Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Samstag, 31. März 2018

Minga

Am Mittwoch Mittag, als ich Schluss hatte, war die Lust nach München zu fahren eher gering. Ich war müde und wollte altersgemäß meine Ruhe haben.
Hab mich sogar ein bisschen hingelegt - ohne Mittagsschläfchen bin ich überfordert.
Tochter und TOLO starten um halb drei, weil noch ein Hotel organisisert werden muss, Sohn und ich starten um vier. Ich bin überraschend gut gelaunt und Sohn sowieso. Ist ja sein Weihnachtsgeschenk. Wir fahren nach München ins Deutsche Theater und schauen uns die Blue Man Group an!


Die Fahrt ist voll lustig, wir hören ein bisschen Mama Musik und ganz viel Sohn Musik, essen Gummibärchen und singen laut mit! In 1 1/4 Stunden sind wir in München. Aber in München ist nicht nur alles eine Nummer größer und protziger, da gibt es auch eine laaaange Straße, die Leopoldstrasse. Und in der Leopoldstrasse war ein Mörder-Stau. Stehender Verkehr. Laut Navi wäre der Weg von hier nach Theater in 5 Min zu schaffen - wir haben etwas länger gebraucht: genau 1 1/4 Stunden, genauso lang wie von Nürnberg nach München selber.
Das Parkhaus war unglaublich. Kaum drin, musste ich scharf rechts eine elend enge, steile Wendel-Auffahrt rauf. So eng, dass gerade 1 Auto draufpasst - ohne Spielraum. Rechts war ein schmaler Treppenlauf. Ich fahr los, unter lautem Geschrei und Geheule, und ich seh halt garnichts! Die Fenster vom Tuco sind so schmal, dass ich eigentlich auch blind hätte hochfahren können. Ein Abenteuer! Beinah wär ich mit einem Reifen auf die Treppe geraten - dann wärs vorbei gewesen, aber endgültig. Im 2. Stock waren Parkplätze frei. Beinah hätte ich den Boden geküßt!
Also noch herrlich lebendig und erleichtert laufen wir im strömenden Regen beschwingt zum Theater. Tochter und TOLO stehen nicht da und wir haben Hunger. Da drüben ist ein McDonalds, sehr zur Freude von Sohn. Der erste Cheeseburger seit Moooonaten! Lecker! Dann haben wir noch 15 Minuten. Als wir das Foyer des Theaters betreten überkommt mich eine Welle der Erinnerung, hier hab ich die Rocky Horror Show gesehen, 2x !! Ach da hätt ich jetzt Lust drauf! Ich weiß ja auch garnicht, was mich bei diesen Blue Man erwartet. Tapfer schlepp ich mich die Treppen hoch - drei bis Parkett, nochmal drei bis Seitenbalkon, wir sitzen NATÜRLICH im Rang, also nochmal drei Treppen dazu. Oben keuche ich wie Emma die Lokomotive. Bisschen peinlich. Zum Glück sind die meisten Leute schon auf ihren Plätzen.
Als ich wieder normal atmen  und sogar sprechen kann, setzen wir uns. Rang, 2. Reihe und nur unsere 4 Plätze sind noch frei. Wir lassen den Raum auf uns wirken, ich mag das Deutsche Theater sehr!


Schau da ganz oben in der Mitte waren wir! :-)

