Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Blogparade zum mitmachen!

Dienstag, 9. Juni 2026

Sabine goes Museum

Das Gute ist, dass wir unfassbar flexibel sind. So sehr, dass wir auch nach 5x umdenken noch fröhlich losmarschieren und ein bisschen albern sein können! 

Wenn's so nicht geht, dann eben anders.

Oma, Waldfeger und ich wollten heute ursprünglich nach Regensburg fahren. Weil Oma den Mauslocheintrag über die Gruselkirche gelesen hat und sie unbedingt einmal selber sehen wollte. Die Wetterprognose war aber so schlecht, dass wir diesen Ausflug erstmal verwerfen mussten. 
Wichtig: Wenn man aus dieser Kirche heraustritt, sollte unbedingt die Sonne scheinen!! Wegen Seelenheil und so.
Also Plan B, nach Krottenbach in dieses phantastische Gartencenter mit integrierter Parkanlage und Café.
Aber auch hier in Nürnberg ist das Wetter unbeständig, durch einen Park möchte man auch lieber im Sonnenschein flanieren. Ausgemustert.
Wir haben ab er noch einen Plan C, schlau wie wir sind. Oma war schon so lange nicht mehr im Verkehrsmuseum, das wär einen Ausflug wert. Ich googel die Öffnungszeiten - Dienstag geschlossen.
Herzlichen Glückwunsch.
Aber unsere Stadt hat auch noch andere Museen, also wurde es am Ende das Germanische Nationalmuseum. Da gibt es eine echte Guillotine, eine tolle historische Kleiderausstellung und außerdem mein Lieblingsgemälde.
Oma wird abgeholt, am Museum rausgeschmissen und ich fahr fix ins nächste Parkhaus. In der Vorhalle des Museums haut uns der Eintrittspreis ein wenig aus den Socken, aber gut, jetzt sind wir schon da und ziehen es durch. Die freundliche Dame erklärt uns kalt lächelnd, dass verschiedene Bereiche des Museums gerade renoviert werden. Schon länger eigentlich und es wird auch noch dauern. 
Rate, welche Bereiche. Richtig - die Kleiderausstellung, das gesamte Stockwerk des 18. Jahrhunderts nebst Guillotine und Lieblingsbild.
Träräää!
Mann, ey! Also nehmen wir das, was übrig bleibt. Wir sehen sehr alte Grabplatten, Unmengen an Marienstatuen, die Klosterruine und, nach spannenden Irrwegen, die uns gänzlich die Orientierung nahmen, eine Abteilung Steinzeit. Gut, Steinzeit ist jetzt nicht so mein größtes Interessengebiet, aber ich hab gesehen, wie die Mönche damals hier gewohnt haben. Es gab kleine Durchreichen für Essen in der dicken Steinwand, wuchtige Schränke und Truhen mit unfassbar filigraner Verzierung und zu meinem Entzücken viele tolle Türbeschläge, Schlösser und Schlüssel. 
Wir quetschen uns an etlichen Schulklassen vorbei, versuchen die altdeutsche Inschrift auf einem Kachelofen zu entziffern und finden alles immer lustiger. 
Nachdem wir die begrenzte Menge an Exponaten erkundet hatten, war es Zeit für einen Kaffee. Im Museumscafé Arte, für das meine Tochter damals den Werbeflyer entworfen hat, gibt es nicht nur sauteuren Kuchen, sondern auch sehr, sehr feinen Cappuccino. Kuchen fällt weg, Kaffee wird dankend angenommen.
Den Abschluss macht der Museumsladen, der so schöne Sachen führt, dass ich mich arg zusammenreißen muss, nicht Säcke voller Krimskrams zu kaufen.
Mit einer Breze to go wandern wir zurück zum Auto und liefern Oma wohlbehalten wieder zu Hause ab.

Morgen sehen wir uns wieder, dann gibt's lecker Mittagessen!


