Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Dienstag, 28. Februar 2017

Tiefschlag

Ich koch gern! Ich überlege jeden Tag, was ich kochen könnte. Was dem einzelnen schmeckt und was nicht, ich kombiniere, improvisiere und probiere aus, und das macht Spaß. Mit Chefkoch.de finde ich immer neue Rezepte und trau mich immer mehr.
Leider zieht sich die Kocherei oft hin und durch das lange Stehen macht sich der Fuß bemerkbar, aber es geht halt nicht anders. Tochter und TOLO kochen auch ab und zu und wenn ich Arbeitsbedingt keine Zeit hab, gibts ein Leberkäsweggla oder einen Linsentopf aus der Dose.
Aber grundsätzlich koch ich sehr gern. Mit Musik und viel Getanze ( im Rahmen meiner Möglichkeiten)
Jetzt hab ich eine Woche Urlaub. Da dachte ich mir, kochste mal lauter tolle Sachen. Hab einen Zettel an den Küchenschrank geklebt, da kann man Wünsche eintragen. Macht aber keiner.
Sohn hat sich am Montag Enchiladas gewünscht, es hat ihm so gut geschmeckt dass er das dreifache von mir verdrückt hat und da war ich richtig stolz. Also nicht wegen der Menge, sondern weil man gesehen hat, dass es ihm so richtig schmeckt! Da freu ich mich drüber.
Heute haben Tochter & TOLO gekocht, Käsespätzle mit Champignons, voll gut !!
Dann trag ich die Teller rüber und will die Küche bissi aufräumen.
Ich sag "tragt fei eure Wünsche in die Liste ein!"
Papa sagt " schreib für mich Linsentopf"
Ich sag "Warum denn das? Hä?"
Papa sagt " Ja immer dieses Aufgekoche!"

(...)





Samstag, 25. Februar 2017

Traumdeutung leicht gemacht

Tochter hat jetzt auch das Debüt "Autofahren am Samstag Mittag quer durch die Innenstadt ohne Nervenzusammenbruch" hinter sich! Bravourös gemeistert! Und ich mag es, entspannt ein Beifahrer zu sein und ständig zu sagen "jetzt auf die linke Spur, dann bei der Ampel links abbiegen, einfach dem Taxi hinterher..." hihi!
Wir waren nämlich beim Friseur in Johannis, bei der Carmen und Tochter hat wunderschönes Haar! Es lief Klassik im Hintergrund und die 3-Stunden-am-Stück-plappernde Friseurin hat ihr so schöne Locken gemacht, dass man meinen konnte, sie wird zum Wiener Opernball gestylt!
War ein schöner Friseurbesuch und beim Haarewaschen hab ich mich gefragt, warum ich mir nicht öfter so einen entspannten Besuch gönne - beim Bezahlen wusste ich es wieder. Egal, einmal im Jahr geht das schon. Und das Geld war ja da, zum Glück!
Am Donnerstag Abend nach der Arbeit wollte ich mir am Automaten bissl Kohle holen, damit ich die Pizza bezahlen kann, die wir uns gleich bestellen wollen, da war die Karte auf einmal nicht in ihrem angestammten Platz im Geldbeutel. Schockmoment! Blitzschnell überlegt, wo hatte ich die Karte zuletzt? Muss am Dienstag gewesen sein, beim Einkaufen.
Also bin ich in den Supermarkt und hab nachgefragt - keine Karte da.
Ich fahre heim und überlege, überlege. Zu Hause komme ich zeitgleich mit Tochter an und frag sie, ob sie um die Karte weiß. Und sie tut es, sie hat sie nämlich benutzt.
Das klingt jetzt fies, aber es war keine böse Absicht dahinter, es ist einfach passiert.
Ich bin heilfroh und geh ins Wohnzimmer zu Papa. Dann kam Tochter, erklärt mir unter Tränen, dass sie die Karte am Mittwoch Abend wohl verloren hat. Nochmal Schockmoment.
Vielleicht hätte ich anders reagieren sollen, aber sie war so fertig und klar, sie weiß, dass sie Scheiße gebaut hat. Was soll ich da noch schimpfen, wenn mir nicht nach schimpfen ist?! Das Kind ist in den Brunnen gefallen, böse sein hilft da auch nicht weiter. Aber Waldfeger anrufen hilft, und da kann ich schön rumheulen und jammern. Der "Finder" hätte eine Nacht und einen Tag Zeit gehabt, das Konto leer zu räumen. Mein schönes Geld !! Klar, das Konto hab ich sofort sperren lassen und am nächsten Tag geh ich gleich zur Sparkasse.
Mit jedem Schritt in Richtung der Filiale war mir flauer im Magen und als ich am Tresen stand und gefragt hab, wie mein Kontostand aussieht, ging mir der Arsch auf Grundeis!
Alles noch da, Gottseidank !!!!!!!!!!!!!!!!!


