Einen wunderschönen guten Abend!
Heute ist es endlich wieder soweit! Heute bin ich nach langer Zeit ENDLICH mal wieder Gast in der Blognacht von Anna! Hurra!
Anna Koschinski lädt regelmäßig jeden Monat zu einer gemeinsamen Schreibnacht ein. Per Zoom sind wir alle vernetzt und schreiben als nächtliche Bloggerclique gleichzeitig, ein Themen-Impuls ist gegeben.
Ich hoffe, dass ich die Magie, die dieser Nacht zu eigen ist, wieder spüren kann. Auch, wenn ich ein bisschen zu spät dazugestoßen bin. Ich seh 13 Teilnehmer mit mir und Anna hat mir gleich den Impuls geschrieben. Das ist er:
"Glückwunsch! Du bekommt eine Stunde geschenkt!"
Ha! Was ist das denn für ein tolles Thema?! Eine geschenkte Stunde! Grade heute hätte ich die gut brauchen können, war ein vollgepackter Freitag, fast schon ein bisschen stressig.
Jetzt ist die Frage: Was würde ich mit einer geschenkten Stunde anfangen?
Da schwappen die Ideen über mich wie Konfetti an Fasching. Ich hab so viele Ideen, soll ich die jetzt alle raushauen? Es ist ja oft so, dass der Tag einfach viel zu schnell und klammheimlich vergeht. Du hast endlich Feierabend, den Kopf voller Pläne, was du alles tun willst und zack wird es dunkel und du hast nichtmal die Hälfte geschafft. Da täte eine zusätzliche Stunde ganz gut.
Aber nein, das ist mir zu wenig. Für alltäglichen Kram ist mir eine geschenkte Stunde zu wertvoll. Ich muss mir was anderes ausdenken.
Zusätzliche Zeit wäre super, wenn man grade Spaß hat. Oder einfach, wenn es grade schön ist. Wann ist es schön? Zum Beispiel, wenn ich Lesezeit hab. Nachdem ich grundsätzlich zu spät ins Bett komme, schmälert meine Nachlässigkeit die kostbare Lesezeit im Bett immens. Ich muss das Buch weglegen, wenn die Uhr es mir sagt. Das ist doof, wo es doch grade so spannend ist!
Oder .. mensch, das ist gar nicht so einfach, wie ich gedacht hab. Lass mal überlegen. Wann wäre eine geschenkte Stunde ganz toll? Na, logisch: Wenn ich Zeit für mich habe. Oder haben möchte. Lesen wär schonmal ein Punkt. Vom Lesen kann ich zum Schreiben kommen, ich schreib sehr gern im Mausloch, bloß fehlt mir da so oft die Zeit. Und wenn ich mal so richtig im Schwung bin, muss ich meisten aufhören, weil ich los muss oder kochen oder jemand kommt oder sonstwas. Dann ruft auch gern mal das Gewissen, ordnet mir Hausdienst an. Die Wäsche, die Betten, die Böden. Meine innere Elinor kommt gern mit einem vorwurfsvollen "Was ist jetzt wohl wichtiger?!" daher.
Ja ich weiß. Schlechte Zeiteinteilung. Als organisierter Mensch könnte ich einen tollen Zeitplan aufstellen, der mir sicherlich auch Schreibzeit erlaubt. Bloß funktioniert das bei mir nicht, dafür bin ich zu spontan. Tja.
So eine zusätzliche Stunde für mich, ohne dass ich mir Gedanken um was anderes machen muss oder Gewissensbisse, das wär schon schön!
