Nachdem ich heute endlich (!) wieder einmal etwas Energie verspüre, hab ich auf dem Weg in die Stadt beschlossen, mal wieder ein T.I.L zu schreiben!
T.I.L. bedeutet Tag in Liedern und soll ein kleines Pendant zum beliebten WIB, dem Wochenende in Bildern, darstellen
Heute morgen bin ich relativ erholt aufgewacht. Die Schlaftablette gestern abend hat ihren Job gemacht und mich schlafen lassen. Was für ein Luxus, herrlich!
Heute hab ich einen Plan. Ich will in die Stadt und ein bisschen im Thalia wühlen. Außerdem soll heute das Comicbuch zu Cryptos von Ursula Poznanski in den Läden erscheinen, das will ich unbedingt haben. Das Buch war schon so toll, da hol ich mir natürlich die Ausgabe Graphic Novel!
Vorher schnell zum Supermarkt, ich brauch Eier und Butter. Tochter hat bald ihren 1. Hochzeitstag, da will ich ihr Kekse backen. Nicht irgendwelche Kekse, am Ostermarkt hab ich mir so einen Keksstempel mit Herzen drauf gekauft. Solche Kekse!
Also fix zum Supermarkt
Wieder zu Hause wird der Teig zusammengerührt. Das geht einfach. Ab in den Kühlschrank damit und ich kann zum Thalia in die Innenstadt starten! Musik bitte!
Alle Deppen, die sich als der König der Straße fühlen, hab ich entspannt links liegen gelassen und laufe vom Parkhaus zum Thalia. In freudiger Erwartung auf dieses Buch! Ich will es unbedingt haben!
Im Laden muss ich suchen, was mich verwundert. Ist schließlich eine Neuerscheinung. Ich werden zur Abteilung "junge Erwachsene" geschickt, was ich mit einem schiefen Lächeln akzeptiere und suche weiter. Fakt ist, das Buch ist zwar bestellt, aber noch nicht eingetroffen. Ganz toll. Jetzt steh ich blöd da, so ein Schamott!!
Aus Trotz nehme ich ein Buch von Ewald Arentz mit. Und ein paar lustige Karten. Ich schnupper mich durch alle Duftseifen und sprüh mich mit Rosenduft ein. Jetzt gibt es einen Kaffee für mich, einen Trostkaffee. Danach eile ich zurück zu meinem Teig, der inzwischen gut gekühlt auf Verarbeitung wartet. Der Verkehr ist irre! Nicht nur wegen ewigen Baustellen, sondern weil die Leute einfach doof sind.
Mit Black Sabbath geht's. Schnell noch tanken, nicht weil ich muss, sondern weil es grade günstig ist. Und ich finde sogar einen Parkplatz in meiner Straße, Jubel!
Ich hab jetzt erstmal Hunger, da ist ein Salat im Kühlschrank und ich hab mir aus der Stadt eine Breze mitgebracht. Lecker Breze! Gehört zu den Dingen, die ich nicht so oft hier hab, deswegen genieße ich das total. That's Amore!
So jetzt aber ran an die Plätzchen! Wie mach ich das jetzt? Im Rezept steht nur, den Teig immer kühl halten und ausrollen und Stempel aufdrücken, dann backen. Etwas ratlos steh ich in der Küche. Teig ausrollen kann ich, aber wie dann? Ich entscheide mich für erst stempeln, dann drumherum ausschneiden. Und diese Arbeit hab ich unterschätzt, das merke ich recht schnell. Aber jetzt gibt es kein zurück mehr. Wie immer, wenn ich backe und mit viel Mehl um mich werfe, trage ich ein schwarzes T-Shirt. Da bin ich zuverlässig. Die Kekse werden ziemlich groß, Riesenplätzchen. Und der Teig bleibt gerne in den winzigen Rillen des Stempels kleben. Mit dem Schaschlikspießchen krieg ich das nicht raus, jetzt wird gebürstet. Was für eine Sauerei!
Irgendwann ist es vollbracht, der letzte Keks gebacken und die Küche sieht aus wie Sau. Was tut man nicht alles fürs Kind! Die ausgekühlten Kekse werden jetzt mit Erdbeermarmelade zusammengepappt, das schmeckt auf jeden Fall besser als so nackig. Dazu setze ich mich mal hin und mach das in Ruhe.