Voller Erleichterung bin ich heim, um gleich wieder los zu fahren. Zum Handy-Doc, weil mein handy den Geist aufgegeben hat. Von hier bis in die Rothenburger Strasse ist ein langer Weg, hab ausgelassen songs aus den 80ern gehört und laut mitgesungen. Über den Parkplatz direkt vor dem Laden hab ich mich so gefreut, dass sich schon Leute umgedreht haben! 
Und das Glück hört nicht auf - zu Hause fragt mich TOLO, ob er, wenn er schon zum Rewe geht, gleich einkaufen soll. Hach! Da kann ich bissl Wäsche machen und mich dann sogar zu einem Nickerchen hinlegen! 
Was für ein Luxus! 
Und dann gabs auch noch Spaghetti!!

Vor einigen Tagen hab ich einen Albtraum gehabt von abstürzenden Flugzeugen, Explosionen, riesigen Feuerwänden, die auf mich zukommen und vielen verkohlten Leichen.
Laut Traumdeutungsbuch deutet jedes verdammte Symbol aus dem Traum auf Gefahr hin.
Mulmiges Gefühl, 8x Gefahrenwarnung.
Und Tags drauf informiert mich Papa, dass der Opa einen Unfall hatte und im Krankenhaus liegt.
Es geht ihm soweit schon gut, aber er darf sich nicht sehr bewegen, damit nix schlimmeres passiert und er nicht auch noch operiert werden muss.
...
Also wenn ich wieder einen Gefahren - Warntraum hab, sag ich Bescheid.

Übrigens, meine Haare sind jetzt fast auf Waldfegerlänge :)))





Freitag, 10. Februar 2017

Als Papa die Mama in die Werkstatt fuhr

Schon gestern war ich ein einziges Nervenbündel und heute morgen erst recht. Erst so mutig einen Termin ausmachen und dann das große Zittern. Ich erinnere mich an mein letztes Zusammentreffen mit einem Arzt, der sich den Fies-Fuß anschauen wollte. Das war ein Metzger. Und die Erfahrung war so schlimm, dass ich die letzten 15 Jahre nicht mehr bei einem Orthopäden war. Und jetzt ist showdown.  11.15 Uhr.
Ehrlich gesagt - mir geht der Arsch auf Grundeis.
Erst schnell duschen, dann nochmal nachschauen, wie man fahren muss, dann kommt schon Papa und los gehts. Wir sind eine halbe Stunde zu früh dran, wandern durch das weitläufige Gelände bis zur richtigen Anmeldetheke. Wir werden angewiesen, noch zu warten - bis wir uns anmelden dürfen.
Zeit vergeht. Dann sind wir dran und bekommen ein Klemmbrett in die Hand gedrückt. Direkt weiter zum röntgen. Da darf ich gleich rein und stelle mich in dieses tolle MRT/Röntgengerät, das wie eine Trommel um meine Füße liegt und brummt. Durch eine Scheibe kann ich ins Nebenzimmer sehen, wo sich der Monitor mit meinen Füßen in einem anderen Monitor gegenüber spiegelt und so sehe ich meine durchleuchteten Füße weiß auf schwarz, wie sich sich langsam drehen. Voll cool. Nach dem Röntgen werden wir in die Werkstatt geschickt, zum Fuß vermessen. Auf dem Weg dahin pack ich den Namen "Werkstatt" halt überhaupt nicht und Papa verspricht, dass er seinen Kollegen erzählen wird, er habe seine Frau am Freitag in die Werkstatt gefahren!
Beim Vermessen muss ich barfuß eine gekennzeichnete Strecke entlanglaufen und jeweils einen Fuß auf das Testfeld in der Mitte platzieren. So wird gemessen, wie ich meine Füße beim Laufen auf den Boden aufsetze. Der Vermessungsbeauftragte ist ein junger Mann, der den Job wohl noch nicht allzu lange macht, wir schlagen ihm ein paar Dinge vor - wie dass ich meine Schuhe ausziehen könnte oder wie oft ich noch hin und her laufen soll. Aber nett isser. Und er schickt uns wieder auf Anfang, zur ersten Anmeldetheke. Ich hab meine Befragungsbögen auf dem Klemmbrett mittlerweile fertig und wir werden auf den nächsten Warteplatz verwiesen. Die Ledersessel sind saubequem und im Laufe der Wartezeit (inzwischen ist es 13 Uhr) schlafen wir beide ein bisschen ein. Wir sitzen vor mehreren Türen, durch eine davon kommt ein Arzt auf der Suche nach einem gewissen Herrn Prielsch, der wohl in den Weiten der Klinik verloren gegangen ist, und der Arzt sieht aus wie der Ex-Schwager. Genau dieser Ex-Schwager ruft mich wenig später auf. Jetzt gehts los. Jetzt kommt der und verdreht mir die Füsse .. Er möchte wissen, warum ich da bin, schaut sich die Aufnahmen an und stellt fest, dass eine Arthrose im oberen und unteren Sprunggelenk besteht und da würde er mir dringend anraten, den Fuß zu versteifen. Das kann er jetzt aber noch nicht machen, weil ich erst zu einem Lympharzt verwiesen werde. Später darf ich mich wieder melden, Rummelsberg wartet auf mich. Ich muss mich auf die Liege legen und er packt die Füße an - jetzt gehts los!! Ich soll die Füße strecken und anziehen, und er hat die Hand dran! "Neeneeneeneenee" wimmere ich und er lässt sofort los. Alleine soll ich und krieg natürlich nix gestreckt. Er hat genug gesehen. Ich darf wieder aufstehen.
Und bin erleichtert, dass es vorbei ist. Teil eins ist vorbei. Der Teil, der eigentlich garnicht ins Gewicht fällt - außer dass ich jetzt einen Plan hab.
Erstmal einen guten Lymphologen suchen und versuchen, alles aus den Beinen zu kriegen, was da nicht hingehört.

