Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Blogparade zum mitmachen!

Sonntag, 27. September 2020

Sabinchen und die Musik 10

 Wenn der Nachwuchs angekommen ist, hat man keine Zeit mehr. Für nix. Und deswegen sinkt die Aufmerksamkeit gegenüber der aktuellen Musik erstmal rapide ab. Als frische Mama achtest du nicht darauf, was du hören möchtest. Wann auch, du hast ja eh keine Zeit. Da läuft höchstens mal das Radio in der Früh, wenn du das Fläschchen machst. Und den Kaffee. In der Reihenfolge. Ein paar einzelne songs schnappt man so zwischendurch auf. Zum Beispiel das neue Lied von den Ärzten Männer sind Schweine. Oder Sasha If you believe. Wenn die Omas und Opas mal auf  die Zwerge aufgepasst haben, sind wir ausgegangen. Da wird die Kellerkneipe zum Abenteuer!. So kostbar. Da hörste dann ein bisschen Erwachsenen-Musik, Bad touch von Bloodhound Gang mochte ich, Pretty fly for a white guy von The Offspring, American Pie von Madonna und Can't get you out of my head von Kylie Minogue. Im Spaßzelt von Rock im Park hab ich zum ersten mal It's my life von Bon Jovi gehört. Das war so richtig gut, das ganze Zelt hüpfte auf und ab und ich hatte richtig doll Spaß! Da war ich so Ende 20/Anfang 30. Man sieht ja die Vergangenheit immer etwas verklärt, aber ich denke, zu der Zeit war ein fach alles in Ordnung. Job save, Beziehung save, Familie save. Geld hatte ich wenig aber es ging. Schöne Zeit. 

Ich erinner mich sehr gern an meine Anfänge als Mami. Obwohl ich super unsicher war, weil man grundsätzlich der Überzeugung ist, alles falsch zu machen, was man falsch machen kann. Vor allem, wenn man die anderen Mamis so hört. Totale Verunsicherung!  Die anderen wussten irgendwie immer auf allen Gebieten Bescheid, aber sowas von! Klamotten, Nahrungsmittelzusätze, Babytees, Baby-Massage-Techniken oder die aktuellen Charts der Babyhitlisten! *lach Ich tauchte ein in die Welt der Kinderlieder! 

Wisst ihr was die Bienen Träumen ?    Wer hat die schönsten Schäfchen?   Der Mond ist aufgegangen

Und du singst es gern! Du siehst dein wunderbares Baby an und singst. Der führende Sieger der Kleinkind-Lieder ist ungeschlagen Detlev Jöcker. Zumindest damals. 

1-2-3 im Sauseschritt     aramsamsam aramsamsam    Dicke rote Kerzen   Alle Leut

Aber dann, spätestens wenn der Kindergarten losgeht, ist's vorbei mit Duziduzi, dann kommt der Meister himself: Rolf Zuckowski! Und singt sich für die nächsten 5 Jahre in dein Bewusstsein. Du hörst es überall - zu Hause, im Auto, im Kindergarten, auf Geburtstagspartys, bei Sommerfesten und sogar noch in der Grundschule. Wenn du Kinder hast, führt kein Weg an Rolf Zuckowski vorbei! 





mein Lieblingslied: 




... und dieser song über die Fahrbahn und den Gehweg, was war in den Top 3 meines Sohnes absolute Nr 1! Mit diesem Lied konnte man ihn ablenken, wenn man zB nach dem Baden eincreme musste oder nach 4 Stunden Spazieren - Stehen "komm wir schauen die Fahrbahn, wenn wir daheim sind, komm schnell!!" Jaaa! 
Auch die Tochter hatte Lieblingsmelodien. Die mochte sie so gerne, dass auch wir täglich in den Genuss gekommen sind! (Hurra) Lauras Stern  Und Sohn war glücklich mit : Thomas die Lokomotive
Aber es hätte schlimmer kommen können mit Bibi Blocksberg oder diesem Elefanten .. Törööö

Was wir aber alle vier aus voller Brust mitgesungen haben - und das jeden Tag - waren die beiden songs:

Lied 1    und   Lied 2







Hausarrest

 Ich komm mir vor wie eine Aussätzige. Auf was man alles achten muss, wenn man in Quarantäne ist. Wir desinfizieren alles! Echt alles, jeden Griff, jeden Pfannenstil, die Fernbedienung - alles. Aber schlimm ist der Abstand, den ich einhalten muss. Vor allem, wenn Tochter vorbeikommt. Das war vielleicht unheimlich! Da ich zum Geburtstagsessen nicht mitgehen kann, wollte ich vom Hausflur aus winken. So komisch, wenn man sich dem Kind nicht nähern darf. Hat mich ein bisschen überfordert.

Dabei ist es ja nur eine Vorsichtsmaßnahme. Und trotzdem hab ich ganz stark das Gefühl, andere jeden Moment in Gefahr bringen zu  können. Wenn alle einen großen Bogen um dich machen und nicht die selben Sachen anfassen können .. ich glaub, ich habs etwas unterschätzt. 
"Sie müssen sich von ihrer Familie fernhalten"
Ich verzieh mich auf mein Zimmer. Fühl mich ausgeschlossen. Und das ist echt seltsam, weil ich doch immer so erpicht drauf bin, endlich mal allein zu sein. Und kaum bin ich im "Aus", ist's mir auch nicht recht. 
Da spielt wohl der feine Unterschied eine Rolle: Allein sein zu dürfen vs. allein sein zu müssen. Mir gehts doch gut, ich hab den uralten Pc hier, Musik, was zu trinken, mein Bett, mein Buch .. ich könnte den Kleiderschrank ausmisten, die Fotos weiter bearbeiten, Twitter durchstöbern .. so viele Möglichkeiten!
 