Eine Stunde, die nur mir gehört. Niemand quatscht mir rein oder mich an, niemand stört. Coole Sache! Man könnte so eine geschenkte Stunde auch für ganz was anderes nutzen. Vielleicht eine ganze Stunde lang mal im Lieblingsladen stöbern. In meinem Fall wäre es ein Buchladen. Oder eine Stunde lang einfach in ein Museum gehen. Allein, ohne Ziel und ohne Plan. Museen sind toll! Wir haben schonmal einen ganzen Tag im Naturkundemuseum in Wien verbracht - ohne es zu merken! Haha
Eine Stunde etwas tun, was man sonst nicht tut. Was man sich nicht erlaubt oder einfach keine Zeit hat. In einem Straßencafé einfach mal ein Glas Wein trinken. Oder um den See spazieren. Oder sinnlos über Landstraßen brettern mit lauter Musik! Man könnte in so einer Stunde einen ganzen Plattenladen durchwühlen. Oder hemmungslos durchs Wohnzimmer tanzen. Man könnte eine Pumuckl Platte hören - Vorder- und Rückseite! Und - man könnte eine Stunde länger schlafen, der pure Luxus!
Eben war kleine Pause im Zoom und schon haben einige ihr fertiges Meisterwerk präsentiert. Ich bewundere das ja, wenn ein Blognachttext so fix fertig wird. Ich könnte ja die Gelegenheit nutzen, und mal in die Beiträge reinspitzen. Gucken, was die anderen so geschrieben haben. Als Inspiration. Ach nee, dann lass ich mich bloß beeinflussen, das ist nicht gut, denke ich. Erst schreiben, dann lesen.
Anna hat vorhin gesagt, sie wurde mal gefragt, mit welchem Tier ihre Energie zum Schreiben vergleichbar wäre. Und sie identifiziert sich beim Schreiben mit einer Ameise. Fleißig, flink, überall gleichzeitig.
Das gibt mir jetzt zu denken. Was wäre ich für ein Schreib-Tier? Ein Rauhaardackel! Kommt nicht sehr schnell voran, lässt sich von allem ablenken und rennt ein bisschen konfus durch die Gegend. Ist aber auch schnell begeistert und braucht nicht viel. Ha!
Ich schweife ab.
Wenn unsere Familie zusammenkommt, freu ich mich jedes mal. Meistens gibt es einen Anlass, Geburtstag oder Osterfrühstück oder Weihnachten. Letztes Jahr gab es einen Weihnachtswunsch, ein Treffen aller Damen der Familie. Wat war das schön! Geplant war eine Teeparty in einem edlen Café, es wurde dann aber einfach ein herrlich entspannter und lustiger Kaffeeklatsch! Sowas mag ich! Ich liebe es, mir die Geschichten der anderen anzuhören. Zu sehen, wie sie begeistert erzählen. Wie es immer lustiger wird und wir vielleicht sogar ein bisschen spielen. Es ist selten genug, dass alle zusammenkommen. Und leider enden diese Treffen meistens ziemlich abrupt. Oma möchte nach Hause, was ich verstehen kann, weil es doch anstrengend wird. Und ich fahr sie gern heim und gönne ihr ihren Feierabend. Kein Ding. Aber ein bisschen schade ist es schon, wenn der schöne Nachmittag so plötzlich enden muss. Genau da, an dieser Stelle, da würde ich eine geschenkte Stunde voller Freude einsetzen wollen! Einfach eine Stunde herauszögern, eine Stunde mehr Gelächter, mehr Spaß und mehr Gemeinschaft! Au ja! Das ist glaub ich die beste Methode, so eine geschenkte Stunde zu würdigen!
Also. Danke für das Geschenk.
Ich nehm die Stunde, um das Schöne ein bisschen heraus zu zögern.


Liebe Sabine,
AntwortenLöschenbesser spät als gar nicht und so kann ich heute auch deine Zeilen zur geschenkten Stunde lesen. Ich mag deinen Artikel, denn er zeigt, wie Schreiben geht: Einem ersten Gedanken folgen zum nächsten. Nicht aufhören, immer weiter. Und am Ende ist ein sehr natürlich und unterhaltsam zu lesender Beitrag entstanden.
Auch ich bin ja bei der Erkenntnis gelandet, dass Extra-Zeit mit unseren Lieben eine sehr gute Verwendung für diese Sonder-Stunde wäre!
