Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

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Mittwoch, 11. März 2026

Blogparade #relevant von Erik


Es gibt wieder ein neues Thema in der Blogparade 

#relevant von Erik auf blogissimo


Ich dachte mir, schreib doch mal mit! Diesmal möchte Erik wissen:

Wie zufrieden bist du mit deinem Vornamen?





Eigentlich hätte ich gar keine Sabine werden sollen, sondern ein Robert. Meine Mama hat sich Jungs gewünscht, einen Robert und einen Thomas. Am besten rothaarig. Und was ist es geworden? Meine große Schwester und ich. Mädchen. Und beide braune Haare. Ein Schlag ins Gesicht. Aber, weil wir die liebste Mutti aller Zeiten haben, mochte sie uns trotzdem!

Da war also die kleine Sabine. In den Siebzigern war es für manche irre witzig, sobald sie mich sehen, gewisse Liedchen zu trällern. Sabinchen war ein Frauenzimmer oder Sabine Sabine steht hinter der Gardine. So lustig. Damals hat mich das tief getroffen und ich war angemessen beleidigt. Obwohl der singt, Sabine ist 'ne süße Maus. Trotzdem beleidigt.

Heute würde ich drüber lachen, aber heute singt das kein Mensch mehr. Gibt es eigentlich noch irgendwelche musikalischen Ergüsse mit dem Namen Sabine?

Über meinen Namen hab ich mir schon oft Gedanken gemacht. In meinem Jahrgang gibt es massenhaft Sabinen, da war ich sogar Platz 1 der beliebtesten Mädchennamen. Noch vor Monika und Petra. Und weisste was? Ich mag meinen Namen! Sabine klingt gut, da ist alles drin. "Sabine" hat sowas positives, fröhliches, finde ich. 
Und man kann es abkürzen. In meinem Leben war ich schon eine Sabse, eine Bine, ein Binchen, ein Sabinchen und sogar ein Binerle. Der Typ, der mich Binerle genannt hat, wurde nicht lange ertragen.
Bine find ich ok. Und Sabinchen auch. Ja und Binchen. Aber Sabine geht absolut klar!

Alternativ wäre ich auch mit Sophie einverstanden gewesen. Oder mit Lilly. Aber wenn ich ganz ehrlich bin, das würde nicht zu mir passen. Ich seh aus wie eine Sabine und ich bleib auch eine Sabine. 
Die Bedeutung ist nicht so berauschend, "vom Stamm der Sabinerinnen". Was soll ich damit anfangen? Also hab ich beschlossen, dass mir das herzlich egal ist. Könnte ich mir eine Bedeutung aussuchen, die passt, wäre das vielleicht Sabine, die Geduldige. Oder Sabine, die Verträumte. Mein Zweitname Theresia klingt auch gut, das harmoniert.

Sabine Theresia. Den Namen hab ich meiner Oma zu verdanken, die ich leider nie kennengelernt hab. Mama hat sich übrigens damals, falls ich wider Erwarten ein Mädchen würde, für Sabine entschieden. Weil in dem Krimi, den sie in der Schwangerschaft las, die Heldin eine Sabine war. Find ich gut!

Und meinen Namen find ich auch gut!












 https://www.blogissimo.de/blogparade-relevant-dein-vorname/

Samstag, 30. August 2025

Blogparade #relevant

 

Es gibt eine frische Blogaktion. Eric von blogissimo.de und Jürgen von happybuddha1975.de laden ein, die Blogparade #relevant mitzuschreiben.



Es geht um Gedenktage. Jeder Tag ist einem Motto gewidmet. Es gibt zum Beispiel den Tag der Kinder, den Tag des Tiramisu, den Tag der Harmonie, den Tag der Seehunde oder den Tag des Faulenzens.

Mein Gedenktag für das Mausloch ist der 30.08.25, der Tag der Verschwundenen.


Zu meiner großen Erleichterung kenne ich niemand in meinem Umfeld, der verschwunden wäre - im Sinne von verloren gegangen. Ich weiß, dass Menschen einfach so verschwinden und die Angehörigen stehen vor einem Rätsel. Plus Verzweiflung, weil man dem so hilflos gegenübersteht. Das muss furchtbar sein. Am schlimmsten und unvorstellbarsten ist das wohl bei Kindern, die verschwinden. Ich möchte nicht dran denken, das übersteigt meinen Horizont.