Am Montag ist der 1. Test, am Mittwoch der 2. Und das wird verdammt knapp, am Donnerstag wollen wir Geburtstag feiern! 
Aber was noch schlimmer ist - die nächste Woche ist dermaßen voll bestellt, dass es für einen allein im Labor fast nicht machbar ist. Wir haben fest damit gerechnet, dass wir endlich mal wieder ein komplettes team sind. Die anderen beiden kommen zurück und zu viert packen wir das. 
Haha. Die eine Hälfte kommt, die andere Hälfte geht. Arme Azubine, muss ins Labor und hat wahrscheinlich keine Zeit zum Luftholen. 
Es passt mir garnicht, dass es jetzt so läuft. Könnte ja froh sein über ein paar Tage Auszeit. Bin ich aber nicht. 
Ich stell mich hier hin und behaupte allen Ernstes, dass ich lieber in die Arbeit gehen würde.
ich schätze, das liegt an dem team, das wir sind.
Wir sind nämlich phantastisch!



via GIPHY

Sonntag, 20. September 2020

keine Schulter zum Anlehnen

 Der Dienstag endet ganz friedlich und normal, ich putz mir dir Zähne, geh ins Bett und lese so lange, bis mir die Augen zufallen. Gute Nacht. Um 4:30 Uhr wach ich auf mit höllischen Schulterschmerzen. Wusste nicht, wie ich mich lagern soll, der Schmerz ist so stark und lässt sich nicht wegentspannen. Ich steh auf und krieg ein bisschen Panik, weil ich den rechten  Arm nicht mehr bewegen kann. Die Hand schon, aber nicht den Arm. Garnicht. Wie doof das ist, merke ich gleich anschließend auf dem Klo. Dann in der Küche einen Kaffee machen, einhändig. Ich drück mir umständlich zwei IBU raus und setze mich. Was mach ich jetzt? Jede Bewegung mit dem Arm scheitert und tut echt weh. Da eine meiner Superkräfte darin besteht, sich ruckzuck in Dinge reinzusteigern, wächst die Panik immer mehr. Ich hatte einen schlimmen Traum in der Nacht, mit einsperren und foltern und Angst und Schrecken. Hab ich mich vielleicht so arg verspannt, dass die Schulter so übel dran ist? Was sonst könnt's sein? Und geht das wieder weg oder bleibt mir das? Und wie lange?

Um halb sieben ruf ich die Kollegin an, weil ich echt nicht weiter weiß. Und kaum fange ich an zu erzählen, laufen die Tränen. Dann die Chefin. Wieder Geheule am Telefon. Also von mir, nicht von der Chefin. Sie will mich zum Orthopäden schicken. 
So, anziehen. Zähne putzen, waschen, Zopf binden, Schuhe ... mir wird bewusst, wie sehr ich meinen rechten Arm brauche! Anziehen geht mit Müh und Not, den Zopf muss mir der Bub machen und in die Schuhe schlupf ich bloß rein. Mittlerweile wirken die beiden IBU und ich stelle fest, zu meiner Erleichterung, dass ich im Auto schalten kann. 
In der Praxis untersucht mich die Chefin gleich, tippt auf eine Schulterentzündung und wir grübeln beide, woher das bei mir kommt. Aus dem Nichts? Als Überraschung im eintönigen Alltag? Vielleicht vom Blutdruckmessen - am Tag zuvor musste ich ungewöhnlich oft pumpen. Eine Pumpentzündung. Aua auf Pump. Wieauchimmer. Ich krieg eine AU für heute und morgen und geh hoch zum Nachbar-Orthopäden. Der tippt auf eine Muskelentzündung, schleudert meinen Arm etwas hin und her, wobei mir fast schwarz wird vor Augen. Ihn scheint es aber eher zu langweilen, nichts aufregendes. Nur ne olle Schulter. Er schreibt  mir Krankengymnastik auf und ich versau mir den Oktober, in dem ich mir für freie jede Minute einen Termin geben lasse.
Dann fahr ich heim. Versuche mich still zu halten. Mir ist schlecht und ich leg mich ins Bett. Die Drogen, die ich mittlerweile intus hab, wirken und ich schlaf auf der Stelle ein - bis Nachmittag.
 
Heute ist Sonntag. Ich kann den Arm schon wieder bewegen, tut aber noch immer etwas weh. Morgen wieder in die Arbeit und ich befürchte, das ich mir den kleinen Erfolg gleich wieder versaue. In der Praxis kannste nicht stillhalten. Die Kollegin U ist im Urlaub, der Azubi postoperativ krankgeschrieben. Es ist wohl nichts vorbereitet und der Kalender brechend voll.
 
Hip Hip Hurra, alles ist super, alles ist wunderbar! 




Montag, 14. September 2020

Freizeit lost

 An so Tagen wie heute hab ich das Gefühl, gar keine Freizeit zu haben.

Das liegt an einem sehr anstrengenden Montagvormittag, mit Überstunde und Einkaufen im Anschluss - in dieser fiesen Septemberhitze. Da komm ich dann heim, schleppe mich mit letzter Kraft nach oben, damit ich mich umziehen kann. Und falle dann komaartig aufs Sofa um sofort einzuschlafen. Da lieg ich dann und schlaf und schlaf und wache erst auf, als die Melodie von The Simpsons auf Pro Sieben losgeht, das kann ich nämlich nicht leiden. Und dann sitz ich wie bedröppelt da, versuche mich zu bündeln und zu sammeln. Jemand muss das Abendessen kochen. Und dann kommt die Erkenntnis, dass ich den kompletten Montag Nachmittag verpennt hab. Ärgerlich. Dienstags kann ich Mittags nur kurz ausruhen weil ich Nachmittags wieder in die Arbeit zurück muss und Mittwoch könnt ich wieder vom Heimkommen bis zum Abendessenkochen einfach nur schlafen. Schlimm! Die ganze Woche ist bestimmt von arbeiten und schlafen, arbeiten und schlafen. Da ist kein Fitzel Energie mehr aufzutreiben um irgendwas anderes zu machen. Eine Ladung Wäsche zu waschen zB oder Sachen erledigen im Einkaufszentrum. Es gäbe da einiges! Nichtmal schöne Sachen wie lesen sind drin! Irgendwann wird mir bewusst, dass ich 65 bin und hab keine Ahnung, was mit all der Zeit passiert ist! 

