Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Samstag, 22. Februar 2020

"Freude" gewinnt

Ist ja oft so, dass der Abend richtig schön wird, wenn man eigentlich vorher gar keine Lust drauf hatte!
Sohn hat zu Weihnachten zwei Karten für "One Vision of Queen" mit Marc Martel bekommen und wollte mich mitnehmen! Schön, dass er mit mir zusammen dahin will, aber ich hatte elend viele Bedenken.
1. findet dieses Konzert unter der Woche statt, da bin ich doch sowieso immer fix und alle von der Arbeit
2. findet dieses Konzert in der Arena statt, da sind unfassbar kleine Sitze.
3. findet dieses Konzert in der Arena statt - hallo Parkplätze ???

An diesem Mittwoch war ich schlecht drauf, ich hatte  keinen Bock und keine Motivation und überhaupt.
Määp määp määp.
Hab mich dann selber ermahnt und daran erinnert, dass es für den Bub ist und schließlich will er mit mir gehen und mit sonst niemand, das ehrt die Mama doch ungemein!
Also reiß ich mich zusammen und höre auf der Heimfahrt im Radio, dass dieses Konzert heute wegen Krankheit verschoben wird. Zuhause am Pc diese Nachricht nochmal auf ihre Richtigkeit geprüft - tatsächlich! Ich war erleichtert - es war einfach nicht der richtige Tag! Ein Gefühl von "nochmal davongekommen" beschleicht mich. Und ein bisschen schlechtes Gewissen auch.
Neuer Termin: 19. Februar
So, das war Vorgestern. Ich hab mir vorher wieder so viele Gedanken gemacht!
Eigentlich macht das niemand, wenn ein Event wie ein Konzert ansteht, dann hast du dich einfach auf einen schönen Abend zu freuen! Das machen normale Leute. Aber ich nicht, ich mach mir Sorgen.
Was, wenn ich einen Parkplatz kilometerweit weg von der Halle kriege und nicht so weit laufen kann? Was, wenn ich vor dem Einlass stundenlang stehen muss? Ich kann nicht lange stehen .. Was, wenn ich das nicht durchhalte? Die Arena hat winzig kleine Zwergensitze, was, wenn ich da nicht drauf passe? Was, wenn mein Sitznachbar ein Doofie ist und mich anmault, weil ich so viel Platz brauche? Was, wenn der Sitz zusammenbricht???
Ich hab ein Talent, mich in Dinge und Gedanken rein zu steigern. Das kann ich total gut!
Und die letzten Tage haben mein mies gelaunter Schwarzseher und mein immer positiv denkender Motivator miteinander gekämpft - ein bisschen wie "Freude" und "Kummer" in "Alles steht Kopf"


Dann kam der Mittwoch und ich war fest entschlossen, diesen Abend zu genießen! Schließlich geht's hier nicht um mich sondern um den Bub, und mit meiner Konzert-Erfahrung pack ich das locker! So schaut's aus! Towonda !!
Wir parken ca 1 km vor dem Gebäude. Ich häng mich bei meinem Sohn ein und humpel langsam voran. Mit drei kleinen Stopps schaffe ich es. Dann stehen wir ca 30 min in der Schlange. Durchhalten ruft "Freude"! Wir hören eine Durchsage, was man nicht mit in die Halle nehmen darf -  neben Koffern, Flaschen, Abendessen und seinem Pyro-Set auch keine Handtasche, die größer ist als ein DIN A4 Blatt. Ich schaue meine Tasche an und bin mir sicher, dass sie locker die richtige Größe hat, um mit aufs Konzert gehen zu dürfen. Und als ich an das junge Sicherheits-Fuzzi-Püppchen gerate, schaut sie  meine Tasche mißtrauisch an, mustert mich und zieht allen Ernstes ein DIN A4 Blatt hinterm Rücken vor, um es vor meine Tasche zu halten. Größen-check. Ich sehe runter und fange schon an zu jubeln, für mich sieht das gut aus,da bremst sie mich und zeigt mir, dass die Tasche ganze 2 cm breiter ist als erlaubt. 
Erschrockenes Schweigen.
"Nicht Ihr Ernst?!"
"Sorry, wir haben auch nur unsere Vorschriften "
"Jetzt wirklich? Sie meinen das ernst?"
"Ich kann da garnichts machen, das sind die Vorschriften. Gehen Sie bitte mit dem Kollegen mit zur Sicherheitsverwahrung."
"..." (klar, sie kann da garnichts machen, was für eine bl ...)
Der Kollege sieht mich am Arm von Sohn zu ihm humpeln, will schon das Gitter öffnen und schaut sich dann die Tasche nochmal an. Und dann sagt er, dass wir man nicht so kleinlich sein wollen und schiebt mich wieder zurück zur Eingangstreppe, an dem Sicherheits-Fuzzi-Püppchen vorbei!
HAAA! Glück gehabt!!  Ich verspreche ihm, ihn in mein Nachtgebet mit einzubeziehen und krabble, von Sohn gestützt, die Ttreppe hoch .
Jetzt bin ich schon mal gut drauf! Dem Gesetz nochmal entkommen holen wir uns Pommes und Spezi.
Unsere Sitzplätze sind im Unterrang und zu meiner großen Freude in einer Reihe Platz 1 und 2, das heißt, dass ich zwischen Sohn und Treppe sitzen werde! Kein Motzi, der mich anpöbelt!
Ich setze mich auf den Kleinkinder-Klappsitz und siehe da, es passt prima! Aber es kommt noch besser - um mich herum alles voller Glorias!! Ich falle also garnicht auf! Das Durchschnittsalter war so ü50 und ich mittendrin.
Ich fange an, mich zu entspannen. Ich fange sogar an, mich wohl zu fühlen! Unser Blick auf die Bühne ist einwandfrei und ich sehe ganz viele weiß- und grauhaarige Menschen. Queen-Fans der 1. Stunde!

