Mausloch

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Freitag, 5. Juni 2026

Blognacht mit Rock im Park Begleitung

 Jaa endlich bin ich mal wieder dabei! Heute findet die legendäre Blognacht mit Anna Koschinski statt und ich hab es endlich mal wieder geschafft, mit zu machen. Hurra!

Nachdem ich die letzten Male mit Abwesenheit geglänzt hab, tut das heute richtig gut. 
Ich hab mich kurzerhand entschlossen, vom Garten aus zu schreiben. Weil es grade mal nicht regnet und wir hier einen Sonnenuntergang haben UND weil ich zu faul bin, all mein Zeug nach oben zu tragen UND weil ich vielleicht ein bisschen Rock im Park mitkriege, das hier ein paar 100 Meter neben mir stattfindet. Heute spielen Volbeat. 
Es ist zwar etwas frisch hier draußen, aber ich zieh das jetzt durch! Ich hab hier Heidelbeerwein, der wärmt von innen. Schlau!
Man gönnt sich ja sonst nichts.

Dank dieser eleganten Überleitung bin ich nämlich schon mittendrin im Thema des Abends!
Der Impuls lautet genau so - man gönnt sich ja sonst nichts!

.
Eigentlich ein für mich gefährliches Thema. Ich fürchte, ich nehme es mit der Gönnerei grade ein bisschen zu intensiv. Ich merk das. Momentan hab ich Urlaub, genau in der Mitte und ich bin wild entschlossen, mir alles mögliche Gute zu gönnen! Während der Mann seinen Urlaub nutzt, um fleißig und pflichtbewusst so viel wie möglich im und am Haus zu werkeln, zu renovieren, zu bauen, zu streichen und zu optimieren, neige ich eher zur Trägheit. Zum Genießen und zum Erholen. 
Es ist beides sinnvoll, trotzdem begleitet mich stets das schlechte Gewissen. Na, immerhin hab ich schon meinen Kleiderschrank neu sortiert und 4 Maschinen Wäsche gewaschen. Das ist doch auch was. Urlaub ist kostbar!

Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wenn ich ehrlich bin, und das bin ich natürlich stets (hust), gönn ich mir jeden Tag irgendwas. Auch wenn es nur eine Klitzekleinigkeit ist wie ein Lieblingslied auf dem Heimweg oder ein Joghurt am Abend oder Instagram beim Zähneputzen. Ich will schließlich dafür belohnt werden, wenn ich schon den ganzen Alltag meistern muss! Und streng zu mir selber sein muss, mich zu Dingen zu prügeln, die ich eigentlich nicht will. So wie elend früh aufstehen, zur Arbeit gehen oder all den Papierkram erledigen. Da braucht es eine tägliche Streicheleinheit! Schließlich muss ich den ganzen Tag lächeln und nachsichtig sein, da tut eine Ladung Disturbed im Auto echt gut!




Leider neige ich auch dazu, mich mit Leckerlis zu belohnen. Nachdem ich im open-end-Drama, was meinen Kampf mit dem Gewicht betrifft, eher einer Niederlage entgegenblicke, sollte ich das wirklich nicht tun! Ich weiß genau, was ich sollte. Hab's ja schon mal auf die Reihe gekriegt, bin aber jetzt, 2 Jahre später, verloren auf hoher See. Wie Rose mit ihrer Pfeife. Ich sollte mir nichts Gönnen, was man essen kann.
Also hab ich den Abend heute genutzt, um lauthals in der Küche zu singen. Es ist keiner da, der sich für mich fremdschämen könnte und die Nachbarn müssen da eben durch. 

Weißt du, was ich mir in der letzten Zeit alles gegönnt hab? Ich bin jetzt stolze Besitzerin von 2 neuen Jeans!! Und ich lese grade ZWEI Bücher gleichzeitig! Ich hab eine neue Creme fürs Gesicht, die riecht wie Caretta Eis und sieht aus wie ein Orangensmoothie! Beim Ausflug nach Mainz hab ich mir einen Aperol-Maracuja-Spritz bestellt, boah war der fein!! Und ich war mit dem Bub im Plattenladen! Nachdem er jetzt einen Plattenspieler hat ist er völlig mitgerissen im Schallplattenrausch - natürlich hab ich auch Beute gemacht. Hab mir Platten von ELO und Buddy Holly und Doris Day geholt. Doris Day singt ganz wunderbar! Ich bin ganz hin und weg!




Somit wäre schonmal unterlegt, dass ich mir durchaus immer wieder mal was gönne. Eigentlich täglich. Weil ich mit Kleinigkeiten schnell glücklich zu kriegen bin. Und Kleinigkeiten, die glücklich machen, die finde ich überall.

Mittlerweile bereue ich ein bisschen, dass ich mich zum schreiben für den Garten entschieden hab. Hier sind zwei Vogel-Gangs, die sich einen erbitterten und allzu lauten Kampf liefern. Krähen vs. Elstern. Ausgerechnet in meinem Garten! Ich glaub, die Elstern haben jetzt gewonnen, die waren in der Überzahl. Hoffentlich feiern die ihren Sieg woanders. 
Rock im Park weht zu mir herüber, da ich Volbeat aber nicht kenne, kann ich keine songs benennen. Es ist nur Bass und Gejohle und Rythmus. Damals, als die Ärzte gespielt haben, konnte ich jedes Lied erkennen! Wenn der Wind günstig steht, hab ich Rock im Park bei mir im Garten!
Gönn ich mir, haha!

Dieser Blognachtbeitrag wäre eigentlich schon fertig. Und das, obwohl wir noch nicht mal Halbzeit haben! Was ist hier los?
Es ist kurz nach halb zehn, die blaue Stunde hat begonnen. Meine liebste Tageszeit. Es ist noch nicht Nacht, aber auch kein Tag mehr, alles fährt runter und es riecht so gut hier draußen!

Nächste Woche geht die Gönnerei übrigens gnadenlos weiter! Ich werde mit Oma und Waldfeger einen Ausflug machen, dahin wo es schön ist, und wir werden zusammen Mittagessen. Ich will zum Thalia in die Stadt und dann will ich noch zum Gartenmarkt, Blümchen holen für das Hochbeet.
Lauter schöne Dinge! Bloggen ist auch dabei und lesen! Viiiel lesen! Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal, das Handy beiseite zu lassen und mich auf das echte Leben zu konzentrieren. Wäre ein Gewinn für mich. Da würde ich mir glatt Premium-Zeit gönnen!

Man gönnt sich ja sonst nichts, so lapidar dahergesagt, ist, wenn man es genau nimmt, ein Unding.
Gönnt euch alles Mögliche! Tut euch was Gutes! Immer und jeden Tag! Und wenn es nur ein Schluck Heidelbeerwein im Garten bei guter Musik ist!




