Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Blogparade zum mitmachen!

Samstag, 11. März 2023

Happy Blognacht too youuu!

Und schon sind wieder 4 Wochen vorbei! Scha-wupp! Ich weiß das deshalb so genau, weil ich hier zu meinem festen 4-Wochen-Termin sitze und mich freue! Ja es ist wieder soweit, heute findet die Blognacht statt! Find ich super, wie man vielleicht schon mal gemerkt hat!

Es ist wirklich so, wie uns Anna eben erzählt hat: Manchmal kriegt man nichts auf die Reihe, was in einen ordentlichen Blog gehört. Man wünscht sich tolle Beiträge, kriegt aber den Bloggerpopo nicht hoch! Weil einen der Alltag auffrisst, die Augen ständig zufallen oder der Gipfel der Feierabendgestaltung nur darin besteht, stupide auf irgendeine Netflix-Serie zu starren. So wie ich. Seit ein paar Tagen lassen meine Fähigkeiten zur Freizeitgestaltung wirklich zu wünschen übrig! Vielleicht bin ich im Winterschlaf-Modus? Eigentlich will ich nur irgendwo sitzen und gucken. Auf einen Fernseher oder in ein Buch, da bin ich variabel. Aber das wars dann auch schon.

Und jetzt, jetzt ist Blognacht. Dafür hab ich meine Serie knallhart unterbrochen und mit einer Handvoll Bonbons ins Schlafzimmer gezogen, weil da der alte Pc steht. Weil das ein fester Termin ist und in meinem Kalender in Stein gemeisselt! Basta!

Jetzt wird hier nicht gestarrt, jetzt wirds kreativ! Jawoll!

Anna hat uns den Impuls gegeben, heute wird's extrem positiv!


Das macht mich glücklich


Und Zack, hab ich einen Hänger! Was ist denn los hier, seit Tagen krieg ich nix Gescheites aufgeschrieben .. das macht mich schon mal garnicht glücklich.

Bei dem Wort "glücklich" muss ich sofort unweigerlich an meine Freundin von damals denken. Sie war der Typ "everybodys darling", irgendwie sind fast alle Jungs auf sie abgefahren. Klein und dünn und süß. Aber Darling hatte eine etwas anstrengende Art, zumindest für mich. Weil sie ständig über das Leben im Besonderen und das Glücklichsein im Allgemeinen reden und diskutieren wollte. Gerne in den unmöglichsten Momenten. Etwa auf der Tanzfläche einer Hardrockkneipe. Oder während einem Festival im Gedränge der hüpfenden Fans. Oder auf einer richtig guten, lustigen Party. Dann ploppte sie  neben mir auf und fixierte mich. "Sabine, bist du glücklich? Ich mein, so richtig?! Liebst du dein Leben so wie es ist?"
Ach nöö echt jetzt? Es läuft Guns N'Roses und ich will jetzt nicht übers Leben philosophieren! Mann!

Darling war ein bisschen nervig. Vielleicht ist das deswegen einfach nicht mein Thema. Das mit dem glücklich sein. Oder aber weil mir das zu .. ich weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll, es ist mir zu rosa? Zu tiefgründig? Zu unerreichbar?

Glücklich ist für mich jemand, der keine Sorgen hat. Wo es nichts zu meckern gibt und alles, wirklich alles so läuft wie es laufen soll. So wie gewünscht.

Gibt es so jemanden? Irgendwas ist doch immer

Ich sag lieber happy statt glücklich. Das kling nicht so tiefgründig und viel lockerer. Obwohl es das selbe bedeutet aber es klingt besser. Ich mag das lieber.

Also, jetzt komm mal zu Potte, hier!  

Das macht mich happy

Vor langer Zeit hab ich mal beschlossen, mich von einem Ereignis zum anderen zu hangeln. Mir lauter kleine Ziele und Stationen im Alltag zu setzen. Damit ich mich über Kleinigkeiten freuen kann. Also wirklich Kleinigkeiten! Wie ein Feierabend zum Beispiel. Oder ein feines Abendessen. Oder ein Lied im Radio. Sowas.

Lied im Radio! Klasse Stichwort! Immer wieder erwischt es mich, dieses Feeling, das kommt, wenn irgendwo ein gutes Lied läuft. Idealerweise bin ich dann allein, da kann ich am besten ausflippen. Im Auto zum Beispiel, oder beim Kochen. Geht eh nur mit Musik und machmal überkommt mich so eine Woge des Glücks, wenn es der richtige song ist! Wie unsere Katze damals, die einmal am Tag "ihre 5 Minuten" hatte. Grundloses Ausrasten. Und in diesem Moment, der leider nicht lange dauert, da passt einfach alles! Da gibt es nichts negatives, nichts zu motzen und kein Problem weit und breit – da bin nur ich und das tolle Lied! Gut, dass mich im Auto keiner hören kann!