Das ist ein Bild von meinen Füßen von oben - ohne Sabine. Also Geisterfüsse, quasi.



Die Kinder sind so süß! Tochter schreibt, sie will mich in allem was kommt unterstützen und Sohn kommt heim und drückt mir ein Blümchen in die Hand! Ich bin total gerührt!!
Bin gespannt wie sie reagieren, wenn ich bald anfange, Diätzeugs zu kochen ... 😜


Samstag, 4. Februar 2017

Traumtagebuch

Hab ich so schon lange nicht mehr gesagt - heute Nacht ging's voll ab!!
4x bin ich aus dem Bett, um im Zimmer hin und her zu wandern. Muskelkrämpfe. Herzlichen Glückwunsch! Ich liebe das ja, nachts um halb drei im Zimmer auf und ab zu gehen, bis der Schmerz nachlässt.
Und in den kurzen Phasen zwischen zwei Muskelkrämpfen hab ich geträumt. Erst wars wieder ziemlich irre, so wie meine Träume halt sind. Ich wurde verpflichtet, im Treppenhaus vom Jean Paul Platz Haus ein großes schwarz-weiß Foto von meinen Kindern aufzuhängen. Direkt gegenüber der Kellerür. Und 1x im Jahr sollte ich es austauschen. Da ist mir im Traum bewusst geworden, mit aller Heftigkeit, dass die Kinder eigentlich gar keine Kinder mehr sind, dass sie groß sind, erwachsen. Und vor allem - sie werden nie wieder Kinder sein!
Kein Kindergarten, Spielplatz, Zuckowski-Songs, Spiele, und Kindergeburtstage mehr! Das kam über mich wie ein Kick ins Gesicht, mit aller Heftigkeit. Und dann war ich, im Traum, völlig am Boden zerstört. So schlimm, dass ich heulend aufgewacht bin - mit einem weiteren Muskelkrampf.

Heute Morgen, jetzt, mach ich mir klar, dass es völlig in Ordnung ist, dass die Kinder groß geworden sind. Ich muss das akzeptieren, bleibt mir nix anderes übrig. Auch wenn ich die Kindertage sehr vermisse. Ich vermisse die letzten 20 Jahre. 
Und dann sag ich mir: Erstens, es ist sehr angenehm, einen Feierabend zu haben. Ich kann nach Hause kommen und hab meine Ruhe, wenn ich das möchte. Ich muss keine "helfende Elfen" oder "Wilde Kerle" anschauen und kann mich aufs Sofa legen anstatt zum 500sten Mal Monopoly junior spielen zu müssen! Ich schau meine Kinder an, sehe, was für wunderbare Menschen sie geworden sind und schwappe ein bisschen über vor Liebe.
Und das Beste - irgendwann kommen Enkel!!!  
Mama 2.0

des passt schon.