Albrecht Dürer. Ich hab Dürers Wasserglas gesehen, huii !
Zum Schluss spazierten wir in der Hitze den Burgberg hoch, oben beim Wanderer war's überraschend voll! Da sitzen ja seit Jahrzehnten im Sommer die Leute auf dem Boden rum, trinken Altstadtbier und feiern das Leben. Einer hat immer eine Gitarre dabei. Schöne Atmosphäre da oben! Und ich freu mich, dass sich diese Tradition seit ich mich erinnere nicht geändert hat.



Investment.

Soll ich mal google fragen, was ich mit diesem Begriff anfangen soll? Oder die KI? Ich brauch Hilfe von irgendwoher. Ich könnte Waldfeger anschreiben ..
Investment bedeutet, dass man etwas investiert. Muss ja nicht zwingend Kohle sein. Man kann auch anders irgendwo irgendwas investieren 

Dean Martin haucht mir Bésame  Mucho ins Ohr. Mir wird ganz anders ..

So. Auf Waldfeger ist Verlass. Sie sagt, man kann in Menschen investieren, in Leidenschaften oder in sich selbst, damit man im System nicht untergeht.
Danke liebe Waldfeger, das ist was handfestes!



Also. Investment. In Menschen investieren. Da fällt mir natürlich als erstes das Kind ein. Mir war immer wichtig, das Kind (beide Kinder) gut zu erziehen. Ihm Werte beibringen, so wie es Mama bei mir gemacht hat. Dass man Rücksicht nehmen kann, dass man auch mal verliert, dass man seinen Abfall nicht auf die Straße wirft, dass man Mitgefühl und Empathie zeigen kann. Da hab ich wirklich viel Zeit und Geduld investiert, damit das Kind die richtigen Werte mitkriegt. Sich geliebt fühlt und stark wird. Wenn ich das Kind so anschaue, stark, selbstständig und mit einer grandiosen Lebenseinstellung, weiß ich, dass ich richtig investiert hab. Ab und zu mach ich auch was richtig. 
Kennt wohl jede Mama, du opferst Zeit, Geduld, Geld, deine Identität und alles was du hast, damit aus dem Kind was 'Gscheids wird. Und kaum sind sie erwachsen, kannst du das Ergebnis sehen, dich zurücklehnen und denken jepp, das hat sich gelohnt!

In Leidenschaften investieren. Also das mach ich fast täglich. Seit ich das bloggen für mich entdeckt habe, investiere ich echt viel in mein Mausloch. Vor allem Zeit. Und Gedanken. Und Kreativität. Aber ich krieg viel zurück - vor allem Ideen, viele interessante Leute, die auch bloggen und viel viel mehr Kreativität, als ich investiere. Mein Horizont wird erweitert und ich lerne andauernd was dazu. Das lohnt sich. Vor allem macht es irre Spaß! Die Zeit, die dabei draufgeht ist gut angelegt. Das Beste ist, durch die Aktion "High Five der Woche" wir mein Blick auf das Positive im Alltag geschärft. Das ist ja mal was Gutes! Ob ich das ohne Mausloch so hinkriegen würde, dieses ständige positive Denken, bezweifle ich.

Ohaa jetzt läuft's aber!

In mich selber investieren, damit ich nicht im System untergehe. 
Nachdem ich grade ganz erschlagen werde von so viel negativen, hasserfüllten und nicht nachvollziehbaren bösen Gedanken und Gerede, muss ich mir einen eigenen "Tanzbereich" schaffen. Das ist mega wichtig! Mir meine eigene, kleine Welt sauber und glücklich halten. Das mache ich eigentlich schon lange, momentan ist es aber umso wichtiger.
Ich suche gezielt nach dem Guten. Ich will und will mich an Kleinigkeiten freuen, mir jeden Tag minikleine Ziele setzen, auf die ich mich freuen kann. So wie der Anblick von Mohnblumen, das Gefühl beim Rollerfahren, der Moment, wo ich im Bett liege und nach meinem Buch greife, der Geschmack des ersten Bissens vom Apfelkuchen. Ich will mir das ganz bewusst machen, damit ich mir selber viele Glanzpunkte über den Tag verteilen kann.




Wow, das kam jetzt geballt! Waldfeger hat mich angestachelt, haha!

In meinem letzten Buch, das ich verschlungen habe, geht es um Alternativ Welten. Das Buch heißt Cryptos von Ursula Poznanski und ist eine Dystopie. Da die Welt durch den Klimawandel fast unbewohnbar geworden ist, flüchten sich die Leute mittels Technik in diverse Alternativ Welten. Da hätte ich meine persönliche Welt schon entdeckt! Sie nennt sich Kerrybrook und stellt ein idyllisches Fischerdorf dar mit viel Grün und Landschaft und gemütlichen Pubs. Da darf man nur rein, wenn man die richtigen Voraussetzungen erfüllt. Dort kann man friedlich miteinander leben, ohne Hass, ohne Krieg, ohne Missgunst. Diese Träumerei passt super zu mir! Ich arbeite fest daran, mir mein eigenes Kerrybrook zu schaffen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten - nämlich mit viel Phantasie und ein wenig Naivität. An den Klippen von Kerrybrook hab ich auch schon meinen imaginären Rettungs-Strandkorb platziert, der passt da gut hin.
Ich will mich nicht runterziehen lassen von der fiesen Realität! Also investiere ich intensiv in meine eigene, kleine Welt. Auch wenn sie nur ausgedacht ist.


Na also, das ist doch was! Und schon hat ein "Investment" seine Schrecken verloren. Manchmal kommt der Geistesblitz von ganz woanders her. Meine Waldfeger ist eben schlau wie ein Fuchs!
Der Beitrag ist fertig und kann in die Welt hinaus. In die richtige. Ich fürchte, in Kerrybrook gibt es kein wlan.

Freitag, 3. Juli 2026

Blognacht #70 - you're my inspiration!


 Guten Abend ihr lieben Mauslochleser!





Ein kleiner, angenehmer Wind weht mir um die Beine. Das liegt daran, dass ich hier im Garten sitze mit meinem Laptop. Und das wiederum hat einen  ehrenwerten Hintergrund:

Blognacht Nr. 70

Hier sind wir wieder und bloggen gemeinsam mit Anna Koschinski, die uns eben alle begrüßt und uns den Impuls für diese Schreibnacht gegeben hat.

Vorbilder

Was ich mit diesem Thema anfangen soll .. oder kann, das weiß ich absolut noch nicht. Fakt ist, dass ich mich grade unheimlich freue, so entspannt im Garten sitzen zu können! Der kleine Wind lässt die beiden riesigen Pappeln gegenüber rauschen, es ist total angenehm und ich schwitze nicht!!! Kein bisschen! Ist das genial?

Zur letzten Blognacht war ich auch schon draußen, allerdings mit ordentlicher Beschallung. Nicht nur die beiden Vogel-Gangs, die sich hier gefetzt haben, auch Rock im Park war ziemlich laut. Heute hab ich ein etwas anderes Hintergrundprogramm. Die Nachbarstochter hat Geburtstag, die Party klingt gerade aus. Nach ziemlich intensivem Hey Pipi Langstrumpf und oben gute Laune, unten gute Laune ebbt der Geräuschpegel jetzt  doch etwas ab. Ist auch ganz angenehm.