Gehen wir es an und finden sie in unserem Alltag, geben wir ihr den Namen GESCHENK und zack, haben wir sie geschaffen :-)
Alles Liebe zu dir
Gabi
das ist ein schöner Gedanke! Die Zeit im Alltag finden und als Geschenk benennen. Das klingt fast schon philosophisch, sehr schön! Meine Gedanken in den Blognächten überschlagen sich meist und die dann wieder zu ordnen, schafft ein bisschen konfuse Blogeinträge. Aber solange man sich noch zurechtfindet, geht das schon. Danke für diesen schönen Kommentar!
LöschenLiebe Sabine, so schön und eben so kreativ. "Eine Stunde, die nur mir gehört." das gefällt mir sehr. Und ja, man könnte einen Zeitplan aufstellen. Das kann ich auch gut. Aber ist die geschenkte stunde dann noch eine geschenkte Stunde. Ist sie nicht eigentlich auch überraschend?
AntwortenLöschenDanke für den schönen Blog. Ich habe ihn gerne gelesen. Liebe Grüße Martina
und ich freu mich über deinen Kommentar! Wenn man sich bewusst Zeitfenster im Alltag schafft, kann man sich gerne selber überraschen, wie schön so eine geschenkte Stunde sein kann.
LöschenDa geb ich dir völlig Recht :)
Ich liebe deinen Text, Sabine. Eine Stunde mehr Gelächter, Spaß und Gemeinschaft. Das klingt perfekt!
AntwortenLöschenHätte ich Herzchen Emojies, würde ich sie dir schicken !!
LöschenEin sehr schöner Text und es ist ganz deiner ohne Inspiration von Anderen.
AntwortenLöschenEine zusätzliche Stunde Gemeinschaft, Geselligkeit und Austausch kann so wertvoll sein.
Ich wünsche dir, dass diese Treffen öfter stattfinden und du sie in allen Zügen genießen kannst.
LG
Martha
vielen Dank, Martha!!
LöschenMunter durch Deine Gedanken bin ich gehüpft - immer deiner Fährte nach. Ohne mir selbst Denk-Mühe geben zu müssen - das war richtig schön. Kein Erwartungs- oder Erfolgsdruck, einfach nur so ..... so lesen ... so denken ....
AntwortenLöschenkönnte ich stundenlang ... oder auch eine Stunde lang .... fühlt sich an wie geschenkt ....
HUCH - jetzt fang ich schon selber an mit Gedankenhüpfern - sorry - wollte ich doch gar nicht.
Hängengeblieben ist jetzt deine Idee, das Weggehen von einer schönen Gemeinschaft zu verzögern - und dafür die geschenkte Stunde einzusetzen - das gefällt mir sehr. Danke!!
das find ich klasse, dass du munter durch meine Gedanken gehüpft bist! Im Gegenzug wickel ich mich in deinen schönen Kommentar ein, gefällt mir hier!
LöschenJetzt hatte ich schon befürchtet, einen krass geradlinigen Beitrag lesen zu sollen und dass ich keine Reise durch deine Gedanken machen darf. Aber da hätte ich keine Angst haben müssen, es ist ein klassischer Sabine-Text, danke!
AntwortenLöschenIch glaub, wie wir die Stunde nutzen, darf variieren, wichtig ist das Bewusstsein darüber. Denn dann ist es auch wirklich ein Geschenk. Wenn du merkst: Das gönn ich mir jetzt. Ich bleib noch sitzen in der schönen Gesellschaft. Ich trink noch nen Kaffee oder nen Wein. Ich stöbere in der Buchhandlung, all das andere mache ich später oder an einem anderen Tag.
Schön, dass du dir mal wieder Zeit für Blognacht genommen hast, ich freu mich immer dich zu sehen :)
Ich hab mich auch gefreut, mal wieder dabei sein zu können! Ich mag die Blognacht, da hat sowas .. so ne einzigartige Stimmung! Einen krass geradlinigen Beitrag zu schreiben, scheint für mich eher schwierig zu sein. Berichterstattung im Deutschunterricht war für mich fürchterlich - Bildbeschreibung dagegen war klasse! hahaha
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