Samstag, 7. März 2026

die geschenkte Blognacht


Einen wunderschönen guten Abend! 

Heute ist es endlich wieder soweit! Heute bin ich nach langer Zeit ENDLICH mal wieder Gast in der Blognacht von Anna! Hurra! 
Anna Koschinski lädt regelmäßig jeden Monat zu einer gemeinsamen Schreibnacht ein. Per Zoom sind wir alle vernetzt und schreiben als nächtliche Bloggerclique gleichzeitig, ein Themen-Impuls ist gegeben.
Ich hoffe, dass ich die Magie, die dieser Nacht  zu eigen ist, wieder spüren kann. Auch, wenn ich ein bisschen zu spät dazugestoßen bin. Ich seh 13 Teilnehmer mit mir und Anna hat mir gleich den Impuls geschrieben. Das ist er:

"Glückwunsch! Du bekommt eine Stunde geschenkt!"

Ha! Was ist das denn für ein tolles Thema?! Eine geschenkte Stunde! Grade heute hätte ich die gut brauchen können, war ein vollgepackter Freitag, fast schon ein bisschen stressig.
Jetzt ist die Frage: Was würde ich mit einer geschenkten Stunde anfangen?

Da schwappen die Ideen über mich wie Konfetti an Fasching. Ich hab so viele Ideen, soll ich die jetzt alle raushauen? Es ist ja oft so, dass der Tag einfach viel zu schnell und klammheimlich vergeht. Du hast endlich Feierabend, den Kopf voller Pläne, was du alles tun willst und zack wird es dunkel und du hast nichtmal die Hälfte geschafft. Da täte eine zusätzliche Stunde ganz gut.
Aber nein, das ist mir zu wenig. Für alltäglichen Kram ist mir eine geschenkte Stunde zu wertvoll. Ich muss mir was anderes ausdenken.
Zusätzliche Zeit wäre super, wenn man grade Spaß hat. Oder einfach, wenn es grade schön ist. Wann ist es schön? Zum Beispiel, wenn ich Lesezeit hab. Nachdem ich grundsätzlich zu spät ins Bett komme, schmälert meine Nachlässigkeit die kostbare Lesezeit im Bett immens. Ich muss das Buch weglegen, wenn die Uhr es mir sagt. Das ist doof, wo es doch grade so spannend ist!
Oder .. mensch, das ist gar nicht so einfach, wie ich gedacht hab. Lass mal überlegen. Wann wäre eine geschenkte Stunde ganz toll? Na, logisch: Wenn ich Zeit für mich habe. Oder haben möchte. Lesen wär schonmal ein Punkt. Vom Lesen kann ich zum Schreiben kommen, ich schreib sehr gern im Mausloch, bloß fehlt mir da so oft die Zeit. Und wenn ich mal so richtig im Schwung bin, muss ich meisten aufhören, weil ich los muss oder kochen oder jemand kommt oder sonstwas. Dann ruft auch gern mal das Gewissen, ordnet mir Hausdienst an. Die Wäsche, die Betten, die Böden. Meine innere Elinor kommt gern mit einem vorwurfsvollen "Was ist jetzt wohl wichtiger?!" daher. 
Ja ich weiß. Schlechte Zeiteinteilung. Als organisierter Mensch könnte ich einen tollen Zeitplan aufstellen, der mir sicherlich auch Schreibzeit erlaubt. Bloß funktioniert das bei mir nicht, dafür bin ich zu spontan. Tja.
So eine zusätzliche Stunde für mich, ohne dass ich mir Gedanken um was anderes machen muss oder Gewissensbisse, das wär schon schön!


Eine Stunde, die nur mir gehört. Niemand quatscht mir rein oder mich an, niemand stört. Coole Sache! Man könnte so eine geschenkte Stunde auch für ganz was anderes nutzen. Vielleicht eine ganze Stunde lang mal im Lieblingsladen stöbern. In meinem Fall wäre es ein Buchladen. Oder eine Stunde lang einfach in ein Museum gehen. Allein, ohne Ziel und ohne Plan. Museen sind toll! Wir haben schonmal einen ganzen Tag im Naturkundemuseum in Wien verbracht - ohne es zu merken! Haha
Eine Stunde etwas tun, was man sonst nicht tut. Was man sich nicht erlaubt oder einfach keine Zeit hat. In einem Straßencafé einfach mal ein Glas Wein trinken. Oder um den See spazieren. Oder sinnlos über Landstraßen brettern mit lauter Musik! Man könnte in so einer Stunde einen ganzen Plattenladen durchwühlen. Oder hemmungslos durchs Wohnzimmer tanzen. Man könnte eine Pumuckl Platte hören - Vorder- und Rückseite! Und - man könnte eine Stunde länger schlafen, der pure Luxus!


Eben war kleine Pause im Zoom und schon haben einige ihr fertiges Meisterwerk präsentiert. Ich bewundere das ja, wenn ein Blognachttext so fix fertig wird. Ich könnte ja die Gelegenheit nutzen, und mal in die Beiträge reinspitzen. Gucken, was die anderen so geschrieben haben. Als Inspiration. Ach nee, dann lass ich mich bloß beeinflussen, das ist nicht gut, denke ich. Erst schreiben, dann lesen.
Anna hat vorhin gesagt, sie wurde mal gefragt, mit welchem Tier ihre Energie zum Schreiben vergleichbar wäre. Und sie identifiziert sich beim Schreiben mit einer Ameise. Fleißig, flink, überall gleichzeitig.
Das gibt mir jetzt zu denken. Was wäre ich für ein Schreib-Tier? Ein Rauhaardackel! Kommt nicht sehr schnell voran, lässt sich von allem ablenken und rennt ein bisschen konfus durch die Gegend. Ist aber auch schnell begeistert und braucht nicht viel. Ha! 


Ich schweife ab. 

Wenn unsere Familie zusammenkommt, freu ich mich jedes mal. Meistens gibt es einen Anlass, Geburtstag oder Osterfrühstück oder Weihnachten. Letztes Jahr gab es einen Weihnachtswunsch, ein Treffen aller Damen der Familie. Wat war das schön! Geplant war eine Teeparty in einem edlen Café, es wurde dann aber einfach ein herrlich entspannter und lustiger Kaffeeklatsch! Sowas mag ich! Ich liebe es, mir die Geschichten der anderen anzuhören. Zu sehen, wie sie begeistert erzählen. Wie es immer lustiger wird und wir vielleicht sogar ein bisschen spielen. Es ist selten genug, dass alle zusammenkommen. Und leider enden diese Treffen meistens ziemlich abrupt. Oma möchte nach Hause, was ich verstehen kann, weil es doch anstrengend wird. Und ich fahr sie gern heim und gönne ihr ihren Feierabend. Kein Ding. Aber ein bisschen schade ist es schon, wenn der schöne Nachmittag so plötzlich enden muss. Genau da, an dieser Stelle, da würde ich eine geschenkte Stunde voller Freude einsetzen wollen! Einfach eine Stunde herauszögern, eine Stunde mehr Gelächter, mehr Spaß und mehr Gemeinschaft! Au ja! Das ist glaub ich die beste Methode, so eine geschenkte Stunde zu würdigen!