Blick durch tolle Fenster auf den Klostergarten

diese blaue Deckenbemalung ist toll

schau wie hübsch sie ist. Bisschen melancholisch, aber hübsch

hier, die Straße der Menschenrechte. Führt zum neuen Eingang

der Flöten-Hansel, mit Kette. War wohl ein Gürtel.
Die Schnabelschuhe durften nur eine gesetzlich bestimmte Länge haben

ich mag so alte Türen und Türbeschläge!

das ist der Klostergang des Kartäuserklosters. Links die Wohnräume, rechts der Garten und die Kapelle

sie macht einen ziemlich zufriedenen Eindruck
bisschen angeschickert vielleicht

Teile des alten Eingangs

ein Kachelofen mit vielen Sprüchen drauf in einem der Mönchs-Räume

chillende Knappen auf dem Kachelofen
ist ja auch schön warm da

der Erzengel in der Kartäuserkirche. Bisschen bedrohlich, wenn man direkt unter ihm steht

der alte Eingang. Gefiel mir besser  - weil alt :)


Montag, 8. Juni 2026

Projekt 52 - Juni, die erste

 

52 Themen - 52 Wochen - 52 Fotos
eine Mitmachaktion von Sari auf heldenhaushalt.de


Es geht weiter mit dem Projekt 52. Im Juni sind die Themen:


Also gehen wir's an! Das erste Thema fürs Mausloch ist: Wald

Kein Tag vergeht, ohne dass eine Mama völlig fertig und fast schon verzweifelt in den Wald gestürzt ist. Mutter-Kind-Kur 1998, ein Haus im Oberallgäu mit angrenzendem Wald. Meine Kleine war knapp 2 Jahre alt, ich 27 und ich war verblüfft, was so eine Kur alles bewirken kann. Die Mütter, die hierher kamen, befanden sich ausnahmslos alle am Rand der Verzweiflung, gut getarnt mit gespielter Fröhlichkeit und konzentriertem Blick aufs Kind. Die verschiedenen äußerlichen und innerlichen Anwendungen der Kurklinik lösten viele Knoten auf, auch unbewusste Knoten. Das ist wie ein Therapiegespräch. Gefasst geht man hin, ziemlich verheult wieder raus.
Dann war da der Wald. Auch wenn es komisch klingt, dieser Wald hatte magische Kräfte. Ständig hat man eine der Mütter gesehen, wie sie in diesen Wald rannte, um eine Stunden später nach etlichen Verzweiflungsschreien und vielen Tränen relativ gefasst wieder raus zu kommen. Dann gab es Umarmungen und Schulterklopfen von der Gruppe, ein kleines Stück von der Last war verschwunden.

Ich bin auch in diesen Wald gegangen. Auf meinem Weg begleitet mich Stille. Es roch gut, die Luft war so sauber. Ich hab die Energie und die Kraft der Bäume richtig gespürt und bin mir ziemlich unbedeutend vorgekommen. Wie aus dem Nichts bin ich in Tränen ausgebrochen, der Schrei, den ich losgelassen hab, kam von ganz tief drinnen. Ich war selber überrascht, wo das auf einmal herkommt. Ich dachte, ich hab alles im Griff. Es war so sehr befreiend! Schließlich hab ich mich an einen Baum geklammert und gejammert, was das Zeug hält. Und es hat geholfen! Als hätte der Baum ein bisschen seiner Kraft auf mich übertragen. Irre!
Ich sag ja, magischer Wald!
Auch ich wurde umarmt, wissend und mitfühlend. Da bildet man schon eine verschworene Gemeinschaft, so unter Müttern. Wir waren alle überfordert, dieser Weg in den Wald war wohl Teil der Therapie. Ich denke, man sollte öfter in einen Wald gehen. Allein und offen.

Weil es ein klein wenig übertrieben wäre, wegen des Projekt 52-Fotos bis ins Allgäu zu fahren, hab ich hier ein Foto vom letzten Sonntag, der Blick von Omas Balkon über den Reichswald in Nürnberg.
Ich ahne, dass jeder Wald ein bisschen Magie in sich hat.







Sonntag, 7. Juni 2026

die High Five der Woche und die Sonntags Top 7 glücklich vereint

Gerade eben hab ich eine Doku über HaPe Kerkeling gesehen. Dieser Mensch ist einfach nur wunderbar! Im Internet wurde eine Petition gestartet, Kerkeling für das Amt als Bundespräsident. Da wär ich sofort dabei, das wär ein Spitzenkandidat!