Also. Was haben wir? Einen Garten, ein laues Lüftchen, eine einzelne gurrende Taube und einen Impuls. Heidelbeerwein ist heute leider nicht verfügbar, weil der Weg zum Schrank versperrt ist. Es gibt nur popliges Cola aus der Dose. Ohne Zucker auch noch. 

Apropos Zucker, ich muss das jetzt schreiben, auch wenn hier weit und breit kein Vorbild zu sehen ist - ich hab heute meine Blutwerte bekommen und siehe da, der Zuckerspeicher ist so niedrig wie seit Jahren nicht mehr! Jubel!! Wenn man nach diesem Wert gehen würde, hätte ich eigentlich gar keinen Diabetes, so nämlich!!
Alles top, alles im schönsten Normbereich. 
Sabine happy!



Komm mal zum Thema, Frollein! Vorbild. Man könnte ja diesen Begriff erstmal analysieren. Was ist ein Vorbild? 
(Wat is en Dampfmaschin? Da stelle mir uns mal janz dumm. Dat eine Loch, da kommt de Dampfe rein, dat andere Loch - dat krieje mer später)
Sorry, hatte sofort die Feuerzangenbowle im Kopf :)



Wat is en Vorbild? Jemand, der es richtig macht. Jemand, der mir vorlebt, wie es geht. Oder jemand, den ich bewundere und ich so sein will wie er. Oder sie.
Da gabs früher natürlich etliche Personen, die mir etliches vorgelebt haben. Als unsichere 13jährige saugst du alles auf, was von gleichaltrigen so rüberkommt. In meiner Klasse war eine, die fand ich super! Ich nenn sie Streifenhörnchen, weil sie diese todschicken schwarz/weiß gestreiften, engen Hosen getragen hat. Die waren ein bisschen punkig, was mich sehr beeindruckt hat. Solche Hosen hätte ich mich nie tragen trauen! Nina Hagen hatte auch so eine Streifenhose. Mit massig Nietengürtel über der Hüfte und dem obligatorischen Netzshirt. Außerdem hatte Streifenhörnchen eine wilde Kurzhaarfrisur und war optisch insgesamt sehr rebellisch. Und frech war sie auch. So eine charmante Art, frech zu sein. Was die sich alles getraut hat! Gab der Lehrerin Widerworte!! Stellte Tatsachen infrage. Scherte sich nicht um die Meinung der anderen. Trug Schminke !!!
Wow! Ich war fasziniert. Streifenhörnchen hat von unserer Lehrerin Sr. Theodora des Öfteren ein Stück Kreide an den Kopf geworfen bekommen, was ihr aber nichts ausmachte. Im Gegenteil, sie lachte laut. Das hat mich noch mehr fasziniert!
So ein bisschen Streifenhörnchenart hätte ich auch gern gehabt. Aber ich war ein Feigling. Nur im Kleinen rebellisch. Ein Taschenrebell. 
Es würde mich interessieren, was aus Streifenhörnchen geworden ist. Ob sie immer noch so taff ist wie in 1983.

Ein richtiges Vorbild war sie aber dennoch nicht, eher jemand, der leuchtet. Da waren einige in der Schule, die geleuchtet haben. Die sich was getraut haben, die nicht still waren und mit den Lehrern diskutierten. Ich konnte das nicht. Für mich war der Lehrer automatisch eine Respektsperson und zack, war ich still.  

Bei Madonna war es ähnlich. Ich seh mich noch mit 15 im Bad, die Bravo in der Hand im verzweifelten Versuch, mich genau so zu schminken, wie Madonna auf dem Bild. Natürlich hatte auch ich eine Tüllschleife im toupierten Haar und Röckchen und Klimperschmuck und Ledergürtel und bunte Strumpfhosen. Seit dem Erscheinen des Videos zu "Like a virgin" waren die meisten Mädchen in meiner Umgebung genau so wie ich völlig in ihrem Bann und wollten so sein wie sie! Inclusive laszivem Singen vor dem Spiegel.
O mann!



Ein Vorbild, das man nachahmen will. Zumindest in dem Alter.
Mir sind viele Leute begegnet, die ich bewundernd beobachtet hab. Meistens waren das Mädels, die mutig waren. Die ihren eigenen Stil hatten und sich was getraut haben. Die waren laut und lustig. Hatten so eine mitreißende Art, die ich auch gern gehabt hätte. Ich seh mich rückblickend eher als Mitläufer.
Sie waren the leader of the pack - ich war das pack. Spaß hatte ich trotzdem!

Ein bisschen pack bin ich heute noch. Eher still, wie man beim Blognacht zoom vielleicht schon bemerkt hat, eher beobachtend. Und das, obwohl ich das eigentlich gar nicht so unbedingt will, es kommt einfach wie es kommt.
Dafür hab ich dann mein Mausloch. Hier möchte ich nicht still sein, hier fallen die Hemmungen. Aber hallo!

Hab ich heute ein Vorbild? Nicht direkt. Es gibt niemanden, dem ich verfallen bin und nacheifern möchte. Da sind eher viele verschiedene Leute, die alle eine bestimmte Eigenart an sich haben, die ich richtig gut finde. Und auch gerne hätte.
Da wäre zum Beispiel die Engelsgeduld von meiner Schwester Waldfeger. Es ist einfach unglaublich, wie geduldig sie sein kann! 
Die Gelassenheit meiner Kollegin Elfe, die irgendwie nie schlechte Laune zu haben scheint und fast nie jammert. Das ist mir zwar etwas unheimlich, aber auch bewundernswert.
Die Fähigkeit meiner Chefin, sich scheinbar alles merken zu können. Alles! Wie der Patient von 9:30 von letzter Woche Dienstag hieß, seine Diagnosen und was er für ein Dokument brauchte - und warum. Ich bin froh, wenn ich die Leute von vor einer Stunde noch zusammenkrieg.
Der Fleiß meines Mannes. Tief in seinem Wesen ist er glaub ich ein Heinzelmännchen. Kleines Beispiel: Während ich zutiefst erschöpft nach dem Wochenendeinkauf auf das Sofa sinke und mich auf mein Sushi freue, macht er einen fliegenden Wechsel in den Garten um den Rasen zu mähen, repariert irgendwas oder streicht noch fix eine Wand, ehe er das nächste Familientreffen organisiert.
Der immense Wissensschatz meiner Mama. Sie weiß soviel, hat ein sehr umfangreiches Allgemeinwissen, das imponiert mir! Wenn mich jemand was fragt, antworte ich meistens - frag die Oma! Die weiß das.
Eine Freundin von mir rockt ihren Alltag alleine mit zwei kleinen Jungs, von denen einer grade in die Pubertät einsteigt. Hat eine eher unschöne Trennung hinter sich, einen Umzug, eine Umschulung und managt alles alleine. Das ist der Hammer, oder?