Diese Beschäftigung entspannt mich irgendwie.
Stolz betrachte ich mein Werk. Wenn Tochter nachher kommt, kann sie die Kekse mitnehmen. Ist das irre, schon der erste Hochzeitstag! Heute vor einem Jahr war sie ein absolutes Nervenbündel. Kurz vor der Hochzeit war noch so viel zu erledigen und zu tun, die arme Maus! Das war wirklich heftig, Hochzeiten zu planen ist kein Ponyhof. Dafür war der Tag auch wunderschön und alles hat geklappt!
Manchmal schau ich mir den Hochzeitstanz auf Video an und jedesmal kommen ein paar Tränchen.
Ich hab noch Zeit und bin mit einem Schlag hundemüde. Das schreit nach Sofa und einem Nickerchen. Ist das nicht herrlich, wenn Urlaub ist und man sich jederzeit einfach so mal kurz hinlegen kann? Und heiß ist es auch nicht, da geht sogar die Kuscheldecke. Zufrieden und glücklich sinke ich darnieder.
Wie gut mir ein bisschen Schlaf tut. Schlaf ist kostbar geworden, seit ich nachts nur noch am kämpfen bin. Ich will ja nicht jeden Abend eine Tablette nehmen, das muss doch auch anders gehen. Aber ich hab gelernt, dass Schlaflosigkeit ein Symptom der Wechseljahre ist. Eins der vielen. Es scheint vielen Frauen ü50 so zu gehen, wenigstens bin ich nicht allein damit. Manchmal hab ich richtig Schiss, ins Bett zu gehen. Weil gern bis 3, 4 oder 5 Uhr wach liege und mich von einer Seite auf die andere schmeiße. Macht eher weniger Spaß. Jetzt im Urlaub kann ich das wegatmen, aber wenn der Wecker um 6 Uhr klingelt lache ich etwas weniger.
Jetzt sitze ich hier und schreibe. Tochter verspätet sich etwas, das macht nichts. Ich höre nebenbei "Soft Rock Ballads - Best of 70s" auf youtube. Das ist schöne Schreibmusik. Ich bin entspannt, die Kekse sind fertig, alles erledigt, heute abend muss ich nicht kochen. Sieht also gut aus.
O happy day! Als ich heute morgen in die Arbeit kam, war unser Team ausnahmsweise mal komplett. Sehr seltener Zustand. Was aber auch mit sich bringt, dass wir echt viele Damen für nicht ganz so viele Arbeitsstationen waren. Kollegin Elfe möchte heute gern ins Labor, weil aber zur Zeit recht wenig los ist, würden wir uns zu zweit im fensterlosen Labor nur auf die Füße treten und auf die Nerven gehen.
So soll ich denn bloß hin?
Kollegin Pinky weiß die einzig akzeptable Antwort: Nach Hause!
Ich soll ja Überstunden abbauen, also liegt das nah, das Gute! Ich hab meinen Kaffee getrunken, Kollegin Elfe beim Pieksen zugeschaut, mich wieder abgemeldet, sobald der Kaffee leer war und dann - Feierabend!
Was für ein perfekter Arbeitstag!
Super gelaunt fahr ich zur Apotheke und zum Supermarkt, der um diese Zeit herrlich leer ist. Zu Hause finde ich einen Parkplatz direkt vor dem Haus. Also DIREKT vor MEINEM HAUS !!! Ich kann mein Glück kaum fassen. Und als allererstes mach ich ein Nickerchen, weil ich wie jeden Tag um diese Zeit hundemüde bin. Mit Unsere kleine Farm als Backroundgeräusch döse ich weg.
Es ist halb zwölf. Zeit für bisschen Rumoren im Haushalt. Endlich hab ich mal Zeit, den Wasserkocher zu entkalken. Jetzt kann ich total entspannt ein bisschen bloggen, ohne Zeitdruck, ohne Störgeräusch, sogar ohne Schnarchen im Hintergrund (sorry, Schatz)
Ich will von Montag erzählen. Der Montag ist frei von Praxis, demnach hab ich Zeit. Gleich am Vormittag, nachdem ich ausgeschlafen hab, bin ich in die Bücherei gefahren. Oma braucht neue Hörbücher und diesmal sind Autoren mit "O" dran. Ich werde fündig und mit meiner Beute fahr ich direkt zur Praxis. Ja-haa, zur Praxis an meinem freien Tag! Skandal!