Als das Konzert beginnt, als ich die Gitarre höre und den Bass im ganzen Körper spüre vergess ich all die Bedenken - "Kummer" verschwindet und "Freude" gewinnt haushoch!! Was für ein geiles Feeling!!
Der Sänger kommt mit seiner Stimme sehr nahe ans Original ran und das ist wirklich bemerkenswert!
All die 60jährigen um mich - zack alle wieder 16! Ich liebe die songs, ich seh die Leute unten miteinander tanzen, irgendwie sind alle happy! Sohn und ich singen lauthals mit, schwenken die Taschenlampenfunktion am handy und freuen uns einfach nur! 
Hat mir gut getan, das ganze Spektakel. 
Viel zu viele Sorgen gemacht und dann war ich einfach nur glücklich, zusammen mit dem Bub und Queen! 

Hier ist eine Konzert-Aufnahme in ziemlich schlechter Qualität. Das liegt an meinem Lenny. Das ist mein verdammt günstiges Handy. Es ist ein liebes Handy und auch hübsch (es ist türkis!) aber die Qualität der Aufnahmen und Fotos sind nicht der Renner. Trotzdem kann man einen kleinen Eindruck kriegen, wie es war. Obwohl wir in live einen viel besseren Blick auf die Band hatten.
Schau:

Das ist "Play the game"




Das ist "We will rock you"











Montag, 17. Februar 2020

Das Käsebrot des Grauens

Wie ich es leid bin, dieses ewige Gehumpel !!
Vor 28 (!!) Jahren ist der Unfall passiert und seitdem hab ich täglich Spaß mit meinem Fußgelenk.
Heute in der Praxisküche hat mich eine Kollegin aus der Verwaltung angesprochen, ganz verwundert, dass ich hier durch die Gänge humpel. (sie kennt mich auch erst seit 6 Jahren) Und die hat mir echt schlechtes Gewissen eingeredet. Allerdings gehört die Kollegin aus der Verwaltung auch zu den Elfen.

Frauen, Kategorie 1: Elfen
Die Elfe schwebt über den Böden der Tatsachen, trägt Kleidergröße 0, ihre Beine berühren sich nicht und mit etwas Schwung würden sie problemlos in jeden Kindersitz passen. Die Elfe huscht durch die Boutiquen und findet immer etwas sehr kleines, modisches. Die Elfe war noch nie in ihrem märchenhaften Dasein schwerer als 45 Kilo, macht Yoga und tanzt abends im Club. Gerne zieht die Elfe ihre Haut am Bauch zwischen Daumen und Zeigefinger mit Mühe vor und jammert über ihre Wahrnehmung, sie sei fett. Elfen werden von der Gesellschaft geliebt

