Mausloch

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Samstag, 18. Juli 2026

Die Schlaftablette


Meine Chefin hat mir ein neues Schlafmittel verschrieben. Ich hab ja schon ein, zweimal erwähnt und herumgejammert, dass ich nicht mehr schlafen kann. Mehr als 2, 3 oder 4 Stunden pro Nacht krieg ich nicht mehr zusammen, was nervig ist und alles durcheinander wirbelt.
Der Stoff, den ich bisher nahm, nützte auch nur wenn er wollte, also hab ich jetzt was neues.
Im Beipackzettel steht, dass Nebenwirkungen nicht auszuschließen sind. Kopfweh, Übelkeit, das Übliche. Aber da stand auch, dass es gelegentlich zu "Schlaflähmung" kommen könnte. Bedeutet, kurz vor dem Einschlafen und/oder kurz nach dem Aufwachen könnte es passieren, dass ich mich nicht mehr bewegen kann. So vorübergehend. Nennt sich Schlaflähmung und wird im Beipackzettel als beängstigend umschrieben.
Na fein. Ich hab lange überlegt, ob ich das durchziehen soll oder nicht. Meine Chefin wird schon wissen, was sie mir da in die Hand drückt, eine vorübergehend gelähmte Mitarbeiterin wird ihr nicht viel nützen.
Teilbar sind die Dinger auch nicht, ich hab aber die niedrigste Dosierung bekommen.
Gestern Abend hab ich es ausprobiert.
Hab die Tablette mit etlicher Überwindung geschluckt, mich hingelegt und gewartet, was passiert. Beim Lesen hab ich immer wieder mit den Zehen gewackelt oder die Finger bewegt um zu testen, ob es noch geht. Seltsames Gefühl. Dann hab ich gemerkt, dass meine Arme immer schwerer werden und die Augenlider auch. Also Buch weg, Licht aus. Kann ich mich noch bewegen? Immer wieder muss ich mich bestätigen. Es muss mich ja auch nicht treffen. Da stand, einer von hundert. Vielleicht bin ich ja Nr 12 oder so. Dann bin ich tatsächlich eingeschlafen. Heureka!
Aber nur, um eine Stunde später wieder aufzuwachen mit einem sehr schmerzhaften Muskelkrampf im Oberschenkel. Ich kenn das schon, das hab ich ab und zu. Super unangenehm, tut sauweh und das einzige, was da hilft ist, aus dem Bett zu springen, sich auf den Stuhl zu stützen und auf der Stelle zu laufen. Aufrichten kann ich mich erstmal nicht, tut zu weh. Kaum stehe ich, gesellt sich das andere Bein ebenfalls mit einem Krampf dazu. Supi! Ich versuche, entschlossen auf der Stelle zu laufen, mit viel "aua aua aua aua!". Sieht höchst unelegant aus.
Nach ein paar Minuten bin ich soweit, dass ich mich aufrichten kann und wandere durchs Zimmer. Auf und ab, hin und her. Bis der Krampf endlich nachlässt.
Ich hatte echt Spaß heute Nacht.
Morgens war ich fix und alle. Nach dem Kaffee gings direkt wieder aufs Sofa für ein Nickerchen. Nach einer dreiviertel Stunde dann Alternativ Programm - voller Energieschub! Zack, wach! Das hab ich gleich ausgenutzt und mächtig im Haushalt rumort.
Jetzt am Nachmittag lässt die Power wieder nach. Hat auch was Spannendes, mich selbst zu beobachten.

Jetzt ist die Frage: Kam das von der Tablette? Oder war das eine meiner üblichen, lustigen Nächte?
Der Mann sagt, es gäbe nur eine Möglichkeit, es herauszufinden. Ein zweiter Versuch.
Irgendwie hab ich ein bisschen Angst vor heute Nacht.




Donnerstag, 21. Mai 2026

ausgebrannt

Ich bin sooo müde!

Meine Augen brennen und ich bin unkonzentriert. Hab heute schon ein paar Fehler bei der Arbeit gemacht. Das ärgert mich, natürlich blieben die Fehler nicht unbemerkt.