Mit diesen schönen Gedanken schreibe ich nun meine High Five der Woche. Und weil ich es so schön finde, die Sonntags Top 7 gleich mit dazu. 

5 positive Momente aus 
aus der vergangenen Woche herausgepickt

* Unser Ausflug nach Mainz hat uns gut getan. Auch wenn es regnete und wir manches nicht verwirklichen konnten, wie zB die Schiffsrundfahrt zu diesem Rhein/Main/Eck oder lange Spaziergänge, war es doch ein gelungener Ausflug. Ist immer was Gutes, ein kurzer Tapetenwechsel!

** Ich hatte einen Aperol-Maracuja-Spritz und einen Heidelbeerwein! Beides voll lecker!

*** Wegen Urlaub kann ich jeden Tag ausschlafen. Es ist so befreiend, wenn man abends den Wecker nicht stellen muss! Leider hab mir ich direkt einen ganz verkehrten Schlaf-Wach-Rhythmus angeeignet, den ich mir bald wieder abtrainieren muss, aber momentan macht das voll Spaß!!

**** Es ist nicht elend heiß grade! Ich kann entspannt im Garten sitzen und mich nachts einfach komplett in die Decke einwickeln - was für ein Luxus! Ich feier das!

***** Der kleine Ausflug mit dem Bub in den Plattenladen am Montag war richtig schön. Ausgiebig in Platten stöbern macht Spaß! Der Bub hat natürlich ein viel tieferes, grundiertes Fachwissen als ich und kennt sämtliche Hintergründe der Alben und Bands, während ich einfach nur die Lieder gern höre. Aber es ist toll, dass er so viel weiß! Und ich freu mich, dass er jetzt auch ein Plattenliebhaber ist - so wie ich!


lecker Aperol-Maracuja-Spritz 


Weiter geht es mir den Sonntags Top 7 - weil mir das so viel Spaß macht!

Eine Aktion von Anita auf antetanni.com


1 Gelesen / 2 Gehört-Gesehen / 3 Erlebnis / 4 Genuss /

5 Drinnen/Draußen / 6 Web-Fundstücke / 7 Hobbys


1. Gelesen hab ich neben meinem tollen Buch auch noch ein zweites! Die Apothekerin von Ingrid Noll. Als Buch im Miniformat für unterwegs, somit lese ich grade zweigleisig und ich find beide echt gut!

2. Gehört/Gesehen meine derzeitigen Top songs sind Down with the sickness von Disturbed, Sweet talkin Woman  und Four little Diamonds von meiner neuen ELO Platte 

Gesehen hab ich, dass man tatsächlich auch von Nürnberg aus den Jakobsweg gehen könnte, wenn man das möchte. In Anlehnung an die Fee, die den Camino vor kurzem absolviert hat, sind die Sinne geschärft und wir sehen auf dem Rückweg vom Plattenladen in der Innenstadt dieses Zeichen an einem Baum hinter dem weißen Turm


3. Erlebnis Ein Erlebnis der besonderen Art hatte ich im Brauereikeller in Mainz. Da wurde von Gästen nämlich neben einem Meter Bier und einem Bierturm auch eine Schweinshax'n mit Pommes bestellt! Ich bin immernoch erschüttert - eine Hax'n mit POMMES! Das tut fast schon weh. Klar, jeder wie er will, aber ehrlich - eine Hax'n isst man mit Sauerkraut oder mit Knödeln!! 

4. Genuss Neben diesem unfassbar feinen Maracuja-Spritz und einem bis dato unbekannten Apfelwein hab ich vom Kuchen, den der Bub sich in einem gänzlich rosafarbenen Café bestellt hat, probiert. Der war mit so einem roten Zeugs aus Roter Beete und hat tatsächlich gut geschmeckt! Optisch war das auch ein Genuss! Ein red velvet cake. Wieder was gelernt!

5. Drinnen/Draußen  halb und halb - ich hab heute das Schlafzimmerfenster geputzt und dabei auch das viele Jahre alte Mückennetz erneuert. Das war vielleicht eine Schinderei, die Klebestreifen waren komplett eingetrocknet und fast nicht wegzukriegen. Aber das neue Netz hängt und die Scheiben sind sauber!