Aber erst vor kurzem hatte ich einen echten Glücksmoment! Der Mann hatte mich überraschend nach Berlin geschafft, die letzte Vorstellung Ku'damm 56 gucken. Und das hat mich so ergriffen, dass sogar ein paar Tränchen kamen vor lauter Glück! In diesem Theater zu sitzen, zu wissen, dass es gleich losgeht und der Mann neben mir grinsend meine Hand hält – das war der perfekte Moment! Und dann geht das Licht aus und das erste Lied donnert uns um die Ohren! Der Bass geht bis in den Magen und für eine Sekunde bleibt mir sogar die Luft weg!

Happy Sabine!


Um mich happy zu kriegen braucht es eigentlich nicht so arg viel. Gut, eine Reise nach Berlin mit dem besten Musical aller Zeiten, das hat schon was. Gehört aber eher in den Olymp der Glücksmomente der Sabine B.

Ebenso die Nachricht, schwanger zu sein und die dazugehörigen Geburten natürlich. Der Heiratsantrag. Die Hochzeit. Abschlussprüfung bestanden. Sowas. Das sind VIP-Glücksmomente de luxe

Um mal kleinere Brötchen zu backen, gestern hat mir der Mann einen Bissen seiner unfassbar guten Pizza angeboten. Ich darf keine Pizza. Also keine ganze. Aber dieser Biss, das war Glück mit Käse überbacken! Erstmal dran riechen, tief inhalieren, und dann die Augen schließen und reinbeissen! O mann, da gingen kurz die Lichter aus bei mir!

Ich muss dazu sagen, dass ich seit über einem Jahr Diät mache und mich sowas wie ein Pizza-Biss, drei Zentimeter Wiener Würstchen oder eine Pommes in höhere Sphären der Glückseligkeit manövrieren! Das ist sehr erstaunlich. Früher war das nicht so, da wars einfach normal, so feine Sachen zu essen. Jetzt darf ich nicht mehr, jetzt ist es Genuss pur!


Eine Patientin kam heute morgen in mein fensterloses Labor und meinte, sie wolle sich bei mir bedanken. Sie sei mir so unendlich dankbar, sagt sie. Wofür denn bloß?Und sie sagt, dass ich sie inpiriert hätte, selber abzunehmen. Wow! Ja, meint sie, das Prinzip Kalorien zählen in Kombi mit Intervallfasten funktioniert, sie hätte schon 10 Kilo weggekriegt und auf einmal passen die Hosen wieder! Sie muss nicht mehr um ihr Leben kämpfen, wenn sie eine Treppe hochläuft und kann sich das Straßencafe nach Belieben aussuchen und nicht mehr nach Stuhlgröße. Sie war so begeistert! Ist das nicht wunderbar? Und ich hätte sie inspiriert! Das hat mich so sehr gefreut, da war ich echt gerührt. Und ein bisschen stolz. Und happy! Viele Patienten sprechen mich drauf an, dass ich mich ziemlich verändert hätte, das geht runter wie Honig! Hoffentlich kommt das jetzt nicht recht selbstverliebt rüber, es macht mich einfach froh, wenn die Leute mir so was nettes sagen.

Obwohl ich echt nicht gern im Mittelpunkt steh. Viel zuviel Aufmerksamkeit. Mit Komplimenten kann ich nicht so arg gut umgehen. Das war früher einfacher. Was hat mich früher happy gemacht? Die richtigen Leute, die richtige Musik im richtigen Laden. Und niemand neben mir, der mich vollquatscht ob ich denn auch ja glücklich und zufrieden sei. 

Es gibt da ein prägendes Erlebnis in der Tanzschule damals. Laaang ist's her. Der Tanzlehrer wollte der Gruppe, in der ich ausgeholfen hab, den Wiener Walzer erklären und zieht mich zum vortanzen in die Mitte vor alle Leute. Erstmal hochrot im Gesicht werden. Aber er ließ mir keine Chance zu überlegen, ob ich mich das trau. Er legte einfach los. So. Hast du schonmal mit jemanden, dessen Beruf es ist, zu tanzen, einen Walzer vorgeführt? Das war so ein starker Tanzpartner, da musste garnichts können, da fliegste einfach so übers Parkett! Das war so unheimlich gut, da träum ich heut noch davon! Ich musste mich danach hinsetzen und atmen. Ich hätte schwören können, ich hatte Herzchen in den Augen! 

Das macht mich happy, aber holla!