Ein bisschen was von einem Vorbild haben auch meine Kinder. Weil sie mich beeindrucken. Reisen überall hin, gerne auch ganz allein nach Amerika, machen Abenteuerurlaub und genießen ihr Leben! Stellen Dinge infrage, bilden sich ihre eigene Meinung und sind viel konsequenter als ich. Schon beeindruckend.
Ich würde mich nie trauen, den Jakobsweg zu gehen, selbst wenn ich in der Lage wäre. Oder mit dem Radl durch Holland zu radeln, das wär mir viel zu unsicher. 

Also gut, das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich immer brav und still war. Meine Schwester weiß das und meine Mama auch, ihr wäre es bestimmt anders lieber gewesen. Sagen wir so - ich hab mich ausgetobt.
Da kann ich jetzt im hohen Alter von 55 schon mal mit einem Urlaub im sicheren Strandkorb zufrieden sein. Hahaha!

Jetzt brauch ich noch ein Fazit, einen schönen Schluss.
Ein großes Vorbild hab ich nicht, nur viele kleine überall verstreut. 
Starke Frauen, die ihren Alltag rocken. Die laut sind und bunt und es so machen, wie sie das wollen. Und die sind es alle wert, ein Vorbild zu sein!





Freitag, 5. Juni 2026

Blognacht mit Rock im Park Begleitung

 Jaa endlich bin ich mal wieder dabei! Heute findet die legendäre Blognacht mit Anna Koschinski statt und ich hab es endlich mal wieder geschafft, mit zu machen. Hurra!

Nachdem ich die letzten Male mit Abwesenheit geglänzt hab, tut das heute richtig gut. 
Ich hab mich kurzerhand entschlossen, vom Garten aus zu schreiben. Weil es grade mal nicht regnet und wir hier einen Sonnenuntergang haben UND weil ich zu faul bin, all mein Zeug nach oben zu tragen UND weil ich vielleicht ein bisschen Rock im Park mitkriege, das hier ein paar 100 Meter neben mir stattfindet. Heute spielen Volbeat. 
Es ist zwar etwas frisch hier draußen, aber ich zieh das jetzt durch! Ich hab hier Heidelbeerwein, der wärmt von innen. Schlau!
Man gönnt sich ja sonst nichts.

Dank dieser eleganten Überleitung bin ich nämlich schon mittendrin im Thema des Abends!
Der Impuls lautet genau so - man gönnt sich ja sonst nichts!

.
Eigentlich ein für mich gefährliches Thema. Ich fürchte, ich nehme es mit der Gönnerei grade ein bisschen zu intensiv. Ich merk das. Momentan hab ich Urlaub, genau in der Mitte und ich bin wild entschlossen, mir alles mögliche Gute zu gönnen! Während der Mann seinen Urlaub nutzt, um fleißig und pflichtbewusst so viel wie möglich im und am Haus zu werkeln, zu renovieren, zu bauen, zu streichen und zu optimieren, neige ich eher zur Trägheit. Zum Genießen und zum Erholen. 
Es ist beides sinnvoll, trotzdem begleitet mich stets das schlechte Gewissen. Na, immerhin hab ich schon meinen Kleiderschrank neu sortiert und 4 Maschinen Wäsche gewaschen. Das ist doch auch was. Urlaub ist kostbar!

Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wenn ich ehrlich bin, und das bin ich natürlich stets (hust), gönn ich mir jeden Tag irgendwas. Auch wenn es nur eine Klitzekleinigkeit ist wie ein Lieblingslied auf dem Heimweg oder ein Joghurt am Abend oder Instagram beim Zähneputzen. Ich will schließlich dafür belohnt werden, wenn ich schon den ganzen Alltag meistern muss! Und streng zu mir selber sein muss, mich zu Dingen zu prügeln, die ich eigentlich nicht will. So wie elend früh aufstehen, zur Arbeit gehen oder all den Papierkram erledigen. Da braucht es eine tägliche Streicheleinheit! Schließlich muss ich den ganzen Tag lächeln und nachsichtig sein, da tut eine Ladung Disturbed im Auto echt gut!




Leider neige ich auch dazu, mich mit Leckerlis zu belohnen. Nachdem ich im open-end-Drama, was meinen Kampf mit dem Gewicht betrifft, eher einer Niederlage entgegenblicke, sollte ich das wirklich nicht tun! Ich weiß genau, was ich sollte. Hab's ja schon mal auf die Reihe gekriegt, bin aber jetzt, 2 Jahre später, verloren auf hoher See. Wie Rose mit ihrer Pfeife. Ich sollte mir nichts Gönnen, was man essen kann.
Also hab ich den Abend heute genutzt, um lauthals in der Küche zu singen. Es ist keiner da, der sich für mich fremdschämen könnte und die Nachbarn müssen da eben durch. 

Weißt du, was ich mir in der letzten Zeit alles gegönnt hab? Ich bin jetzt stolze Besitzerin von 2 neuen Jeans!! Und ich lese grade ZWEI Bücher gleichzeitig! Ich hab eine neue Creme fürs Gesicht, die riecht wie Caretta Eis und sieht aus wie ein Orangensmoothie! Beim Ausflug nach Mainz hab ich mir einen Aperol-Maracuja-Spritz bestellt, boah war der fein!! Und ich war mit dem Bub im Plattenladen! Nachdem er jetzt einen Plattenspieler hat ist er völlig mitgerissen im Schallplattenrausch - natürlich hab ich auch Beute gemacht. Hab mir Platten von ELO und Buddy Holly und Doris Day geholt. Doris Day singt ganz wunderbar! Ich bin ganz hin und weg!




Somit wäre schonmal unterlegt, dass ich mir durchaus immer wieder mal was gönne. Eigentlich täglich. Weil ich mit Kleinigkeiten schnell glücklich zu kriegen bin. Und Kleinigkeiten, die glücklich machen, die finde ich überall.

Mittlerweile bereue ich ein bisschen, dass ich mich zum schreiben für den Garten entschieden hab. Hier sind zwei Vogel-Gangs, die sich einen erbitterten und allzu lauten Kampf liefern. Krähen vs. Elstern. Ausgerechnet in meinem Garten! Ich glaub, die Elstern haben jetzt gewonnen, die waren in der Überzahl. Hoffentlich feiern die ihren Sieg woanders. 
Rock im Park weht zu mir herüber, da ich Volbeat aber nicht kenne, kann ich keine songs benennen. Es ist nur Bass und Gejohle und Rythmus. Damals, als die Ärzte gespielt haben, konnte ich jedes Lied erkennen! Wenn der Wind günstig steht, hab ich Rock im Park bei mir im Garten!
Gönn ich mir, haha!

Dieser Blognachtbeitrag wäre eigentlich schon fertig. Und das, obwohl wir noch nicht mal Halbzeit haben! Was ist hier los?
Es ist kurz nach halb zehn, die blaue Stunde hat begonnen. Meine liebste Tageszeit. Es ist noch nicht Nacht, aber auch kein Tag mehr, alles fährt runter und es riecht so gut hier draußen!

