Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Montag, 29. Juni 2020

wer früher wach ist - schafft mehr Kaffee!

Einen super feinen Käsekuchen gab es gestern, mit Beerentopping! Und weil das noch nicht genug Herrlichkeit ist, auch noch ein paar Stücke Apfelkuchen. So genial! Wir hatten gestern nämlich eine Geburtstagsfeier und weil da immer Eltern kommen, gestern in Form der beiden Schwiegerleut', muss es Kuchen geben! Und die neue Kaffeemaschine macht super Kaffee! Das ist eine ganz simple vom Aldi, weil wir mit all unseren Kaffeegerätschaften nicht an den Kaffeegenuss rankommen so wie wir ihn gerne hätten.
Da wäre die große Maschine, die Bohnen zerkleinert. Ein Kaffeeautomat. Der ist schon älter als der Böhmerwald und macht einzelne Tassen, die so naja okee ich muss wach werden-schmecken. Dann kam der Senseo zur Gesellschaft dazu. Der macht guten Cappuchino. Wir wollen aber Kaffee und das in rauhen Mengen! Schlau wie ich bin, hab ich mir einen Kaffeebereiter in Form einer Isolierkanne gewünscht - und bekommen. So eine, wo man den Stempel runterdrücken muss. Da ich aber auch nach langer Recherche im Internet nicht rausgefunden habe, wie das perfekte Mischungsverhältnis Kaffeepulver zu Wasser ist, schmeckt der auch nicht. Voll schade!
Und jetzt haben wir die Aldimaschine mit der Glaskaraffe. So wie früher. Und das passt! Hurrah!
Wir können wieder Kaffeekränzchen mit der gesamten Sippschaft feiern.
Irgendwann, wenn es Corona erlaubt. Der Kaffee ist gesichert!


Der Geburtstag war schön! Nach dem Kaffee und Kuchengelage gingen die Schwiegereltern weg und die Kinder kamen, mit einer leichten Überschneidung. Dann gabs Geschenke! Und da der Mann ein Zombiefan ist, haben wir ihm Familienportraits im Zombie-Look geschenkt! Tochter kann sowas! Wo wir die grausligen Bilder aufhängen, wissen wir allerdings noch nicht. Ich dachte ja, eher in den Keller. Das hat auch einen coolen Effekt, wenn du arglos da runtergehst und das Licht anmachst - Bäääm Zombiefratzen! Aber laut Mann findet die Kunst da unten zu wenig Beachtung, also müssen wir überlegen. Ob ich mir das ins Wohnzimmer packen will, will noch überlegt werden.
Ein Besuch im Biergarten rundet den Tag ab. Auch wenn die neue Bestuhlung wieder Striemen und Furchen in des Glorias Oberschenkel hinterlässt, da muss man halt die Zähne zusammen beißen. Zumindest bis das Essen kommt. Und niemand macht bessere Schnitzel als der Lieblingsbiergarten !! 



Familienportrait

Samstag, 27. Juni 2020

Sag mir wo die Alten sind ..wo sind sie gebli-hi-ben?