Gerade eben war erste Halbzeit in der Blognacht. Da unterhalten wir uns kurz, wie es denn so läuft. Einige schreiben, dass es das Schreiben an sich ist, was glücklich macht. Oder philosophieren, was Glück eigentlich bedeutet. Wäre vielleicht etwas professioneller, als von fröhlichen Patientinnen und starken Tanzlehrern zu erzählen. Aber jetzt grübel ich. Ehrlich, ich hab keine Ahnung, ob mich das Schreiben glücklich macht. Ich schreibe voll gern, also wenn ich nicht grade eine Flaute hab, und oft mag ich das auch, was ich da geschrieben hab. Wenn ich den Text gut finde und die Bilder gut getroffen, dann macht es echt Spaß, das Ding zu veröffentlichen! Ich krieg nicht viel feedback, aber ich weiß, dass Teile meiner Familie das Mausloch lesen, und das ist super! Da kommt auch oft was zurück und DAS macht mich richtig happy!

Familie. Ich hab sie so lieb! Alle miteinander! Da gibt es so viel! Als sie Babys waren, frisch geschlüpft, da hat sich der Freudentaumel mit immenser Unsicherheit und Schlafmangel vermischt, das war eineziemlich seltsame Kombi. Mit Kindern haste so viele Momente, wo du vor Glück und Liebe platzen könntest! Vor allem so im Rückblick, wenn man sich an die viele Arbeit, die Belastung und die Sorgen nicht mehr erinnert. Konsequent. Da hab ich fröhlich lachende Kinder vor Augen, das reicht mir schon zum happy sein. 

Die Oma, die so verliebt in ihre Enkel ist und aufblüht, wenn sie aufeinandertreffen. Und wie sie sich gefreut hat über ihr Fotobuch zum runden Geburtstag "80 Gründe, warum Ingrid eine tolle Frau ist". Waldfeger, die so aufgeregt ist, weil sie mit meiner Lieblingsnichte in ihrem Wohlfühlort an der Nordsee Urlaub machen kann. Die Tochter, die mir glücklich von ihrer tollen neuen Arbeitsstelle erzählt. Der Bub, der mit seiner Fee so happy ist. Die sind so süß, die beiden!

Die Fee, wie sie lacht. Das reicht schon, dieses fröhliche Gelächter, das durchs ganze Haus zieht, da hellt sich die Stimmung bei mir direkt um einige Stufen auf! Und Fee lacht viel! Der Mann, wenn er voller Begeisterung etwas erzählt und mir süße whats app Nachrichten schickt. 

Als Tochter noch klein war, im Buggyalter, war ich mit ihr auf Kur im Allgäu. Waldfeger und die Lieblingsnichte waren auch dabei. An einem heißen Tag sprudelte eine kleine Wasserfontaine aus dem Hydranten auf dem Platz vor dem Haus. Die beiden Mädchen hüpften und quietschten vor Freude um diesen Wasserstrahl herum. Beide mit Zöpfen und Kleidchen, total ausgelassen und glücklich, das war so niedlich! Wir Mamas versuchten, diesen perfekten Moment für immer zu archivieren! 

Wenn man es richtig anstellt, gibt es ständig irgendwas, was einen glücklich machen kann.

Der Tag ist voll davon. Wie so winzige Kleeblätter, die man nur aufheben muss. Sind überall! Und wenn ich mich nur abends ins frische Bett einkuschel und mein tolles Buch in die Hand nehme – das sind wunderbare Momente. Ich versuche wirklich, mir sowas bewusst zu machen, damit sie nicht unbemerkt wieder verschwinden!


Und nächste Woche gibts wieder einen Bissen Pizza!


Hurra!



Happy Blognacht powered by  annakoschinski.de 


 

Sonntag, 5. März 2023

High Five am Sonntag - mit rosa Zuckerguss

Es ist schon Sonntag Abend, höchste Zeit für einen Mauslocheintrag! Das ganze Wochenende hab ich nix geschrieben! Es war einfach keine Zeit! So wie es Wochenenden gerne machen, ist es schnell vergangen und ich war rund um die Uhr beschäftigt!

5 Dinge, die vergangene Woche positiv waren


1. Es kam wirklich kein einziges mal Langeweile auf! Während der Arbeitswoche bin ich sowieso fixiert auf schlafen, schlafen und schlafen, wärs mir da langweilig, würd ich spontan einschlafen und nix mehr merken. Und am Wochenende gabs einfach keinen öden Moment! Ich habs sogar geschafft, meinen Kleiderschrank mal wieder auszumisten! Und ich war erfolgreich, zwei Wäschekörbe voll sind raus!