Nächste Woche geht die Gönnerei übrigens gnadenlos weiter! Ich werde mit Oma und Waldfeger einen Ausflug machen, dahin wo es schön ist, und wir werden zusammen Mittagessen. Ich will zum Thalia in die Stadt und dann will ich noch zum Gartenmarkt, Blümchen holen für das Hochbeet.
Lauter schöne Dinge! Bloggen ist auch dabei und lesen! Viiiel lesen! Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal, das Handy beiseite zu lassen und mich auf das echte Leben zu konzentrieren. Wäre ein Gewinn für mich. Da würde ich mir glatt Premium-Zeit gönnen!

Man gönnt sich ja sonst nichts, so lapidar dahergesagt, ist, wenn man es genau nimmt, ein Unding.
Gönnt euch alles Mögliche! Tut euch was Gutes! Immer und jeden Tag! Und wenn es nur ein Schluck Heidelbeerwein im Garten bei guter Musik ist!




Samstag, 7. März 2026

die geschenkte Blognacht


Einen wunderschönen guten Abend! 

Heute ist es endlich wieder soweit! Heute bin ich nach langer Zeit ENDLICH mal wieder Gast in der Blognacht von Anna! Hurra! 
Anna Koschinski lädt regelmäßig jeden Monat zu einer gemeinsamen Schreibnacht ein. Per Zoom sind wir alle vernetzt und schreiben als nächtliche Bloggerclique gleichzeitig, ein Themen-Impuls ist gegeben.
Ich hoffe, dass ich die Magie, die dieser Nacht  zu eigen ist, wieder spüren kann. Auch, wenn ich ein bisschen zu spät dazugestoßen bin. Ich seh 13 Teilnehmer mit mir und Anna hat mir gleich den Impuls geschrieben. Das ist er:

"Glückwunsch! Du bekommt eine Stunde geschenkt!"

Ha! Was ist das denn für ein tolles Thema?! Eine geschenkte Stunde! Grade heute hätte ich die gut brauchen können, war ein vollgepackter Freitag, fast schon ein bisschen stressig.
Jetzt ist die Frage: Was würde ich mit einer geschenkten Stunde anfangen?

Da schwappen die Ideen über mich wie Konfetti an Fasching. Ich hab so viele Ideen, soll ich die jetzt alle raushauen? Es ist ja oft so, dass der Tag einfach viel zu schnell und klammheimlich vergeht. Du hast endlich Feierabend, den Kopf voller Pläne, was du alles tun willst und zack wird es dunkel und du hast nichtmal die Hälfte geschafft. Da täte eine zusätzliche Stunde ganz gut.
Aber nein, das ist mir zu wenig. Für alltäglichen Kram ist mir eine geschenkte Stunde zu wertvoll. Ich muss mir was anderes ausdenken.
Zusätzliche Zeit wäre super, wenn man grade Spaß hat. Oder einfach, wenn es grade schön ist. Wann ist es schön? Zum Beispiel, wenn ich Lesezeit hab. Nachdem ich grundsätzlich zu spät ins Bett komme, schmälert meine Nachlässigkeit die kostbare Lesezeit im Bett immens. Ich muss das Buch weglegen, wenn die Uhr es mir sagt. Das ist doof, wo es doch grade so spannend ist!
Oder .. mensch, das ist gar nicht so einfach, wie ich gedacht hab. Lass mal überlegen. Wann wäre eine geschenkte Stunde ganz toll? Na, logisch: Wenn ich Zeit für mich habe. Oder haben möchte. Lesen wär schonmal ein Punkt. Vom Lesen kann ich zum Schreiben kommen, ich schreib sehr gern im Mausloch, bloß fehlt mir da so oft die Zeit. Und wenn ich mal so richtig im Schwung bin, muss ich meisten aufhören, weil ich los muss oder kochen oder jemand kommt oder sonstwas. Dann ruft auch gern mal das Gewissen, ordnet mir Hausdienst an. Die Wäsche, die Betten, die Böden. Meine innere Elinor kommt gern mit einem vorwurfsvollen "Was ist jetzt wohl wichtiger?!" daher. 
Ja ich weiß. Schlechte Zeiteinteilung. Als organisierter Mensch könnte ich einen tollen Zeitplan aufstellen, der mir sicherlich auch Schreibzeit erlaubt. Bloß funktioniert das bei mir nicht, dafür bin ich zu spontan. Tja.
So eine zusätzliche Stunde für mich, ohne dass ich mir Gedanken um was anderes machen muss oder Gewissensbisse, das wär schon schön!


Eine Stunde, die nur mir gehört. Niemand quatscht mir rein oder mich an, niemand stört. Coole Sache! Man könnte so eine geschenkte Stunde auch für ganz was anderes nutzen. Vielleicht eine ganze Stunde lang mal im Lieblingsladen stöbern. In meinem Fall wäre es ein Buchladen. Oder eine Stunde lang einfach in ein Museum gehen. Allein, ohne Ziel und ohne Plan. Museen sind toll! Wir haben schonmal einen ganzen Tag im Naturkundemuseum in Wien verbracht - ohne es zu merken! Haha
Eine Stunde etwas tun, was man sonst nicht tut. Was man sich nicht erlaubt oder einfach keine Zeit hat. In einem Straßencafé einfach mal ein Glas Wein trinken. Oder um den See spazieren. Oder sinnlos über Landstraßen brettern mit lauter Musik! Man könnte in so einer Stunde einen ganzen Plattenladen durchwühlen. Oder hemmungslos durchs Wohnzimmer tanzen. Man könnte eine Pumuckl Platte hören - Vorder- und Rückseite! Und - man könnte eine Stunde länger schlafen, der pure Luxus!


Eben war kleine Pause im Zoom und schon haben einige ihr fertiges Meisterwerk präsentiert. Ich bewundere das ja, wenn ein Blognachttext so fix fertig wird. Ich könnte ja die Gelegenheit nutzen, und mal in die Beiträge reinspitzen. Gucken, was die anderen so geschrieben haben. Als Inspiration. Ach nee, dann lass ich mich bloß beeinflussen, das ist nicht gut, denke ich. Erst schreiben, dann lesen.
Anna hat vorhin gesagt, sie wurde mal gefragt, mit welchem Tier ihre Energie zum Schreiben vergleichbar wäre. Und sie identifiziert sich beim Schreiben mit einer Ameise. Fleißig, flink, überall gleichzeitig.
Das gibt mir jetzt zu denken. Was wäre ich für ein Schreib-Tier? Ein Rauhaardackel! Kommt nicht sehr schnell voran, lässt sich von allem ablenken und rennt ein bisschen konfus durch die Gegend. Ist aber auch schnell begeistert und braucht nicht viel. Ha! 


Ich schweife ab. 