Frauen Kategorie 2: Normalinchen
Das Normalinchen ist eine Frau, die in der Realität steht. Sie hat neben ihrer durchschnittlichen Körpergröße auch ein Idealgewicht von 65-80 Kilo und sieht dabei blendend aus. Sie trägt Kleidergröße 40 oder 42 und ähnelt daher der Königin aller Normalinchens: Marilyn Monroe. Die kleinen Defizite wie wackelnde Oberarme oder ein kleiner Muffin über dem Hosenbund gelten als normal und nicht weiter tragisch, obwohl sich das Normalinchen gerne lautstark drüber auslässt, wie dringend sie abnehmen müsste. Sie wird in jeden Klamottenkaufhaus fündig und muss sich nie Gedanken machen, ob sie in den Flugzeugsitz oder den Cafehaus-Stuhl passt.
Normalinchen werden von der Gesellschaft akzeptiert

Frauen Kategorie 3: Glorias
Die Glorias dieser Welt haben es schwer. Nicht nur beim Treppensteigen oder vom Boden aufstehen, sondern weil die Umwelt und die Gesellschaft nichts so wenig toleriert, wie ein zu dicke Frau. Bist du außerhalb der Norm, bist du untendurch. Die Glorias wiegen um die 100 Kilo, tragen Kleidergröße 50+ und finden nur schwer was schönes zum anziehen. In den großen Kaufhäusern ist zwar oft ein Eckchen für die Glorias freigehalten, aber die Auswahl ist stark begrenzt, so dass die Gloria auf spezielle, überteuerte Übergrößen-Läden ausweichen muss. Glorias werden angeglotzt, es wird getuschelt und gelacht, Glorias kriegen unschöne Namen von wildfremden Menschen an den Kopf geworfen und finden sich meistens gefangen in einer Spirale aus Wut, Frust und Seelentrost - was dann wieder was zu essen wäre. Glorias werden von der Gesellschaft gehasst

Die Kollegin Elfe hat also zu mir Gloria gesagt, ich solle doch einfach mal abnehmen!
So wie ihre Schwiegermutter. Die isst nämlich abends gern ein Brot. Das ist böse. Lass das doch einfach mal weg, hat sie gesagt. Es gibt doch so leckere Alternativen! Kollegin Elfe hat ihr schon mehrfach von ihrem Quinoa-Flohsamen-Kichererbsen-Gemüse-Pampf mit vegetarischem Pulledporksoja angeboten, aber die Schwiegermutter will einfach nicht vernünftig sein und isst weiterhin ihr Käsebrot am Abend.
Unbegreiflich.
Und ich hab schon wieder einen Dämpfer gekriegt.
Nimm halt endlich ab, lass halt einfach dieses verfluchte Käsebrot weg!









Samstag, 15. Februar 2020

Medusa im Wind

Samstag again.
Die gute Laune der letzten Wochen hat angehalten, man möchte es nicht glauben! Getrübt wurde die Stimmung nur durch elende, bleierne Müdigkeit. Ich konnte einfach nicht schlafen, drei Nächte hintereinander. Müde wie Hund aber die ganze Nacht wach gelegen. Ich komm auch nicht dahinter, warum das so war! Vollmond war auch nicht. Zwischendurch, spätestens 1 Stunde vor dem Weckerklingeln, muss ich doch mal weggenickt sein, dem unglaublichen Schmarrn nach, den ich da in den Minuten zusammen geträumt hab.
Was für ein Schwachsinn! Zu blöd, um das hier im Detail zu schreiben - es ging um einen Wald, einen hässlichen (!) Oldtimer, einen Pornodarsteller, mich auf dem Motorrad (als Kerl), Dystopie-gleichen Staatsüberwachung, Flucht, Lügen Tomatensoße und Todesangst. Kein Scherz.
Sowas wünscht man sich nach einer durchwachten Nacht vor einem langen Arbeitstag!

Heute ist es mal ganz freundlich draußen. Zumindest sieht es so aus. Mal kein Sturmwind und sogar ein bisschen Sonne. Langsam vermisse ich meinen Zopf, offene Haare bei Sturm macht jetzt nicht soo froh. Man sieht ein bisschen aus wie Medusa! Aber für einen Zopf bräuchte ich jetzt 87 Haarnadeln - auch nicht so spaßig wie man sich das vorstellt.
Nachher holen wir die Oma ab und fahren Kaffee trinken. Wir müssen alle mal raus!
Übrigens fand ich es ziemlich lustig, dass das Sturmtief Sabine hieß - so war mein Name ständig Thema und alle, die mich kennen oder je gekannt  und schon lange vergessen haben (oder verdrängt), die haben sich letzte Woche alle an mich erinnert! Find ich klasse! Auch wenn sich niemand gemeldet hat - in den Gedanken war ich zumindest!