2. In der Arbeit müssen wir jetzt weiße Hosen tragen. Noch nie hatte ich eine weiße Hose Sehr ungewohnt. Ich hab mir 4 weiße Jeans bestellt, in der Hoffnung, dass wenigstens eine davon passt. Und weisste was? Es passen alle vier!! Einfach so! Anziehen und gut! Klasse, was? Und soo schlecht schaut's garnicht aus.

3. Wir haben unserer kranken Fee ein Carepaket gepackt. Sie sitzt krank zu Hause, darf nicht raus und langweilt sich sehr. Der Bub und ich sind los und haben ganz viel Schnickschnack besorgt. Dinge, die niemand braucht, die man aber gern haben will! Zum Beispiel ein Malbuch für Erwachsene! Und Gummibärchen! Und einen undefinierbaren, lila  Gummiball mit seltsamen Fransen! Gefreut hat sie sich auf jeden Fall!


4. Donnerstag ist Pizzatag! Das bedeutet, die Jungs bestellen sich Pizza und für mich gibts einen Salat. Aber mit sensationellem Dressing! Und der Mann lässt mich jedesmal von der Pizza abbeißen, das ist mein Highlight der Woche. Göttlich!



5. Beim Stöbern in diversen Kruschi-Läden überkam uns die Lust auf Kaffee. Und ich hab einen Flat White bei Dunkin Donuts bestellt. War lecker! Ab und zu werd ich meinem geliebten Cappuchino untreu, und jedesmal lohnt es sich! Außerdem hab ich es geschafft, dem Bub dabei zuzusehen, wie er einen Strawberry irgendwas crunchy irgendwas Donut isst! Ohne durchzudrehen! Hab nur mit dem kleinen Finger 3mm Zuckerguss probiert. Hmmmmm!





Danke fürs lesen! Ich wünsche allen eine angenehme, frische Woche!


Mittwoch, 1. März 2023

Offenerzig 4 - Achtung Wehmutalarm !

 Ich hab ein bisschen Zeit und ganz viel Lust, einen Offenherzig-Eintrag zu schreiben!

Also, dann mach mal. Das Thema heute ist dieses hier:


Wenn du eine Sache in deinem Leben anders machen könntest, was würdest du ändern?

In facebook wurde ja schon oft diese Frage in den Ring geworfen. Und viele schreiben dann so lebensverändernde Sachen wie niemals zu heiraten oder einen besseren Schulabschluss zu machen oder auf keinen Fall in diese Stadt zu ziehen. Manche hätten gern mehr Zeit mit den Großeltern verbracht und wieder andere sind vollauf zufrieden und möchten garnichts anders gemacht haben.

Und ich? Klar würd ich einiges ändern wollen. So im Rückblick. Hätt ich mal - zum Beispiel mehr Sport gemacht. Warum hab ich mit dem Tanzen aufgehört? Hätt ich mal mehr auf meine Gesundheit geachtet, das wär jetzt im hohen Alter auch von Vorteil. Hätt ich mal mehr Disziplin in der Lehre gezeigt, einige fiese Arbeitsstellen wären mir erspart geblieben! Hätt ich mal ein bisschen kritischer auf mich, die Umwelt, die Leute und die Gesellschaft geschaut und nicht so unfassbar naiv .. was dann wohl jetzt wäre?

Ganz deutlich kann ich sagen, dieser eine Schritt, der voll in die Hose ging, den hätt ich auch ganz gern unterlassen. Mein Knöchel wäre einfach ganz geblieben. Ein falscher Hüpfer und dein ganzes Leben ändert sich, so'n Shiet!

Aber, um mal nicht so theatralisch zu sein, da gibts auch Kleinigkeiten. Und eins stinkt mir gewaltig! Das bereue ich so sehr und kann es nicht mehr ändern! Aus, vorbei. Und ich schau blöd aus der Wäsch' , weil  

ES GIBT VIEL ZU WENIG FOTOS !!

Verdammich!

Ja es ist mir bewusst, dass man früher nicht ständig mit ner Kamera rumgelaufen ist, so wie heute. Das Entwickeln war ja nicht gratis! Fotos haste nur gemacht, wenn was besonderes war, so wie Weihnachten oder Urlaub oder Kommunion. Oder mal ein ganz tolles Motiv daherkam. Aber was ist mit dem Alltag? 

Es ist ja jetzt nicht so sehr ein Geheimnis, dass ich zur Nostalgie neige. Ziemlich hemmungslos sogar. Und dann hab ich all die Bilder nur in meiner Erinnerung gespeichert. Mein Kinderzimmer, die Schultasche, meine Klamotten, das Treppenhaus, die Nachbarskinder, die Mütter in ihren Kittelschürzen, Mama am Mittwoch beim Bügeln, Terry unser Hund, mein Papa. Die alte Straßenbahn, meine Schule, das Klassenzimmer. Oder das Lollypop! Lino, in den ich so verknallt war. Meine Güte! All die Kneipen und Discos, in denen ich ständig war. Vom Kraftwerk gibt es KEIN EINZIGES FOTO! Stell dir das vor! 

