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| 52 Themen - 52 Wochen - 52 Fotos eine Mitmachaktion von Sari auf heldenhaushalt.de |
Es geht weiter mit dem Projekt 52. Im Juni sind die Themen:
Also gehen wir's an! Das erste Thema fürs Mausloch ist: Wald
Kein Tag vergeht, ohne dass eine Mama völlig fertig und fast schon verzweifelt in den Wald gestürzt ist. Mutter-Kind-Kur 1998, ein Haus im Oberallgäu mit angrenzendem Wald. Meine Kleine war knapp 2 Jahre alt, ich 27 und ich war verblüfft, was so eine Kur alles bewirken kann. Die Mütter, die hierher kamen, befanden sich ausnahmslos alle am Rand der Verzweiflung, gut getarnt mit gespielter Fröhlichkeit und konzentriertem Blick aufs Kind. Die verschiedenen äußerlichen und innerlichen Anwendungen der Kurklinik lösten viele Knoten auf, auch unbewusste Knoten. Das ist wie ein Therapiegespräch. Gefasst geht man hin, ziemlich verheult wieder raus.
Dann war da der Wald. Auch wenn es komisch klingt, dieser Wald hatte magische Kräfte. Ständig hat man eine der Mütter gesehen, wie sie in diesen Wald rannte, um eine Stunden später nach etlichen Verzweiflungsschreien und vielen Tränen relativ gefasst wieder raus zu kommen. Dann gab es Umarmungen und Schulterklopfen von der Gruppe, ein kleines Stück von der Last war verschwunden.
Ich bin auch in diesen Wald gegangen. Auf meinem Weg begleitet mich Stille. Es roch gut, die Luft war so sauber. Ich hab die Energie und die Kraft der Bäume richtig gespürt und bin mir ziemlich unbedeutend vorgekommen. Wie aus dem Nichts bin ich in Tränen ausgebrochen, der Schrei, den ich losgelassen hab, kam von ganz tief drinnen. Ich war selber überrascht, wo das auf einmal herkommt. Ich dachte, ich hab alles im Griff. Es war so sehr befreiend! Schließlich hab ich mich an einen Baum geklammert und gejammert, was das Zeug hält. Und es hat geholfen! Als hätte der Baum ein bisschen seiner Kraft auf mich übertragen. Irre!
Ich sag ja, magischer Wald!
Auch ich wurde umarmt, wissend und mitfühlend. Da bildet man schon eine verschworene Gemeinschaft, so unter Müttern. Wir waren alle überfordert, dieser Weg in den Wald war wohl Teil der Therapie. Ich denke, man sollte öfter in einen Wald gehen. Allein und offen.
Weil es ein klein wenig übertrieben wäre, wegen des Projekt 52-Fotos bis ins Allgäu zu fahren, hab ich hier ein Foto vom letzten Sonntag, der Blick von Omas Balkon über den Reichswald in Nürnberg.
Ich ahne, dass jeder Wald ein bisschen Magie in sich hat.






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