(O Gott weißt noch, die Sabine damals .... ?!?)



Samstag, 8. Februar 2020

Namensgebung

Ganz kurz ist mir grade mein Herz stehen geblieben. Ich sitze hier, natürlich, mit meinem Handtuch um den Kopf und wollte gerade ins Mausloch, als ich auf meinem Wecker 17:53 Uhr sehe. Schockstarre! Ein schneller Blick auf den Pc und das Handy, nein Panik wieder einfahren, es ist erst 16:53 Uhr. Muss im Schlaf den Wecker verstellt haben. Meine Güte!
Ich bin nämlich eingeladen heute Abend und muss mich noch föhnen und stylen und das Geschenk verpacken! Es geht los um 18:30 Uhr. Und mit einem Schmunzeln stelle ich fest, dass ich eine uralte Morla bin! 18:30 ist eine ganz wunderbare Zeit - JETZT! Denk ich an 25 Jahre zurück, wäre 18:30 lächerlich gewesen! Da überlegt man vielleicht grade, eventuell schon ins Bad zu gehen um sich zu duschen. Treffen frühestens um neun oder zehn. Und jetzt denk ich mir, dass ich um neun oder zehn bestimmt wieder daheim sein werde. Was für ein Zeitsprung !
Früher wäre es undenkbar gewesen, an einem Samstag Abend daheim zu bleiben! Kann ich heute nicht mehr nachvollziehen, ich bin so froh, wenn ich meine Ruhe hab und meine Serien gucken kann! Aber daaaamals, als ich ungefähr so alt war wie meine Tochter (23) musste ich immer weg, immer raus und immer unterwegs sein! Stammkneipe Lollypop, Rockkneipen, Rockdiscos (heute sagt man nicht mehr Disco, heute ist es ein Club) und am liebsten Kellerkneipen!
Übrigens war die liebste aller Kellerkneipen in Nürnberg unser Mausloch! Dort hab ich meine 1. Laternenmaß getrunken und zum allerersten Mal zu "We will rock you" auf allen vieren aufm Boden geklatscht! hach ...

Das ist eine Ansicht von 1934 - in den 80ern wurde daraus eine geniale Rockkneipe, es gibt nur leider keine Fotos. Nur dieses hier.





Freitag, 7. Februar 2020

Sabine & die alten Sachen

Diese Woche war für mich auf wundersame Weise richtig gut!
Was es war, kann ich nicht sagen, aber ich hatte jeden Tag voll gute Laune. So aus dem Nichts heraus. War eine normale Arbeitswoche. Erklären kann ichs nicht.
Oder doch, ich hab rausgefunden, dass ich mich selber mit Fröhlichkeit anstecken kann. Wenn man nämlich in der Arbeit zu den Patienten so scheiss-freundlich ist und ständig lacht und lächelt, glaubt man sich irgendwann selber und grinst einfach weiter! Funktioniert!
Ausserdem hatte ich die Kleene im Labor, die ist so süß und so voller Ambition das alles zu lernen - es macht einem dann selber Spaß!
So lächelt man sich durch die Woche.
Und jetzt ist Donnerstag Abend, morgen hab ich frei und dann is Wochenende. Passt schon!

Am letzten Sonntag war ich mit Waldfeger im Museum. Da ich ja sowieso alles mag, was alt ist (bis auf manche Ommas und Oppas) war das genau meins. Museen, das ist für mich reinschlüpfen in andere Welten, andere Zeitzonen. Staunen was damals normal war, was benutzt wurde und jetzt in einem Glaskasten liegt, wo es wildfremde Leute anschauen können.
Ich hab dann ja immer eine Geschichte parat, ich stell mir dann vor, wer das in der Hand hatte, wozu es gebraucht wurde oder vielleicht sogar geliebt. Und dann bin ich völlig nostalgisch eingehüllt in längst vergangene Zeiten. Das ist klasse!


"Vergessene Dinge des Alltags" 

Sonderausstellung



Erinnerung: Der Buchstaben-Setzkasten von Waldfeger hat mich als Kind fasziniert. Man konnte die Buchstaben-Blättchen in die Pappkarton-Zeile setzen, so dass sie ein Wort ergeben. Das meistverwendete Wort hierbei ist allerdings "AUA", weil ich mir ständig die scharfen Kanten in die Finger gerammt hab!