Wenn unsere Familie zusammenkommt, freu ich mich jedes mal. Meistens gibt es einen Anlass, Geburtstag oder Osterfrühstück oder Weihnachten. Letztes Jahr gab es einen Weihnachtswunsch, ein Treffen aller Damen der Familie. Wat war das schön! Geplant war eine Teeparty in einem edlen Café, es wurde dann aber einfach ein herrlich entspannter und lustiger Kaffeeklatsch! Sowas mag ich! Ich liebe es, mir die Geschichten der anderen anzuhören. Zu sehen, wie sie begeistert erzählen. Wie es immer lustiger wird und wir vielleicht sogar ein bisschen spielen. Es ist selten genug, dass alle zusammenkommen. Und leider enden diese Treffen meistens ziemlich abrupt. Oma möchte nach Hause, was ich verstehen kann, weil es doch anstrengend wird. Und ich fahr sie gern heim und gönne ihr ihren Feierabend. Kein Ding. Aber ein bisschen schade ist es schon, wenn der schöne Nachmittag so plötzlich enden muss. Genau da, an dieser Stelle, da würde ich eine geschenkte Stunde voller Freude einsetzen wollen! Einfach eine Stunde herauszögern, eine Stunde mehr Gelächter, mehr Spaß und mehr Gemeinschaft! Au ja! Das ist glaub ich die beste Methode, so eine geschenkte Stunde zu würdigen!

Also. Danke für das Geschenk. 
Ich nehm die Stunde, um das Schöne ein bisschen heraus zu zögern.




Dienstag, 27. Januar 2026

Bloggerschnack im Januar

 


Im Bloggerschnack geht es im Januar um das Thema:

Was ist deine größte Herausforderung beim Bloggen?

hier ist der link dazu: forum.bloghexe.de





Was ist deine Herausforderung beim bloggen

Mit einfachen Worten: was 'Gscheids zu schreiben! 

Da ich einen privaten Tagebuchblog führe, genieße ich die Freiheit, einfach meinen Gedanken folgend drauf los zu schreiben. Das ist wirklich gut! Ich muss nicht informieren, nichts verkaufen, nicht großartig recherchieren, wenn ich nicht Lust dazu hab. 

Vielmehr benutze ich das Mausloch so wie ein richtiges Tagebuch - nur für die Öffentlichkeit sollte es tauglich sein. Ich schreibe, was mir in den Sinn kommt. Sehr angenehm für mich.

Eine Herausforderung stellen zum einen die vielen Mitmachaktionen dar, die es immer wieder mal für Blogger mitzuschreiben gilt wenn man das möchte. Zum Beispiel das Projekt 52, das ein bestimmtes Thema vorgibt. Oder die Lückentexte vom Freitags Füller und dem Montags Starter. Ich möchte unbedingt vermeiden, dass meine Antworten und Beiträge langweilig daher kommen. Einfache Antworten sind nicht so  meins, ich will ausschmücken, umschreiben, gestalten. 

Heute Abend - lese ich.
Heute Abend - tauche ich ein in die Welt des Frantz Schmidt, dem Henker von Nürnberg. Achtung vor Blutspritzern! Das Buch macht mich echt fertig.
 
Die zweite Version gefällt mir besser. Oft lese ich andere Blogs und empfinde den Text als quälend langweilig und phantasielos. Das möchte ich im Mausloch unbedingt vermeiden!
Mir ist bewusst, dass mein Schreibstil nicht überall gut ankommt, aber das ist ok so.

"Das stört keinen großen Geist!" (Karlsson vom Dach) 
 
Einen Blogeintrag also lustig, geistreich, blumig oder gar spannend zu gestalten, das ist eine echte Herausforderung für mich. Manchmal klappt es ganz von allein, da flutscht das und ich gerate in einen kleinen Blograusch! Aber oft sitze ich vor dem Laptop und empfinde meine Schreiberei als zäh und höchst uninteressant.
Da wird mir wieder bewusst, wieviel Respekt ich vor Autoren habe. So wie bei Ursula Poznanski, die ein Meisterwerk nach dem anderen raushaut! Was für ein Talent!
 
Zum anderen muss ich aufpassen, dass ich nicht übertrieben fröhlich schreibe. Hab ich schon getan, es im Nachhinein durchgelesen und als extrem nervig empfunden.  So ein Mittelding wäre super. Nicht langweilig, nicht überdreht aber flüssig zu lesen und vielleicht sogar ein bisschen lustig. Das wär's!
 
Meine größte Herausforderung beim Bloggen allerdings zeigt sich hinterrücks.
Nicht das Schreiben fordert mich heraus, sondern das Lesen! Anderer Blogs nämlich. An sich mache ich das ganz gerne, ist interessant, was andere so verbloggisieren. Aber es sind so viele!! Wenn ich alle Blogs lesen und kommentieren würde, so wie ich es gerne hätte, bräuchte ich einen zusätzlichen Wochentag. Ich schaffe das gar nicht,  zumal ich nicht der schnellste Leser bin. Das zieht sich, und kommentieren will ich ja auch! Bloß was? Manchmal, das heißt, ziemlich oft lese ich den Blogeintrag von jemanden und finde ich spontan gut. Dann starre ich auf den blinkenden Cursor - was zum Geier wäre jetzt ein geistreicher Kommentar? Ab und zu würde ich einfach gern nur "Like" schreiben.
Wie erbärmlich.
 
Ok, aber mal abgesehen von langweiligen Texten, zu knappen Antworten, fehlendem Witz im Satz, zu vieler Blogs in meiner Welt und ideenlosen Kommentaren - die Bloggerei macht mir einen Heidenspaß!
 
 

Montag, 24. November 2025

Blognacht verpasst - nicht schon wieder!

Und es ist schon wieder passiert - ich hab die Blognacht verpasst!




Diesmal konnte ich wieder mal wirklich nix dafür, ich habe mich der Mehrheit gebeugt. Und ein bisschen Gruppenzwang wars auch. Am 14.11., der Tag an dem die legendäre Blognacht von Anna auf annakoschinski.de stattfand, bin ich in See gestochen!
Ein Firmenausflug auf die MS Brombachsee, der offizielle Name "St. Martins-Schlemmerfahrt". Viel Buffett, viel Weihnachtsmusik, viel Blingbling.

Und keine Blognacht.

Aber soo schlimm ist das nicht, das Schlemmern auf dem See war ganz schön und angenehm. Außerdem war Anna so lieb, die Teilnehmer der Blognacht zu grüßen und mir den Impuls zukommen zu lassen.

Der da lautet: Nicht schon wieder!

Es gibt einen einzigen Vorteil, wenn man die Blognacht nachträglich schreibt - man kann ein paar Tage lang überlegen. Und das hab ich getan, laaange überlegt. Damit ich nicht wieder stundenlang um das Thema herumschleiche und während des Schreibens verloren gehe.