Draußen war ich viel, wir haben Mainz erkundet. In langen Fußmärschen, die mir nicht gut bekommen sind. Aber - ich war ständig an der frischen Luft :)
Drinnen hab ich festgestellt, dass auch die urigste, gemütlichste Kneipe mit dem freundlichsten Wirt eine Herausforderung sein kann, wenn man mit fürchterlicher 90er Musik beschallt wird.

6. Web-Fundstücke der Blog von Carsten K. für den Hausgebrauch. Er schreibt klasse, wie ich finde. Seine Beiträge lese ich gern und ich mag seinen Humor! 

außerdem: 


7. Hobbys in alten, gotischen Kirchen nach Kuriositäten Ausschau halten. Oft findet man in den Figuren, Bildern und Gemälden richtig witzige Sachen! In St. Emmeram zu Regensburg zum Beispiel gibt es einen äußerst unzufriedenen, kleinen Engel und am Stephansdom in Wien steht einer, der aussieht wie der Vorfahr von Olaf Scholz. Im Dom zu Mainz hab ich einen Bischof entdeckt, der wohl zu Lebzeiten gern die Damen am Kopf gekratzt hat. Ich find das lustig, was man da alles sehen kann


Das war mein Wochenrückblick. Ich freu mich auf nächste Woche, da hab ich noch frei und das Wetter soll etwas besser werden. Und jetzt les ich ein bisschen, was die Apothekerin macht. 
Schönen Sonntag an alle Mauslochleser!



Weitere High Five der Woche:

Freitag, 5. Juni 2026

Blognacht mit Rock im Park Begleitung

 Jaa endlich bin ich mal wieder dabei! Heute findet die legendäre Blognacht mit Anna Koschinski statt und ich hab es endlich mal wieder geschafft, mit zu machen. Hurra!

Nachdem ich die letzten Male mit Abwesenheit geglänzt hab, tut das heute richtig gut. 
Ich hab mich kurzerhand entschlossen, vom Garten aus zu schreiben. Weil es grade mal nicht regnet und wir hier einen Sonnenuntergang haben UND weil ich zu faul bin, all mein Zeug nach oben zu tragen UND weil ich vielleicht ein bisschen Rock im Park mitkriege, das hier ein paar 100 Meter neben mir stattfindet. Heute spielen Volbeat. 
Es ist zwar etwas frisch hier draußen, aber ich zieh das jetzt durch! Ich hab hier Heidelbeerwein, der wärmt von innen. Schlau!
Man gönnt sich ja sonst nichts.

Dank dieser eleganten Überleitung bin ich nämlich schon mittendrin im Thema des Abends!
Der Impuls lautet genau so - man gönnt sich ja sonst nichts!

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Eigentlich ein für mich gefährliches Thema. Ich fürchte, ich nehme es mit der Gönnerei grade ein bisschen zu intensiv. Ich merk das. Momentan hab ich Urlaub, genau in der Mitte und ich bin wild entschlossen, mir alles mögliche Gute zu gönnen! Während der Mann seinen Urlaub nutzt, um fleißig und pflichtbewusst so viel wie möglich im und am Haus zu werkeln, zu renovieren, zu bauen, zu streichen und zu optimieren, neige ich eher zur Trägheit. Zum Genießen und zum Erholen. 
Es ist beides sinnvoll, trotzdem begleitet mich stets das schlechte Gewissen. Na, immerhin hab ich schon meinen Kleiderschrank neu sortiert und 4 Maschinen Wäsche gewaschen. Das ist doch auch was. Urlaub ist kostbar!

Man gönnt sich ja sonst nichts.

Wenn ich ehrlich bin, und das bin ich natürlich stets (hust), gönn ich mir jeden Tag irgendwas. Auch wenn es nur eine Klitzekleinigkeit ist wie ein Lieblingslied auf dem Heimweg oder ein Joghurt am Abend oder Instagram beim Zähneputzen. Ich will schließlich dafür belohnt werden, wenn ich schon den ganzen Alltag meistern muss! Und streng zu mir selber sein muss, mich zu Dingen zu prügeln, die ich eigentlich nicht will. So wie elend früh aufstehen, zur Arbeit gehen oder all den Papierkram erledigen. Da braucht es eine tägliche Streicheleinheit! Schließlich muss ich den ganzen Tag lächeln und nachsichtig sein, da tut eine Ladung Disturbed im Auto echt gut!