schreiben unter Beobachtung ist auch nicht so leicht wie man denkt, das war schon früher so in der Klasse. Du sitzt da als geplagter Schüler und sollst etwas möglichst sinnvolles aufs Papier bringen und dann steht auf einmal der Lehrer hinter dir. Erstens weißt du nicht, wo der genau hinschaut und dann hat man das sofort das Gefühl, einen riesen Schmarrn aufzuschreiben.
Ich sitze jetzt hier und auf dem Nachbarsofa liegt der Mann. Er schaut natürlich nicht zu mir und was ich so vor mich hin daddel, er schaut zum Fernseher, wo neugeborene Leopardenbabys untersucht werden. Das ist wohl auch interessanter. Und süßer.
Trotzdem bin ich schreibgehemmt. Sowas blödes.
Mir schwirrt nämlich seit einiger Zeit die Frage im Kopf rum, warum es in Arztpraxen so wenig bis gar keine älteren Arzthelferinnen gibt. Überleg mal, wenn du zum Arzt gehst, empfängt dich meist ein junges, feenartiges Geschöpf, allerhöchstens 20 Jahre alt. Nur sehr selten oder garnicht befindet sich ein älteres Semester in der Praxis.
Warum ist das so?
Wenn du die Lehre anfängst, bist du so ungefähr U20. Drei Jahre Ausbildung und du startest deine Praxiskarriere mit Mitte 20. So. Viele wechseln die Praxis, einige heiraten, manche werden Mama. Aber die wenigsten bleiben daheim, schätze ich mal. Wenn man also die Familienplanung hinter sich hat und wieder durchstartet, ist man Pi mal Daumen 30-35. Grobkörnig geschätzt.
Und dann wird gearbeitet.
Du wirst 40, du arbeitest. Du wirst 45 und arbeitest. Du hat keinen steinreichen Bauunternehmer geheiratet und arbeitest folglich immernoch. Unausweichlich wirst du dann mal 50, 55, 60 und sogar Ü60. Aber arbeitest du dann noch in deiner Praxis?
Und wenn nicht, was machst du dann? Wo sind all die älteren, grauhaarigen Semester, die mit ihrer Erfahrung und Lebensweisheit die jungen Lehrküken anlernen könnten? Ich seh sie nirgends!
Allerhöchstens mein Alter, also was mit 4 vornedran.
Sind die alle in den vorzeitigen Ruhestand? Unvorhergesehener Geldsegen? Alle? Oder wurde sich bis in die totale Erschöpfung geackert und all die 65jährigen Kolleginnen sitzen lethargisch im Schaukelstuhl und hören Cat Stevens in Dauerschleife?
Es ist ein Mysterium. Die wurden doch wohl nicht aussortiert? Vom Chef entfernt und vom System entsorgt? Vielleicht gibt es Sammelstellen! Unterirdische Auffanglager für ausrangierte Arzthelferinnen, die dann ausgemergelt und zittrig die Tüten für die Laborproben kleben ... man weiß es nicht.
Ich bin ja nicht mehr weit entfernt von diesem schwarzen Loch, ich werde beizeiten davon berichten, was mit den alten Helferinnen passiert! Wahrscheinlich sind sie einfach unfassbar überarbeitet!



Freitag, 26. Juni 2020

Zeitmanagement ist was für Manager

Immer wieder suche ich nach Gelegenheiten, ins Mausloch zu schreiben. Aber es macht tatsächlich Schwierigkeiten. das könnte zum einen an meinem schlechten Zeitmanagement liegen, zum anderen an äußeren Einflüssen wie meiner Familie. An den Feierabend schließt sich die Kocherei an, nach dem Essen wird Serie geguckt! Zur Zeit gibt es "Dark", wieder von Anfang an, damit wir zur 3. Staffel wieder Bescheid wissen. Dark ist cool, aber da musste dich konzentrieren um mitzukommen.
Danach sind wir so verwirrt und schutzlos, dass wir eine Alternative gucken müssen, um uns wieder wohl zu fühlen - Queer eye. Und danach ist Bettgehzeit. 
Zwischendrin höre ich den Erzählungen des Sohnes aufmerksam zu, so wie es sich für eine Mama gehört, und wenn ich diverse facebook posts mit Herzen und lustigen Sprüchen kommentiert und wartende Leute in meine Gruppen aufgenommen habe, schaffe ich grade noch die Zähne zu putzen und ins Bett zu fallen.
Das heißt, ich sinke meistens dahin. Nachdem ich die Eincremorgie zelebriert hab. Bis zu 5 verschiedene Cremetigelchen und Tuben kommen da zum Einsatz, da biste anschließend so müde, dass ich nicht so weit mit meinem Buch komme, wie ich es gern gehabt hätte.
Man sieht, abends ist wenig Chance, ins Mausloch zu schreiben. Tagsüber grätscht mir die Arbeitspflicht in meine Wünsche und Vorhaben, da bleibt mir nicht mehr viel Chance übrig.
Außerdem muss ja auch noch gelesen werden, Wäsche gewaschen, Sabine gewaschen, Betten bezogen und eingekauft - lauter so Zeugs halt.
Jetzt grade nutze ich die Gunst der Stunde, weil der Sohn die Spaghetti kocht. Das kann er gut, also soll er.
Am Wochenende bleibt auch nicht viel Zeit. Vor allem, wenn da einer Geburtstag hat. Da muss noch eingepackt und geschrieben und gebacken werden. Dieses Jahr wird mit der Tradition gebrochen, alle Nachmittags um den Kaffeetisch zu versammeln - wegen Corona. Da sitzt dann nur 1x Schwiegereltern bei uns und es gibt auch nicht die immer wieder gewünschte Erdbeertorte, sondern einen Kirschkuchen. Selberpflücken!  Das muss ich dem Sohn noch sagen, dass er das tun muss. Das weiß er noch garnicht. Haha!
Mir fällt grade auf, dass ich viel vorhab. Inclusive feiern am Sonntag. Was für ein Stress!