Also. Danke für das Geschenk. 
Ich nehm die Stunde, um das Schöne ein bisschen heraus zu zögern.




Freitag, 16. Januar 2026

FF und BL - eine Fusionsgeschichte

Eben habe ich im Blog von Barbara - die ja die phänomenale Reihe "Freitags Füller" ins Leben gerufen hat, dass wir Weihnachten viel zu schnell entsorgen. Und ich finde, damit hat sie Recht! Abgesehen davon, dass mein Baum samt Deko noch steht, es ist, wie sie sagt - weihnachtliche Stimmung aufbauen dauert Wochen, das Beenden der Weihnachtszeit ist ziemlich aprubt. Viel zu radikal!
Deswegen freue ich mich noch ein bisschen am Anblick unseres Baumes, so prächtig wie er ist!
 
Hier ist der neue Freitags Füller 
 
ein Lückentext zum ausfüllen
von Barbara auf scrapimpulse.com


 

 
1. Das Dschungelcamp ... gibt's immer noch? Warum? War anfangs interessant, mittlerweile jedoch verkommen zu einer finanziellen Rettungs-Chance für verloren gegangene Leute, die in Sachen Niveaulosigkeit neue Standards setzen und die niemand kennt. 
 
2. Die Auswirkungen des letzten Besuchs sind noch deutlich zu sehen, also bedarf es in nächster Zeit keinen weiteren Termin beim Friseur
 
3. Wie kann es sein, dass es in meiner Stadt keine Billard-Kneipen mehr gibt? Was ist da passiert, es waren mal so viele?! Einmal mehr festigt sich in mir der Wunsch nach einem eigenen Cafè. Einem Oldie-Billard-Tanzcafè-Diner!  Mein Laden wär megacool!
 
4. Mein Kontingent an Arbeitswillen ist leer. Da beißt die Maus keinen Faden ab
 
5. Vielleicht hätte ich damals in den 80ern ein bisschen auf Schminke verzichten sollen. Wenn ich mir die Fotos von damals so anschaue .. au weia! Da hatte ich wohl ziemlich wilde Gedanken
 
6.  Würde sich unsere Fee heute Abend melden, um uns über die geglückte Ankunft in Spanien und der spanischen Wohnung berichten, das wären allerdings gute Nachrichten!
 
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue mich mich auf Ruhe und Entspannung, morgen habe ich geplant, ganz viele Blogs zu lesen und Sonntag möchte ich mit einem Korb voll toller Sachen zu Oma fahren!
 
 

 
 Also ich hab noch Lust, weiter zu schreiben - hast du Lust, weiter zu lesen?  
 
Aus eher niederen Gründen hab ich die letzte Blognacht nicht mitgeschrieben. Das ist sehr unerfreulich. Aber die liebe Astrid hat im Forum bloghexe.de den Impuls von Anna Koschinski weiter gegeben. Ich hab so die Möglichkeit, trotzdem mit zu schreiben, auch wenn ich gar nicht dabei war! Als Nachzügler!
 
Der Impuls lautet: Das möchte ich mal werden (wenn ich groß bin)
 
Da denke ich spontan an meine Berufswünsche, als ich Kind war. Zum einen fand ich die heruntergekommenen Häuser der 70er Jahre, die beschmiert und dreckig waren, ganz furchtbar und wollte sie alle eigenhändig anmalen. In rosa, hellblau oder gelb. Häuseranmalerin wollte ich sein, das stellte ich mir sehr befriedigend vor.
Zum anderen faszinierten mich die Durchsagen auf den Bahnsteigen unheimlich! Diese säuselnde Frauenstimme, die den Leuten die Ankunft des Zuges ankündigt und an Vorsicht am Zug erinnerte, das wollte ich auch! Durchsagefrau im Bahnhof! Ich hätte das ganz souverän hingelegt! In meiner Vorstellung säße ich in einem schicken Büro vor dem Mikrofon, ein Bote legt mir den aktuellen Text vor und ich verkünde den Menschen, was Sache ist. Au ja!
 
Was ist draus geworden? Nix. Statt sauber gestrichener Häuser und lässiger Durchsagejobs bitte ich  nun die Leute, eine Faust zu machen, warne vor dem bösen Pieks und lobe anschließend überschwänglich. Ja bitte, das ist doch auch was, wenn auch nicht so schön wie "Achtung auf Gleis 4 fährt ein der Intercity Express von München über Nürnberg und Hannover nach Hamburg Altona. Zuuuurücktreten bitte und Vorsicht am Zug!" 
 
Als ich im schönsten Flegelalter war, stellte ich mir meine berufliche Zukunft sehr elegant vor. Ich dachte, ich nenne ein großes, schickes Büro in einem oberen Stockwerk mit vielen Fenstern inclusive Privatsekretärin mein Eigen. Mein Job wäre kreativ und mega wichtig, ich würde Werbesprüche erdenken oder eine Zeitschrift gestalten. Passend dazu hätte ich Business Kostüme an und würde als taffe Geschäftsfrau durch die Straßen eilen. Mit Aktenkoffer und tragbarem Telefon!
 
Wieder ein bisschen später, ca 16jährig, wollte ich ins Hotel. Als Fachfrau ein Hotel managen. Wie in all den Hollywood Filmen. Auch hier hätte ich eine tragende Position und würde um die ganze Welt reisen. Am Empfang im Hotel in der Karibik mit Dienstwohnung am Strand. Cocktail inclusive.
 
Hahaha!
 
Hotelfachfrau wurde ich tatsächlich, zumindest fast. Allerdings mit ganz kleinen Abstrichen: Statt um die Welt reiste ich per U-Bahn nur in die Innenstadt, es gab weder Management noch Dienstwohnung am Strand für mich, nur Putzlappen, Kaffeekannen und halb leergegessene Teller. Ich hatte nicht 1 Cocktail! 

Meine Bestimmung fand ich schließlich in einer Arztpraxis. Da sitze ich heute noch und jongliere mit Nadeln, Pflastern und Computermaus.

