Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Montag, 30. Dezember 2019

Am Besten !

Am Besten man hört System of a down richtig laut!
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Am Besten schreibe ich nach dem Duschen!
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Am Besten leuchtet der Weihnachtsbaum in völliger Dunkelheit!
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Am Besten cremt BeBe-Creme mit Sheabutter!
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Am Besten wärmeln Pullis mit zwei Ärmeln!
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Am Besten man vergisst nie auf Kleinigkeiten zu achten!
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Am Besten man schaut erst garnicht ins Fernsehprogramm!
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Am Besten man genießt seine gute Laune!
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Am Besten gönnt man sich mal was gutes!
Am Besten man schaut nicht ununterbrochen auf sein Handy!
Am Besten kocht man Gemüsepfanne mit Musik!



Love, Peace and Gulaschreste

Wir waren heute ein gutes Team, der Papa und ich. Es scheint, wir rappeln uns gut zusammen, so sohnlos wie wir sind. Zusammen geplant, eingekauft, die Großeltern bewirtet und das restliche Gulasch von gestern gegessen, dabei eine Folge Modern Family angeschaut.
Grade im Moment herrscht Harmonie pur - während Papa nach dem Duschen im Keller System of a dawn zelebriert und ich oben beim Duschen Taintet Love und ABBA mitträller, ist der Nachmittag vergangen. Es ist dunkel draußen, die Waschmaschine gurgelt vor sich hin, mein handy spielt jetzt Don't answer me und kurz wünsche ich mir den Bub herbei mit seinem neuen Lautsprecher (hihi) aber es geht auch so. Nachher wollen wir kochen, heute gibts was mit Brokkoli.
Die Betten sind frisch bezogen, die Socken gefaltet und weggeräumt, die Haare geglättet.
Läuft!

Soll jetzt nicht heißen, dass solch ein Friede Freude Eierkuchen nur herrschen kann, wenn der Sohn nicht da ist. Ne ne ne! Natürlich sind wir auch zu dritt unfassbar friedlich und entspannt, wir machen halt grad das Beste aus der Elternwaisenzeit! Der Bub hat bestimmt grade Spaß ohne Ende, da ist es nicht so schlimm, wenn ich nicht weinend im Türrahmen seines Zimmers steh und auf den leeren Computerplatz starre, sondern zu den Klängen von Kraftwerk im Schlafzimmer ein bisschen herumtanze.
Gell?



Sonntag, 29. Dezember 2019

Sohnlos

Ach der Bub! Jetzt isser weg. Zum Glück nur ein paar Tage. Er ist mit seinem Freund und dessen Familie über Silvester in Wien. Er hat bestimmt Spaß, aber in mir ist heute früh augenblicklich die Mutter-Glucke erwacht, als er sich gut gelaunt von mir verabschiedet hat. Hurra, auf ins Abenteuer! (Fanfaren erklingen)
Er wird Schloss Belvedere sehen, Museen, die Fiaker, bestimmt Sachertorte essen, die Wiener Oper, endlich mal in einem richtigen Hotel schlafen ... und ich bin hier und seufze, weil ich den Bub vermisse.
Ist irre, ich weiß, aber ich vermisse ihn. Hach-ja!
In die Oper wollen sie gehen. Donnerwetter! Wir sind sofort in den Laden um einen Anzug zu kaufen. Das erwies sich als ziemlich anstrengend, weil wir im C&A und auch im Karstadt auf uns allein gestellt waren, die Verkäufer hatten wohl Brückentag. Sakko war relativ schnell gefunden, aber die passende Hose dazu erwies sich als knifflig. Entweder stimmt der Schnitt nicht oder die Farbe oder das Material oder der Preis. Was mich restlos verwirrt hat, sind die verschiedenen Größenangaben. Da hängen Hosen nebeneinander in den Größen 102 und 26 und 52 .. WTF ??
Im Karstadt habe ich einen Verkäufer entdeckt, der sich gerade entspannt mit einem Bekannten auf arabisch unterhalten hat und ihn mir sofort geschnappt. Kundschaft! Der Bub wurde begutachtet, vermessen und in Kategorie Regular Straight fit eingeteilt - whatever! Die Sache mit der Anzughose blieb verzwickt, aber wir verlassen das Geschäft mit einem dunkelblauen Sakko, einem hellblauen Hemd, das glücklicherweise kein Beamtenhemd war und einer schönen, teuren Fliege. Der Sohn ist 18, da geht auch Jeans zum Sakko!
Kind und Eltern sind zufrieden. Darauf einen Kaffee in der Ledersofa-Lounge des Dunkin Donut.
Jetzt ist er also gut ausgestattet, der Bub, um mir in Wien keine Schande zu machen. Vielleicht kommt er ja jetzt auf den Geschmack und bleibt Hemd und Sakko treu, also auch ohne Wiener Oper! Es steht ihm gut, würde mich und vor allem die Großeltern sehr freuen. Der Haken? Solche Sachen sind nicht nur teuer, sondern auch verdammt schwer zu pflegen! Schon mal ein Herrenoberhemd gebügelt? Hölle ....