Übrigens, der Mauslochkönig ist dreigeteilt. Weil alle drei plausible Erklärungen für das Sitzverbot im Einkaufszentrum hattten. Was nicht bedeutet, dass ich es gut finde. Das Sitzverbot!





Montag, 15. Juni 2020

Steh auf, wenn du Kunde bist

In ein Einkaufszentrum mit Maske zu gehen ist ja jetzt auch nicht gerade der Brüller.
Trotzdem sind der Bub und ich heute in ein solches eingekehrt um verschiedene geheime Dinge zu erledigen. Da ich zu Fuß nicht unbedingt die ausdauerndste bin und mein Limit bei 100m ohne Pause liegt, bevor ich laut heulend zusammenbreche, bietet mir das Einkaufszentrum eine tolle Gelegenheit, mich von Geländer zu Geländer zu hangeln - mehr oder weniger elegant. Da eine Sitzgelegenheit wohl im krassen Gegensatz zum Coronavirus steht, bleibt mir nichts anders übrig.
Das ist jetzt eine Denksportaufgabe.
 ** Achtung: Warum darf man sich. während Corona um uns kreist, nirgendwo hinsetzen?  **
Alle Sitzgelegenheiten sind gesperrt, jede Bank abmontiert, sogar im Hugendubel wurden die roten Ledersofas in einen Käfig gesperrt. Geht es nur um die Grüppchenbildung? Oder ist es ein Kunden fithalten auf biegen und brechen? Fliegt das Virus nur auf Bauchhöhe? Oder doch Schikane?
Hey, hier ist Corona - setz dich bloß net hin, um Gottes Willen!!

Wer mir die Frage beantworten kann, so dass sogar ich es verstehe, der wird von mir zum Mauslochkönig der Woche gekürt!
Nächstes Mal nehm ich die olle Krücke mit.




Samstag, 13. Juni 2020

die große Grübelei

Grübeln - das Wort ist schon seltsam, wenn man es öfter sagt. Aber das ist bei allen Wörtern so, schon mal ausprobiert? Sag mal 15x "Blog" oder "Tisch" oder "Rhabarber". Oder eben grübeln. Klingt irgendwie voll bescheuert oder? Aber aktiv grübeln, das kann ich gut, ich kann sogar ganze Tage damit verbringen!