Das Krisengespräch findet in der Mittagspause statt. Unser Problemkind, das sich in letzter Zeit ziemlich unkollegial verhalten hat sitzt mit uns anderen im Wartezimmer, die Personalfrau und eine der Ärztinnen sind anwesend und versuchen, die Diskussion zu leiten. Wie erwartet sind wir zu keinem konkreten Ergebnis gekommen, weil jeder seine eigene Sicht der Dinge zur Sprache bringen wollte - die einen leise, die anderen recht laut. Nach 10 Minuten gab es die ersten Tränen, besagte Kollegin ist sich keinerlei Schuld bewusst, alles Übel kommt eigentlich nur von den Patienten. So kommen wir nicht weiter.
Mein Statement durfte ich als erste in den Raum werfen, das war gut, weil ich so endlich mal zu Wort kam. Worauf ich Wert lege - auf ein funktionierendes Team, das Hand in Hand arbeitet und sich nicht gegenseitig in die Pfanne haut. Kurz gesagt. Daraufhin ist eine sehr ausufernde Diskussion entbrannt, zum Glück konnte ich mich nach einer dreiviertel Stunde aus dem Geschehen entfernen. Ich hab einen Termin. Sorry.
Glück gehabt.
Mein Termin heißt Oma, die musste ich abholen, zusammen mit Waldfeger, die ich unterwegs eingesammelt hab. Zu dritt fahren wir zum Friedhof. Rosi, die Oma von der Lieblingsnichte ist gestorben. Sie hat eins dieser kleinen Urnengräber, eins der schöneren. Auf diesem Friedhof gibt es auch .. ja was ist das eigentlich? Es erinnert an Plattenbauten oder Brennpunkthochhäuser - nur mit Namenschildern der hier untergebrachten Urnen. Zwei von diesen "Türmen aus Beton" stehen am Wegesrand. Ich find das furchtbar! Das Design soll wohl modern sein, ist aber eigentlich nur armselig. Da hat es Oma Rosi viel schöner mit ihrer kleinen, feinen Grabstelle. Ein eigener Grabstein und ein bisschen Grün.
Ich hatte nie viel Kontakt zu ihr, erinnere mich nur an einzelne Momente. Aber sie war 88, sehr krank und, wenn man es nüchtern betrachtet, hat sie es endlich geschafft.
Der Gang zum Friedhof und das Abschied nehmen war eine gute Aktion. Irgendwie hat es uns gut getan, eine friedliche Stimmung legt sich auf uns. Auch der Regen machte eine Pause.
Dann fahr ich mit Oma einkaufen und liefere sie mit neuen Hörbüchern, Kaffee und Cheddarkäse zu Hause ab. Die Gespräche mit Waldfeger auf dem Heimweg tun mir gut. Ich erzähle von den neuesten Urlaubsplänen von Bub und seiner Fee. Da kann ich noch nicht drüber schreiben, dafür mach ich mir zu viel Sorgen!
Wieder zu Hause bin ich erstmal altersgemäß platt und muss mich hinlegen. So Nickerchen zwischendurch sind wichtig, sonst funktioniere ich nicht! Alternativ wird sich in eine Decke eingewickelt, Retro-TV geguckt oder gelesen. Übrigens hab ich mein tolles Buch ausgelesen - "Scandor" von Ursula Poznanski. Sehr spannend, es geht um's lügen und um bedingungslose Wahrheit, sonst passiert was Schlimmes! Die Geschichte hat mich lange beschäftigt, ich hab sogar das L beim Lebens ABC dafür benutzt. (Coming soon)
Wie schwierig es ist, im Alltag einfach mal nur die absolute Wahrheit zu sagen - und zu schreiben, das denkt man garnicht!
Der Tag klingt aus mit einem sehr gesunden Omelette, das eigentlich schon eine Frittata ist und zwei Folgen Outlander. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Fan der Serie bin? Auch wenn ich schon beim dritten Durchgang bin, die Begeisterung ist ungebremst! In dieser Serie ist alles drin: Geschichte, Humor, Erotik, Kampf, Politik und Fantasy! Welche Serie schafft das und ist auch noch super spannend? Hach, ich bin ganz hingerissen!