Jetzt feiert er also Silvester mit einer großen, fröhlichen, polnischen Familie. Przepija´c !
Wir sind hier nur noch zu zweit. Es werden immer weniger! Früher waren da drei Kinder, zwei Mütter, ein Papa und eine Oma. Dann entdeckte Kind1, dass feiern ohne Eltern viel lustiger ist, Kind2 zieht nach und jetzt also Kind3 auchnoch. Aber wir machen uns auch so einen schönen Abend. Erstmal Oma in der Reha besuchen und einen Kaffee abstauben. Dann ins Kino und Jumanji gucken, den ersten Teil fanden wir eh schon super (der Bub garnicht) und dann gibt's Schnittchen! Altersentsprechend! höhö
Ein bisschen nutzen wir schon aus, dass der Bub nicht da ist. Wir essen nur Sachen, die wir sonst nicht essen können weil es dem Sohn nicht schmeckt. Heute zum Beispiel gibts Gulasch mit Nudeln, dann ist noch was mit Champignons geplant und was mit Brokkoli. Schamloses Ausnutzen!
Heute Abend gibts Eltern-TV, da bin ich gespannt! Vielleicht gönnen wir uns eine Folge Monaco Franze, das fällt bei Sohn nämlich in die Schublade "alt & langweilig".