Aber ich mach mir Gedanken über Dinge oder Orte, die plötzlich verschwunden sind. Zum Beispiel Sachen von früher: die grauen Telefone mit Hörer. Gelbe Telefonzellen. Parkuhren. WV Käfer. Kinder, die auf der Straße Gummihüpfen spielen. Tante-Emma-Läden. Hübsche Häuser in der Altstadt. Die gelb-braune Straßenbahn, die bimmelnd und quietschend um die Ecke biegt. 

Puff - weg!

Und Lokale. Discotheken und Bistros oder Cafés, die es noch vor nicht allzu langer Zeit überall in der Stadt gab. Als ich im richtigen Alter zum feiern war, konnte ich von einer Kneipe zur anderen hüpfen, wenn ich Lust hatte. Kneipen-Hopping.
Es gab viele, sehr viele Rockkneipen. Meist mit Billardtisch, immer gut gefüllt mit Leuten. Wir hatten in Gostenhof ein Café, das Werkstatt hieß, da war eine halbe VW-Käfer Karosserie an der Wand. Das Café Steinzeit war wie eine Tropfsteinhöhle dekoriert mit vielen Fellen und tollen Cocktails. Im Komm gab es massenweise Punks und Grufties, die in den vielen Räumen feierten oder diskutierten oder im Komm-Garten Anne Clark hörten. Das Lollypop war ein Oldiecafé, das Nashville ein Country-Club, im Starclub gab es Flensburger und gute Musik. So viele Kellerkneipen, so viele Möglichkeiten!
Und Discos waren in der ganzen Stadt verteilt. Heute heißen die Schuppen eher Club. Disco ist out.
Im Quattro Set gab es ACDC in Konzertlautstärke, im Kraftwerk Freitags Alternative, Samstags Rock. Das Hard Rock Cafe war tatsächlich ein Hardrock Cafe. Im Groovy wurde man high von 1x tief einatmen. Es gab das Rockcafe Fürth, das Colloseum Abenberg, die Rockfabrik, das Dröhnland, das Kitsch, den Schmelztigel, den Landwehrkeller, das Mausloch und und und!!

Was ist passiert? Seit "Das Boot" in den 90ern abgelegt hat und eine große Lücke im Nachtleben Nürnbergs hinterließ, geht es gefühlt bergab. Alles macht dicht, eine Kneipe nach der anderen verschwindet. Nicht nur die Läden in der Innenstadt, auch all die Cafés stehen leer. Oder es ist ein Nagelstudio drin. Oder ein Süßigkeitenautomat.

Einzig das Brown Sugar und das Irish Pub von früher sind geblieben. Es ist so traurig! Aber ich bin froh, dass ich die tolle Zeit erleben durfte, wenn auch ca 10 Jahre zu spät. Für die heutige Generation tut es mir leid. Wo sind denn urige Kneipen mit gemischtem Publikum? Mit allen Stilrichtungen, die unterwegs sind? 

Verschwunden. Weg. Ausgelöscht. Erinnerung.

Grade Nürnberg wird immer mehr zur Geisterstadt. Nix los. Die Clubs, die es heute noch gibt, sind etwas gruselig - Publikum und Musik. Keine Option.

Ganz schön traurig, aber ich muss versuchen, all die schönen Erinnerungen zu bewahren. Zu konservieren.
Schließlich durfte ich mit all den anderen im Green Goose auf dem Boden knien und zu "we will rock you" auf die Bretter hämmern , ich durfte Tortellini am Oberdeck des Boots essen und ich durfte meinen Mann in der Kneipe kennenlernen - im vollbesetzten Pflaumenbaum mit Flirtkärtchen und ausgelassener Party!

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Ludwigstraße ganz ganz früher


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Das Boot in den 80ern

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Metal Mania Kult Kneipe, 80er Jahre



Was ich sehr schade finde - es gibt so wenig Fotos von all den Lokalen von damals! Es wäre niemand auf die Idee gekommen, abends beim feiern Bilder zu machen. Ganz normal. Aber jetzt vermisse ich Aufnahmen, die die Erinnerung aufrecht erhalten. Echt schade.



Cute Rat