Dieser Soundtrack musste sein! Die Version der ersten Staffel gefällt mir sowieso am Besten!
So, das war mein Montag. Jetzt ist es kurz vor zwei, der dritte Entkalkungsdurchgang des Wasserkochers ist fast abgeschlossen, der Mauslocheintrag geschrieben und jetzt werd ich meinen Papierstapel abtragen und abheften, der ist echt hoch. Und wenn ich Lust hab, schreib ich ein paar Entwürfe zum Thema "M". Ach was ist so ein unverhoffter freier Tag doch schön!
Übrigens wusste ich zu Beginn des Artikels noch nicht, dass es ein T.I.L. werden würde. Ein T.I.L. ist ein Tag in Liedern, heute eignet sich sehr gut dazu!
Welches Lied eignet sich, um deinen Tag heute zu beschreiben?
Dieser Montag war anstrengend. Obwohl ich ja montags frei hab, war's heute anstrengend.
Grund genug für mich, mal wieder ein T.I.L. zu erstellen, ein Tag in Liedern. Angelehnt an das verbreitete WIB - der Woche in Bildern. Nur dass ich mir einen Tag vorknöpfe und versuche, ihn in Liedern auszudrücken.
Es fängt schon mal damit an, dass ich aufwache und mich ärgere! Voll verschlafen, ich wollte um halb neun aufstehen, weil ich heute viel zu tun hab. Aufgewacht bin ich aber um halb zwölf, das stinkt mir unheimlich! Verplemperte Zeit, war so nicht vorgesehen!
In Windeseile trink ich meinen Kaffee und verlasse das Haus. Erste Station Bücherei, um für Oma neue Hörbücher zu holen. Das sind 8,1 km und zum ersten Mal überhaupt hatte ich auf dem Weg dorthin grüne Welle! Das fand ich richtig gut!
Neue Hörbücher hatte ich schnell beieinander, die Ausleihe fand diesmal auch ohne Zwischenfälle statt, alle Teile wurden vom Computer erkannt - das ist für mich auch ungewöhnlich.
Hat mich mit der Gesamtsituation dann versöhnt und ich war gut gelaunt - trotz Dauerregen
Nach der Bücherei fahr ich zum Einkaufen. Ich brauch nicht viel, heute gibts Quark und Pellkartoffeln. Für Oma ein paar Reiberdatschi, weil das Essen im Wohnstift heute zu wünschen übrig lässt.
Einkaufen - check! Ab zum dm, Auftrag von Oma. Und ich brauch auch was, ich brauch immer was von dm, egal wann. Und schnuppern am Parfümregal gehört dazu.
Neu erschnuppert und für gut befunden: 4711 Remix Green Oasis
dm - check! Jetzt geht's weiter zur Oma, Sachen abliefern. Sie freut sich mich zu sehen - und umgekehrt! Ein kleiner Kaffee ist auch drin und ich entspanne mich ein wenig. Mit Oma zu quatschen ist immer schön.
Nach diesem Boxenstopp fahr ich noch in Gartencenter, Blümchen für die andere Oma holen. Die hat nämlich heute Geburtstag und braucht dringend neue Blumen
Zum Schluss noch einen Abstecher zum Paketshop, dumme Jeans zurück schicken. Dann hab ich eigentlich alles erledigt, sogar mich selber auch. Ein wenig. Zu Hause angekommen springt mir gleich der Mann hilfreich zur Seite, Zeug ins Haus tragen. Blitzdusche und weiter zu Oma zum gratulieren. Und Oma freut sich! Denk ich zumindest, eingeladen hat sie niemanden - trotzdem fallen wir zu dritt bei ihr ein. Hoffentlich haben wir sie nicht überfordert. Freut man sich eigentlich automatisch, wenn die Kinder spontan alle eintreffen?
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Als wir schließlich nach Hause kommen, bin ich ziemlich geschafft. Ich hätte mehr Zeit gehabt, wenn ich nicht so lang gepennt hätte. Ärgerlich. Und jetzt, schnell eine Waschmaschine laufen lassen, bisschen Mausloch, Essen kochen und dann is Feierabend!