Donnerstag, 26. Dezember 2019

Merry Christmas allerseits

Weihnachten, Weihnachten, fröhliche Weihnachten ! Hurra & alles andere!
Ich mag Weihnachten. Mochte ich schon immer. Alles voller Rituale, freundlicher Menschen und feinem Essen! Leider hat sich Sohn in den Kopf gesetzt, ein Grinch zu werden. Aber solange die Mutti da ist, wird er wohl oder übel auch Weihnachten feiern müssen! Er wird tolles Weihnachtsessen akzeptieren und Geschenke auspacken, er wird Plätzchen kriegen und die Weihnachtsmusik von Pentatonix. Tja!
Wir beginnen den Tag mit Aufstehen um halb zehn und einem fulminanten Frühstück. Im Fernsehen läuft eine Sendung über die 100 lustigsten Tiere und wir sind gut gelaunt. Dann kommt der Baum ins Haus und wir schmücken, dieses Mal mit goldenen und silbernen Kugeln, ohne Schnickschnack. Es ist ein schöner Baum geworden! Übrigens der letzte seiner Art, ab 2020 wollen wir uns einen künstlichen Baum holen. Dann muss wegen uns niemals mehr eine Tanne sterben!
Ich fahr los und hol die Oma ab. Für einen Nachmittag dürfen wir sie uns ausleihen, dann muss sie wieder zurück zu den anderen Rehanisten. Es ist schön, die Oma da zu haben! Fit ist sie noch nicht, leider noch lange nicht, aber sie ist zumindest für eine kleine Zeit raus und entkommt der öden Langeweile eines Reha-Zentrums an den Feiertagen.
Tochter kommt auch, mein Glück ist perfekt.
Zum Abendessen gibts Pangasiusfilet gebraten mit Kartoffeln und unserer Spezial-Weihnachtssoße aus Lauch, Karotte, Mandeln, Sahne und Wein. Und Zwiebeln. Und Knoblauch. Und Petersilie. Und viel Liebe!
Wir kochen zu viert, alle plappern durcheinander. Ich mag das!
Tochter hat diesen Wesenszug von mir geerbt, wir lieben es beide, full house zu haben!
Das Essen ist perfekt! Einmal im Jahr kommt das "gute Geschirr" raus, das mit dem Goldrand! Ich genieße jede Minute. Und spüre den Wein, der ja auch irgendwie weg muss.
So wie die Kinder, die sich jetzt nach oben verkrümeln dürfen, während wir unten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen. 4 Stunden haben wir am Vortag investiert, um alles schön zu verpacken! Da ist alles dabei - gewünschtes, nützliches, sinnfreies, lustiges und teures Allesmögliche! Es war auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Paket Vollkornnudeln in goldenes Sternchenpapier eingewickelt hab! Ehrlich!
Die Lichter im Wohnzimmer gehen aus, die des Baumes gehen an, das Kaminfeuer auf youtube (10 Stunden!) entflammt und die Glocken aus Halberstatt erklingen - sowie das Glöckchen, das die Kinder zur Bescherung läutet. Dann stehen wir da Arm in Arm, hören "Stille Nacht" und genießen den Anblick.
Und das ist der Moment, wo all der Stress und die Gedanken und die Pflicht und die Arbeit von mir abfällt und sich stattdessen sowas wie weihnachtliche Stimmung ausbreitet.Ab jetzt nur noch genießen.
Und das tun wir ausgiebig! Wir würfeln bis um elf, alle freuen sich über die Geschenke, die zu großen Schuhe werden umgetauscht und die neue Jacke mag der Bub garnicht mehr ausziehen.
Das Fotobuch vom Urlaub auf Gran Canaria von 2000 kam gut an, ebenso der Nostalgiekalender. Und die Karten für One Vision of Queen von Mark Martel sind ein Volltreffer! Tochter ist glücklich mit ihrem neuen Werkzeugkoffer und ich hab ein Buch mit 1162 Seiten - jede so dünn wie die eines Gebetbuches. Ken Follets "Das Fundament der Ewigkeit". Happy Mama!

Ich mag Weihnachten. Am liebsten wär mir, dass unsere Traditionen für immer eingehalten werden! Auch wenn die Kinder schon selber Kinder haben. Es geht mir nicht um den christlichen Gedanken. Es geht mir um die Tradition und das Gefühl, das nur an Weihnachten kommt. Wärs nicht so überlaufen (und könnt ich gut gehen) würde ich echt gern auf den Christkindlesmarkt und durch die Gassen schlendern. Allein die Gerüche nach Glühwein und Bratwurst und Lebkuchen! Und das Geglitzer überall und wenn man Glück hat, Pferdegetrappel und Posaunenchor - da werd ich ganz weihnachtswuschig! Aber leider kannste das knicken, zu viele Leute und zuwenig gesunder Fuß. Da kann ich mich durchschieben lassen und das Kopfsteinpflaster bricht mir den Fuß endgültig vom Bein weg. Och nee.
Es geht auch so.
Was aber am schönsten war ist die Tatsache, dass wir alles zusammen gemacht haben. Als ich Plätzchen gebacken hab, waren wir in einem Raum, zum Geschenke einpacken waren wir zu dritt, beim Weihnachtseinkauf auch und beim kochen gestern sogar zu viert. Das ist das Schönste, wenn wir zusammen sind und jeder ist gut gelaunt. Das ist für mich das schönste Weihnachtsgefühl von Familie und wir gehören zusammen! Das ist mein persönlicher Weihnachtskitsch!


When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit
Every Parkhaus ist besetzt,
Weil die people fahren jetzt
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.


Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls...


Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And the jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.


Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits...



das feine Weihnachtsabendessen

Vanillekipferl

Spitzbuam ohne Spitz

Weihnachtsfrühstück. Die Semmeln dampfen noch











Sonntag, 15. Dezember 2019

Filzhut tut nicht gut

Und wieder ist ein Sonntag Abend und ich sitze hier mit meinem Handtuch um den Kopf und schreibe ins Mausloch. Ich komm grade von der Reha Klinik, wo die Oma stationiert ist.
Es ist schön zu wissen, dass es ihr gut geht. Das Laufen auf Krücken ist nie einfach und ich glaub, auch nicht ganz schmerzfrei, aber das wird sich geben. Hoffentlich bald!
Am Freitag war die Verlegung von der Klinik in die Reha. Die Klinik kann man abhaken, in jeder Hinsicht. Abgesehen von freundlichen Schwestern und einer gelungenen Operation, kannste die Hallerwiese knicken. Fängt ja schon mal an mit 1 Fernseher für 2 Leute und 1 Fernbedienung. Die Bettnachbarin hat sich die Rechte der Fernbedienung sofort gesichert und ließ die Kiste laufen von 7 Uhr früh bis tief in die Nacht. Oma hat lauter neue Serien kennengelernt, die sie niemals freiwillig anschauen würde. Sturm der Liebe oder Fackeln der Leidenschaft oder Wind der Verliebten oder wie die alle heißen. Aber Oma beschwert sich nicht, Oma schaut mit und leidet still. Die Fenster mussten auch zu bleiben - wenn einer keine frische Luft verträgt muss der andere eben im Mief dahinfristen. Und das Krankenhausessen schießt den Vogel gänzlich ab, so schlechtes Essen kam der Oma noch nie auf den Teller, da sieht  man das Stifts-Essen auf einmal in einem ganz anderen Licht! Sie hat geschworen, zu Hause dem Koch für seine Arbeit zu huldigen!
Aber jetzt ist Oma gut in der Reha untergebracht mit eigenem TV nebst Fernbedienung, eigenem Zimmer mit der Herrschaft über alle Fenster, einem größerem Bad und richtig gutem Essen!
Das Haus ist toll, die Behandlung ist toll, einziger Wermutstropfen sind hier die Tischnachbarn beim Essen, die wohl allesamt aus dem Stadtteil "Schnepfenhof" kommen. Naja, das lässt sich ertragen. Franken halt. (chrchr) schlimmer wären Leute aus Miesbach, Kleingescheid oder Boxdorf .. hahaha der musste sein!