Tochter und TOLO kommen und in dem Moment geht's los! Das Programm kann ich jetzt nicht wiederholen, ich wüsste nicht, wie. Aber toll wars, richtig richtig super! Ich hab das Finale mitgefilmt. Darf man garnet. Sohn war total begeistert und Tochter und TOLO auch. Volltreffer! Also wird empfohlen, wenn man mal drüber nachdenkt, ob sich das wohl lohnt.
Lohnt sich!
Anschließend sind wir in eine Shisha Bar ( ja ich hab gegoogelt wie man das schreibt).
Ich war lange lange nicht mehr in einer Bar! Und Sohn ja überhaupt noch nicht. Geraucht haben wir nix, obwohl es sehr interessant aussah. Nur Wasser getrunken und überbackene Nachos gegessen! Und lustig war's!
Tochter und TOLO sind ja gleich dageblieben - also nicht in der Bar sondern in der Stadt - also hab ich mich bei Sohn eingehakt und plappernd gings zurück zum Horror-Parkhaus. Das Gute ist, wenn man fast kopfüber auf einer Parkhausrampe in der Kurve hängt, kann man nach unten etwas mehr sehen als aufwärts! Das ist schön!
Sehr erleichtert und beruhigt fahre ich los, das Navi sucht vergeblich ein Signal und wir fahren, bis einer ein Schild "Autobahn A9" oder "Allianz-Arena" oder gar "Nürnberg" sieht. Man kann viele schöne Sachen sehen, wenn man planlos durch die Gegend fährt. Tolle, protzige Gebäude, Parks, den Viktualien Markt, steinerne Löwen, die Ludwigstrasse und auf einmal wieder die Quadriga und die Leopoldstrasse! Hurrah!
Das ist eh eine tolle Strasse - da ist so viel los, Nachts um halb zwölf ist ja alle voller Lichter, und trotzdem hat die Strasse Klasse! Würde mich interessieren, was da eine Wohnung kostet.
Da ist die Autoreifen Arena (ich finde, sie sieht aus wie ein weißer Autoreifen) und dann auf die Autobahn. Ich fahr ein bisschen langsamer als auf der Hinfahrt, weil es dunkel ist und regnet und die Lichter vom Tuco nicht so optimal eingestellt sind. Sicht ca 3 Meter.
Hab ich auch in den Griff gekriegt, nach ner kleinen Panik.
Sohn spielt selig seine Musik, wir singen Bohemian Rhapsody und kommen kurz nach eins in der Heimat an.
Schöner Ausflug!
Ich will sowas öfter!
Vielleicht lässt sich Oma und Waldfeger mal überreden, eine Spritztour nach München zu machen und übern Viktualienmarkt zu schlendern. Ich würd auch nen Kaffee springen lassen ;-)




Samstag, 24. März 2018

Ohne Ergebnis

Es ist komisch zur Zeit. Ich fühl mich, als ob ich in einem Schwimmring auf dem Wasser umeinander treibe. Ziel- und planlos treibt es mich nach links oder rechts.
Ich muss mich zwingen, an anstehende Termine zu denken. Heute zum Beispiel. Ich war baff erstaunt, dass ich für die Ostervorbereitungen nur noch einzelne Zeitfenster zur Verfügung hab.
Sonntag ist ja alles zu. Am Montag Nachmittag hab ich den letzten Hypnose Termin. Am Dienstag arbeite ich den ganzen Tag. Mittwoch fahren wir nach München zur Blue Man Group. Donnerstag ist frei - mein Zeitfenster! Freitag ist Feiertag und Samstag ist zu spät. Und - zack! Ist Ostern da!
Also hab ich heute schon einiges besorgt. Deko und Geschenke und so' Kram. Jetzt muss ich mir Gedanken machen, was ich beim Osterfrühstück auf den Tisch stellen will. Und was es überhaupt am Osterwochenende zu futtern gibt.
Tochter hat uns mitgeteilt, dass sie trotz fortgeschrittenen Alters tatsächlich noch Ostereier suchen will!! Hahahaha! Da müssen Sohn und TOLO mitziehen, ob sie wollen oder nicht! Diesmal hab ich elend einfallslose Geschenke, aber ich weiß zumindest, dass sie ankommen. Mein Geschenk ist, dass alle zum Frühstück zusammenkommen! Wir werden zu acht sein, ist das nicht herrlich? Freu ich mich total!
Ich will irgendwas backen, keine Ahnung was. Vielleicht Osterkekse oder Muffins oder so, ich hab ein Rezept über Scones gefunden. Muss mal schauen, was Scones sind, die sehen irgendwie gut aus.
Und Eier färben! Dieses Jahr gibt es blaue, grüne und rote Eier, die mit der Zahnbürste mit Gold bespritzelt werden! Die Färberei mit Rasierschaum letztes Jahr war zwar originell, aber voll klebrig! Das braucht kein Mensch.