Was ich für die Zukunft gerne hätte? In erster Linie und vor allem anderen Gesundheit. Und wenn noch Zeit ist, ein bisschen Glück, ein freundliches Umfeld, glückliche Kinder, schöne Urlaube, weniger Bürokratie und Zeit, zu leben.

Und was will ich nun werden, wenn ich groß bin?

Zufrieden!
 
 









Samstag, 18. Oktober 2025

ich schreib die Blognacht trotzdem!

 Guten Abend! Hier sind wir in kleiner, feiner Runde 

und feiern die 61. Blognacht von Anna Koschinski



Heute Mittag schießt mir der Gedanke an die Blognacht in den Sinn. Wann ist die eigentlich wieder? Überraschung - heute! Das war Intuition, ganz sicher!
Da ich gerne dazu neige, Termine und Blognächte zu verpassen, hab ich mich in einen elektronischen Reminder von Anna eingetragen. Dann bin ich immer gut informiert.

So.

Jetzt sitze ich also hier. Die Blognacht läuft, die Teilnehmer schauen konzentriert auf ihren Bildschirm und ich hab mal wieder keinen Plan, was ich schreiben könnte. Letztes Mal kam mir sofort ein Gedanke in den Sinn, der den Impuls aufgreift. Das war schön. Aber heute geht es mir so, wie fast jedes Mal: KEINEN BLASSEN SCHIMMER!



Der Impuls lautet:  Trotzdem! 

Jürgen: Ich weiß was - trotzdem du keine Ahnung von irgendwas hast, meinst du, bloggen zu müssen! Zack, die Blognacht in einem Satz. Danke mir später.

Na herzlichen Dank auch!

Elinor: Also weißt du, manchmal könnt ich .. also da bist du unerträglich! Bitte benimm dich, Jürgen!

Jürgen: Was denn, ich wollte nur helfen! Sie findet ja schon wieder mal keinen Anfang

Ja ich weiß! Das wird schon noch. Drängel nicht! 
Ich könnte mich ja auch erstmal warm schreiben. Die kommende Woche hab ich mir sowieso fürs Schreiben reserviert. Nächste Woche hab ich Überstundenfrei! Hurra! Da wäre viel Zeit zum Schreiben. Und zum Lesen, ich hab da ein echt dickes Buch von Ken Follett, "Stonehenge". Da kommt mir so eine freie Woche grade recht!

Elinor: Das ist doch schön, eine Woche ganz für dich! Hast du dir hart erarbeitet, Kind!

Hab ich. Und ich will schreiben, lesen, zum Friseur und in die Stadt gehen. Nur so. Das reicht auch als Plan. Obwohl im Haus viel zu tun wäre. Aber ich will es mir gut gehen lassen - trotzdem! Ha, das erste "trotzdem" !!

Jürgen: Ui, toll.

Elinor: Mach doch mal eine Bestandsaufnahme, so wie schon mal. Vielleicht bringt dich das in Schwung!

Bestandsaufnahme - also ich sitze heute im Schlafzimmer und hab mir für zoom einen echt coolen Hintergrund gewählt - der Blick auf Paris bei Nacht, aus dem Film Ratatuille. Sieht gut aus! Auf dem Tisch stehen zwei Hochzeitsfotos von Tochter. Sie sieht so glücklich aus! Ich mag diese Fotos. Dann hab ich hier noch den Plattenspieler, einen Retro Lautsprecher und einen Kalender von Carl Spitzweg. Draußen ist es finster. Früher kam der Bub ab und zu zu mir rüber und hat mir beim Schreiben über die Schulter geschaut. Das macht er jetzt nicht mehr, er wohnt ja nicht mehr hier. Eigentlich hab ich mich schon dran gewöhnt, so nach eineinhalb Jahren. Aber immer wieder gibt es Momente, da vermiss ich ihn sehr. Wär schon schön, wenn er plötzlich reinkommen würde .. dass es so schwer ist, seine Kinder loszulassen, das sagt einem vorher auch niemand!

Elinor: Ist das nicht ein guter Inhalt? Der Bub wird selbständig und ist erwachsen, aber trotzdem vermisst ihn die Mama jeden Tag !?

Jürgen: Boh nicht schon wieder diese alte Leier, das hat sie jetzt oft genug im Mausloch verbraten. Sie vermisst ihre Kinder, wir wissen es! Laaangweilig!!

Elinor: Halte dich gefälligst zurück, Sportsfreund! 

Jürgen: haha, Sportsfreund .. wo hast du das Wort denn ausgegraben?

Ruhe jetzt! Das ist ja nicht zum aushalten! Nein, ich werde das nicht zum Thema des Abends machen! Ich bin ja nicht die einzige, die ihre Kinder vermisst. Außerdem ist es immer wieder schön, sie zu treffen!
So wie letzten Montag. Essen gehen mit den Kindern, herrlich! Ich hab Fee ihr verspätetes Geburtstagsgeschenk gegeben - einen dieser kitschigen Weihnachtspullis! Personalisiert mit einem Aufdruck von ihr und ihren Katzen. Allein dieses Gelächter war's wert! Und sie hat ihn tatsächlich gleich angezogen 

Und morgen am Samstag treff ich die Familie gleich wieder, zum Kaffee. Ich mag Familientreffen! 




Jürgen: Ja vor allem, wenn dein historisches Alter gefeiert wird! Hahaha

Danke für den Hinweis! Historisches Alter .. sehr charmant!

Elinor: Ach hör nicht auf den, Kleines! Der ist heute wieder extrem fies drauf. Vielleicht weil er realisiert hat, dass er ja mit dir älter wird! Bald nenn ich ihn stattlich .. (kicher)

Jürgen: Wen nennst du hier stattlich? Ich geb dir gleich stattlich! Unverschämtheit!

Haha, Jürgen der Stattliche! Merk ich mir!
Ich fühl mich nicht alt, zumindest nicht innerlich. Auch wenn ich von außen tatsächlich so aussehe, wie ich alt bin - gefühlt bin ich 26 geblieben!  Oder sagen wir 36. Früher waren Leute über 50 für mich eigentlich schon Senioren. Aber früher hat man mit 50 auch viel älter ausgesehen als heute, stimmt's? Da gab es für die Muttis diese schicken Kittelschürzen! Wahrscheinlich hat man sich einfach so alt gefühlt, wie man eben ist. Aber ich fühl mich nicht wie ü50! Ich höre weiterhin die Ärzte, schau das Sonntagsmärchen und die Sendung mit der Maus, mag alte, verranzte Kneipen und meinen Plattenspieler! 
Aber ich hab auch Charakterzüge an mir entdeckt, die ziemlich vehement auf mein Alter hinweisen! Zum Beispiel fasziniert es mich, wenn in der U-Bahn alle auf ihr Handy gucken. Oder wie sich Jugendliche unterhalten. Ich ärgere mich heute viel mehr über liegengelassenen Müll als früher, da war mir das herzlich egal. Und ich kann Menschenmassen nicht mehr ertragen. Weisst, früher war ich überall mittendrin, auf Konzerten, im Bierzelt, in einer Disco. Und heute brauch ich dringendst meinen Freiraum.