Alles nur in meinem Kopf. Gut, solange es da ist - aber irgendwann wirds weniger. Was, wenn ich die gespeicherten Bilder vergesse? Wie gern würde ich eine Kiste mit alten Fotos haben, die ich hervorkramen kann um sie immer wieder anzuschauen. Mit einem verklärtem Lächeln und einem geseufztem "Ach ja!"

Ehrlich, das vermisse ich schmerzlich. In einem meiner vielen Wunschträume reise ich in der Zeit zurück und mach Fotos von all den Dingen, Leuten und Plätzen, die nicht mehr da sind. Unser Tante-Emma-Laden, der Giering. Oder das Zimmer meiner besten Freundin. Die Freundin! Selbst die Straßen mit ihren Geschäften, die alle schon lange weg sind. Die Innenstadt, die sich ständig wandelt. Immer, wenn ich in die Stadt gehe, ist da was neues und ich bin baff erstaunt. Was war da eigentlich vorher? Ich weiß es nicht, weil ich es nicht fotografiert hab.

Was gäbe ich für ein paar Momentaufnahmen! 

Ich wünschte, ich wäre einer dieser Menschen, die alles Neue viel besser finden. Dann könnte ich mich ununterbrochen freuen, weil so vieles ständig erneuert wird. 
Aber ich bin Team Wehmütig, ich trauere fast allem hinterher und vermisse alles mögliche. Auch, wenn es eine alte U-Bahn ist, die mit der schicken neuen Bahn nicht mithalten kann. Aber es war MEINE U-Bahn, mit der ICH immer gefahren bin!

Mir ist nicht mehr zu helfen, glaub ich. Aber so eine Kiste mit alten Fotos, wild aus dem Alltag und voller Nichtigkeiten, das wär genau das, was ich mir wünschen würde. Alles irgendwie festhalten! Und dann meine Kinder damit nerven! 

Das hätte ich geändert, wenn ich noch könnte - mehr fotografieren, festhalten, verewigen, unvergesslich machen und behalten!





Dienstag, 28. Februar 2023

Retro Gschicht'n: Milch Mädchen

Unser neuer Oberboss spendiert uns regemläßig Getränke. Das finde ich sehr nett von ihm! Es gibt Mineralwasser in jeder Variation - und Vollmilch. Das ist echt prima! Vorhin hab ich in der Praxisküche gewartet, bis der Kaffee durchgelaufen ist und mein Blick fiel auf eine Kiste 1-l-Milchkartons. Für was eigentlich Milch? Und so viel auchnoch?

Hier gibt es wenig Kaffeetrinker, ein paar Ärztinnen und ich nur. Die Teefraktion ist hier in der Übermacht. Und Milch für den Kaffee wird sehr wenig verbraucht.
Also stehen hier Literweise Milches rum ohne wahre Bestimmung. Pur trinkt die keiner hier. Milch ohne Kaffee oder Müsli drumrum ist eigentlich was für Kinder.
Als Kind hab ich gern Milch getrunken, meist in Form von Kaba. Zuckerbombe! Aber sehr lecker! Auch in der Schule gabs Kaba, das waren diese Milchtüten, gabs als Kakao, Vanille oder pur. Aber nix mit Magermilch!
Einmal im Monat mussten wir das Milchgeld mitbringen, dafür sind wir jeden Tag mit lecker Zuckermilch versorgt worden. Niemand hat sich Gedanken gemacht, im Gegenteil - Milch ist gesund (gewesen). Außerdem war Milch einfach Milch, von Mandel/Hafer/Soja & Co hatte noch niemand was gehört. Die wilden 70er eben!
In der Klasse gabs den Milchdienst, der wochenweise gewechselt hat. Wenn man Milchdienst hatte, ist man zu zweit mit einem Eimer an den Ausgabestand gelaufen, hat für die ganze Klasse die Milchtüten in den Eimer gepackt und wieder ins Klassenzimmer geschleppt.
Ich kann mich so gut an den Geschmack erinnern! Meistens hatte ich Kakao, der war fein! Ab und zu wollte ich eine Vanillemilch, das war so süß, das Zeug! Aber wenn die Tüte leer war, wurde sie mit dem Strohalm aufgeblasen und draufgeprungen! Hat herrlich geknallt!
Vielleicht wurden damals schon viele, viele Grundsteine für Diabetes gelegt?! Alle Kinder hatten das. Und die, die keine Milch wollten, tranken Sunkist! Schön in der dreieckigen Tüte. Würde man das heute in einem Kindergarten oder beim Elternabend in einer Grundschule erzählen, die Mütter von heute würden Schnappatmung kriegen!
Kakao mit Vollmich und dazu schön ein Mohrenkopfbrötchen! Himmel!
 