Montag zur Hypnose. Ich hab ja endlich den Ordner durchgelesen, den Frau P. mir gegeben hat.
Da ist auch ein Text zur Selbsthypnose dabei. Den hab ich Sohn aufs handy sprechen lassen, wegen der schönen Stimme. Vielleicht bringts was. Ob die ganze Hypnose was gebracht hat, weiß ich nicht. Ich bin mir da echt unsicher. Klar, Frau P. ist toll, hat gleich erkannt, was Sache ist. Und ich esse seit über 2 Wochen keine Chips mehr und keine Schokolade. Und trinke kein Cola. Und ich bin gelassener im Umgang mit anderen Leuten. Und ich nehme alles bewusster wahr, das Selbstverständliche in allen Dingen und allem, was so passiert, ist weniger geworden, ich empfinde  alles viel intensiver. Zum Beispiel wenn ich ins Auto einsteige in der Früh. Ich rieche das Auto (is ja neu, riecht also noch gut), ich seh all die Schalter und Knöpfe, die nur mir zur Verfügung stehen, ich genieße die Gegenwart von Tochter, wenn ich sie in die Arbeit fahre, ich freu mich über ein gutes Lied im Radio oder dass wir das Horoskop auf RadioF nicht verpasst haben. Das läuft nicht mehr so nebenbei , sondern ist in dem Moment die Hauptattraktion.
Ich freu mich (brav nach Frau P.'s Anordnung) über sauber geputze Zähne und die Bettdecke, die so herrlich dick und weich ist. Aber eins klappt noch so garnicht, ich soll mich ja selber mögen und loben für das, was ich so tu und getan hab.
Das haut nicht so hin wie es soll.
Ich seh mich halt da so sitzen, wie ich eben da sitze und dann kann ich mich nicht loben.
Oder dieses ewige Humpeln. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass ich das nicht aus lauter Spaß mache und weil ich das so lustig finde, aber dieses Gehumpel geht mir so auf den Sack !! Nicht nur, weil ich so erbärmlich langsam bin und weil ich nicht so kann, wie ich gern würde, sondern auch weil ich weiß, wie das aussieht!
Wenn ich morgens vom Parkdeck durch die Tür geh zum Aufzug, da spiegel ich mich in der anderen Tür. Und ich seh jeden Morgen das selbe: eine dicke Frau mit dicken Beinen die auf mich zu humpelt.
Lieber wegschauen.
JA ich weiß. Es kann geändert werden. Es muss operiert werden. Es muss reduziert werden. Und da ist das Problem!
Weisst, ich verkneife mir viele kleine Sünden, hab low carb Abendessen und zum knabbern danach Mandarinen (!) und Joghurt und was is? NIX IS!
Ich nehm halt kein Gramm ab! Nichts, garnichts. Ein neues Pfund hat mal vorbeigeschaut und ist dann wieder verschwunden, aber an der Substanz hat sich nichts geändert!
Ich hab halt gedacht, nach der Hypnose flutscht das! Ich schwebe locker flockig durch den Tag, glücklich mit meinem Salat und trotze allen Versuchungen und dann purzeln die Pfunde.
AM ARSCH !
Ich sollte wieder alles aufschreiben, wie ich das schon mal gemacht hab.
Bei allen Diäten und Tipps und low carb und schießmichtot solle ich einfach Kalorien zählen.

Es ist so mühsam !!

Hab bei der Frau Dr. Dickebeine angerufen. Ich brauch einen Termin! Ja, Facharzt. Hahahaha! Nächster Termin im Juni.
Danke schön.

Ich mach jetzt Abendessen, is schon spät.
Und ich kann mit Essen das Kind aus seiner Computerhöhle locken!
Hihi!





Samstag, 10. März 2018

"Wir sind nicht Körper, wir sind Seele"