Leider neige ich auch dazu, mich mit Leckerlis zu belohnen. Nachdem ich im open-end-Drama, was meinen Kampf mit dem Gewicht betrifft, eher einer Niederlage entgegenblicke, sollte ich das wirklich nicht tun! Ich weiß genau, was ich sollte. Hab's ja schon mal auf die Reihe gekriegt, bin aber jetzt, 2 Jahre später, verloren auf hoher See. Wie Rose mit ihrer Pfeife. Ich sollte mir nichts Gönnen, was man essen kann.
Also hab ich den Abend heute genutzt, um lauthals in der Küche zu singen. Es ist keiner da, der sich für mich fremdschämen könnte und die Nachbarn müssen da eben durch. 

Weißt du, was ich mir in der letzten Zeit alles gegönnt hab? Ich bin jetzt stolze Besitzerin von 2 neuen Jeans!! Und ich lese grade ZWEI Bücher gleichzeitig! Ich hab eine neue Creme fürs Gesicht, die riecht wie Caretta Eis und sieht aus wie ein Orangensmoothie! Beim Ausflug nach Mainz hab ich mir einen Aperol-Maracuja-Spritz bestellt, boah war der fein!! Und ich war mit dem Bub im Plattenladen! Nachdem er jetzt einen Plattenspieler hat ist er völlig mitgerissen im Schallplattenrausch - natürlich hab ich auch Beute gemacht. Hab mir Platten von ELO und Buddy Holly und Doris Day geholt. Doris Day singt ganz wunderbar! Ich bin ganz hin und weg!




Somit wäre schonmal unterlegt, dass ich mir durchaus immer wieder mal was gönne. Eigentlich täglich. Weil ich mit Kleinigkeiten schnell glücklich zu kriegen bin. Und Kleinigkeiten, die glücklich machen, die finde ich überall.

Mittlerweile bereue ich ein bisschen, dass ich mich zum schreiben für den Garten entschieden hab. Hier sind zwei Vogel-Gangs, die sich einen erbitterten und allzu lauten Kampf liefern. Krähen vs. Elstern. Ausgerechnet in meinem Garten! Ich glaub, die Elstern haben jetzt gewonnen, die waren in der Überzahl. Hoffentlich feiern die ihren Sieg woanders. 
Rock im Park weht zu mir herüber, da ich Volbeat aber nicht kenne, kann ich keine songs benennen. Es ist nur Bass und Gejohle und Rythmus. Damals, als die Ärzte gespielt haben, konnte ich jedes Lied erkennen! Wenn der Wind günstig steht, hab ich Rock im Park bei mir im Garten!
Gönn ich mir, haha!

Dieser Blognachtbeitrag wäre eigentlich schon fertig. Und das, obwohl wir noch nicht mal Halbzeit haben! Was ist hier los?
Es ist kurz nach halb zehn, die blaue Stunde hat begonnen. Meine liebste Tageszeit. Es ist noch nicht Nacht, aber auch kein Tag mehr, alles fährt runter und es riecht so gut hier draußen!

Nächste Woche geht die Gönnerei übrigens gnadenlos weiter! Ich werde mit Oma und Waldfeger einen Ausflug machen, dahin wo es schön ist, und wir werden zusammen Mittagessen. Ich will zum Thalia in die Stadt und dann will ich noch zum Gartenmarkt, Blümchen holen für das Hochbeet.
Lauter schöne Dinge! Bloggen ist auch dabei und lesen! Viiiel lesen! Mal sehen, vielleicht schaffe ich es ja mal, das Handy beiseite zu lassen und mich auf das echte Leben zu konzentrieren. Wäre ein Gewinn für mich. Da würde ich mir glatt Premium-Zeit gönnen!