So, der Kaffee ist durch. Muss mal weiterarbeiten. Milch brauch ich übrigens nicht, bin Team Cappuchino!




Sonntag, 26. Februar 2023

High Five am Sonntag - mit Gemecker

Hallo zusammen! Es ist sehr gemütlich hier, relativ warm, relativ hell noch, obwohl es schon halb sechs durch ist und youtube spielt "Relaxing Blues" für mich.

Die vergangene Woche war tatsächlich ganz ok. Fast schon gut. Und das, obwohl die Praxis von Patienten überflutet wurde. Wir hatten nämlich Vertretung für 4 andere Praxen, deren Patienten geschlossen zu uns marschierten. Unser Chef fand, das es so eine gute Idee wäre. Wir fanden das nicht. Rate, was zählt!

Zusätzlich zu diesem Patientenansturm hat man uns auch externe Kollegen vor die Nase gesetzt, die uns viel Freude gemacht haben. In der fälschlichen Annahme, dass uns die beiden sehr jungen Kolleginnen helfend unter die Arme greifen, selbstlos und aufopfernd, wurde von uns ergebene Dankbarkeit erwartet. Oder wenigstens Applaus. Da aber weder das eine, noch das andere zurückkam, kippte die Stimmung ein bisschen. Die jungen Kolleginnen beschlossen daher spontan, all ihre Arbeit an die Wand zu fahren und sich im Handumdrehen krankschreiben zu lassen, alle beide. Gleichzeitig. Migräne kann so gemein sein! Aber nicht ohne ein schönes Chaos anzurichten, damit man alles liegen und stehen lassen kann, in Sekunden verschwindet und sich noch schnell bei der Verwaltung über uns alte verbitterte Mitarbeiter zu beschweren. Natürlich heimlich. 
Ach ja. Klinge ich angepisst? Das täuscht. Ich hätte gern die beiden Grazien in meinem Kollegenkreis, da gäbe es jeden Tag Action & Abenteuer! Zumal die Arbeit, die geleistet wurde, unter aller Sau war! Spannend!  Aber hey, man ist nur einmal 20, da weiß man halt alles und vor allem weiß man es besser! Davon kann ich alte Schachtel nur träumen.

Genug der Schwärmerei, jetzt geht's ans Eingemachte!

Hier ist mein High Five am Sonntag, der positivsten und einsamsten Blogparade aller Zeiten! Fünf Dinge, die vergangene Woche schön waren. Notiert und für gut befunden.


1. Die Woche beginnt in Berlin! Wir hatten den schönsten Abend, im Theater des Westens. Ku'damm 56 begleitet uns die ganze Woche über, die songs lassen einen nicht los! Und wir wollen das auch garnicht.

2. Trotz Arbeits- und Tussenstress bin ich gut drauf und erstaunlich fit. Vielleicht sind meine Tabletten dran schuld. Ich bin grade auf Gerstengras &  Kurkuma, das haut voll rein! Soll im Prinzip meine Verdauung ein bisschen streicheln, scheint aber vielseitig zu sein!

3. Ich hab mir neue Klamotten bestellt. Die weißen Jeans sind für die Arbeit, aber die Shirts sind ganz allein für mich! Bin gespannt, den Laden kenn ich nicht. "Light in the box"
Allet jrün, wa?


4. Die 2 kg, die ich in Berlin zugenommen hab (das Gemüse beim Asiaten war bestimmt voll schwer), die hab ich wieder runter. Hurra.

5. Am Freitag waren wir in einem indischen Restaurant! Mit Tochter, Bub und seiner Fee. Boh war das fein! Zwar sorgte ich für entsetzte Blicke bei meinem Wunsch nach Gemüse statt Reis, aber ich war trotzdem happy! So fein! Der Mann natürlich was Scharfes, was harte Kerle halt so brauchen. Ich hatte die 63 ! Wie auch immer das hieß

super zartes Hühnchen in Zaubersoße

Und es war schön, die Lieblingsnichte mal wieder zu sehen! Zusammen mit Waldfeger und Oma gabs einen Kaffee gestern. Die Nichte hat ihre Bachelor Arbeit erfolgreich eingereicht und ist fortan keine Studentin mehr! Hurra !!

I love Cappuchino


Danke fürs Lesen und ich wünsche eine schöne Woche!