Ich wär vorgestern Nacht so schön eingeschlafen, aber dann bin ich aufgeschreckt und hatte über eine Stunde lang Herzklopfen. Hört einfach nicht mehr auf. Dann war ich sauer und hatte noch mehr Herzklopfen.
So ein Mist, mann!
Wieder eine Nacht, die ich mir um die Ohren hauen musste. Nichts geht! Bin wirklich müde, würde so gern einfach nur schlafen - aber nein, nix. Mehr als 2 Stunden krieg ich nicht hin. 
Und am nächsten Tag ist Arbeit.
 
Keine Ahnung, warum ich seit Wochen nicht mehr schlafen kann. Nach drei durchgemachten Nächten geb ich mir ein viertel Schlaftablette. Abschießen! 
 
Nervt! 

Ich bin selber ein bisschen erschüttert, dieses unkonzentrierte Arbeiten kenn ich so gar nicht von mir. Dabei geb ich mir so ne Mühe! Es gibt neue Anweisungen für mein Labor, die mir zu schaffen machen. Es ist viel mehr Arbeit als sonst, viel komplizierter und umständlich ist es auch. Niemand hat was davon - außer einer.
Und zuviel ist es auch. Die Leute rennen mir die Bude ein. Jeder will was und zwar sofort. 
Patienten quatschen mir ein Kotelett an die Backe (ich mag diesen Ausdruck) die Hütte brennt und ich seh bald kein Land mehr. Spätestens um zehn hab ich keine freie Ablagefläche mehr in meinem fensterlosen Labor, alles voller Blutröhrchen und Bechern und Zettel und Tüten und was nicht alles.

Körperliche Gebrechen machen es nicht besser. Ich bin so angespannt, dass ich meinen Kopf nicht mehr richtig nach rechts drehen kann, die Schulter, der Daumen, das Knie, der Fuß .. Ich fühl mich, als sei ich in den letzten Wochen um Jahre gealtert.

Eigentlich würde ich meiner Chefin gern sagen, dass ich überfordert bin. Aber was bringt das? Nächste Woche bin ich die einzige, die Labor kann. Die anderen sind schon im Urlaub. 

Urlaub

Der kommt im Juni.

GOTTSEIDANK !!!





Dienstag, 13. Januar 2026

der lange Weg ins Bett

 Elinor: Kind, das geht so nicht weiter. Schau mal auf die Uhr, darf ich dich daran erinnern, was du dir heute Morgen beim Aufstehen vorgenommen hast?

Jürgen: Sie macht es schon wieder!

Elinor: Ja das seh ich. Du machst hier einen riesengroßen Fehler! Das weißt du doch selber, du bist jetzt in einem Alter, wo man mit so wenig Schlaf eben nicht mehr auskommt. Du musst auf deine Gesundheit achten, Kind!

Jürgen: Die lernt es nicht mehr, dumm wie Brot!

Elinor: Jürgen, beleidigen hilft hier nicht weiter. Was wie hier brauchen, ist Vernunft. Unterstütze mich bitte.

Jürgen: Mit Vernunft kommst du hier nicht weiter. Sie weiß es doch, lange schon, und trotzdem reagiert sie so bescheuert! Jeden Tag aufs neue. Die lernt es nicht mehr. Ist wohl schon zu alt.

Elinor: Natürlich kann sie es noch lernen, es gehört nur ein wenig Disziplin dazu. Und logisches Denken.

Jürgen: Und genau da liegt das Problem - im logischen Denken!

Elinor: Hör gefälligst auf, hier rum zu stänkern. Sie ist durchaus in der Lage, logisch zu denken. Und dumm ist sie auch nicht, nur etwas träge und unvernünftig.
Jetzt überleg mal, was passiert, wenn du zu wenig schläfst. Du bist mürrisch, träge, unkonzentriert und in allem langsamer als du sein könntest. Das muss nicht sein! Dagegen gibt es eine einfache Lösung.

Jürgen: Lass dir Hirn wachsen!

Elinor: JÜRGEN!

Elinor: Tu dir selbst einen Gefallen und geh früher ins Bett! Du kannst das!

Jürgen: Alte, zisch ab ins Bett. JETZT!

Elinor: Du hast es gehört, geh jetzt. Los, hopp, keine Ausreden. Es ist Zeit!

...

jaaa ist ja gut, ich habs kapiert. Ihr habt ja Recht. Ich geh gleich, ich will nur noch ..

Elinor und Jürgen: J E T Z T !!

okeeeeee! Mann! Gute Nacht

Elinor: na also. Gute Nacht, schlaf schön, Kind

Jürgen: Endlich!







Cute Rat