Erinnerung: Ich hab mir Mama's Trockenhaube ausgeliehen. Ich lege den Plastikgurt um den Hals, stülpe mir die leere Plastikhaube über den Kopf und schalte das Netzteil an. Die Trockenhaube bläst sich auf und ein Gefühl von Höhle entsteht. Ich seh nur noch einen Teil der Welt, die Lautstärke und das warme Gebläse schotten mich ab von allem und ich bin völlig versunken in mir und Mama's Trockenhaube!


Mein Monchichi bekam ich mit 9. Und ich liebte es, auch wenn man damit nicht viel machen konnte. Schnuller in den Mund und feddich! Aber alle hatten eins und ich endlich auch. Im Hintergrund der Game boy. Hab nie einen gehabt, da fehlte von Anfang an das Interesse.





Wie cool - ein Brummkreisel aus Blech der tatsächlich summt, 
wenn man ihn ordentlich Schwung gibt!
 Super Sache damals.

Waldfeger hat Recht - wir liebten früher unser Spielzeug und es hat Jahrzehnte lang gehalten. Wenn ich heute einem kleinen Kind ein solches Spielzeug in die Hand drücke kann ich sicher sein, 
dass es den Tag - ach die Stunde nicht überlebt.
Waldfeger ist Erzieherin und weiß Bescheid. Warum ist das so, warum achten die Kids heute nicht auf die Sachen? Weil es keine Konsequenzen mehr gibt? Kann nicht sein oder?


Erinnerung: Sr. Adele hat uns erlaubt, einzelne Wörter in Langschrift zu schreiben, wenn uns die Stenovariante grad nicht einfällt. Wenn wir schnell schreiben können. Ich hab dan mehr Langschrift hingeknallt als Steno. Sr. Adele war not amused.


Monat Januar kann ich lesen
Das wird ein Haushaltsbuch sein, wo jeder Pfennig notiert wurde


Erinnerung: Auf dem Boden im Kinderzimmer sitzen und die Märchenplaten anhören. Wenn man umblättern sollte, erklang ein Glöckchen!


Wir mögen den Verschluß dieser Tasche.


Erinnerung: an einen schweren Hörer, an das Geräusch der Wählscheibe 
und an unsere erste Telefonnummer!



Unsere alte Dame war dunkelgrün und eine Olympia.
Fingerbrechgerät


gruselig! Der Schneider kommt halt tatsächlich reingeschossen und schneidet dem Kind die Daumen ab. Ich hab daheim sehr drauf geachtet, dass die Wohnungstür gut zu ist und der Schneider erstmal klingeln muss, wenn er rein will. Und dann mach ich einfach nicht auf!


der praktische Tragegriff. Von Quelle. Lag in der Kruschischublade vom alten Küchenkasten


Erbswurst. 1867 - 2018.
Nie probiert


ich möchte dieses Bild lieber unkommentiert lassen.
Aber dieses "Was fehlt im Haushalt" war schon lässig!


 Weiß jemand, wohin dieses kleine Kerlchen gut ist?


Melitta macht Kaffee zum Genuss
Ich erinner mich an eine pastellgrüne Kaffeekanne 


Sammeltassen. Nur zum Gucken. Und in die Vitrine stellen. Hatten alle Mamas und Omas.
Und NIX FÜR KINDERHÄNDE ...


schau. eine Brennschere! Für die elegante Wasserwelle. 
Und ein Spitzentuch für die Spitzentücher.
Musste man haben


endlich weiß ich, wie eine Geldkatze aussieht


ich stell mir halt vor, wie sich der junge Friedrich abends die Socken mit dem Sockenhalter festschnallt, sich die Haare mit Pomade an den Kopf klatscht und das Kaiser-Wilhelm-Bärtchen striegelt, um sich nachher mit seiner Else zum Tanz zu treffen !
Horrido!



Und Else kämmt ihr seidenweiches Haar, prüft ihr Gesicht im edlen Handspiegel, den ihr der Herr Papa zum Geburtstag geschenkt hat und tupft sich französisches Parfum hinters Ohr um heute Abend ihren Friedrich ganz wild zu machen


so sehr ich es versuche - ich kann mir niemanden aus meinem Bekanntenkreis
 mit Schlafhäubchen vorstellen!


ratlos


  Sie sind der Meinung, das war Spitze!



