Mausloch

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Donnerstag, 30. April 2026

Zuviel

 Also weisst, das war vielleicht ein Schlamassel!!
Wie aus dem Nichts kam die mail in der Praxis an, dass wir ab sofort ein neues Labor für unser Blut nutzen sollen. Mit einer Arbeitsanweisung über 11 Seiten. Hier hast du,  nun mach.
Bislang lief das so ab: Die Laborfrau, also ich, nimmt dem Patienten das Blut ab, gibt den Auftrag in den Pc ein, druckt Etiketten und Papier aus und nachdem die Röhrchen zentrifugiert wurden, ab damit ins Bearbeitungslabor nach Augsburg.
Einfach. Schnell. Effizient.
Da muss sich jemand gedacht haben, nee, das ist viel zu easy, das muss sich ändern. 
Jetzt darf ich nur noch einen Teil der Blutwerte nach Augsburg schicken. Ganz bestimmte Werte müssen jetzt in unser neues, zusätzliches Labor nach Nürnberg geschickt werden.
WEIL.
Mit zusätzlichem Auftrag, zusätzlichem Röhrchen, zusätzlicher Arbeit. Im Endeffekt brauch ich jetzt für einen Patienten doppelt so lange wie bisher. Es ist mega kompliziert, aufwändig und - mal ehrlich - einfach doof!
Ohne Einweisung, ohne Erklärung, ohne die nötige Zeit, das Neue zu erfassen.
Dazu kommt, dass die Übertragung am Pc nicht funktioniert hat und alle Blutabnahmen nochmals kontrolliert, aufgerufen und abgeglichen werden mussten. Und das während des laufenden Betriebs, während die Patienten sich im Wartezimmer stapeln und während mein Labor aus allen Nähten platzt!
Dazu kommen Impfungen, Spritzen, Gespräche, Schnelltests, Urinuntersuchungen und die spontanen, zusätzlichen Aufträge aus der laufenden Sprechstunde. Alles gleichzeitig.

Herzlichen Glückwunsch!

Ich muss jetzt viel mehr tun, höllisch aufpassen und darf dabei keine Überstunden machen, obwohl ich gar nicht rechtzeitig fertig werden kann. Wie auch, die Zeit ist so knapp bemessen, das war vor dem Aufploppen des zweiten Labors schon schwierig.

Dabei musst du lächeln und freundlich bleiben und geduldig. Wehe, ein Patient macht Schwierigkeiten und bringt schlechte Venen mit, so dass die Blutabnahme länger als 4 Minuten dauert. DAS GEHT SO NICHT!

Ehrlich, so überfordert und überrumpelt war ich in der Arbeit schon lange nicht mehr. 
Nachdem heute mittag mittendrin auch noch eine sog. Schulung für das sinnlos herumstehende Belastungs-EKG-Fahrrad stattfand, hat es bei mir Pling gemacht.

Wie ein alter Röhrenfernseher, der einen Kurzschluss hat. Pling - aus. Ich war nicht mehr aufnahmefähig. Zu viel input. Die verzweifelten Erklärungsversuche der sehr jungen Frau, die uns dieses Fahrrad erklären wollte, rauschten ungehört an mir vorbei. Ich saß da und hab ins Leere gestarrt. Tilt. Nichts geht mehr. Seit Dienstag früh stand ich unter Strom und hab mich verzweifelt, hoffnungslos überfordert und maximal verwirrt durch meine Aufträge gekämpft, da war auf einmal der Saft weg. Aus.

Hatte ich so auch noch nicht. Wie ein Rauschen in den Ohren. Pling.

Ich bin heute in die Mittagspause geflüchtet und bin fast augenblicklich auf dem Sofa eingeschlafen. Ohne noch irgendwas denken zu können.
Das war wohl meine Rettung, am Nachmittag konnte ich wieder halbwegs funktionieren.

Wie sehr ich diesen Feiertag brauche! Wäre morgen wieder Arbeit, würde ich entweder heulen oder hysterisch lachend in der Ecke sitzen!




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