Mausloch

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Sonntag, 12. April 2026

Projekt 52 - April, die zweite

 

52 Themen - 52 Wochen - 52 Fotos
eine Mitmachaktion
von Sari auf heldenhaushalt.de


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Gelernt hab ich in meinen zarten 55 Lenzen bestimmt eine Menge! Und genauso sicher hab ich das Meiste wohl wieder vergessen. Die Grundlagen beherrsche ich wohl - ich kann 2 und 2 zusammenzählen, weiß, wie man Auto fährt, kann einen Knopf annähen und ein Spiegelei braten. Eventuell noch ein bisschen mehr.
Was ich in der Schule gelernt hab, war, und das tut mir außerordentlich leid sagen zu müssen, überwiegend für die Katz! So wurde mir zum Beispiel beigebracht, wie man Nachthemden näht, was ein Kreuzstich ist, wie man Steno schreibt oder welcher Friedrich welchen Heinrich überlebt bzw ermordet hat. 
Ich weiß auch mit 100%iger Sicherheit, dass ich niemals in einer Situation war, wo ich dachte, jetzt kann nur noch eine Rolle rückwärts helfen!
Das Schreibmaschinentraining, das auf einer kackbraunen Schreibmaschine stattfand, hat immerhin Spuren hinterlassen, das kommt mir jetzt grade zu Gute. Ich war damals wenigstens froh, dass es eine elektrische Schreibmaschine war, auf der ich üben musste. Die Lehrerlieblinge durften an die futuristisch anmutende elektronische Maschine, das normale Fußvolk saß an den elektrischen und die Looser mussten an die dunkelgrünen, mechanischen Maschinen ganz hinten im Raum. Da haste dir nach einer Schulstunde fast die Finger gebrochen!

Ich hab im Laufe meines Lebens gelernt, wann es besser ist, den Mund zu halten und wann ich laut werden sollte. Ich weiß, dass man Rowdies und Platzhirschen aller Art besser aus dem Weg geht und man weiß Gott nichts alles glauben darf, was einem der Typ in der Kneipe alles erzählt.
Was mir meine Mama erzählt, das kann ich allerdings und ohne Einschränkungen ernst nehmen. Sie hat mir beigebracht, wie man höflich ist, wie man sich benimmt, wann man Respekt zeigen sollte. Mama hat die Basis gebaut, die ist super stabil!
Meine Mama allerdings hat früher noch ganz andere Dinge gelernt. Beispielsweise dass die Damen leise zu sein haben, wenn die Herren der Schöpfung sprechen. Oder dass SIE verantwortlich ist für den Haushalt, die Kindererziehung und dass das Essen pünktlich auf dem Tisch zu stehen hat, wenn ER nach Hause kommt. Schließlich muss er ja hinausziehen ins feindliche Leben, während sie nur zu Hause schaltet und waltet. So will es das Gesetz. Für sie gab es auch schließlich Taschengeld und eine Pulle Frauengold.

Schlimme Zeiten.

Meine Mom hat aber auch eine Menge Benimmregeln gelernt, sie hat dazu sehr lehrreiche Bücher benutzt. Eins davon hab ich ihr abgeluchst, es liest sich wirklich sehr amüsant - und auch schlüssig! So weiß ich zum Beispiel, was es mit diesem umstrittenen und leicht überholten Handkuss auf sich hat! Dass Mann nicht außerhalb geschlossener Räume die Hand der Dame küssen soll, ebenso wenig quer über einen Tisch hinweg. Der Handkuss soll nur angedeutet werden und auf der behandschuhten Hand sowieso nicht stattfinden.
Der Handkuss dient als Zeichen der Bewunderung und Verehrung, daher sollte die Dame dem Herrn ihre Hand nicht aufzwingen. Regeln müssen zur Vollendung des Handkusses unbedingt beachtet werden!
Hört, hört!

Mir persönlich ist es unangenehm, wen mir ein Mann die Hand küssen will. Ist schon vorgekommen, mehrmals sogar. Das hatte allerdings nichts von Verehrung oder Bewunderung, eher kam es mir schmierig und heuchlerisch vor. 
Ist der Handkuss eigentlich noch angebracht? Weiß das jemand?

... wenn mein Mann mir in einer romantischen Situation allerdings die Hand küssen würde, würde ich ihm das nicht übel nehmen :)




Das Einmaleins des guten Tons von Dr. Gertrud Oheim, Erstauflage 1955, Gütersloh


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