Das ist mein Tanzbereich - und das ist dein Tanzbereich!

Aber ich fühl mich trotzdem nicht so alt wie ich bin. Das ist sehr verzwickt.




Jürgen: Das ist sehr umständlich und ein bisschen hirnrissig. Meinste nicht auch?

Elinor: Nein.

Nein.
Ich glaub eher, dass es vielen so geht. Man wird immer älter und kann das eigentlich garnicht begreifen. Aber plötzlich sind die Kinder erwachsen und leben ihr eigenes Leben. Eben kaufst du noch Wachsmalstifte für die 2. Klasse und im nächsten Moment heiraten sie und fliegen in Urlaub.
Man hat abends auf einmal gar keine Lust mehr, auszugehen. Ich freu mich auf meinen Feierabend, meine Serien und mein Strickzeug. Gleichzeitig will ich laut im Auto die neue deutsche Welle mitsingen! Oder mir eine David Bowie Jacke kaufen. 
Wenn der Mann und ich unterwegs sind und in eine Kneipe einkehren, dann fühl ich mich spontan wieder wie 20! Das war erst vor kurzem so, als wir in Heidelberg eine Rockkneipe entdeckt haben. Sowas findet man in Nürnberg ja gar nicht mehr. Ich hab mich gefreut wie ein Schneekönig, es war genauso wie früher! Dunkle Bar, Hardrock, etwas klebrige Tische, Bier. Zack - 20! Ich wollte lange nicht nach Hause gehen! 
An der Strandpromenade in Grömitz gab es ein Lokal, das 80er Musik gespielt hat. Wir haben uns jeden Tag dort wiedergefunden. Das war "unsere Bar". War schön, das Gefühl von damals wieder zu spüren, wenn das Ambiente passt. Dann merke ich erst wieder, wie alt ich bin, wenn ich noch vor Mitternacht hundemüde bin! Ab ins Bett, schön war's!

Jürgen: Du weißt einfach nicht, was du willst. Du bist kompliziert und anstrengend, so schaut's aus!

Findest du? Weißt du, Jürgen, manches muss man nicht kommentieren, das darf man einfach so stehen lassen! 

Hab ich jetzt eigentlich schon irgendwie das Thema des Abends trotzdem gestreift? Eben war Halbzeit im zoom meeting, da werden von den Teilnehmern kleine Geschichten zum Impuls verfasst. Die Kindheit mit ihren vielen trotzigen Aktionen! Könnte ich auch, aber das wäre dann doch einfach nur nachgemacht, oder? 
Darf sie das?

Elinor: Klar darfst du das, du kannst schreiben, was du willst!

Jürgen: Schon, aber das hat so etwas armseliges .. Nachmachen gilt nicht! Höhö!

Nein ich grab jetzt keine Kindertrotzgeschichten aus. Das würde irgendwie nicht passen. Wenn ich mir den Blognacht Beitrag so durchlese, hab ich eigentlich diesen seltsamen Widerspruch von alt und jung beschrieben. 
Die Oma zum Beispiel, sie ist jetzt ü80, aber für mich wird sie immer 40 Jahre alt bleiben!

Jürgen: Verzerrte Wahrnehmung? 

Irgendwie schon. Vielleicht bin ich ja auch nur nicht ganz sauber.

Jürgen: Ähm ..

Elinor: Verkneif's dir, Kollege!

Es könnte ja sein, dass ich es irgendwann einfach lerne. Altersgemäß zu sein. Oder es passiert nie und ich bleibe immer so! Eine Freundin hat mal sinniert, wenn unsere Generation mal in ein Altersheim kommt, dann laufen da Omas mit Tattoos rum und streiten sich, KISS oder AC/DC !
Ich hoffe, ich werde mal eine coole Oma! So wie unsere Oma, obwohl ich das niemals so gut hinkriegen werde wie sie. Aber annähern könnte ich mich. Ob ich schon dazu bereit bin, weiß ich garnicht. Aber da wird man nicht gefragt. Für Kinder war ich auch nicht bereit, es hat trotzdem funktioniert. Als Oma hat man ja viel mehr Freiheiten, weil der Erziehungsauftrag fehlt! Da kannst du verwöhnen und Quatsch machen, bis die Mama das Enkelkind wieder abholt und du Feierabend hast! Cool!!

Elinor: Das stimmt! Das wird eine tolle Zeit!

Jürgen: Das wird anstrengend! Nur gut, dass der Schreihals wieder abgeholt wird!

Na du wärst vielleicht ein Opa! Mürrischer, alter Mann!

Ich schließe jetzt diese Blognacht, es beschleicht mich das Gefühl, dass da nix G'scheids mehr bei rumkommt!

Jürgen: Besser ist das. Mach dem Drama ein Ende!

Elinor: Du hast dein Bestes gegeben

Nicht mein Bestes, aber das, was geht. 

Gute Nacht, ihr alle!

Elinor: Gute Nacht, Schatz. War doch ganz ok!

Jürgen: Joah, für so ne alte Frau ist der Beitrag fast erträglich geworden. Nacht.

Der nun wieder ..












Mittwoch, 24. September 2025

Blognacht #60

Nahezu unverzeihlich! Die legendäre Blognacht von Anna Koschinski fand am Freitag statt. Ein Grund zum freuen! Und was mach ich? Ich lass mich nur kurz auf zoom bei den teilnehmenden Bloggerkollegen blicken, schnapp mir den Impuls für diese Nacht und hau wieder ab. 

ALSO SOWAS!!

Jaaa nicht ohne Grund. Samstag war Flohmarkt bei uns in der Siedlung und ich musste noch das ganze Geraffel* bereitstellen. Luftballons aufblasen, Schilder schreiben, Zeug zusammensuchen, planen. 
Keine Zeit zum fröhlich-entspannten Bloggen.#





Na gut. Aber niemand hat es mir übel genommen. Anna ist da sehr "gechillt"
Sie hat mir mal geschrieben:

".. die Blognacht ist ein Raum zum Schreiben und es sind immer die Richtigen da. Und die anderen, die es an diesem Abend nicht schaffen, die sind dann beim nächsten Mal die Richtigen"

ist das nicht schön? Anna ist ein Profi und kann phantastisch schreiben!