Man gönnt sich ja sonst nichts, so lapidar dahergesagt, ist, wenn man es genau nimmt, ein Unding.
Gönnt euch alles Mögliche! Tut euch was Gutes! Immer und jeden Tag! Und wenn es nur ein Schluck Heidelbeerwein im Garten bei guter Musik ist!




Donnerstag, 4. Juni 2026

Mainz, wie es singt und lacht

 .. haben wir so nicht erlebt. Es haben nur wenige Mainzer gelacht und noch weniger gesungen. Also haben wir das selbst in die Hand genommen, wenigstens das mit dem Lachen.

Dienstag früh starten wir zum Bahnhof, um uns in den Zug nach Mainz zu setzen. Natürlich nicht ohne vorher ganz traditionell einen Abstecher zur Buchhandlung am Bahnhof zu machen. Das muss so sein, vor jeder Zugreise darf ich mir dort ein Buch in Miniformat holen. Dieses mal "Die Apothekerin" von Ingrid Noll. Hab ich vor ca 100 Jahren schonmal gelesen, aber alles komplett vergessen. Na gut, sagen wir 30.

Mit Buch und Restmüdigkeit sitzen wir im Zug nach Mainz. Wir waren noch nie in Mainz, also Grund genug, mal hin zu fahren. Ein Fahrgast vor uns, der es vorgezogen hat, statt angenehm unauffällig lieber laut und nervtötend seine Reise anzutreten, verscheucht uns ins Bistroabteil. Hier müssen wir keine übertrieben lauten, arabischen Telefonate mit anhören, sondern können Ruhe und Kaffee genießen. Jetzt passt's.

In Mainz stehen wir etwas verloren auf dem Bahnhofsvorplatz und versuchen herauszufinden, in welcher Richtung unser Hotel zu finden ist. Es gibt eine Menge Straßenauswahl. Wir wählen richtig, zum Glück, und marschieren los. Und marschieren. Und marschieren. Dann gibt es einen schönen Wolkenbruch und wir stellen fest, dass unser klitzekleiner Schirm für zwei nicht ganz so ideal ist. Wir flüchten in den zufällig vorhandenen Dönerladen, die es hier wie überall zuhauf gibt. Der Duft verführt uns zu einem lecker Mittagessen, obwohl das gar nicht geplant war. Ich stelle fest, die Herren Dönerladen können tollen Salat!
Es tröpfelt nur noch und wir setzen unsere Wanderung zum Hotel fort. Schon jetzt mosert mein Fußgelenk, das wir bestimmt noch lustig. Endlich am Ziel bekommen wir von dem freundlichen Rezeptionsmann ein upgrade auf unser Zimmer, weil wir die ersten Gäste heute sind, und freuen uns über den Balkon! Schönes Zimmer, spontaner Balkon, toller Blick auf den Rhein.

