Mausloch
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Samstag, 18. Juli 2026
Die Schlaftablette
Dienstag, 22. Juli 2025
Leb wohl, Birk
Ich mag Bäume. Schon immer mag ich Bäume. Ich hab sogar schon Bäume umarmt (und bin von unwissenden, simplen Mitmenschen verpönt worden). Bäume haben so viel Kraft und Leben in sich! Wichtig sind sie, für alle, unersetzlich und wichtig. Und außerdem wunderschön.
In unserer Straße wurden bei Entstehung in den 60ern eine Reihe Birken gepflanzt. Ob das so eine gute Entscheidung des Bauherrn war, sei dahingestellt. Birken sind zwar hübsch anzusehen, machen aber eine Menge Dreck. Trotzdem mag ich sie, können sie ja nix dafür.
Eine der Birken, direkt vor unserem Haus, war etwas schmächtiger als ihre Kumpels links und rechts neben ihm. Diese Birke ist meine Lieblingsbirke, grade weil er nicht so prächtig ist. Und ja, er ist männlich, auch wenn es die Birke heißt und nicht der Birke. Aber er hier hat so eine maskuline Ausstrahlung. Im Stamm sehe ich ein Gesicht, mit skeptischem Ausdruck. Jeden Tag grinse ich diesem Gesicht zu.
Und gestern war Sturm. Ein echt starker, heftiger Wind. Da die Wiese, die Büsche und die Bäume alle ziemlich ausgetrocknet sind vom vielen dahin dürsten, sind sie fragil.
Dieser Wind hat meine Lieblingsbirke zerstört!
Er konnte sich nicht wehren und ist auf halber Höhe umgeknickt. Abgebrochen. Völlig hilflos!
Ich bin wirklich traurig, er stand da so tapfer und dann das. Bestimmt kommt SÖR gleich um die Ecke und nimmt mir Birk weg. Komplett. Die sind da knallhart und fegen weg, was nicht passt. Dann muss ich mich von Birk verabschieden und an seiner Stelle wird ein Loch sein.
Es ist so niederschmetternd!
Birk, mein Freund, mach's gut! Ich hab dich gern vor meinem Haus gehabt!
Mittwoch, 11. Juni 2025
Genagelt
In 3 Tagen heiratet meine Tochter! Wir befinden uns quasi im Endspurt! Für jeden Tag steht ein Eintrag im Kalender, was noch erledigt werden muss, was wir noch brauchen, was zu tun ist. Unser Auto, der Tuco, ist da fest eingeplant, Kuchen müssen hin und her gefahren werden, Omas und die Braut. Schließlich wird der Tuco am Samstag festlich geschmückt, zumindest für die Hinfahrt zum Standesamt.
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| 5 Stunden später ... (bitte mit französischem Akzent lesen) |
Es ist vollbracht! Danke fürs Daumen drücken, der Tuco ist wieder heil und rollt fröhlich durch die Straßen!
Donnerstag, 27. Juni 2024
Darm ohne Charme
Darf man in einem öffentlichen Blog was über den Darm schreiben?
Nach reiflicher Überlegung während 30 intensiver Sekunden bin ich zu dem Schluss gekommen:
Ja, man darf.
Es gibt ja zum Glück für alle die Möglichkeit, weg zu lesen.
Samstag, 2. März 2024
Das Kind
Endlich ist es soweit, ich hab meinen neuen Laptop in Betrieb genommen! Alles ist noch etwas ungewohnt, vor allem die Tastatur. Die ist irgendwie anders. Und ich hab meinen kompletten Nachmittag investiert, um meine gängigen Seiten her zu holen und zu aktivieren. Das ist vielleicht ein Gschieß mit all den Passwörtern! Wenn man immer angemeldet war, vergisst man seine Passwörter, wusstest du das? Bis ich die alle hatte ..
Was ich jetzt noch brauche ist eine Maus und ein elegantes Licht. Aber das sind Luxusprobleme.
Probleme ganz anderer Art hatte ich vergangene Woche. Abgesehen von ewiger, bleierner Müdigkeit und dem vehementen Unwillen, in die Arbeit zu gehen hatte sich für Mittwoch früh ein Drama angemeldet. Es kam - ein Kind! Zu mir ins Labor, ein Kind, 10 Jahre alt. Meine Chefin hat mich "gefragt", ob das für mich ok wäre. Ein Kind zu stechen. Was soll ich darauf antworten? Beide, Mutter und Chefin schauen mich erwartungsvoll an.
Wahrheit: NEIN, absolut NEIN, das ist nicht ok!! Ich will keine Kinder stechen! Das ist die Höchststrafe, Verderben & Finsternis, das Ende!! Mach ich nicht, wozu gibt's Kinderärzte??
Sabine O-Ton: Naja, wenn' s nicht anders geht .. na gut. Das pack ich schon. (gequältes Lächeln)
Am Mittwoch morgen wach ich auf, der erste Gedanke: Das Kind kommt! F*kk!! Ich will das nicht! Kurz überschlage ich, ob ich mich krankmelden soll. Die Vernunft siegt aber und ich fahr in die Praxis. Um 8:00 Uhr soll es kommen, das Kind. Ich hab eine bestimmte Vorstellung: ein ängstlicher, kleiner Mensch, der schreit und weint und festgehalten werden muss. Oder ein Brüllkind. Das Bild von Chucky der Mörderpuppe kommt mir in den Sinn. Ich klage den Kollegen mein Leid. Mir ist schon ganz schlecht.
Im Reinsteigern bin ich echt gut! Kollegin Pedanta meint, wenn's nicht geht, eilt sie mir zu Hilfe. Und dann stand er da, Chucky, und sah gar nicht aus wie ein Chucky! Dicke Brille und Pudelmütze mit großem Bommel. Ich atme durch, zähle bis drei und hole Mutter & Kind zu mir ins Labor. Ich sammle alles, was ich an Selbstbeherrschung hab und bin Profi. Freundlich, gelassen und lustig unterhalte ich mich mit dem Kind. Er ist neugierig, will alles genau erklärt haben und die Nadel in Augenschein nehmen. Ich erzähle ihm von der winzigen Babynadel, die voll harmlos ist. (und hoffe, dass ich recht hab)
Er ist tapfer, hält schön still, hat eine Paradevene und mir fällt ein Felsbrocken vom Herzen! Alles klappt prima, ich bin ratz fatz fertig! Ich lobe ihn und vertraue ihm an, dass da schon erwachsene Männer bei mir saßen, die lange nicht so tapfer waren wie er! Das gefällt ihm. Dann bekommt er ein cooles, rotes Pflaster und möchte sogar noch ein bisschen bei mir bleiben! Nachdem ich ihm mitteile, dass er dann aber mitarbeiten muss, geht er doch lieber mit seiner Mama raus. Er grinst und winkt und verschwindet leise.
Ich schließe die Augen, lehne mich zurück und atme! Allmächt bin ich erleichtert!! Alles ist gut gegangen! Ich brauch einen Schnaps! Oder wenigstens einen Kaffee.
Kindern Blut abzunehmen ist der blanke Horror für mich - so kleine Ärmchen, so zarte Wesen, so böse Nadeln - das ist zuviel für mich! Zum Glück war das eine Ausnahme.
Hoffentlich!