So
Jetzt sitze ich hier und versuche, den Impuls vom Freitag nachzuschreiben. Der da lautet:

kurzweilig

Diesmal ist alles anders. Diesmal schießt mir sofort ein Gedanke in den Kopf. Ist noch garnicht so lange her und kurzweilig ist eine gute Umschreibung, neben genial und wunderbar. Komm mit mir nach Fehmarn!

Urlaub September 2025. Der Mann und ich wohnen ein paar Tage an der Ostsee, was wir ausgesprochen herrlich finden. Eine einzige Wohlfühlerei!
Also fahren wir mitsamt unserer guten Laune nach Fehmarn. Die Insel ist nicht weit weg, allein der Weg dorthin durch hübsche Alleen, an weiten Feldern und Windrädern vorbei über diese gigantische Brücke kombiniert mit prima Autofahrmusik weckt Glücksgefühle.

In Fehmarn selbst lassen wir uns nach gemütlichem Schlendern und Stöbern in Kirchen und Geschäften in einem kleinen Cafè auf dem Marktplatz nieder.

Wär ich 30 Jahre jünger, würde ich diesen Moment als langweilig empfinden, das weiß ich. Aber jetzt, jetzt wirkt dieser Augenblick ganz anders auf mich.

Ich sitze nach langem Laufen gemütlich in diesem Cafè. Der Mann ist neben mir, ebenfalls tiefenentspannt und gut gelaunt. Er entdeckt auf der Karte den Baileykaffee, den uns die Kellnerin dann bringt. Der riecht gut und da ist ein Sahnehäubchen drauf! In diesem Moment bricht die Wolkendecke auf und die Sonne kommt durch, warm und angenehm auf der Haut.
Dieser Kaffee mit (mindestens einem doppelten) Baileys schmeckt phantastisch, ein Schluck und die Augen schließen sich automatisch. Purer Genuss!
Wir haben Zeit. Keinerlei Termine oder Zeitdruck oder sonst irgendwas, was uns drängelt. Wir sitzen einfach da auf dem Marktplatz und erleben den perfekten Moment!
Der Platz ist gepflastert mit rundem Kopfsteinen, schwierig zu laufen, ganz schwierig für Omas mit Rollatoren, aber sehr hübsch anzusehen. Die kleinen Häuschen, die alle sehr gepflegt und liebevoll gestaltet um den Platz stehen, erwecken den Eindruck eines kleinen Dorfes, Eins mit sich, weg vom Schuss, eine eigene kleine Welt.
Noch ein Schluck Kaffeeglück.
Wir amüsieren uns über drei Herren, die wie die drei Stooges auf einer Bank sitzen und ihr Eis genießen. Ohne Hast, mit viel Hingabe. Wir sehen viele süße Hunde, die spazieren geführt werden. Kinder laufen mit ihren Schultaschen nach Hause. Touristen bleiben stehen und bewundern das Rathaus. Etliche Fischbrötchen werden herumgetragen.
Ich möchte nicht, dass dieser Moment endet. Er ist vollendet! Dieser Kaffee schafft mit dem ganzen Drumherum, den Leuten, dem Ort, der Sonne und dem Urlaubsgefühl einen unvergesslichen Augenblick. Zum ewigen konservieren und abspeichern im Unterbewusstsein.
Nach einiger Zeit vor leergelöffelten Kaffeebechern überlegen wir, noch ein bisschen durch die Gasse zu flanieren. Den Seifenladen zu besuchen. Ein Urlaubsmitbringsel für uns selbst zu kaufen. Um dann anschließend fein essen zu gehen, bevor wir zurück fahren. Über die Ostsee bei Sonnenuntergang.

Es ist nichts aufregendes, nichts spannendes, keine action. Aber außergewöhnlich und vor allem unheimlich kurzweilig!

Danke dass du mich begleitet hast.







* das Geraffel ist übrigens auf meiner Mausloch-Flohmarktseite gelandet, falls Interesse besteht

Samstag, 26. Juli 2025

eine außergewöhnliche Blognacht

 Herzlich willkommen zur Blognacht im Mausloch!

Anna von blognacht.de lädt wieder ein



Ja endlich hab ich es mal wieder auf die Reihe gekriegt, daran teil zu nehmen. Und heute ist der ideale Abend zum Schreiben, das trifft sich also gut. 

Es ist Freitag Abend, ich sitze in Tochter's altem Kinderzimmer und die Playlist heißt "ruhige Oldies". So wie ich, ich bin auch ein ruhiger Oldie. Haha.
Eigentlich freu ich mich schon den ganzen Tag auf jetzt. Gestern konnte ich überhaupt nichts ins Mausloch schreiben, weil mich meine rechte Schulter ausgebremst hat. So arg, dass ich tatsächlich daheim geblieben bin. Hab sehr mit mir gekämpft, soll ich oder soll ich nicht .. mein schöner Rekord, keinen einzigen Tag in diesem Jahr krank gewesen zu sein, wär dann dahin. Aber nach intensiver Überprüfung der Beweglichkeit hab ich entschieden - nö. Die Schulter braucht Pause, am besten bewegungslos. Also lag ich den ganzen Tag irgendwo rum und hab einfach nur geradeaus geguckt. Und weißt was? Das war genau richtig, jetzt spielt die Schulter wieder mit und ich kann arbeiten gehen. Juhu. 
Und schreiben kann ich auch. 
Aber was schreib ich eigentlich? Anna hat uns Zoomlingen den Impuls für die heutige Blognacht gegeben:


alle benutzen heute Anna's Bild,
also tu ich das auch. Gruppenzwang, haha 



Jetzt brauch ich wieder ewig, bis ich auf den Punkt komme. In der Hoffnung, dass mit der Zeit ein Licht aufgeht irgendwo und mir die richtige Richtung zeigt. 
Meine Ruhige-Oldie-Playlist spielt gerade ein Lied aus Disneys Robin Hood "Oo de lally" hach ist das schön! Ich könnte auch mal wieder einen alten Disney anschauen. So einen Klassiker wie Robin Hood oder 101 Dalmatiner. Das sind Seelenfilme!
Aber das soll nicht das Thema sein heute Abend. Das Thema heißt ja Außergewöhnlich!
Hm.



Also mich beschäftigt ja einiges zur Zeit. Das mit Birk, der schmächtigen Birke vor dem Haus hab ich ja schon verbloggt. Das war so traurig! Tatsächlich kam kein SÖR, sondern die Feuerwehr und hat den armen Birk so richtig schlimm hergerichtet. Fast schon verstümmelt! Jetzt steht er da und schämt sich ganz fürchterlich. Der halbe Stamm und ein paar Zweiglein. Tut mir echt leid, der arme. Aber immerhin darf er weiterleben! 
Das wollte ich jetzt gar nicht schreiben. 