Nach einer kurzen Verschnaufpause und ein paar Kapiteln der Apothekerin laufen wir los. Ein bisschen am Rhein entlang auf der Suche nach der Altstadt und deren hübschen Fachwerkhäusern. Wir erkennen, dass Mainz unfassbar viele, verwinkelte und verschachtelte Straßen aufweist, der Mainzer an sich scheint auch relativ wenig Interesse an Straßenschildern zu haben, was die Altstadtsuche ziemlich spannend macht. Zumindest haben wir schon mal das Zentrum gefunden. Allerdings ist von hübschen Fachwerkhäusern nichts zu sehen, hier überwiegen wuchtige Bauten im Stil der 80er Jahre. Ziemlich achteckig und viel dunkelbraun. Ältere Gebäude sind aus irgendeinem Grund alle in diesem orange/rosa/terracotta-Ton gehalten, ganze Kirchen sogar. 
Es regnet wieder, wir holen uns im Laden einen zweiten Schirm und flüchten diesmal zu einem Italiener, der überdachte Außenplätze hat. Hier bleiben wir erstmal und überlegen. Aperol Maracuja Spritz schmeckt übrigens sehr fein!
Der Regen lässt nach, wir schlendern durch den Wirrwarr an Gassen und Straßen auf der Suche nach den schönen Häusern. Hier sind sehr viele Geschäfte, meist teuer und exklusiv. Fast kein Leerstand, so wie im gebeutelten Nürnberg. Die Kirche, die wir entdecken, ist geschlossen. Dienstag Nachmittag - Kirche zu. Aber die hübschen Fachwerkhäuser finden wir! Endlich ein Fotomotiv. Häuser, Marktplatz, Brunnen. 
Es wird immer kühler, wir frieren in unseren T-Shirts. Weil ich dumm genug war, ein Jäckchen zu Hause zu lassen holen wir uns beim Clamotten August eine Sweatjacke - im Partnerlook! Besser jetzt.
Trotz Dönermannsalat haben wir wieder Hunger, so dass wir uns ein Lokal suchen. Gibt es hier viele, vor allem Italiener. Ganz viele Italiener. Aber uns treibt es zu Mainzer Hausmannskost, also suchen wir. Bis wir ziemlich abseits die Eisgrub-Brauerei entdecken. Das ist mein Stil! Kellergewölbe, wuchtige Holztische, gemütlich. Hier gönn ich mir einen Brauhaus-Schmaus, das ist ein Gröstel aus Kartoffeln, Rührei, geschmorten Zwiebeln und Leberkäswürfeln. Boah! Naja gut, ich bin ja auch echt viel gelaufen, und das mit DIESEM Fuß und DIESEM Knie! Da darf man so. Geschafft hab ich es eh nicht.
Am Tisch neben uns bestellen drei junge Kerle einen Meter Bier, das waren 12 Gläser auf einem langen Brett. Dazu eine Schweinshax'n - mit Pommes, stell dir das vor! Hax'n mit Pommes, dafür sollte man bestraft werden! Ignorantes Jungvolk, Hax'n isst man entweder mit Sauerkraut oder mit Knödeln. Mann!
Am anderen Tisch wird ein Bierturm bestellt. Diesmal ging's in die Höhe, 5 Liter, mit einem Zapfhahn. Konnte mir ein Foto nicht verkneifen, das sah lustig aus!
Mittlerweile war es dunkel und wir auf der Suche nach einer Kneipe. Die wir auch finden, von außen reizvoll verhaut und bisschen verranzt, also einladend für uns. Haha! Von innen hätte es auch gemütlich sein können, was aber von der Musikauswahl des Wirts stark abgebremst wurde. Es lief fürchterliches Zeug aus den 90ern. Davon lassen wir uns aber nicht die Laune verderben. Der Laden hat bis 4 Uhr offen, war aber fast leer und der Wirt langweilte sich ein bisschen. Ich probiere einen Apfelwein. Weil ich den nicht kannte und weil wir hier in Rheinland-Pfalz sind. Jetzt weiß ich, wie der schmeckt und brauche keinen zweiten mehr. 
Trotz nervigem da-da-dii, da-da-daa, joh aha, und dabadee dabadaa blieben wir eine Zeit lang da. Auch, um dem Fuß eine Chance zu geben, sich irgendwie zu erholen. Oder zumindest, sich zusammen zu reißen! Er hat aber auf ganzer Linie versagt und tut höllisch weh - also mit dem Bus zurück zum Hotel. 
Bis zum Zimmer hab ich es geschafft, frage nicht, wie ich die Treppen am Eingang bezwungen hab. (War nicht schön. So optisch) Wir sind hundemüde und völlig erledigt von der vielen Rennerei im Regen. Der Mann versetzt mir einen Schuss, damit ich morgen aufrecht das Hotel verlassen kann, dann schlafen wir ziemlich fix ein. 