Mittwoch, 22. Februar 2023

Top Secret

 Heimlich flüstert der Mann dem Bub etwas zu, was ich nicht hören soll. Nachdem der Bub anschließend grinsend zurück ins Wohnzimmer kam, kann es nichts schlimmes sein und ich tu, was ich gut kann - ich vergesse es wieder.
Tags drauf am Samstag nach dem Einkaufen nimmt der Mann im Auto meine Hand und meint, dass wir am nächsten Tag früh morgens das Haus verlassen und erst Montag abend zurück kommen werden. Mehr wird nicht verraten! Ich soll meine Siebensachen zum Übernachten packen und rechtzeitig aufstehen. 

Das ist spannend! 

Ich hab keine Ahnung und überlege, was dahinter steckt. Ein Trip ins Blaue. Das hatte ich seit 30 Jahren nicht! Vielleicht eine Fahrt nach Bamberg? Bamberg ist hübsch! Oder Würzburg, da war ich noch nie, obwol es relativ nah an Nürnberg liegt. Aber das tut Fürth auch und ich habs erst vor ein paar Monaten richtig gesehen. 
München? Deutsches Museum? Das wünsch ich mir schon lange - nee, eher unwahrscheinlich. Der Mann ist Club-Fan. 

Sonntag um 9 Uhr laufen wir zur U-Bahn. Ich bin ein bisschen hibbelig, als wir am Hauptbahnhof aussteigen. Ich hak' mich beim Mann unter und werde in die Bahnhofshalle geführt. Wir hätten noch Zeit, sagt er, also stöbern wir in diesem tollen Buchladen, wo ich fündig werde. Ich hol mir ein Mini-Buch, weil es so klein ist und golden glänzt. Ich bin leicht zu beeindrucken. Und dann laufen wir durch den Verteiler an den Gleisen entlang.
Gleis 1 Forchheim, Altdorf, Erlangen? - Nein.
Gleis 2 Katzwang, Schwabach, Roth? - Nein.
Gleis 3 Ansbach, Dombühl? - Nein.
Aber wir steuern auf Gleis 5 zu: Richtung Hamburg über Erfurt, Leipzig und Berlin.
Holla!!! Jetzt bin ich nervös! Das bedeutet mindestens bis nach Erfurt! Was ist in Erfurt? Erfurt ist in Thüringen. Thüringer Klöße?
So weit weg! 
Im ICE machen wir es uns bequem, trinken Kaffee und nachdem ich mich ein bisschen beruhigt hab, lese ich mein goldenes Minibuch. 5 Min bis Erfurt, der Mann macht keine Anstalten, aufzustehen. Keine Klöße. Auch nicht kurz vor Leipzig. Es geht weiter. Ab jetzt kann es nur noch genial werden! Ich kann mich nicht mehr konzentrieren. Und dann schaut er mich an, sagt "auf geht's!" und steht auf. Und wir verlassen den Zug und ich stehe im Gewühl des größten Bahnhofs, den ich je gesehen hab. Zuletzt vor 2 Monaten.
Wir sind in Berlin!!!



Ich kanns nicht fassen! Mein Leben lang wollte ich mal nach Berlin, und dann 2x fast hintereinander!! Bääm! 
Und der Mann macht das einfach, voll spontan und so liebevoll! Alleine ausgedacht, alleine geplant, gebucht, reserviert und durchgezogen! Ich fass es nicht! Berlin! Wie betäubt laufe ich am Arm des Göttergatten durch den Bahnhof, fahre S-Bahn, steige Bahnhof Zoo wieder aus und tauche ein ins Berliner Gewühl und Gewimmel! 
Mit einem leicht debilem Grinsen auf meinem Gesicht laufen wir los, an MEINEM Kiosk vorbei, MEINEM Primark, MEINEM Kranzler und stehen auf dem sagenumwobenen Ku'damm! Ich muss ein Foto machen! 
Der Mann sagt "schau mal nach rechts, da hinten!" Und ich seh ein Werbeplakat vom besten Musical aller Zeiten, Ku'damm 56. Das war schön, im Dezember. Ach war das schön! Zu schade, dass es schon vorbei ist. Es endet ja Februar. Wir gehen weiter, biegen in die vertraute Fasanenstraße ein und halten vor UNSEREM Hotel! Wir wohnen hier! Das ist soo toll, mein Grinsen ist wie festgetackert! Die Dame vom Empfang schaut mich nachsichtig an, wahrscheinlich wähnt sie mich zum ersten Mal in einem Hotel, so begeistert wie ich die Theke anschau und vorsorglich schonmal den schnuckeligen Frühstücksraum fotografiere!
Unser Zimmer ist hübsch wie das vorherige, das Bett so hoch, dass es mir bis zur Taille reicht. Es könnte eine Erbse drunter liegen, man wird sehen.
Kurzes Päuschen, dann starten wir. Wohin eigentlich? In Berlin kannste so viel machen und sehen, allein die Gedächtniskirche von innen oder das Brandeburger Tor mal in Ruhe oder die Museumsinsel .. aber der Mann drückt mir Karten für's Theater in die Hand.
Ich erstarre.
Da steht Ku'damm 56. Abendvorstellung. Die letzte. Finale.
Und ich bin dabei.
Ja, sagt der Mann, heute ist die letze Vorstellung. Zieh deine Schuhe an, wir wollen vorher noch was essen.  Ich könnt heulen vor Freude! Also weniger wegen des Essens, obwohl ich  echt Hunger hab - ICH DARF KUDAMM 56 NOCHMAL SEHEN !!!! 