Heute ist Montag, es ist Abend und ich schreibe, weil ich jetzt endlich ausgeschlafen hab und das Essen noch 20 Min im Ofen braucht. Schwuppdiwupp ist der Tag vorbei und es kommt der Dienstag des Grauens. Morgen ist mein Laborkalender übervoll bestellt, wobei morgen auch noch geballt all die Patienten kommen, die ich und die mich nicht leiden können! A-Patienten, Sie verstehen? Und dazu wird es heiß, heißer, Labor brennt! Bin gespannt, wie oft ich morgen angemotzt werde, weil ich mit hängender Zunge mein Bestes gebe. (Grrrrr) Bin jetzt schon sauer!

Heissa sprach Sabine, heissa das wird ein Spaß





Donnerstag, 10. September 2020

Sabinchen und die Musik 9

 An Silvester 1995/1996 gabs was zu feiern! Und das taten wir ausgiebig im Pflaumenbaum, da wo wir uns kennengelernt haben. Ich erinner mich super gerne an diese Silvesternacht, tolle Stimmung im Raum und bei uns, so gut, dass wir von einem Filmteam aufgenommen wurden. Wenn du total abgehst vor lauter Glück und zu diesem song (link) laut singst und tanzt - und dann gefilmt wirst! *lach !!!

Aber das war uns egal, wir waren einfach happy. 1996 hat einiges rausgebracht, gutes, supergutes und richtig schlimme Sachen. Ich war ja schon überzeugt, dass die neunziger NICHT mein Jahrzehnt waren und hab dementsprechend skeptisch auf die Hitlisten geschielt. Ganz vorsichtig. Und ab und zu hab ich da tatsächlich was ganz schönes entdeckt! Alanis MorissetteToni BraxtonSinead O'Connor oder Ärzte - natürlich! So wahnsinnig viel Musik hab ich in dem Jahr nicht gehört, ich hab eher ganz viel geschlafen und Caretta-Eis gegessen! Ab Juli bin ich dann nicht mehr in die Arbeit gegangen, das war einfach viel zu anstrengend. Und während im Radio Maccarena, Coco Jambo und Lemon Tree gedudelt wurde, hab ich plötzlich eine völlig andere Musikrichtung eingeschlagen. Freiwillig. Auf einmal klang mein Abend so: ganz was anderes


das "supergute" von 1996






Freitag, 4. September 2020

up, up and away

 Weil das diesjährige Volksfest aus coronadurchweichten Gründen auf mehrere Plätze in der Stadt verteilt wurde, um so der riesengroßen Menschenansammlung zu entkommen, steht nun ein Riesenrad auf dem Hauptmarkt. Weniger große Menschenansammlungen werden wohl von den Stadtoberhäuptern toleriert. Wir waren uns nicht sicher, ob wir das gut finden sollen oder nicht, aber nach reiflicher Überlegung siegt die Neugier, die Altstadt aus der Perspektive des Riesenrads zu sehen. Einmalige Gelegenheit, kommt wohl - hoffentlich - nie mehr. 

Und so steigen Waldfeger, Oma und ich in die Gondel und lassen uns nach oben tragen. Die Aussicht, die sich uns geboten hat, fegt für ein paar Minuten jeden Ärger über Menschenmassen, Sinn oder Unsinn und all die Vorschriften beiseite, um Platz zu machen für pure Freude! Das hat sich mal richtig gelohnt!

Guckst du:


    







Montag, 31. August 2020

Sabinchen und die Musik 8

 Die Neunziger plätschern so dahin, ich bin erwachsen, fliege zum ersten Mal allein mit ner Freundin in den Urlaub und ziehe von zu Hause aus. Dieser "erste eigene" Urlaub ist geprägt von dem song aus der Baccardi-Werbung: Summer dreaming  erübrigt sich zu sagen, dass es eine geniale Zeit war! Wir haben uns auch super verstanden, meine Freundin und ich. Wenn ich mich im Bad für den Abend fertig gemacht hab, hat sie ihre Musik gehört. Sowas wie Dr AlbanThe KLF oder Mr.President und wenn sie im Bad war, hatte ich freie Bahn für meine Musik, zB Guns'n RosesNirvana oder auch Alice Cooper. Hat super geklappt! 

Ich bin zwar Anfang der 90er dem Rock und auch den Oldies treu geblieben, aber alles aus den Charts fand ich jetzt auch nicht soo doof. Klar, es gab einiges, für das ich mich fast geschämt hätte wie Marusha oder Blümchen. Himmel! Aber ab und zu gabs auch gute Stücke. Ich mochte To be with you von Mr, Big, Friday I'm in Love von The Cure, All for Love von Adams/Sting/Steward, Should I stay or should I go von The Clash und Cotton Eye Joe von Rednex fand ich lustig. Hier ist ein geniales Mixtape, das ich mir gebastelt hab:

Knockin on heavens door - Guns'n Roses * Smells like teen spirit - Nirvana * Temple of Love - Sisters of mercy * Nothing else matters - Metallica * Cats in the cradle - ugly kid Joe * Crazy - Aerosmith * Schrei nach Liebe - Die Ärzte * Sascha - Hosen *

 - überhaupt die Toten Hosen kamen gut an bei mir. Hier kommt Alex war mal ganz groß vertreten in meinem walkman oder Wünsch dir was, Niemals einer Meinung, Disco in Moskau, Verschwende deine Zeit und Alles aus Liebe. Den ersten Kontakt mit den Hosen hatte ich über ihre Schlagerverarsche. Ich hab nicht die leiseste Ahnung, woher ich die songs hatte. Aber das Album musste her! 