Ich hör gerade die LP "auch" von den Ärzten und grüble so vor mich hin, wie lange ich schon ein Fan von den Ärzten bin. Das fing 1984 an mit einem Konzert in der Fürther Stadthalle. Das war auch mein 1. Konzert, seitdem hab ich Blut geleckt und musste immer und ständig irgendwohin. Konzerte, Aufführungen, Auftritte. Ich war ganz wild drauf, musste immer in die 1.Reihe vor. Bis zum Einlass stand ich schon ein paar Stunden vor der Tür in einem Pulk kreischender Mädchen. Als die Türen geöffnet wurden sind alle gleichzeitig reingestürzt und rannten wie bescheuert vor zur Bühne vor. Da schüttel ich heute den Kopf in meiner Form als alte Frau. Niemand könnte mir so viel Geld dafür geben, um das wieder zu tun! Heute suche ich meine Konzerte sorgfältig aus und zwar nach Sitzplatz! Nix mehr Stehkonzert und nix mehr wildes Rumgehüpfe, der Zug ist definitiv abgefahren. Das passt schon. Im November geh ich wieder zu den Ärzten, die sind dann in Stuttgart. Mit Sitzplatz! (die Fans wachsen mit, lach!)
Und ich grübel so vor mich hin, wie sich das Konzertgehverhalten verändert hat. Vom kreischenden Superfan, gern auch mal ohnmächtig werden von dem Druck, der von der Masse von hinten kommt und sich vom Ordner rausziehen lassen bis zur Mutti, die gern gepflegt auf ihrem Stühlchen sitz und in Ruhe das Konzert genießt. Ärgerlich ist nur der Weg vom Auto zur Konzerthalle, der ist immer zu lang.

Eine Freundin hat sich frisch verliebt. Sie schwärmt und ich freue mich für sie. Und dann fange ich wieder an zu grübeln, was wenn ich sie wär? (rein theoretisch, natürlich) Eine neue Bekanntschaft lernt man nur kennen, in dem man raus geht, da fängts schon mal an. Da  musste dich schick anziehen und herrichten und zurechtmachen. Dann in der Bar - oder sonstwo - ist alles aufgesetzt, dieses Lächeln, die Körperhaltung, das was man erzählt und fragt, das frech sein und Neugierde zeigen, egal ob geheuchelt oder nicht - man nennt es flirten, glaub ich. Ach wie anstrengend !!! Ich sag mal, vor 30 Jahren war das mein Lebensinhalt. Es war nicht wichtiger für mich, als sich rauszuputzen und draußen in der Nacht rumzuflirten was das Zeug hält. Flirten und Tanzen und Unsinn im Kopf haben.
Und heute? Heute verbringe ich meine Abende auf der Couch, was sehr gemütlich ist und gucke tolle Serien bei Netflix mit meiner Familie. Ab  und zu gibts ein Konzert oder ein Comedy Programm oder bisschen Kino mit Essen gehen - und das ist genau das, was ich will. Ich wäre eine grottenschlechte Flirterin heute. Ich hab ja sogar den smalltalk verlernt! Das ist eine Kunst, die ich früher perfekt beherrscht hab. Null Kontaktschwierigkeiten, keinerlei Probleme eine ganze Gruppe Leute anzusprechen und mich mit denen anzufreunden. Ich merke grade, dass ich damals eine ziemlich coole Socke war!
Außerdem hab ich keine Ambitionen, Alkohol zu trinken. Pfui-Bah! Vielleicht mal den selbstgemachten Nutella-Likör von Tochter, der ist lecker. Oder ein Glas Sekt zu Silvester. Ein krasser Gegensatz zu früher, da gab es Standort zugeteilte Getränkevorschriften! Im Kraftwerk gabs immer Jever aus der Flasche. Trinke ich heute ein Jever (oder würde ich eins trinken) bin ich sofort wieder im Kraftwerk und tanze zu The Cure.
Im Starclub gabs Flens (wegen dem Plopp!), im Lollypop Colaweizen, in der Tanzschule Blue Curacao, in der Rockfabrik nur Jacky-Cola, in Kellerkneipen immer dunkles Bier und im Brown Sugar den "Abschluss-Cappo mit Fußbad!" (hahaha) das ist ein lecker Cappuchino mit so viel Sahne drauf, dass es beim Servieren überschwappt und eine schöne Sauerei macht.
Heute trink ich zuckerfreien Eistee oder Kaffee oder Wasser. Egal wo.
Also ich fasse zusammen. Ich möchte, auch wenn ich mich für alle anderern echt freue, dann doch lieber in meinem kleinen Leben bleiben. Mit Tee und Couch und meiner Familie, ungeschminkt in meiner bequemen Daheim-Hose.
Und die Ärzte kann ich auch im Auto aufdrehen und hemmungslos mitsingen! Bassd scho!