Mittwoch war ein fieser Tag. Ich erzähls dir mal, weils sonst keiner hören will.
Geht schon gemein los mit Muskelkrämpfen in der Nacht, so dass ich, anstatt zu schlafen, die kostbare Zeit mit Rumlaufen und Wimmern verbracht hab. Früher als sonst muss ich aufstehen, früher als sonst das Haus verlassen, weil es auf dem Arbeitsweg eine Baustelle gibt, sodass ich einen Umweg fahren muss. Da die Umleitung über eine Abbiegerspur geht, hat sich da ein elend langer Stau gebildet. Gerissen wie ich bin biege ich rechts ab, wende und kann nur 1 Ampel später quer über die Kreuzung fahren, da hab ich mir mindestens 6 Ampelschaltungen gespart! Leider hatten diese geniale Idee auch andere Autofahrer, so dass es bei den Wendemanövern viel Gehupe und Geschrei gab. Und das obligatoritsche Arme-hochschmeißen, weil das nämlich ganz viel bringt!
Die Arbeit ist ganz ok, der Lehrling hält sich hauptsächlich bei mir auf, so dass ich ununterbrochen zeigen und erklären muss. Zuviel Reden ist anstrengend. Um eins ist Feierabend, um zwei beginnt das Weihnachtsessen. Ich lass mich in der Zwischenzeit ins Auto fallen, mach kurz die Augen zu und schlafe auf der Stelle ein.
Der Weg zum Steakhaus ist nicht weit - also für Normalos. Für mich ist es eine kleine Wanderung, ein Abstecher zum Geldautomaten und - o Freude, eine enge Wendeltreppe hoch auf den Restaurantbalkon.
Es hat sich ein VIP-Tisch gebildet mit den Ärtzinnen und den beiden First-Class-Arzthelferinnen (wobei der Begriff Arzthelferin bei den beiden eher maßlos untertrieben ist, Gesundheitsmanagerin oder Medizinisch-technisches-best-girl würde besser passen) und dann gab es den Tisch fürs gemeine Fußvolk. Das sind wir.
Was solls, das Essen schmeckt phantastisch!
Um halb fünf hoppel ich zu meinem Auto zurück, organisiere und ordne telefonisch mein date mit Waldfeger und stürze mich in den Feierabendverkehr zu Oma in die Klinik. Quer durch die Stadt, an 6 Baustellen vorbei, im Dunkeln, im Regen. An der Hallerwiese gibt es nur Parkplätze für die Glückskinder unter uns, also fahr ich um den Block ins Parkhaus, das überraschenderweise keinen direkten Zugang zur Klinik hat. Also raus mit der Muddi in den Regen und um den Block steil bergauf zum Eingang des Krankenhauses. Der Fuß tut weh, Muskelkater in den Beinen, Husten und nass .. erstmal hinsetzen und beruhigen.
Oma zu sehen ist schön, es tut gut zu wissen, dass alles so ist wie es sein soll, dass sie lacht, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Gut gelaunt laufe ich wieder durch den Regen um die ganze Klinik rum bis zum Parkhaus. Nur um festzustellen, dass der Automat meine Karte nicht nimmt. Ich klingle, die Dame am Mikro möchte, dass ich vorfahre, erneut klingle und dann oben in der Klinik meine Schuld begleiche. Also fahr ich vor, klingle, Klingel geht nicht. Nichts reagiert. Nach 10 Minuten entdecke ich noch eine Notklingel an der Schranke draußen im Regen. Die funktioniert, ich haste von der Schranke zum Auto, hechte hinein und krieg grad noch die Kurve, bevor die Schranke sich wieder schließt. Abenteuer Parkhaus!
Neben dem Klinikeingang befinden sich zwei Parkbuchten für Behinderte. Ich denke im Stillen "Scheiß drauf" und parke, verkehrtherum, auf dem verbotenen Platz. Nachdem ich die Gebühren bezahlt hab und wieder nach draußen komme, steht ein älterer Mann mit Filzhut neben dem Tuco.(Tuco heißt mein Auto, ist ein Hyundai Tucson) . Der Filzhut regt sich unheimlich drüber auf, dass ich da stehe, einfach so. Er schimpft und faucht und knurrt, ich warte diesen Wutanfall in Ruhe ab und bin gespannt, ob er auch noch mit dem Fuß aufstampft. Keine Lust auf Diskussionen mit Filzhüten! Er gibt keine Ruhe. Ich frage mich, was einen alten Mann veranlassen könnte, sich spät abends in den Regen an die Straße zu stellen und Falschparker anzupöbeln. Als der Filzhut den Fehler macht, einen Schritt zurück zu treten, nutze ich die Chance und schlüpfe ins Auto. Der Filzhut klopft mit seinem Stock an den Tuco und ich schau ihn giftig an mit erhobenem, mahnenden Zeigefinger! Damit hat er nicht gerechnet und ich brause davon.
Arme gelangweilte Existenz!
Ich schiebe mich durch den Verkehr bis zur Bücherei, wo ich schon wieder sträflich falsch parke, nämlich in der Fußgängerzone (OMG!!) und bringe Omas Bücher zurück. Fast warte ich ja schon drauf, diesmal aber kein Filzhut oder sonstige Hobbypolizisten, also freie Fahrt nach Hause!
Nur noch Omas Sachen in die Waschmaschine, kochen, Kind runterpfeifen und dann - FEIERABEND !