Außergewöhnlich.

Wusstest du, dass morgen in meiner Siedlung Flohmarkt ist? Rastanine und ich organisieren das und dieses Jahr gibt es sogar 2 davon - der alte und der neue Teil der Siedlung. Morgen ist alt dran. Das heißt, dass ich in aller Herrgottsfrüh aus dem Bett muss, um die ausgedruckten Lagepläne vor zum Kiosk zu bringen. Sonst ist alles fertig. Ist immer ein Haufen Arbeit (dieses Jahr sogar doppelt). Warum ich das immer noch mache, weiß ich eigentlich nicht so recht. Irgendwer sollte es machen, finde ich. Also!
Im September bin ich dann selber dran, weil neue Siedlung.

Mensch ich eier hier rum, eine Teilnehmerin ist schon fertig! Jetzt schon! Also das ist außergewöhnlich!! Ich hab noch nicht mal richtig angefangen! Effizientes Arbeiten nennt man das, hab ich mal irgendwo gehört. Phuhh!

Außergewöhnlich.

Der Bub kommt am Sonntag vorbei, seine Wacken-Sachen zusammensuchen. Nächste Woche wird er wieder zum Wackinger! Diesmal fährt er sogar mit mehr Sachverstand dorthin, weil er ja jetzt selbst in einer Rockband spielt. Sehr gekonnt sogar, sie covern coole Rocksongs und sehen gut aus dabei. Seine Band heißt Ditkovich, in Anlehnung an den Vermieter von Spiderman. Mittlerweile find ich das klasse - der Vermieter von Spiderman!!
Wir hoffen ja, dass wir mal zu 'nem Liveauftritt kommen können. Rate, wann grade einer ist: heute Abend! (hahaha). Aber das ist so einer ohne stolze Muttis.
Ich find das total cool, dass er in der Band spielt und singt! Muss man sich auch erstmal trauen.

Ditkovich mit Bub


Liebe Sabine, du schweifst nicht mal vom Thema ab, du ignorierst es komplett! Jetzt reiß dich mal zusammen! Maan!


Ist gar nicht so einfach. Ich würd ja gern mal was tiefgründiges schreiben. So ein Artikel, der unter die Haut geht und den Leser fesselt ohne Ende. Oder zu Tränen rührt. Tränen gehen auch. Dazu müsste ich aber erstmal wissen, was ich schreibe! Das ist der Punkt. Jetzt lass mal überlegen, was ist außergewöhnlich? Mein Musikgeschmack. Nee. Doch, der ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, der Mann kann ein Lied davon singen. Wenn ich in der Küche tobe, dann nur begleitet von lauter Musik. Kochmusik. Und die ist in der Tat außergewöhnlich. Ich bin da etwas anders, als die anderen. Aber ich komm gut damit klar. Sei froh, dass du diesen Beitrag nicht hören kannst, ich sag es dir! 
Aber mein verrückter Musikgeschmack soll nicht das Thema sein heute Abend.
Aber was dann?
Was ist außergewöhnlich? Oder wer? Außergewöhnlich ist ja jemand oder etwas, was nicht gewöhnlich ist, also nicht der Norm entspricht. Und was ist die Norm? Langweilig. Einheitsbrei. Breite Masse. Wenn ich an den Geschmack der breiten Masse denke, gefrieren meine Nervenenden. Die breite Masse mag die aktuellen Hitlisten, die aktuellen Sendungen im TV, so schwachsinnig sie auch sein mögen und Urlaub am Strand. Zum Beispiel. Das sind alles Dinge, die ich nicht mag. Die sind nichts für mich. Ich hab meine eigenen, seltsamen Playlisten, die meilenweit weg sind vom allgemeinen Geschmack, ich finde diese TV Shows ganz fürchterlich - immer die gleichen Nasen, immer das selbe Konzept und immer die gleichen, dummen Sprüche. Und Urlaub mach ich viel lieber in einer interessanten Stadt mit vielen Kirchen und Museen und alten Burgen, als an einem Strand. Vielleicht bin ich da selber etwas außergewöhnlich. Nahe am Freak. Oder es ist einfach nur simple Eigensinnigkeit.



Eben war die erste Pause im Blognacht-Zoom, es wurde viel Fachwissen ausgetauscht. Das fasziniert mich immer wieder, woher wissen alle eigentlich, wie das Bloggeruniversum funktioniert? Allein die ganzen Fachbegriffe, ich stolpere da so heftig! Eine Teilnehmerin hat etwas erklärt, wie dein Blog automatisch irgendwohin geteilt wird und ich hab ehrlich gesagt nur einen winzig kleinen Bruchteil verstanden - den ohne Fachbegriffe. Woher wissen die das alle? Kann es sein, dass mein Bloggergehirn einfach außergewöhnlich simpel gestrickt ist? Schreiben, Bildchen suchen, auf veröffentlichen klicken, warten ob wer kommentiert, freuen. Das ist das, was ich so kann. Ich merke grade selber, wie jämmerlich das klingt.




Sei's drum. Ein Blogprofi mit Fachwissen im Hintergrund werd ich wohl nicht mehr.

Aber während ich das schreibe, kommt mir eine Idee zum Impuls des Abends. Völlig zusammenhanglos übrigens!
Ich hab eine bewegende berufliche Laufbahn hinter mir. Begonnen im Hotel über diverse Arztpraxen wie Neurologie, Gynäkologie, Augenarzt, Chirurgie, Internist und Allgemeinmedizin. 2007 glaub ich war's, als ich bei meinem letzten Arbeitgeber ausgestiegen bin und bei einem Krankenpflegeverein angefangen hab. Bei Omas putzen, unterhalten, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen und reden. Aber eigentlich wollte ich wieder zurück zu den Wurzeln, ich bin eine Vollblutlabortante. (Wortwitz, chrchr)
Als ich von der Teamleitung den Anruf bekam, ob ich nicht Interesse hätte, wieder zurück zu kommen, hab ich mich echt total gefreut! Ich kann zurück in mein Labor, mein Refugium! 
Bei den vielen Omas zu putzen und sie zu unterhalten war zwar auch ok, aber die Damen waren ganz schön pingelig und teilweise sogar zickig, das mochte ich überhaupt nicht.
Die Motivation war dann irgendwann dahin.
Das ist jetzt 18 Jahre her und ich rumore immer noch mehr oder weniger freudig in meinem Labor herum, nach wie vor froh, wieder mitspielen zu dürfen.
Letzte Woche saß ich mit meiner Mama im Auto. Wir redeten genau über diese Rückholungsaktion aus dem Putzdienst back to the Labor. Da hat sie mir anvertraut, dass sie damals eine befreundete Kollegin von mir getroffen hat. Mama hat sie gefragt, ob die Praxis nicht so jemand wie mich wieder brauchen könnte. Daraufhin hat diese Kollegin beim Chef vorgesprochen, der die Teamleitung beauftragt hat, mich anzurufen und zurück zu holen.
Im Klartext: Mama hat im Hintergrund die Fäden gezogen und mir diese Stelle wieder  verschafft! Zum 2. mal übrigens, den Job hab ich '98 nur ihretwegen angenommen. Und '07 wiederbekommen.
Kann man mir folgen?
Fakt ist, Mama hat 18 Jahre lang nichts gesagt. Sie hat sich für mich ins Zeug gelegt und verschwiegen, dass ich meine Rückkehr ihr zu verdanken hab.
Das hat mich ein bisschen sprachlos gemacht. Und ging mir noch lange im Kopf rum.