Freitag, 12. Juni 2020

bleede Sunna !

Manchmal könnte ich mich ein bisschen vor mir selbst fürchten. Wenn ich mich so beobachte, weiß ich wirklich nicht, was ich denken soll - aber dass ich anders bin als andere, das ist eine Tatsache.
Gestern zB war ein sehr kühler, wolkiger Tag. Draußen war's nass und eher ungemütlich. Also für normale Menschen, die sind dann drinnen und maulen rum und fühlen sich ausgebremst.
 Ich hab den Tag genossen und mich zum lesen auf die Terrasse gesetzt. Herrlich! Nicht zu heiß (!!) und nicht zu kalt, so kurz vorm frösteln aber dann doch nicht ganz, das ist mein Wetter! Ich liebe es! Und wenn sich die Sonne nicht zeigt, weil lauter dunkle Wolken da sind, bin ich glücklich und zufrieden.
Aber heute, heute ist scheiß schönes Wetter. Der Himmel ist blau, die Wolken weiß und Schäfchen und die Sonne knallt runter - wo wie es die meisten Leute lieben. Ich verzieh mich. Es ist viel zu warm, ich schwitze und alles ist anstrengend. Außerdem blendet die Sonne, die ist grell und doof! Und im Radio kriegen sich die Sprecher garnichtmehr ein, weil man doch dieses herrliche wunderbare Wetter nutzen soll zum radfahren oder sonnen oder spazieren gehen oder sowas.
Ich hab kein Fahrrad, ich kann nicht laufen und ich leg mich bestimmt nicht in die Sonne. Und nicht nur, weil ich dann alleine nicht mehr hoch komme, ich müsste da liegen bleiben. Kein schöner Anblick.
Aber ich versuche, das Beste draus zu machen, ich werde nachher Oma abholen, Sohn kommt auch mit und dann gehen wir zusammen in den Biergarten. Das geht. Wind geht auch. Also.





Freitag, 5. Juni 2020

Palim-Palim!

(für Mama - die bunten links einfach anklicken - und Kopfhörer auf !)