Zeitgleich lernte ich J.B.O kennen, eine .. ja was eigentlich? Fun Rock Band? aus Franken. Ich erinner mich an BolleÄllabätschHose runter! und natürlich die Hymne: Ein guter Tag zum sterben. Ich hab die mal live gesehen und fand sie super! Kann man auch so schön mitsingen! 
Eigentlich verändert sich mein Musikgeschmack in den Neunzigern nicht sehr, ich versteck mich im Brown Sugar vor den aktuellen Hitlisten, ducke mich unter "Barbie girl" und "1-2-Polizei" sowie Snap, Dj Bobo und Ricky Martin und hoffe, dass der Geschmack der Leute sich irgendwann wieder bessert. Dann hörte ich "Zombie" im Radio. In der Praxis. Da war ich wiedermal alleine, weil mein Ex-Chef mit meiner Ex-Kollegin in Urlaub war bevor sie später endgültig durchgebrannt sind und die Praxis geschlossen wurde. Er 56 - sie 16. Tja, wo die Liebe hinfällt! Auf jeden Fall war ich oft allein, hütete das Telefon und ließ das Radio laufen, damit es nicht so still ist. Da kam Zombie von den Cranberries und ich war sofort Feuer und Flamme! Heute mag ich übrigens die Version von Bad Wolves total gern!

Was total an mir vorbeigerauscht ist, sind die div. Boygroups! Take That und Backstreet boys und Caught in the Act und wie sie alle heißen. Ich mochte auch die Spice Girls nicht - sorry! Und Maccarena ging mir völlig auf den Keks! 
Übrigens war mein 1. date mit dem Vater meiner Kinder (höhö) im Kraftwerk (1995) und zwar hatten da Tyketto einen Auftritt. Ich weiß von der Band nix mehr, nur noch, wie nervös und unfassbar schüchtern ich war! *lach
Nach Recherche weiß ich, dass Tyketto zB dieses hier gespielt hat: Forever Young
Aber erinnern kann ich mich nimmer! hahahaha




Schokohörnchen im Regen

 Es ist fast halb elf und ich übrlege, ob ich jetzt gleich losfahren soll oder erst am Nachmittag. Ich will nämlich ins Frankencenter und muss verschiedenes erledigen. Das ist ziemlich aufwändig und deshalb wollte ich mir den Rollator von meiner Mama ausleihen. Die hält aber von halb zwolf bis zwei Mittagsruhe. 

Ich entscheide mich für Nachmittag. Um halb drei bin ich bei Mama und sie leiht mir nicht nur den Rolli sondern fährt auch gleich mit, ein Transfer zum Einkaufen ist ja nicht übel. Ich warte vor dem Supermarkt und fahr sie wieder nach Hause. Weiter gehts. Da ist eine Sparkasse, da müsste ich auch mal schnell - der Kontoauszugdrucker druckt ewig, bin bestimmt 10 Minuten da drin. Weiter gehts. Oh, da ist eine Apotheke, schnell rein und das Rezept einlösen. Weiter gehts, es ist kurz nach vier und es regnet stark. Als ich gerade bei Tochter's Arbeit vorbeifahre kommt mir der Gedanke, dass ich das Kind bei dem Platzregen nicht heimlaufen lassen kann. Ich ruf durch, wann sie Schluss hat, ok die halbe Stunde kann ich warten. Ich hole mir bei der Tanke gegenüber eine Illustrierte und ein Schokohörnchen. Dann parke ich direkt vor Tochter's Arbeit und beiße bei strömenden Regen in mein Hörnchen. Der Regen schwächt ab. Tochter kommt, weiter gehts.

Sie muss ein Kündigungsschreiben in einen bestimmten Briefkasten werfen, hat aber keinen Briefumschlag. Ich halte bei Aldi. Tochter kommt zurück ohne Umschläge. Weiter gehts zum nächsten Schreibwarenladen. Dann zum Zielbriefkasten. Die Kündigung ist drin, hurra! Weiter gehts, Tochter zu Hause abliefern. Mittlerweile regnet es garnicht mehr. Eigentlich hat es schon aufgehört, als wir losgefahren sind.

Weiter gehts zum Frankencenter, es ist schon sechs Uhr und ich bin irgendwie müde, aber ich will das jetzt durchziehen. Ich parke auf dem obersten Deck, hieve den Rolli aus dem Auto und wackel zum Aufzug - defekt! Also wieder zurück, Rolli zusammenklappen und ins Auto, weiter gehts ganz runter, wo ich nur über die Straße laufen muss. Rolli wiede raus, auseinanderfalten und ab zum Karstadt. Eine gelangweilte Verkäuferin umkreist mich auffällig unauffällig und geht mir auf die Nerven. Sie quatscht mir eine Kundenkarte auf und nachdem ich ein paar der Sachen gefunden hab, in den ersten Stock zum bezahlen und wieder runter gefahren bin, will ich nur noch heim. Ich schlurfe mit dem Rollator zum Auto, packe alles zam und fahr heim. Mein Fuß tut weh, meine Klamotten sind durchgeschwitzt und ich bin erledigt.

zu Hause wartet die Couch und ein Sohn, der das Abendessen kocht. Mama knocked out, nicht mehr belastungsfähig. 