Der Mittwoch beginnt mit einem angenehm kühlen Windchen und Blick auf den Rhein. Schließlich soll sich der Balkon auch lohnen. Nach 2 feinen Kaffee brechen wir auf zum Gutenbergplatz. Wenn man schlecht zu Fuß ist, muss man sich irgendwie arrangieren, also steigt der Mann mir zuliebe und mit mir in die Bimmelbahn. Eigentlich mag ich sowas nicht, wenn ich die Nürnberger Bimmelbahn durch die Altstadt rumpeln seh, finde ich das überwiegend lächerlich. Sieht aus wie eine Attraktion für die ganz kleinen beim Kinderfest. Aber was solls, wir wollen ja was sehen von der Stadt. Also, auf die Plätze, fertig, bimmel! Wir rumpeln fast eine Stunde lang durch Mainz und sind nachher tatsächlich schlauer, als vorher. Siehste!
Jetzt erstmal was zu trinken, der Italiener ist nicht weit. Übrigens ein sehr cooler Laden, wie ich finde. Aposto, falls du mal in Mainz bist. Nach der Pause laufen wir ein wenig, schauen uns den Dom an, damit wir wenigstens ein bisschen Kultur mitnehmen. Wir lassen uns Zeit, gucken und staunen, hier und da und dort. Da wir das Hotel mit Tasche verlassen mussten, drückt diese mittlerweile gewaltig auf die Schulter. Ich brauche mal so einen kleinen Koffer zum hinterherziehen.
Trotzdem vertrödeln wir die Zeit, holen uns in der Fußgängerzone ein Fischbrötchen, stöbern ein bisschen in den Geschäften und machen uns auf den Weg zum Bahnhof. Der hat es in sich und verlangt mir alles ab, mit hängender Zunge, ausgeleierter Schulter und lautlos schreiendem Fuß brauch ich erstmal eine Bank.
Der Mann recherchiert wild umher, unser Zug hat schlimme Verspätung und ist brechend voll, wir brauchen eine Alternative. Dank der phantastischen Organisation vom Mann - ich war damit beschäftigt, zu atmen - nehmen wir die S-Bahn bis Frankfurt. Wo ich auf der Stelle einschlafe.
In Frankfurt kämpfen wir uns durch die Menschenmenge auf das richtige Gleis, der Mann vorneweg, ich hinterher. In der Hoffnung, den Bistrowagen zu erwischen nebst freiem Sitzplatz, warten wir gespannt auf den Zug. Todesmutig stürzt der Mann nach vorne und ergattert tatsächlich zwei Plätze im Zugbistro! Die Bahn ist hoffnungslos überfüllt, die Leute stehen auf den Gängen und sitzen auf dem Boden. Da hatten wir echt Glück!
Entsprechend der Auslastung herrscht ein angemessen lauter Geräuschpegel, allen voran eine junge Frau, die den ganzen Waggon unterhält. Nervt, aber kann man grade so aushalten. Ein großer Cappuccino und Die Apothekerin lenken mich ab. Mit uns am Tisch sitzen ein Geschäftsmann mit Laptop, der von seinen Kollegen getrennt wurde und ein älterer Mann, der nicht mehr gut sehen kann und sich die Speisekarte vorlesen lässt. Er entscheidet sich für das Chili con Carne, das er nicht kennt und stellt fest, dass er es nicht verträgt. Bei jedem Huster zuckten wir zusammen.
Abends gegen sieben erreichen wir Nürnberg. Nur noch mit der U-Bahn heim,  nur noch der Weg zum Haus - geschafft!

Fazit: ein schöner Ausflug, der sich trotz allem gelohnt hat. Blöd war, dass vieles einfach zu hatte und es dauernd regnete. Blöd auch, dass die Schiffsrundfahrten auf dem Rhein wohl erst ab Ende Juni beginnen. Gut war, dass wir viel gesehen haben, gutes Essen, lustige Kneipen, viel Humor und die Laune nicht verderben lassen! Außerdem ist jeder Ausflug ein Abenteuer.

Abenteuer mögen wir. 

Bild vom net, weil schöner

die Flucht vor dem Regen  beim Dönermann


schönes Zimmer, schöner Blick

Regen abwarten

da sind sie - die schönen Fachwerkhäuser

schöne Häuser, schöner Dom

im Dom. Tolle, gotische Rundbögen, ein beeindruckendes Türschloss - von außen hat jemand verzweifelt den richtigen Schlüssel gesucht und ein Bischof, der gern Mädels am Kopf kratzt

die Bimmelbahn. Foto vom net

der Bierturm mit glücklichen Männern

der Brauhaus-Schmaus vor glücklicher Sabine

"kleiner Andechs" ziemlich leer. Das mit guter Rockmusik wäre ein Volltreffer gewesen

Tschüs, Mainz!


Cute Rat