Mein Gedanke zu "nicht schon wieder" zischt in eine Richtung, die mich immer mehr einfängt, je mehr Zeit vergeht. Jetzt ist Ende November, schwuppdiwupp ist Weihnachten. Und ich tappe in die selbe Falle wie jedes Jahr: Weihnachtsstress.
Dabei hatte ich mir dieses Jahr vorgenommen, mal ganz schlau zu sein und richtig, also richtig früh mit den Weihnachtsvorbereitungen anzufangen. Warum hat's nicht geklappt?
Weil ich im Oktober mit Geburtstagen beschäftigt war, weil mich der Alltag unter Beschuss hält und weil ich einfach extrem planlos war. Oder noch bin.
Da sind 1 Mann und 4 Kinder, die möglichst originell beschenkt werden sollen. Ich nerve meine Lieben frühzeitig, einen Wunschzettel zu schreiben. Damit ich wenigstens ein paar Anhaltspunkte hab, das ist ja jetzt nicht mehr so leicht. Als die Kinder noch zu Hause gewohnt haben, konnte ich sie permanent beobachten und heraushören, was sie bewegt, was sie gern hätten, was sie brauchen könnten und wie sie grade ticken.
Jetzt sind sie in alle Richtungen verstreut, wir kriegen sie nur noch ab und zu zu fassen. Da ist es schwierig geworden, zwischen den Zeilen zu lesen und zu erahnen, was ihnen Freude bereiten könnte.
Außerdem wär es doch schön, wenn ich sie überraschen könnte, mit Dingen, die unerwartet sind. Ich wär so gern originell, würde gern mit völlig Unerwartetem um die Ecke kommen! 

Jetzt steh ich da, ich armer Thor, und bin so schlau als wie zuvor

Es sind ja nicht nur Geschenke, die ich organisieren muss. Will. Da gibt es so viel vorzubereiten, zu überlegen, zu basteln. Zwar nicht mit Kleber und Schere, die Zeiten sind vorbei, aber am Pc. Selbstgemachtes am Pc. Näher kann ich da jetzt nicht drauf eingehen, weil Geheimnis und so. Aber es steckt viel Arbeit drin in diesem selbstgemachten Geheimnis. Und die Zeit rennt erbarmungslos.



Zum Weihnachtsmarkt wollen wir auch noch. Essen gehen mit der Familie. Weihnachtsessen mit der Praxis, Chorauftritte, Schulungen, Treffen mit den Großeltern und noch ein Geburtstag. 
Zwischendurch will ich zum Friseur und der Jahresrückblick im Mausloch steht an!

Zum Glück backe ich nicht!

So. Wär ich jetzt nicht der Schreiberling sondern ein Leser, würde ich spontan sagen mach dir halt nicht so einen Stress! Nicht schon wieder! Jedes Jahr das gleiche Drama.
Dabei würde ich wirklich gern mal entspannt durch den Dezember spazieren und die Vorweihnachtszeit genießen. Einfach so, ohne Druck. Sollte das nicht die stille Zeit sein, reden nicht alle von besinnlich? Ich würd mich ohne weiteres auf Weihnachten besinnen wollen, gern sogar. Aber so wie es aussieht besinne ich mich auf alles, was ich noch schaffen muss.

Es ist ja so. Man macht es gern. Man möchte seiner Familie eine Freude machen und ein schönes Weihnachten organisieren. Wenn ich ganz, ganz ehrlich bin, tu ich das auch für mich. Weil ich ein Weihnachts-Möger bin! Nicht den Stress - Weihnachten!





Weihnachten ist für mich reine Familienzeit. Die Kinder sind da! Das allein ist Grund genug, Weihnachten zu mögen. Wie wahrscheinlich alle Familien haben auch wir eine Tradition, das macht es gemütlich und feierlich. Ich mag die Weihnachtsmusik (Lieblingslied), den Christkindlesmarkt, ich mag Glühwein in der Kälte, den Posaunenchor auf dem Markt, die Pferdekutsche mit den Glöckchen. (Ich wohne in Nürnberg, da muss das so). Die geschmückte Stadt, die Weihnachtsbäume überall. Ich mochte auch die Kinderchristmette, als die Kinder noch klein waren. Das Krippenspiel. Wenn die Gemeinde am Schluss der Mette Stille Nacht, heilige Nacht singt. 
Ich werd schon wieder ganz hibbelig!

Weihnachten ist schön. Leider wird es zunehmend verkonsumisiert - ist das ein Wort? Zu grell, zu viel, zu laut, zu oberflächlich. Werbung überall, übertriebene Deko, sehr übertriebene Adventskalender, alles überteuert und überzogen. Jedes Jahr mehr und mehr.

Dabei verlieren wir den Sinn hinter Weihnachten vollends. Auch wenn man nicht christlich ist oder wie ich aus der Kirche ausgetreten, Weihnachten bedeutet für mich in erster Linie Familienzeit. Zusammen sein, sich eine Freude machen, sich überraschen, da sein. Ohne Handy, ohne Fernseher. Es sei denn, man lässt ein Kaminfeuer Ambiente laufen, das geht.
Ich mag die Lichter überall, die dann in meiner Wohnung leuchten. Kerzen. Sogar unsere Tischdecke mag ich, die hat kleine goldene Sternchen. Und wir würfeln um die Geschenke, das macht einen Heidenspaß! Außerdem hat man da viel Zeit miteinander.

Dafür mach ich das. Auch wenn es Stress bedeutet, wochenlang vorher. Schon wieder.
Aber dieses Jahr hab ich wenigstens eine Urlaubswoche im Dezember, diese Zeit kann ich nutzen zum organisieren und basteln. Mit ein bisschen Glück ist dann kurz vor heilig Abend meine Premium-Zeit, an der ich mich besinnen kann. Ein bisschen wenigstens.

Dann geh ich auf den Christkindlesmarkt, hol mir einen Glühwein, stell mich zur nächsten glitzernden Bude und warte auf die historische Postkutsche mit den Glöckchen! So nämlich!





Ich wünsche allen, dass die Weihnachtszeit ruhig und gemütlich wird.
Leise.
Mit Zeit und Tiefe.

Mittwoch, 24. September 2025

Blognacht #60

Nahezu unverzeihlich! Die legendäre Blognacht von Anna Koschinski fand am Freitag statt. Ein Grund zum freuen! Und was mach ich? Ich lass mich nur kurz auf zoom bei den teilnehmenden Bloggerkollegen blicken, schnapp mir den Impuls für diese Nacht und hau wieder ab. 

ALSO SOWAS!!

Jaaa nicht ohne Grund. Samstag war Flohmarkt bei uns in der Siedlung und ich musste noch das ganze Geraffel* bereitstellen. Luftballons aufblasen, Schilder schreiben, Zeug zusammensuchen, planen. 
Keine Zeit zum fröhlich-entspannten Bloggen.#





Na gut. Aber niemand hat es mir übel genommen. Anna ist da sehr "gechillt"
Sie hat mir mal geschrieben:

".. die Blognacht ist ein Raum zum Schreiben und es sind immer die Richtigen da. Und die anderen, die es an diesem Abend nicht schaffen, die sind dann beim nächsten Mal die Richtigen"

ist das nicht schön? Anna ist ein Profi und kann phantastisch schreiben!


So
Jetzt sitze ich hier und versuche, den Impuls vom Freitag nachzuschreiben. Der da lautet:

kurzweilig

Diesmal ist alles anders. Diesmal schießt mir sofort ein Gedanke in den Kopf. Ist noch garnicht so lange her und kurzweilig ist eine gute Umschreibung, neben genial und wunderbar. Komm mit mir nach Fehmarn!