Samstag, 29. August 2020

schaurig-schönes Mittelalter

 Wenn schon nicht in Urlaub gefahren werden kann, dann wenigstens ein Tagesausflug. Aus einer immensen Auswahl an Möglichkeiten wählen wir zu dritt einen Besuch in Rothenburg ob der Tauber aus. Ich liebe die Stadt - nein falsch - ich mag die Stadt sehr. Nicht übertreiben. Meine Liebe gilt Nürnberg und Regensburg! Rothenburg bleibt für mich immer in Verbindung mit dem Andreas, meinem besten Freund, der leider 2015 gestorben ist. Und es war ganz komisch, in seine Straße ein zu biegen und an seinem Wohnzimmerfenster vorbei zu fahren. Fast, als würde er gleich um die Ecke kommen ... 


Wir fahren los, ich hab alle mit Kopfhöhrern ausgestattet, damit ich meine Musik hemmungslos hören kann!
Im Moment mag ich zB Killing Time !
 In Rothenburg suchen wir uns einen Parkplatz, da komm ich an Andreas' alter Wohnung vorbei. Komisches Gefühl. Und während wir die Straße entlang Richtung Marktplatz gehen, merke ich wieder, warum ich die Stadt so mag. Alles hier schreit "Mittelalter" und "Romantik" und je länger man da ist, desto mehr glaubt man, Pferdehufe über das Kopfsteinpflaster trappeln zu hören. Dabei war das Mitelalter alles andere als romantisch. Sondern brutal, stinkig und finster! Gleich wird mein verklärtes Märchenbild erbarmungslos niedergemacht - wir besuchen das Kriminalmuseum! Ähnlich wie in den Nürnberger Lochgefängnissen werden da Folterinstrumente ausgestellt, Folterprotokolle, Rechtsbestände, Urkunden, Siegel und der Ablauf einer Verhandlung von der Beschuldigung bis zum Tod. Alles voller Schandmasken, Zangen, Speere, Beile .. und alles sah so benutzt aus!!
Danach war ich fix und fertig. Jetzt erstmal ein' Kaffee. Wir finden einen Platz am berühmten Plönlein und ich erhole mich wieder. Wir durchstöbern Mittelalter-shops für Touristen, schauen uns Schaufenster an und die vielen, kleinen, hübschen Häuser. Ich lotse die beiden zu einem besonderen Platz, ein altes Amphitheater hinter der Stadtmauer. Von diesem Platz geht irgendwie eine besondere Stimmung aus, als wäre etwas da, was man nur fühlen kann .. weiß nicht, wie ich es ausdrücken soll. Es ist einfach besonders. Und wir sind ganz alleine da, das ist toll! Stille, Natur und die uralten Gemäuer.
So viel wie an diesem Tag bin ich lange nicht mehr gelaufen und mein Fuß erinnert mich daran, wer hier das Sagen hat. Er tut sauweh. Meine Männer platzieren mich da, wo ich gerade stehe, auf einer steinernen Bank an einer Kirche und wollen mich mit dem Auto einsammeln.
Harry, hol schon mal den Wagen!. Ich sitze da, überlege, wie alt diese Bank wohl sein mag, überschlage, was ich alles erlebt hab und bin sehr zufrieden mit der Gesamtsituation, als mich eine Taube wieder in die Wirklichkeit holt und kackt mir mitten aufs Hemd. Dankeschön!

Die Heimfahrt ist sehr entspannt, gut gelaunt suchen wir ein Lokal, weil wir echt Hunger haben, aber scheinbar hat alles zwischen Rothenburg, Ansbach und Nürnberg schon zu. Wegen Urlaub oder aus Gründen. Pff. Der Hunger steigt, die Laune sinkt, bis wir in Reichelsdorf einen Burgerladen finden. Hoserer Rolly's, ganz witzig: ein Möchtegern-Cowboyladen gefangen in den Mauern eines Kleingarten-Vereinslokals! Haha! Aber - die Burger waren klasse und die Musik auch. Romantik-Country zum mitsingen. "Take me hooooome, country rooooaaads, to the plaaaaaace, I beloooooooong"

Schöner Tag, als Familie unterwegs, schönes Wetter, gute Stimmung. Alles gut!





















so sehen die Burger im Hoserer Rolly's aus :)





Freitag, 28. August 2020

Abenteuer Gartenparty

 Hallöle, es ist Ende August, ich hab Urlaub, es ist nicht mehr heiß - das reicht für ein fettes HURRAH!!

Bis jetzt genieße ich  meinen Urlaub sehr, angefangen hats mit der Einladung von Ex-Kollegin G., die ihre Hochzeit nachfeiern wollte. Und gleich, nachdem ich die Einladung auf whatsapp erhalten hab, gings in meinem Kopf los. Für und wieder und ob oder ob nicht und wenn ja was dann oder was wenn nein? Anstrengend. Ein introvertierter Mensch zu sein ist wirklich mühselig. Andere jubeln einfach drauf los und fahren hemmungslos dahin. Aber ich hadere wieder tagelang mit mir selbst. Schließlich bin ich überredet und überzeugt, es tut ja auch der Kollegen-Gemeinschaft gut. 

So schäle ich mich aus meiner Kompfortzone und fahr los nach Landsberg am Lech. Schöne Fahrt, ich mag das ja, alleine im Auto mit meiner Musik. Aber dann kommt man auch irgendwann an, muss die entspannte Fahrt beenden und sich ins Getümmel stürzen. Da steh ich dann, weiß nicht wohin mit mir und mit meinen Händen (meine Hose hat dummerweise keine Taschen) und bin zutiefst verunsichert. Die Kolleginnen sind hemmungslos, machen 6 Flaschen Ficken nieder und sind anschließend noch viel hemmungsloser. So hab ich die noch nie gesehen, war lustig! Ich trink mein Wasser, ich will ja später wieder heimfahren. Wild entschlossen versuche ich, smalltalk zu halten, während die Ex-Kollegin G. singend und frohlockend durch die Reihen tanzt "meine Mädels! Meine Mädels!" 