Ab da bin ich im Glückstaumel! Eine größere Freude hätte mir der Mann nicht machen können! Das ist so, soooo ,  also das .. ich bin verliebt! In den Mann, in die Stadt, in dieses Musical!!
"heut ist ein schöner Tag, ein guter Tag, das Glück schaut heut vorbei, heute wird mein Lieblingstag, der beste Tag!"

Das Abendessen wird asiatisch. Dieses kleine Lokal eine Straße weiter ist prima, ich krieg eine Ladung Gemüse und wir teilen uns eine Flasche Wein. Leicht angeschickert holen wir die Karten im Hotel, machen nochmal Pipi und los geht's zum Theater des Westens.
Ununterbrochen spulen die Lieder des Musicals durch meinen Kopf.
"Ich wünscht' da wär ne Tür für mich, ne Tür durch die ich geeehn kann, .." 

Und da ist sie, die Tür! Das Tor zum Glück! Massen strömen an uns vorbei durch diese Tür. Ein Reisebus hält und Leute strömen raus Ganzschön was los! 
Wir betreten die heiligen Hallen, geben unsere Jacken ab und steigen auf in den Olymp, in den wunderschönen Bar-Saal mit dem roten Teppich, den Spiegeln und Schnörkeln, den riesigen Kronleuchtern. Bei einem Kaffee stehe ich da und staune. 
Viele Gästinnen haben sich in Petticoats geworfen, das sieht hübsch aus. Ein Fanclub verteilt Knicklichter fürs Finale. Bald halte ich es nicht mehr aus! Ich schleiche durch die Leute, schau mich um und werfe einen Blick durch die Tür zum Theaterraum.
Oberrang, Mitte, rechts.
Dann ist es soweit, wir tauchen ein in diese unfassbare Atmosphäre! Der Raum ist voller Menschen, ein einziges Gewimmel an Gästen! Unsere Plätze sind super, ganz am Rand, tolle Sicht. Wir halten uns an der Hand und beobachten total beeindruckt das ganze Drumherum.
Und dann geht's los! Mit einem Riesenknall - Monika! Laut und hammermäßig genial! Ein paar Tränchen fließen, ich bin in dem Moment echt glücklich!
Happy Sabine!
"Monika! Sie ist unmöglich, du verbrennst dir deine Hände leg dich lieber nicht mit ihr an!"
Die Darsteller geben alles! Verändern ihren Text ab und an, was für Lacher sorgt. Zum Schluß springen die Leute auf, singen mit, wedeln mit den Knicklichtern und alle freuen sich über so einen schönen Abend! Nach zwei Zugaben endet der Zauber. 
Der Mann und ich sitzen noch eine Weile im Kronleuchtersaal und schauen leicht bedröppelt den Leuten zu. Wie sie lachen und ihre Jacken anziehen und nach unten gehen.
Das - war - so - schön! Unbeschreiblich!

Bevor wir ins Hotel zurückgehen, gibts einen Bacardi Cola und der Kopf summt
"Doch Mutter Brause, uhuhuh, ja Mutter Brause, uhuhuh, sie ist wie eine Mutter, die immer für dich sorgt, stellt nie die falschen Fragen und sie hält auch immer Wort, ..."

Schade dass es am nächsten Tag schon wieder zurück geht. Etwas ernüchternd, nachdem der Abend so zauberhaft war. Aber das Frühstück ist fein und wir hängen gedanklich noch im Theater fest. 
Alles klappt - pünktlich am Zug, Berlin Zoo, Leipzig, Erfurt, Erlangen, Nürnberg. Die Sonne scheint, alles ist gut.
So gut. So guuu-huut. Alles ist gut!

Danke Schatz! 

Hier, ganz viele Bilder!






































Cute Rat