Ich war jetzt schon 2x bei der Dame, die mich hypnotisiert. Es sind insgesamt 3 Sitzungen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich da alles richtig mache.
Es findet statt im 4. Stock eines Hochhauses in Zabo. Ich bin total aufgeregt und etwas abgehetzt, als ich ankomme. Frau P begrüßt mich sehr herzlich und freundlich und führt mich in einen Raum, der sehr neu aussieht, in rot und weiß gehalten, ein gläserner Schreibtisch, eine ergonomische Liege, ein Tischchen und 2 Sessel, die, wie ich sofort weiß, für meinen Luxuspopo zu klein sind. Und überall Buddah-Deko.
Wir setzen uns und lernen uns ein bisschen kennen, sie fragt nach meinen Beweggründen, nach meiner Kindheit, nach meinem Essverhalten und meiner Beziehung zu Mama, Kind und Mann.
Dann holt sie für mich einen bequemeren Sessel. Wahrscheinlich hab ich sehr erbärmlich ausgesehen in dem Mini-Stühlchen. Der neue Sessel ist von der Sorte entweder knapp auf der Kante sitzen und riskieren, dass die in der Mitte durchbricht oder komplett reinsetzen ohne einer Chance, sich je wieder nach vorne beugen zu können. Ich würde gerne einen Schluck Wasser nehmen - keine Chance.
Egal, Hauptsache das Ding hält.
Frau P. erkennt die Problematik meiner Geschichte sofort und haut Sachen raus, die ich nicht vermutet hätte. Abgesehen davon, dass sie großen Wert drauf legt, dass ich meiner Umwelt und mir selber mit viiiel Liebe begegne, erkennt sie Zusammenhänge und Verknüpfungen in meinem Unterbewusstsein, die mich überraschen. Nach dem ausgiebigen Gespräch beginnen wir mit der Hypnose. Dazu soll ich die Brille abnehmen, mich bequem zurücklehnen (noch weiter geht echt nicht, ich frage mich, wie ich da jemals wieder rauskommen soll) und sie setzt sich links neben mich.
Ich soll mit den Augen ihrer Fingerspitze folgen, dann die Augen schließen. Es folgt ein bisschen Autogenes Training. Dann spricht sie mit meinem Unterbewusstsein.
Ich lasse die Augen zu, hoffe alles richtig zu machen. Dieser Zustand, in dem ich bin, ist sehr entspannt. So wie kurz vorm Einschlafen. Und ich mache alles, was sie sagt. Ich hebe den richtigen Finger, ich lasse die Augen hin und herkreisen, ich atme. Soll das so sein? Müsste ich nicht weggetreten sein?
Sie sagt meinem Unterbewusstsein, dass Gemüse für mich toll ist und Chips ganz doof.
Ich höre zu. Langsam erkenne ich farbliche Muster hinter den geschlossenen Augenlidern. Ich stelle mir vor, dass das Wolken sind. Oder Nebelschwaden. Dann merke ich, dass ich husten muss. FUCK! Darf ich das? Geb ich dann nicht zu erkennen, dass ich völlig wach bin? Mist, je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr muss ich husten. Ich versuche, den Hustenreiz wegzuatmen. Geht nicht. Da kommen Tränen. Ich muss jetzt wirklich husten! Darf ich die Hand vor den Mund heben?
Ich machs einfach und mein Hals ist irre trocken. Wie gerne würde ich einen Schluck Wasser nehmen, aber ich kann ja wohl schlecht mitten in der Hypnose zum Wasserglas greifen. Wobei ich da ja eh nicht hinkomme.
Frau P. sagt "ja, huste ruhig!"
Wir sagen du, weil es einfacher ist.
Sie will ein imaginäres Magenband um meinen Magen legen. Das find ich gut! Leider zieht sie es nicht fest genug, da muss ich nächstes mal was sagen. Und dann sagt sie, dass sie bis 3 zählt, und wenn sie mich an der Schulter berührt, soll ich die Augen aufmachen und mich wohl fühlen.
1 - du spürst wie deine Muskeln wach werden, streckst dich
2 - du bewegst die Finger, den Kopf und die Beine, atmest einmal tief ein und aus
3 - Augen aufmachen.
Und - ich bin ja so dankbar - reicht sie mir mein Wasser!

Ich bin ganz benommen, stehe etwas neben mir und bin mir echt nicht sicher, ob ich alles richtig gemacht habe. Aber zu Hause angekommen will ich mir ein Glas Cola einschenken und es schmeckt auf einmal nicht mehr. Wie gefärbte Brause. Das verwirrt mich. Ich bin Colajunkie seit über 30 Jahren.
Und Schokolade - ich hab sofort ein Bild vor Augen, wie Schokolade aussieht, wenn sie im Mund zerkaut wird und mit Spucke vermischt .. so ein Brei, ein Schleim ... wäääääääh!!!
... spooky

Eine Sitzung hab ich noch.
Fakt ist, ich trinke erstmal kein Cola mehr. Und halte mich mit Süßem zurück. Und ich steh voll auf Salat.
Ich nehme alles sehr bewusst wahr, meine Laune und meine Umwelt und die Leute.
Mich morgens im Spiegel mit einem "Guten Morgen liebe Sabine" zu begrüßen, fällt mir doch schwerer als gedacht. Es ist albern. Aber anlächeln geht. Und meine ewig schimpfenden und motzenden Patienten soll ich als potentielle Trainingspartner ansehen - um das freundlich-sein zu trainieren. Und das gelassen bleiben.
Das Verzeihen. Und das Abstand halten.

Wenn jetzt noch meine körperliche Hülle in diesen Sog der Glückseligkeit mit einsteigen würde,
würde ich glatt abheben! Peace!