Ich geb zu, dass es lustig war. Und auch nicht schlimm. Der Kuchen (es standen ja fast 10 verschiedene Kuchen zur Verfüfung) war super lecker und später, hieß es, käme noch ein Spanferkel an. Davor hat es mich ein bisschen gegraust. Meine Doppelmoral lässt mich zwar schon lecker Schweinebraten essen, aber einem gegrillten, ganzen Tier ins Gesicht zu schauen, das macht mir Unbehagen. Und dann kam es, das Ferkel. Ein Babyschwein, das für uns gestorben ist und jetzt in einem Stück vor uns liegt. Der Caterer wetzt die Messer und alle stellen sich an. Zum Glück dreht er die Platte, als ich an der Reihe bin. Und ich kann mein Gewissen etwas beruhigen, weil es mich nicht anklagend ansieht. Wir essen und es ist - leider geil! Richtig lecker! Aber mit leicht fadem Nachgeschmack.  Nur die Semmelknödel mit Soße und Salat hätten's auch getan. 

Die Kolleginnen kaspern durch den Garten und ich warte, bis es dunkel wird. Dann werden Bierbänke um die Feuerschale gestellt und es wird kuschelig. Bis der Wunsch nach 90er-Musik laut wird. Nach Mr Bombastic und Maccarena raffe ich mich auf und verabschiede mich. Ex-Kollegin G. hat sich echt Mühe gegeben und so viel Arbeit!! Das muss ja alles organisiert werden und aufgebaut und später wieder abgebaut .. Respekt vorm Dampfschiff! Sollte man nicht vergessen.

Die Heimfahrt war sehr angenehm. Wenig los auf der Straße und endlich gute Musik! (lach) allerdings hat sich Bärbel, das Navi, gleich nach dem Start verabschiedet. Die Batterie wäre leer. Natürlich hab ich kein Ladekabel dabei und so wage ich das Abenteuer "Heimfahrt ohne Anleitung". Ging auch erst ganz gut, aber dann taucht in der Nähe von Augsburg wie aus dem Nichts eine Nebelwand auf. So dicht, dass ich auf der Bundesstraße nur noch 50 fahren kann. So plötzlich wie sie auftaucht ist,  verschwindet sie wieder, die Nebelwand und just in dem Moment, als ich wieder klar sehen kann, sehe ich, dass ich fröhlich an der Abfahrt Richtung Nürnberg vorbeirausche! UAH! So, ich bin schon groß und schaffe das. An der nächsten Ausfahrt fahr ich raus und befinde mich in einem Indurstriegebiet. Ich fahre und fahre in der Hoffnung, ein Hinweisschild zu finden. Ich fahre weiter und fahre durch einen Wald, durch Feld und Wiese und wieder durch einen Wald, alleine in der Finsternis. Dann endlich eine Ortschaft, die beiden Schilder die ich sehe lenken mich nach "Schnarchtal" links oder "Schlafmützhausen" rechts. 

Entscheiden Sie sich jetzt! Ich fahre noch ca 30 Minuten über Äcker und durch die Wälder bis ich endlich einen Hinweis auf die B2 sehe. Himmel sei Dank! Und dann rausche ich entspannt auf der richtigen Straße Richtung Heimat, höre vor lauter Freude "Zombie" von Bad Wolves in Dauerschleife - was sehr intensiv kommt - und bin um halb zwei daheim!

Hat sich gelohnt





















Mittwoch, 12. August 2020

Das Tor zur Hölle

 Eigentlich war ich am Wochenende wild entschlossen, im Laufe dieser Woche zu kapitulieren. Das Wochenende hat mich völlig außer Kraft gesetzt mit Temperaturen bis 35 Grad, da lag ich tatsächlich nur auf dem Sofa rum und hab geatmet. Unfassbar, ein ganzes kostbares Wochenende für die Katz, verlorene Zeit, Leid und Elend. Ich oute mich hier als Sommerhasser, meine Wohlfühltemperatur liegt zwischen 10 und 20 Grad. Alles was drüber ist, ist heiß. Und heiß ist voll doof! 

Es gibt schon Leute, die bei solchem Wetter nur raus wollen und sich an irgendwelche Seen legen, ins Freibad gehen oder sich einfach draußen aufhalten. Das ist nicht meine Welt. Wenn ich mich an einen See legen würde, wärs das gewesen. Ich würde da jämmerlich verenden weil ich nie mehr hochkommen würde. Ich glaub, zuletzt auf einem Boden mit 20 Jahren gelegen zu haben, schöne Grüße an den Ischias! Draußen würde ich direkt verbrutzeln, die Haut würde Blasen werfen und das Tor zur Hölle würde sich öffnen. Ununterbrochen nassgeschwitzt mit einer Sonnenallergie - ich wüsste da schönere Dinge für mich. Als echte Gloria geht man auch nicht ins Freibad - es sei denn, man hat Alibikinder oder -enkel dabei, dann ist man für Idioten unsichtbar. Ansonsten tu ich mir das doch nicht an!

Und die folgende Woche wollte genauso unerträglich heiß werden wie dieses Wochenende des Todes. Herzlichen Glückwunsch.  Dann prügel ich mich in die Praxis, ertrage mein saunaähnliches Minikabuff, eine wahre Flut an Patienten und Aufträgen und boxe mich durch den Tag. Vier Masken weiche ich durch im Schnitt. Abends kann ich nicht mehr laufen und muss den Bub zum einkaufen schicken. Ich bin platt. Aber, ich hab bis jetzt durchgehalten und ich finde, das sollte honoriert werden! Vielleicht klopfe ich mir nachher noch selber auf die Schulter. Und heute Abend gibts ein Dolomiti-Eis! 