Für jemand etwas gutes, selbstloses zu tun ohne sich zu rühmen - DAS ist in der Tat außergewöhnlich!!

Und damit kann ich diese Blognacht guten Gewissens abschließen. Schön, dass ich noch die Kurve gekriegt hab! Und Mama - danke danke danke!! Du bist einfach die Beste! Und absolut außergewöhnlich.






Freitag, 11. Juli 2025

die verpasste Blognacht

Ich werde nachlässig, das merk ich schon. Da hilft es auch nichts, sich Termine oder wichtige Sachen in den Kalender zu schreiben. Wenn man dann vergisst, drauf zu schauen, bringt das auch nicht so viel. 

die Blognacht

Die Blognacht fiel einem Treffen im Biergarten zum Opfer. Ja da setzt die Sabine Prioritäten. Schon im Mai war ich nachlässig, wo soll das eigentlich hinführen? 2 verpasste Blognächte!

Herrje!

Ich hab Anna angeschrieben und eine unheimlich liebe Antwort bekommen. Sie schreibt, dass die Blognacht ein Raum zum Schreiben ist und es sind immer die Richtigen da. Die anderen, die es nicht schaffen, sind beim nächsten mal die Richtigen!
Ist das nicht eine schöne Antwort? Das hat so was tröstliches und mein schlechtes Gewissen wird drastisch minimiert.

Also, hier hab ich die Chance, wenigstens den Impuls nach zu schreiben. Danke Anna!

Der Impuls heißt: Schön, dass es dich gibt




Jetzt muss ich überlegen. Natürlich könnte ich mir jetzt jemand herauspicken, dem ich hier eine kleine Laudatio widme. Aber das ist schwierig, weil ich für viele Menschen dankbar bin, dass sie da sind. Da könnte jemand grummelig werden und sich missverstanden fühlen. 

Das wollen wir nicht.

Also mach ich das anders. Ich distribuiere. Im Austeilen bin ich ganz gut. (haha)

Meine Mama hat mir die schönste Kindheit geschenkt. War mir immer ein gutes Vorbild, hat mir Werte vermittelt und mich mit all meinen Launen ertragen. Sie fängt mich auf, hilft mir unentwegt und gibt mir absolut das Gefühl, geliebt und verstanden zu werden. Schön, dass es dich gibt!


Die liebe Waldfeger ist nicht nur meine Schwester, sondern auch mein bester Freund. Mit ihr kann ich so frei reden wie sonst mit keinem! Wir ticken ziemlich gleich und ihr Humor ist fabelhaft! Ich fühl mich so wohl bei dir, schön dass du da bist!

Über den Mann schreib ich nur einen Satz. Du machst mich komplett! Schön, dass du da bist!

Meine Kinder sind phantastisch! Bringen mich zum lachen, haben immer neue Ideen, meistern ihren Alltag, sind schlau und fleißig und haben echt gute Einstellungen! Ich freu mich immer, meine Kinder zu sehen. Ist ja mittlerweile schon ein Highlight geworden. Auch wenn ich sie zu Hause immer noch sehr vermisse, ich freu mich, wie sie zurecht kommen und ihr Leben meistern. Mein Leben ohne euch wäre nicht nur sinnlos, sondern auch unvorstellbar! So schön, dass ihr da seid! 

Alle meine Freunde! Helfen, sind da, bringen mich auf Ideen, schaffen es, dass ich mich nicht seltsam fühle mit den Dingen, wie ich sie mache. Ich bin nicht allein, es gibt noch andere wie  mich. Das ist sehr beruhigend, haha! Schön, dass ihr da seid!

Meine Kolleginnen hab ich mir nicht ausgesucht, hätte es aber nicht besser treffen können. Auf die Mädels ist Verlass, die wissen so viel! Das ist beachtlich. Und helfen mir, wenn ich nicht mehr kann. Oder was nicht weiß, was oft genug vorkommt. Wir sind ein team und das ist klasse! Schön, dass ihr da seid!

Dann wären da noch all die Blogger Kollegen, vor allem im Bloghexen Forum. Da ist eine richtig schöne, kleine Gemeinschaft entstanden und alle sind nett zu mir. Ich fühl mich gut aufgehoben, so als Schreiberling. Ich finds auch schön, dass so jemand wie Anna da ist. Anna organisiert die Blognacht, hat einen phantastischen Schreibstil und kann so reden, wie ich es gerne könnte. Schön, dass ihr alle da seid!


Andreas - du warst mein bester Freund. Die Zeit mit dir war lustig, wie eine kleine Auszeit vom Alltag. Ich bin so dankbar, dass ich dich kennenlernen durfte.  Bei dir hatte ich immer das Gefühl, was besonderes zu sein. Wir waren echt albern, das war super! Tanzen in der Tiefgarage, das Taubertal - Festival heimlich mit Proviant und Klappstuhl bewaffnet durch ein Loch in der Mauer gucken, gegenseitig mit der Gitarre in Grund und Boden singen oder Kartenspielen mit viel Whiskey und Geschrei - so schön, dass du da warst!

Und Stefan, genau wie Andreas bist du viel zu früh gegangen. Wir waren eine coole Gruppe und du warst ein toller Freund! Der einzige Mann, mit dem auch problemlos Frauengespräche möglich waren. Freundschaften waren dir so wichtig, du wolltest immer für andere da sein und hast und so viel gegeben! Schön, dass du da warst!



Hach ja. Viele Menschen, für die ich dankbar bin. Dass ich sie kennenlernen durfte und dass sie einfach so sind, wie sie sind. 

Ich find's schön, dass ihr da seid. Im Herzen und in Echt.






Cute Rat