Was ist das eigentlich für eine seltsame Sache mit dem Humor der Leute? Ich meine die breite Masse, die es da anscheinend gibt. Ich sehe TV-Formate wie "reingelegt" oder "prank" oder sowas in der Art. Eine Vorschau, wo ein Mann in einem Raum steht, eine Wand verschwindet und eine riesengroße Abrissbirne aus Plüsch fegt den Mann weg und stößt ihn in ein Becken mit Wasser oder Schlamm oder Grütze, was weiß ich. Und das ist dann lustig. Oder wie? Warum ist das lustig?? Ich seh mich selbst eigentlich  nicht als Spaßbremse oder Grantelhuberin, aber mir bleibt der fun bei der Sache einfach verwehrt. Oder die Besucher im Möbelhaus, die sich auf ein vermeintliches Wasserbett schmeißen und im Wasser versinken. Oder der kaputte Trinkbrunnen, der den durstigen Menschen nass macht. Ha ... haha.
Meine Theorie ist ja, dass diese Art von Humor all diejenigen erreicht, die als Kinder andere ausgelacht haben, wenn einer hingefallen ist oder geschubst worden ist. Wenn jemand anderem was passiert, wofür er nichts kann und es dann verdammt peinlich wird. Haudrauf-Humor. Hauptsache, man selber bleibt verschont.
Warum man über die Kopfnüsse von Bud Spencer so sehr lachen musste, ist mir heute unerklärlich. Ist es einfach die Art, wie so etwas passiert? Oder ist es einfach der Renner, wenn ein anderer eins auf die Rübe kriegt? Buddy haut den Lukas. Der arme Lukas, was hat er denn bloß getan?
Klar war früher, so vor 30 Jahren und mehr, ein ganz anderer Humor angesagt. Wir haben uns weggeschmissen bei Didi Hallervorden "Nonstop Nonsens" , "Klimbim" und die Otto-Filme. Oder RTL Samstag Nacht.
Ok einiges ist schon lustig, heute noch. Aber trotzdem war der Anspruch früher viel, viieel weiter unten als heute. Kann man das überhaupt vergleichen? Anspruch und Geschmack?
Ganz viel früher gabs Dick&Doof, Pat&Paterchon und Väter der Klamotte, sogar über die Werbezwischenspieler wie die Mainzelmännchen oder 's Äffle und 's Pferdle wurde sich köstlich amüsiert.
Hier das allererste Video zwischen den Reklamefilmen in den 60ern. Das wurde vor Publikum gezeigt:
Äffle und Pferdle Premiere  - sogar noch ohne Äffle.
Die Leute waren begeistert und ich weiß auch, warum! Weil es neu war, weil man sowas nicht kannte und noch nie gesehen hat. Heute müssen die Ansprüche ja höher sein, jedenfalls bei vielen,  man wird von allen Seiten mit clips und Sprüchen und Videos bombardiert. Wird man dadurch auch abgestumpft? Oder sogar ein bisschen arrogant? Oder es hat keinen besonderen Grund und liegt einfach im Geschmack der Leute, was sie lustig finden. Und im Gemüt. Ich schätze schlichtere Gemüter eher bei "upps die Pannenshow" (wobei die Tier- und Babyvideos schon was haben, grins!) ein. Die breite Masse eben, die hat eh schon einen schlechten Ruf. Sowas hier:
du die Wanne ist voll  früher voll lustig, heute eher was zum fremdschämen. Bin ich allein mit meiner Meinung und meinem Geschmack? Ich will ja niemandem auf den Schlips treten.

Los ging' s ja eigentlich mit ihm hier, Karl Valtentin und Liesl Karlstadt. Humor-Urgesteine:
Karl Valentin: Die Orchesterprobe
Anspruch und Niveau gibts im Humor durchaus, das muss ja nicht zwingend flach sein. Es gibt Klassiker!
Einer davon ist Gerhard Polt! Und dann Loriot! Und Evelyn Hamann! Und HaPe Kerkeling! Otto - früher!
Nikolausi    Ein Klavier!    Ich sitze hier    Heute sehen Sie ..   Am Petersplatz     Der Körper
Klassiker sind nicht tot zu kriegen, die sind einfach da. Und hoffentlich für immer.
Dazu zähle ich übrigens auch Michael Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Carvanian!
Bully & Sasha    Der Pate    Bullys Partnerbörse
Genauso wie Martina Hill, Anke Engelke und natürlich TV Total (- hier was zum fremdschämen!)
Umtausch    Mutter und Sohn    Mißgeschick     TV Total Superbrain   ich vermisse Stefan Raab sehr.
 Raab in Gefahr Karate    Stefan Raab vs. Will Smith  

Es gibt noch sehr viele Beipiele für guten Humor. Situationskomik, Sarkasmus, schwarzer Humor, feiner, unterschwelliger Humor, Humor aus Verzweiflung ..
Im Endeffekt ist es doch egal, wer welchen Humor hat, solange man mir damit nicht auf den Keks geht und Sendungen wie "Die lustigsten Missgeschicke" schnell an mir vorbeigehen.
Außerdem - Hauptsache, der Humor ist überhaupt da. Und meinen eigenen bewahr ich schön für mich!

Hier ist zum Abschluss noch ein Auftritt von Caroline Kebekus, find ich richtig gut! Sommer ist kein Spaß