Mausloch

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Samstag, 7. März 2026

die geschenkte Blognacht


Einen wunderschönen guten Abend! 

Heute ist es endlich wieder soweit! Heute bin ich nach langer Zeit ENDLICH mal wieder Gast in der Blognacht von Anna! Hurra! 
Anna Koschinski lädt regelmäßig jeden Monat zu einer gemeinsamen Schreibnacht ein. Per Zoom sind wir alle vernetzt und schreiben als nächtliche Bloggerclique gleichzeitig, ein Themen-Impuls ist gegeben.
Ich hoffe, dass ich die Magie, die dieser Nacht  zu eigen ist, wieder spüren kann. Auch, wenn ich ein bisschen zu spät dazugestoßen bin. Ich seh 13 Teilnehmer mit mir und Anna hat mir gleich den Impuls geschrieben. Das ist er:

"Glückwunsch! Du bekommt eine Stunde geschenkt!"

Ha! Was ist das denn für ein tolles Thema?! Eine geschenkte Stunde! Grade heute hätte ich die gut brauchen können, war ein vollgepackter Freitag, fast schon ein bisschen stressig.
Jetzt ist die Frage: Was würde ich mit einer geschenkten Stunde anfangen?

Da schwappen die Ideen über mich wie Konfetti an Fasching. Ich hab so viele Ideen, soll ich die jetzt alle raushauen? Es ist ja oft so, dass der Tag einfach viel zu schnell und klammheimlich vergeht. Du hast endlich Feierabend, den Kopf voller Pläne, was du alles tun willst und zack wird es dunkel und du hast nichtmal die Hälfte geschafft. Da täte eine zusätzliche Stunde ganz gut.
Aber nein, das ist mir zu wenig. Für alltäglichen Kram ist mir eine geschenkte Stunde zu wertvoll. Ich muss mir was anderes ausdenken.
Zusätzliche Zeit wäre super, wenn man grade Spaß hat. Oder einfach, wenn es grade schön ist. Wann ist es schön? Zum Beispiel, wenn ich Lesezeit hab. Nachdem ich grundsätzlich zu spät ins Bett komme, schmälert meine Nachlässigkeit die kostbare Lesezeit im Bett immens. Ich muss das Buch weglegen, wenn die Uhr es mir sagt. Das ist doof, wo es doch grade so spannend ist!
Oder .. mensch, das ist gar nicht so einfach, wie ich gedacht hab. Lass mal überlegen. Wann wäre eine geschenkte Stunde ganz toll? Na, logisch: Wenn ich Zeit für mich habe. Oder haben möchte. Lesen wär schonmal ein Punkt. Vom Lesen kann ich zum Schreiben kommen, ich schreib sehr gern im Mausloch, bloß fehlt mir da so oft die Zeit. Und wenn ich mal so richtig im Schwung bin, muss ich meisten aufhören, weil ich los muss oder kochen oder jemand kommt oder sonstwas. Dann ruft auch gern mal das Gewissen, ordnet mir Hausdienst an. Die Wäsche, die Betten, die Böden. Meine innere Elinor kommt gern mit einem vorwurfsvollen "Was ist jetzt wohl wichtiger?!" daher. 
Ja ich weiß. Schlechte Zeiteinteilung. Als organisierter Mensch könnte ich einen tollen Zeitplan aufstellen, der mir sicherlich auch Schreibzeit erlaubt. Bloß funktioniert das bei mir nicht, dafür bin ich zu spontan. Tja.
So eine zusätzliche Stunde für mich, ohne dass ich mir Gedanken um was anderes machen muss oder Gewissensbisse, das wär schon schön!


Eine Stunde, die nur mir gehört. Niemand quatscht mir rein oder mich an, niemand stört. Coole Sache! Man könnte so eine geschenkte Stunde auch für ganz was anderes nutzen. Vielleicht eine ganze Stunde lang mal im Lieblingsladen stöbern. In meinem Fall wäre es ein Buchladen. Oder eine Stunde lang einfach in ein Museum gehen. Allein, ohne Ziel und ohne Plan. Museen sind toll! Wir haben schonmal einen ganzen Tag im Naturkundemuseum in Wien verbracht - ohne es zu merken! Haha
Eine Stunde etwas tun, was man sonst nicht tut. Was man sich nicht erlaubt oder einfach keine Zeit hat. In einem Straßencafé einfach mal ein Glas Wein trinken. Oder um den See spazieren. Oder sinnlos über Landstraßen brettern mit lauter Musik! Man könnte in so einer Stunde einen ganzen Plattenladen durchwühlen. Oder hemmungslos durchs Wohnzimmer tanzen. Man könnte eine Pumuckl Platte hören - Vorder- und Rückseite! Und - man könnte eine Stunde länger schlafen, der pure Luxus!


Eben war kleine Pause im Zoom und schon haben einige ihr fertiges Meisterwerk präsentiert. Ich bewundere das ja, wenn ein Blognachttext so fix fertig wird. Ich könnte ja die Gelegenheit nutzen, und mal in die Beiträge reinspitzen. Gucken, was die anderen so geschrieben haben. Als Inspiration. Ach nee, dann lass ich mich bloß beeinflussen, das ist nicht gut, denke ich. Erst schreiben, dann lesen.
Anna hat vorhin gesagt, sie wurde mal gefragt, mit welchem Tier ihre Energie zum Schreiben vergleichbar wäre. Und sie identifiziert sich beim Schreiben mit einer Ameise. Fleißig, flink, überall gleichzeitig.
Das gibt mir jetzt zu denken. Was wäre ich für ein Schreib-Tier? Ein Rauhaardackel! Kommt nicht sehr schnell voran, lässt sich von allem ablenken und rennt ein bisschen konfus durch die Gegend. Ist aber auch schnell begeistert und braucht nicht viel. Ha! 


Ich schweife ab. 

Wenn unsere Familie zusammenkommt, freu ich mich jedes mal. Meistens gibt es einen Anlass, Geburtstag oder Osterfrühstück oder Weihnachten. Letztes Jahr gab es einen Weihnachtswunsch, ein Treffen aller Damen der Familie. Wat war das schön! Geplant war eine Teeparty in einem edlen Café, es wurde dann aber einfach ein herrlich entspannter und lustiger Kaffeeklatsch! Sowas mag ich! Ich liebe es, mir die Geschichten der anderen anzuhören. Zu sehen, wie sie begeistert erzählen. Wie es immer lustiger wird und wir vielleicht sogar ein bisschen spielen. Es ist selten genug, dass alle zusammenkommen. Und leider enden diese Treffen meistens ziemlich abrupt. Oma möchte nach Hause, was ich verstehen kann, weil es doch anstrengend wird. Und ich fahr sie gern heim und gönne ihr ihren Feierabend. Kein Ding. Aber ein bisschen schade ist es schon, wenn der schöne Nachmittag so plötzlich enden muss. Genau da, an dieser Stelle, da würde ich eine geschenkte Stunde voller Freude einsetzen wollen! Einfach eine Stunde herauszögern, eine Stunde mehr Gelächter, mehr Spaß und mehr Gemeinschaft! Au ja! Das ist glaub ich die beste Methode, so eine geschenkte Stunde zu würdigen!

Also. Danke für das Geschenk. 
Ich nehm die Stunde, um das Schöne ein bisschen heraus zu zögern.




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