                        

Sonntag, 9. August 2020

This is Nürnberg

 

~Nürnberg, liebstes Nürnberg mein, we will ever zusammen sein~
When you go to Aldi Süd and the Mittagshitze glüht
On a Friday im August obwohl you have gar keine Lust
Kartoffeln, Kaffee will you buy und a weng Salat dabei
on the Parkplatz mords Gedränge, all the people will ne Menge
Sachen kaufen for the weekend - than you know, there is a legend
a Nürnberg thing, a fine, so well - weil you can vor’m Aldi smell
the very unvergleichlich Duft - of Lebkuchen, der zu dir ruft:
This elend, it will have an end, the Winterzeit, that Hoffnung send
dass the Hitze bald will go - this Glück ist nur in Nürnberg so!
~Nürnberg, liebstes Nürnberg mein, we will ever zusammen sein~

Freitag, 7. August 2020

Sabinchen und die Musik 7

 Ehrlich ich war entzetzt! Meine ganze Welt war erschüttert, auf einmal konnte ich nicht mehr ertragen, was mir da um die Ohren flog. Acid house. Acid Techno. Techno. Tod. Die Mädels auf den kommenden partys kreischten plötzlich "hihihi aciiiied! aciiiiied!" Dachte ich bin im falschen Film.

Meine schöne, konstante, wunderbare Musikwelt fängt an zu wackeln. Und das konnte ich nicht zulassen. Also ziehe ich mich vom allgemeinen mainstream immer mehr zurück und tauche unter in meinem geliebten Rock und den Oldies. Da fühl ich mich wohl, da kann mir keiner was Böses. Ich entdeckte Metallica für mich "Enter sandman" und ACDC mit "Thunderstruck". Herrlich! In einem Rockschuppen wie dem Metal Mania zu sitzen und in solchen songs einzutauchen, das war absolut meine Welt! 

Ich ging immer öfter ins Kraftwerk. Das wurde meine neue Anlaufstelle fürs Wochenende. Viele meiner Bekannten gingen ins Kraftwerk, auch die, die ich erst viel später kennenlernte, waren am Wochenende im Kraftwerk! Witzigerweise hatte jeder seinen eigenen "Stammplatz" , die einen hinten links, die anderen vorne vor der Tanzfläche und ich rechts am letzten Tisch. Und zu trinken gab es immer Jever. Jever ist mein Kraftwerkbier! Es war dunkel, es gab viel Holz, ein riesengroßes Wandgemälde von einem pink floyd cover, ein cafe im 1. Stock und richtig, richtig gute Musik! Genau meins!

Typische Kraftwerk-Musik:  

The Stroke von Billy Squier       No Smoke without fire von Bad Company

Pour some sugar on me von Def Leppard          Turbo Lover von Judas Priest

Livin' on the edge    I hate myself for loving you von Joan Jett     Livin on a prayer von Bon Jovi

Ich hab auch ziemlich viele Lieblingslieder unter den langsamen Schmusesongs gehabt. Das waren aber größtenteils Stücke, die mich an schlimme Zeiten erinnert haben, Liebeskummer und sowas. Deswegen entstanden Mixtapes mit Namen Frustmix. Frustmix 1, Frustmix 2, Frustmix 3 ... Kassette einlegen, ins Leere starren und den Tränen freien Lauf lassen! 

Zum Beispiel das hier: Silent lucidity, Queensryche. Ich seh mich in meinem Kinderzimmer, den Teddy im Arm und die Gedanken weit weg, total traurig. Ich weiß heute nicht mehr, warum ich so traurig war aber ich weiß noch , dass ich geweint hab. Ein ganz schlimmes Frustlied ist auch The head and the heart, Chris de Burgh. Der 1. große Liebeskummer! Also der ganz, ganz große. Wegen MOFL (meine große Ostsee Ferienlager Liebe) Das war ganz schlimm, nach 5 Jahren Beziehung und vielen ON/OFF's die endgültige Trennung, als ich 19 war. Ich wurde abgesägt und hing dann in meinem Kinderzimmer völlig durch! Ich erinnere mich an viele Nächte, in denen MOFL und sein Freund Obi plötzlich vor meinem Fenster standen! Dann saß ich im Nachthemdchen am Fenster und die beiden unten, an ihrem Kadett und flirteten mit mir. Das gefiel mir natürlich - fühlte mich total begehrt! Und die blöde Nachbars-bitch hat das auch mitbekommen! Im Autoradio lief da übrigens BAP, die beiden waren große fans. Und Cat Stevens. Und Chicago. If you leave me now, Hartd for me to say I'm sorry oder You're the inspiration bringen mich heute noch zum weinen, ganz spontan. Genauso wie In the air tonight, Phil Collins und - ganz schlimm - Mercystreet, Peter Gabriel.

Es gibt eine Menge guter, intensiver songs, die unter die Haut gehen und Erinnerungen wecken. Lieder, die einen berühren und die es schaffen, dass die Tränen laufen. Das Gefühl, dass man beim ersten Mal hören hatte, bricht mit voller Gewalt über einen herein. Wie eine Flutwelle. Und du bist hilflos, du kannst dich nicht wehren und fühlst wieder genau das selbe, siehst die selbe Situation und die gleichen Menschen, die dazu gehören. 

Das ist auch ok so. Wichtig ist nur, dass die diese Woge der Erinnerung nicht von den Füßen haut.