Urlaub September 2025. Der Mann und ich wohnen ein paar Tage an der Ostsee, was wir ausgesprochen herrlich finden. Eine einzige Wohlfühlerei!
Also fahren wir mitsamt unserer guten Laune nach Fehmarn. Die Insel ist nicht weit weg, allein der Weg dorthin durch hübsche Alleen, an weiten Feldern und Windrädern vorbei über diese gigantische Brücke kombiniert mit prima Autofahrmusik weckt Glücksgefühle.

In Fehmarn selbst lassen wir uns nach gemütlichem Schlendern und Stöbern in Kirchen und Geschäften in einem kleinen Cafè auf dem Marktplatz nieder.

Wär ich 30 Jahre jünger, würde ich diesen Moment als langweilig empfinden, das weiß ich. Aber jetzt, jetzt wirkt dieser Augenblick ganz anders auf mich.

Ich sitze nach langem Laufen gemütlich in diesem Cafè. Der Mann ist neben mir, ebenfalls tiefenentspannt und gut gelaunt. Er entdeckt auf der Karte den Baileykaffee, den uns die Kellnerin dann bringt. Der riecht gut und da ist ein Sahnehäubchen drauf! In diesem Moment bricht die Wolkendecke auf und die Sonne kommt durch, warm und angenehm auf der Haut.
Dieser Kaffee mit (mindestens einem doppelten) Baileys schmeckt phantastisch, ein Schluck und die Augen schließen sich automatisch. Purer Genuss!
Wir haben Zeit. Keinerlei Termine oder Zeitdruck oder sonst irgendwas, was uns drängelt. Wir sitzen einfach da auf dem Marktplatz und erleben den perfekten Moment!
Der Platz ist gepflastert mit rundem Kopfsteinen, schwierig zu laufen, ganz schwierig für Omas mit Rollatoren, aber sehr hübsch anzusehen. Die kleinen Häuschen, die alle sehr gepflegt und liebevoll gestaltet um den Platz stehen, erwecken den Eindruck eines kleinen Dorfes, Eins mit sich, weg vom Schuss, eine eigene kleine Welt.
Noch ein Schluck Kaffeeglück.
Wir amüsieren uns über drei Herren, die wie die drei Stooges auf einer Bank sitzen und ihr Eis genießen. Ohne Hast, mit viel Hingabe. Wir sehen viele süße Hunde, die spazieren geführt werden. Kinder laufen mit ihren Schultaschen nach Hause. Touristen bleiben stehen und bewundern das Rathaus. Etliche Fischbrötchen werden herumgetragen.
Ich möchte nicht, dass dieser Moment endet. Er ist vollendet! Dieser Kaffee schafft mit dem ganzen Drumherum, den Leuten, dem Ort, der Sonne und dem Urlaubsgefühl einen unvergesslichen Augenblick. Zum ewigen konservieren und abspeichern im Unterbewusstsein.
Nach einiger Zeit vor leergelöffelten Kaffeebechern überlegen wir, noch ein bisschen durch die Gasse zu flanieren. Den Seifenladen zu besuchen. Ein Urlaubsmitbringsel für uns selbst zu kaufen. Um dann anschließend fein essen zu gehen, bevor wir zurück fahren. Über die Ostsee bei Sonnenuntergang.

Es ist nichts aufregendes, nichts spannendes, keine action. Aber außergewöhnlich und vor allem unheimlich kurzweilig!

Danke dass du mich begleitet hast.







* das Geraffel ist übrigens auf meiner Mausloch-Flohmarktseite gelandet, falls Interesse besteht

Samstag, 26. Juli 2025

eine außergewöhnliche Blognacht

 Herzlich willkommen zur Blognacht im Mausloch!

Anna von blognacht.de lädt wieder ein



Ja endlich hab ich es mal wieder auf die Reihe gekriegt, daran teil zu nehmen. Und heute ist der ideale Abend zum Schreiben, das trifft sich also gut. 

Es ist Freitag Abend, ich sitze in Tochter's altem Kinderzimmer und die Playlist heißt "ruhige Oldies". So wie ich, ich bin auch ein ruhiger Oldie. Haha.
Eigentlich freu ich mich schon den ganzen Tag auf jetzt. Gestern konnte ich überhaupt nichts ins Mausloch schreiben, weil mich meine rechte Schulter ausgebremst hat. So arg, dass ich tatsächlich daheim geblieben bin. Hab sehr mit mir gekämpft, soll ich oder soll ich nicht .. mein schöner Rekord, keinen einzigen Tag in diesem Jahr krank gewesen zu sein, wär dann dahin. Aber nach intensiver Überprüfung der Beweglichkeit hab ich entschieden - nö. Die Schulter braucht Pause, am besten bewegungslos. Also lag ich den ganzen Tag irgendwo rum und hab einfach nur geradeaus geguckt. Und weißt was? Das war genau richtig, jetzt spielt die Schulter wieder mit und ich kann arbeiten gehen. Juhu. 
Und schreiben kann ich auch. 
Aber was schreib ich eigentlich? Anna hat uns Zoomlingen den Impuls für die heutige Blognacht gegeben:


alle benutzen heute Anna's Bild,
also tu ich das auch. Gruppenzwang, haha 



Jetzt brauch ich wieder ewig, bis ich auf den Punkt komme. In der Hoffnung, dass mit der Zeit ein Licht aufgeht irgendwo und mir die richtige Richtung zeigt. 
Meine Ruhige-Oldie-Playlist spielt gerade ein Lied aus Disneys Robin Hood "Oo de lally" hach ist das schön! Ich könnte auch mal wieder einen alten Disney anschauen. So einen Klassiker wie Robin Hood oder 101 Dalmatiner. Das sind Seelenfilme!
Aber das soll nicht das Thema sein heute Abend. Das Thema heißt ja Außergewöhnlich!
Hm.



Also mich beschäftigt ja einiges zur Zeit. Das mit Birk, der schmächtigen Birke vor dem Haus hab ich ja schon verbloggt. Das war so traurig! Tatsächlich kam kein SÖR, sondern die Feuerwehr und hat den armen Birk so richtig schlimm hergerichtet. Fast schon verstümmelt! Jetzt steht er da und schämt sich ganz fürchterlich. Der halbe Stamm und ein paar Zweiglein. Tut mir echt leid, der arme. Aber immerhin darf er weiterleben! 
Das wollte ich jetzt gar nicht schreiben. 

Außergewöhnlich.

Wusstest du, dass morgen in meiner Siedlung Flohmarkt ist? Rastanine und ich organisieren das und dieses Jahr gibt es sogar 2 davon - der alte und der neue Teil der Siedlung. Morgen ist alt dran. Das heißt, dass ich in aller Herrgottsfrüh aus dem Bett muss, um die ausgedruckten Lagepläne vor zum Kiosk zu bringen. Sonst ist alles fertig. Ist immer ein Haufen Arbeit (dieses Jahr sogar doppelt). Warum ich das immer noch mache, weiß ich eigentlich nicht so recht. Irgendwer sollte es machen, finde ich. Also!
Im September bin ich dann selber dran, weil neue Siedlung.

