Mausloch

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Freitag, 25. März 2022

Stillstand

 11:49 Uhr und ich brech hier gleich zusammen!

In der letzten Zeit ist hier in der Praxis garnichts aufregendes los. Die Patienten kommen tröpfchenweise, zu mir ins Labor verirren sich nur wenige. Besonders heute, es waren halt grade mal 5 Blutabnahmen eingetragen. Im Vergleich zu 40 Leuten, die in dem Zeitraum sonst immer so kommen.
Es ist Freitag. Wiedermal ein unnötiger, überflüssiger Arbeitstag. Seit ich meinen freien Freitag mit dem Montag getauscht hab, erscheint mir der Gang zur Praxis an einem Freitag als ziemlich sinnlos. Freitags ist meistens ruhiger und ich fühl mich fehl am Platz.
Dummes, bezahltes rumsitzen. Zumindest ich, alles ist schon erledigt, fertiggemacht, aufgeräumt, desinfiziert und abgeschlossen.
Noch 51 Minuten.
Warum ist es heute so leer? Wegen Freitag? Und super Wetter am Freitag? Oder es gab eine wundersame, flächendeckende Genesung im Stadtteil?
Man weiß es nicht. Ich hab mir jetzt mal einen Kaffee gemacht, vielleicht hilfts. Mir fallen die Augen zu und ich kann nichts dagegen tun außer immer wieder aufspringen und mich bewegen und Kaffee holen. Kennst du das, wenn deine Augenlider auf einmal schwer sind wie Blei und selbständig beschließen, zuzufallen? Ohne deine Erlaubnis? Übel.
Aus dem fensterlosen Labor bin ich schon geflohen. Im Büro kann man wenigstens lüften, und ich hab die Kollegen im Blick.
Und sie mich. Blöd, wenn einen da vorm Pc der Sekundenschlaf überwältigt. Blöd für mich, lustig für die Kollegen.
 
Der Kaffee macht mich ein bisschen wacher. Ich bin definitiv zu spät ins Bett und vor allem viel zu spät eingeschlafen!
Um kurz nach neun gestern Abend war ich hundemüde und eigentlich fällig fürs Bett. Geht aber nicht, ich muss den Bub vom Chor abholen. Also mit Gewalt wachhalten. Um halb zehn losfahren, bis nach Oberasbach, Bub einsammeln, Chorbericht anhören, heimfahren und Parkplatz suchen. Das Ganze dauert ca eine Stunde.
Also sind wir um halb elf daheim. Und ich bin hellwach. Der Bub erzählt und zeigt mir youtubs von den Liedern und Chorälen, die gerade eben noch geübt und einstudiert wurden. Dabei isst er seine Pizza, die seit 19 Uhr auf ihn wartet.
Bis wir beide dann vom Sofa weg übers Bad und ins Bett rein kommen, vergeht wieder viel Zeit. Man könnte meinen, dass ich dann echt schnell einschlafe - ha! Ich hab ein spannendes Buch da liegen und schwupp - wieder Zeit vergangen!
Aber ohne Buch geht nicht. Ohne Schlaf auch nicht - das merke ich dann am nächsten Arbeitstag. Also JETZT!
Jammer & Elend!
Elinor schaut mich nur missbilligend und enttäuscht an. Ich kann ihren Blick deuten, sie weist mich darauf hin, dass ich es in meinem Alter eigentlich besser wissen müsste.
Wenigstens den Blick auf Instagram vor dem Schlafengehen, den könnte ich mir sparen. Also wirklich!
So müde.
Noch 30 Minuten.
Die Kollegin, die eine andere kranke Kollegin vertritt, fragt mich, wie lange ich schon hier arbeite. Und mit einem Mal komm ich mir voll alt vor! Bin ich doch schon seit über 20 Jahren hier und vorher, da kam auch schon eine gewissen Praxen-Karriere zusammen:
Angefangen 1988 bei einem Neurologen, dann kam ein Internist, ein paar Frauenärzte, ein Augenarzt. Und dann bin ich hier gelandet. 
Damals war vieles noch völlig anders.
Aber eines ist überall gleich geblieben: Schnell verschwinden wenn endlich Feierabend ist! Und das ist JETZT!

Tschüs! Sssssst und weg!



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