Sonntag, 2. August 2020

Grillfest

Wild entschlossen war ich! Bis Donnerstag Abend. Ich hab zugesagt, hab "JA" angekreuzt und damit ist das fix. Und dann kam der Wetterbericht und hat über 30 Grad prophezeit. Ich hab angedeutet, dass ich so ne Hitze nicht aushalten kann und den Kollegen versprochen, mich am Freitag zu melden.
Mal sehen wie's mir geht, wie ich die Hitze pack.
Am Freitag stehe ich extra früh auf, damit ich noch alles für den Salat einkaufen kann, vorbereiten und Haare waschen wollte ich auch noch. Kopfweh. Beim Frühstück fallen mir 5x die Augen zu. Na gut, ist kurz nach 7 Uhr, ein Stündchen legste dich hin, dann gehts dir besser.
Um kurz vor 12 wache ich auf. Mörderkopfweh. Hitze. Ich schau auf die Salatbox, die ich extra für meinen griechischen Salat gekauft hab, zum mit hin nehmen. Sogar ein Kartenspiel hab ich gekauft, "Seuchenquartett".
Und jetzt das. Was soll ich tun? Klara, die grundgute Stimme hinter meinem linken Ohr sagt
"komm stell dich nicht so an, wirf zwei Dolormin ein und ab zum Rewe. Du geht mit, ist doch klar! Hallo? Grillfest?"
Gleich kontert die fiese Stimme Jürgen hinter meinem rechten Ohr
"vergiss es, sag ab! Wozu hinquälen und da dann ausharren, bis du endlich wieder gehen kannst? Die merken gar nicht, dass du fehlst! Gönn dir!"
Dann versuche ich zu visualisieren. Das Partyhaus der Gastgeberin, den See - Heimat von Millionen Mücken, die Herren Ärzte am  Grill und überall lachende Püppchen und Feen, die sich ein Stickjäckchen mitgenommen haben für Abends, wenns dann kühl wird.
Ich geh ins Internet und suche die Seite Ich-kann-mich-nicht-entscheiden-de. Soll ich oder soll ich nicht?
Die Seite sagt NEIN. Moment, das gilt nicht ich war nicht vorbereitet. Ich formuliere im Geiste die Frage
Soll ich zu dem Sommerfest gehen? - NEIN
best of three - NEIN

Ich bin fix und fertig. Dann geh ich kurz in den Garten, Lage checken. Scheiß heiß!
Ich werfe Dolormin ein und mit einem unfassbar schlechtem Gewissen sage ich ab. Ich denke an die Kollegen, wie ich sie hängen lasse. Dann leg ich mich wieder hin und schniefe ein bisschen rum.
Tochter meldet sich für später an.
Als sie abends kommt, fühl ich mich ein bisschen besser. Ich schiele zur Uhr an der Wand - jetzt sollte ich die Azubine abholen und losfahren ...
Tochter erzählt und ich entspanne mich . Wir diskutieren beim Abendessen weiter, zusammen mit Papa und kommen tatsächlich an Hintergründe und Lösungswege, was uns alle drei sehr freut!
Da wusste ich es!
Und spätestens, als mich Sohn um Mitternacht per sms bittet, ihn vom Filmabend bei Freunden abzuholen, da wusste ich es ganz sicher -
es war richtig, dass ich daheim geblieben bin! Auch wenn's mir echt leid tut und ich mir wie ein Verräter vorkomme, aber die ganze Familie hatte einen Vorteil davon und das zählt.





Samstag, 1. August 2020

Sabinchen und die Musik 6

Das Brown Sugar wurde zu meiner zweiten Anlaufstelle. Neben dem Lollypop war das ein Ort des reinen Wohlfühlens! Ich tendierte immer mehr zum Rock und zum Hardrock, ich fand die Musik toll, die Leute, die langen Haare und die Klamotten! Schön Schwarz, viel Leder, passt!
Aber den Oldies bin ich, genau wie den Ärzten, immer treu geblieben, obwohl sich die Ärzte 1988 vorerst getrennt haben. Da war ich noch auf einem Konzert, hab da anschließend hinter der Halle gewartet und zur Belohnung von Bela B. einen kleinen Kuss gekriegt!
(das erzählt sie jedesmal weil sie sich gar nicht mehr einkriegt vor lauter Stolz ...)
In meinem Bugily, einem roten VW Käfer, liefen lautstark Mixtapes voller Oldies oder Rockmusik, ich bin da wirklich voll drauf eingestiegen. Als Autobesitzer wird man auch automatisch zum Gruppenfahrer erkoren und darf somit auch die Musik bestimmen. Auf der Fahrt vom Lollypop zur Party lief dann sowas wie hier, das hab ich noch in den Tiefen des Schranks gefunden:




Und wenn ich von einem Hardrockschuppen zurück zum Brown Sugar zum "Abschluss-Cappo mit Fußbad" gefahren bin, klang das das hier aus dem Bugily:


"No one like you" - Scorpions

"Bad Medicine" - Bon Jovi

"Were not gonna take it" - Twisted Sister

"Welcome to the jungle" - Guns'n'Roses

"Paranoid" - Black Sabbath

"Hells Bells" - ACDC

"Here I go again" - Whitesnake

"Run to the Hills" - Iron Maiden

"Pour some sugar on me" - Def Leppard

 und ganz besonders "Anno Mundi" auf der LP Tyr von Black Sabbath!


Mit der einen Freundin hörte ich im Käfer ein bisschen schwarz angehauchtes wie The Cure,
Sisters of Mercy und Ann Clark (Our Darkness), Joy Division, und ich liebte Phillip Boa!

Mit der anderen Freundin hörte ich Foreigner, Hooters, Judas Priest, Police oder The Pogues




Da hab ich mich eigentlich immer nach den Leuten gerichtet, die bei  mir im Bugily mitfuhren. Aber ich hatte Spaß dran, hab nichts gehört, was mir nicht gefallen hat!
Und da gabs einiges.

An einem Freitag Abend in 1989 waren wir in einer Erlanger Kneipe, es gab richtig gute Rockmusik und wir hatten so einen Spaß, dass wir am nächsten Tag wieder hin wollten.
Und so sitzen wir am Samstag wieder in dieser Kneipe und von einer Minute auf die andere wechselte die Musik. Von jetzt auf Gleich ist meine Welt zusammengebrochen, das Grauen überkam uns, wir verließen das Lokal fluchtartig.

Denn der Dj spielete, zum ersten Mal .... Acid House! 




Cute Rat