Mensch ich eier hier rum, eine Teilnehmerin ist schon fertig! Jetzt schon! Also das ist außergewöhnlich!! Ich hab noch nicht mal richtig angefangen! Effizientes Arbeiten nennt man das, hab ich mal irgendwo gehört. Phuhh!

Außergewöhnlich.

Der Bub kommt am Sonntag vorbei, seine Wacken-Sachen zusammensuchen. Nächste Woche wird er wieder zum Wackinger! Diesmal fährt er sogar mit mehr Sachverstand dorthin, weil er ja jetzt selbst in einer Rockband spielt. Sehr gekonnt sogar, sie covern coole Rocksongs und sehen gut aus dabei. Seine Band heißt Ditkovich, in Anlehnung an den Vermieter von Spiderman. Mittlerweile find ich das klasse - der Vermieter von Spiderman!!
Wir hoffen ja, dass wir mal zu 'nem Liveauftritt kommen können. Rate, wann grade einer ist: heute Abend! (hahaha). Aber das ist so einer ohne stolze Muttis.
Ich find das total cool, dass er in der Band spielt und singt! Muss man sich auch erstmal trauen.

Ditkovich mit Bub


Liebe Sabine, du schweifst nicht mal vom Thema ab, du ignorierst es komplett! Jetzt reiß dich mal zusammen! Maan!


Ist gar nicht so einfach. Ich würd ja gern mal was tiefgründiges schreiben. So ein Artikel, der unter die Haut geht und den Leser fesselt ohne Ende. Oder zu Tränen rührt. Tränen gehen auch. Dazu müsste ich aber erstmal wissen, was ich schreibe! Das ist der Punkt. Jetzt lass mal überlegen, was ist außergewöhnlich? Mein Musikgeschmack. Nee. Doch, der ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, der Mann kann ein Lied davon singen. Wenn ich in der Küche tobe, dann nur begleitet von lauter Musik. Kochmusik. Und die ist in der Tat außergewöhnlich. Ich bin da etwas anders, als die anderen. Aber ich komm gut damit klar. Sei froh, dass du diesen Beitrag nicht hören kannst, ich sag es dir! 
Aber mein verrückter Musikgeschmack soll nicht das Thema sein heute Abend.
Aber was dann?
Was ist außergewöhnlich? Oder wer? Außergewöhnlich ist ja jemand oder etwas, was nicht gewöhnlich ist, also nicht der Norm entspricht. Und was ist die Norm? Langweilig. Einheitsbrei. Breite Masse. Wenn ich an den Geschmack der breiten Masse denke, gefrieren meine Nervenenden. Die breite Masse mag die aktuellen Hitlisten, die aktuellen Sendungen im TV, so schwachsinnig sie auch sein mögen und Urlaub am Strand. Zum Beispiel. Das sind alles Dinge, die ich nicht mag. Die sind nichts für mich. Ich hab meine eigenen, seltsamen Playlisten, die meilenweit weg sind vom allgemeinen Geschmack, ich finde diese TV Shows ganz fürchterlich - immer die gleichen Nasen, immer das selbe Konzept und immer die gleichen, dummen Sprüche. Und Urlaub mach ich viel lieber in einer interessanten Stadt mit vielen Kirchen und Museen und alten Burgen, als an einem Strand. Vielleicht bin ich da selber etwas außergewöhnlich. Nahe am Freak. Oder es ist einfach nur simple Eigensinnigkeit.



Eben war die erste Pause im Blognacht-Zoom, es wurde viel Fachwissen ausgetauscht. Das fasziniert mich immer wieder, woher wissen alle eigentlich, wie das Bloggeruniversum funktioniert? Allein die ganzen Fachbegriffe, ich stolpere da so heftig! Eine Teilnehmerin hat etwas erklärt, wie dein Blog automatisch irgendwohin geteilt wird und ich hab ehrlich gesagt nur einen winzig kleinen Bruchteil verstanden - den ohne Fachbegriffe. Woher wissen die das alle? Kann es sein, dass mein Bloggergehirn einfach außergewöhnlich simpel gestrickt ist? Schreiben, Bildchen suchen, auf veröffentlichen klicken, warten ob wer kommentiert, freuen. Das ist das, was ich so kann. Ich merke grade selber, wie jämmerlich das klingt.




Sei's drum. Ein Blogprofi mit Fachwissen im Hintergrund werd ich wohl nicht mehr.

Aber während ich das schreibe, kommt mir eine Idee zum Impuls des Abends. Völlig zusammenhanglos übrigens!
Ich hab eine bewegende berufliche Laufbahn hinter mir. Begonnen im Hotel über diverse Arztpraxen wie Neurologie, Gynäkologie, Augenarzt, Chirurgie, Internist und Allgemeinmedizin. 2007 glaub ich war's, als ich bei meinem letzten Arbeitgeber ausgestiegen bin und bei einem Krankenpflegeverein angefangen hab. Bei Omas putzen, unterhalten, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen und reden. Aber eigentlich wollte ich wieder zurück zu den Wurzeln, ich bin eine Vollblutlabortante. (Wortwitz, chrchr)
Als ich von der Teamleitung den Anruf bekam, ob ich nicht Interesse hätte, wieder zurück zu kommen, hab ich mich echt total gefreut! Ich kann zurück in mein Labor, mein Refugium! 
Bei den vielen Omas zu putzen und sie zu unterhalten war zwar auch ok, aber die Damen waren ganz schön pingelig und teilweise sogar zickig, das mochte ich überhaupt nicht.
Die Motivation war dann irgendwann dahin.
Das ist jetzt 18 Jahre her und ich rumore immer noch mehr oder weniger freudig in meinem Labor herum, nach wie vor froh, wieder mitspielen zu dürfen.
Letzte Woche saß ich mit meiner Mama im Auto. Wir redeten genau über diese Rückholungsaktion aus dem Putzdienst back to the Labor. Da hat sie mir anvertraut, dass sie damals eine befreundete Kollegin von mir getroffen hat. Mama hat sie gefragt, ob die Praxis nicht so jemand wie mich wieder brauchen könnte. Daraufhin hat diese Kollegin beim Chef vorgesprochen, der die Teamleitung beauftragt hat, mich anzurufen und zurück zu holen.
Im Klartext: Mama hat im Hintergrund die Fäden gezogen und mir diese Stelle wieder  verschafft! Zum 2. mal übrigens, den Job hab ich '98 nur ihretwegen angenommen. Und '07 wiederbekommen.
Kann man mir folgen?
Fakt ist, Mama hat 18 Jahre lang nichts gesagt. Sie hat sich für mich ins Zeug gelegt und verschwiegen, dass ich meine Rückkehr ihr zu verdanken hab.
Das hat mich ein bisschen sprachlos gemacht. Und ging mir noch lange im Kopf rum.

Für jemand etwas gutes, selbstloses zu tun ohne sich zu rühmen - DAS ist in der Tat außergewöhnlich!!

Und damit kann ich diese Blognacht guten Gewissens abschließen. Schön, dass ich noch die Kurve gekriegt hab! Und Mama - danke danke danke!! Du bist einfach die Beste! Und absolut außergewöhnlich.






Cute Rat