 Nachtlichter. Absolut noch nie gesehen


 Ich mochte Clementine!
Und Montags haben alle Kinderköpfe in der Klasse nach Apfelshampoo geduftet



Blechspielzeug
Ich hatte auch so eine Spardose
das war so faszinierend! Knopf drücken, Münze auflegen, wieder Knopf drücken und zack, schnellt die Münze ins Blechhäusschen.
Toll.
Konnte mich stundenlang beschäftigen!


Erinnerung: mit diesem Kochgeschirr hab ich so versunken gespielt, dass ich die ganze Welt um mich vergessen hab.
Ich war in dieser Puppenküche und das war mein Universum.
Ich möchte das wieder. Kann mir einer eine Puppenküche schenken?



 So. Und jetzt gib mal einem Kind heute so ein Spielzeug



 Kaufladen geht auch immer oder? Jede Generation. Immer


sooo schön zum erinnern:


Montag, 3. Februar 2020

der Rattenschwanz

Eine Woche und ein Wochenende später sitze ich hier, Montagabend, mal wieder mit einem Handtuch um den Kopf und schreibe. Nebenbei läuft das Album Rocketman und ich stelle überrascht fest, dass ich ein heimlicher Elton John Fan bin!
I'm still standing, yeah yeah yeah ...
Die Haare muss ich jetzt jeden zweiten Tag waschen. Ich hab sie mir schneiden lassen, und kurz wie sie jetzt sind, brauchen sie viel mehr Pflege! Geht zwar einfacher und schneller, aber ist nervig. Die langen Haare wurden jeden Sonntag gewaschen und gut is. 
Ich finds zwar gut, aber so richtig dran gewöhnt bin ich noch nicht. Zumal jetzt die Locken aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht sind und wild um sich schlagen. Trotzdem - der alte Zoft war dann doch richtig doof!
It's a little bit funny, this feeling inside ...
Eine Frau schneidet sich ja nicht einfach so 30 cm ihrer Haarpracht ab, da muss was dahinterstecken.
Und eigentlich tut es das auch, bloß nicht so konsequent, wie ich mir das ausgemalt hab. Seine Gewohnheiten kann man nicht so ohne weiteres von heute auf morgen verändern. Es sei denn, es geht um Leben und Tod. So weit bin ich noch nicht. Trotzdem hängt eins am anderen und wenn ich diesen Rattenschwanz von vorne nach hinten verfolge, lande ich immer wieder am selben Punkt. Der Startpunkt. Der Ausgangswert. The beginning. Und das ist einen langen, mühsamen Seufzer wert. Ich zeigs dir:
Hier ist mein Masterplan, beginnend mit dem Ziel
Geschafft: Ich laufe nahegehend unbeschwert und kann mit meinem Sohn und dem Papa bequem in einen unbeschwerten Urlaub fliegen, die Wege locker ablaufen, Treppen steigen, mich in jeden Stuhl setzen und mit meinem noch nicht geplanten Enkel auf dem Boden spielen.
Vorher: nach der Reha muss ich üben und trainieren
Vorher: ich muss die Reha schaffen und wieder laufen lernern
Vorher: die OP überstehen
Vorher: soviel an Gewicht verloren haben, dass meine Beine dünn genug für die OP sind
Vorher: einen Weg finden, speziell den Beinumfang zu reduzieren
Vorher: die Diät durchhalten
Vorher: eine Diät anfangen
Vorher: zu einem Venenarzt gehen
Vorher: zur Fußpflege
Vorher: Hilfe holen, damit ich mich selbst im Griff habe, vielleicht ein Gesprächskreis?
Davor: den Schalter im Hirn finden und umlegen
Start: den ersten Schritt tun
Rocketman
Ich dachte, das erste, was man da macht, ist zum Friseur zu gehen. Lebensverändernde Maßnahmen.
Aber irgendwie hör ich die Glocke nicht. Ich hab sogar einen extra-blog für die Abnehmerei, seit Jahren schon. Aber da jetzt rein zu schreiben, da hab ich ein zu großes schlechtes Gewissen.
Saturday Night's all right
Zumindest sind die Haare kurz. 
Jetzt kann ich mit den vielen Locken viel besser schwitzen. 
Aber dafür wird mir von allen Seiten gesagt, dass es besser aussieht als vorher. Immerhin. 
War auch ein echt alter Zopf, der Zopf!
Don't let the sun go down on me