Kopf berührt Kissen und weg ist die Sabine! ;-)


Sonntag, 8. Dezember 2019

Krise überstanden


Ein wohliges Gefühl von Alles-ist-wieder-gut macht sich breit. Die frisch gewaschene Kuscheldecke um die Schultern, einen sehr großen Becher Kirschtee und eine süße Netflix-Serie am laufen - mein Sonntag Nachmittag! Und das Beste ist, dass ich wieder atmen kann! Ich freu mich sehr. Dass atmen nicht selbstverständlich ist, durfte ich die letzten zwei Wochen erfahren. Es fing mit Halsschmerzen mitten in der Nacht an, wandelte sich zu einer Erkältung und steigert sich in einen Husten, der sich bis zur Bronchitis gemausert hat. So was hab ich noch nie erlebt und ziemlich schnell festgestellt, dass es nicht schön ist, wenn man nicht frei atmen kann. Hustenkrämpfe, die einem das Gefühl geben, einen Fellballen in der Lunge zu haben, auf der einer sitzt, unter Wasser, mit Betonschuhen.
Zwei Wochen und etliche Medikamente später kann ich wieder schnaufen und freue mich darüber.  Wiedermal merke ich, wie nicht-selbstverständlich alles ist. Meine Dankbarkeit reicht zwar nicht ganz aus, um mich über den Arbeitseintritt morgen zu freuen, aber immerhin bin ich demütig genug, die neue Arbeitswoche als "wieder normal" einzustufen.
Der Franke sagt: Etz bassds widder!

Oma gehts auch wieder gut. Sie ist am Donnerstag operiert worden und liegt jetzt im Krankenhaus. Und sie macht einen ziemlich fröhlichen Eindruck, ich glaube, die Erleichterung ist grenzenlos! (Oder mindestens sehr weitläufig)
Sie ist sehr tapfer und trägt alles mit Fassung. Jetzt muss sie trainieren und üben und wird dann hoffentlich wieder so fit sein, wie vorher. Wir wünschen es ihr sooooo sehr!
So ziemlich ein Jahr lang musste sie sich quälen mit Schmerzen und der Erkenntnis, nicht so zu können, wie man gerne möchte und wie man es gewohnt ist. Das ist heftig!
Ich weiß das. So gehts mir jeden Tag. Aber ich bin da etwas mehr dran gewöhnt als sie. Bei mir zieht sich der Scheiß ja schon über Jahre und Jahrzehnte hin.
Trotzdem erwäge ich, zu einem Neurologen zu gehen und ihm mein Leid zu klagen. Nicht, damit ich jemanden die Ohren volljammern kann, sondern mit Hintergedanken! Ich bastele ja an meinem Schwerbehindertenausweis und da nehm ich, was ich kriegen kann.
Deswegen war ich auch bei meinem Rheumatologen. Das war leider ein direkter Griff ins Klo, wie sich herausgestellt hat.

(Arzt mit langsamen, polnischen Akzent)
Arzt: Na was haben wir denn?
Ich: So schlimme Gelenkschmerzen überall, zum Beispiel hier ..
Arzt: Sie waren schon länger nicht mehr da
Ich: Ja, aber es ist mittlerweile so schlimm, dass ..
Arzt: Ja ich seh schon, die Cholesterinwerte sind erhöht! Das ist nicht gut.
Ich: Das ist mir bewusst, aber ich ..
Arzt: Sehen Sie, die schlechten Blutfettwerte sich so hoch
Ich: Meine Finger und Handgelenke tun unerträglich weh und ..
Arzt: Schauen Sie (zeigt mir eine Schautafel von 1950) Das ist die Vene und das passiert, wenn man zu hohe Cholesterinwerte hat! (zeigt)
Ich: Ja das weiß ich
Arzt: Sie sollten abnehmen
(das Allheilmittel für die Schmerzen der Welt)
Ich: Ach was
Arzt: Auf dem Geburtstag von meinem Enkel gab es so gutes Essen und ich hab nur ein Stück Ananas gegessen, Sie sehen, es geht ganz einfach
Ich: Mir gehts um die Gelenkschmerzen! Finger, Schulter, Knie, Fuß ...
Arzt: Verlieren Sie ein Pfund pro Woche und nehmen Sie eine IBU
Ich: IBU hilft nicht mehr
Atzt: Doch
Ich: (merke, dass es keinen Zweck hat) schreiben Sie einen Bericht an den Hausarzt?
Arzt: Haben Sie eine Überweisung?
Ich: Hab ich in der Praxis vergessen
Arzt: Das glaube ich Ihnen nicht
Ich: ??
Atzt schiebt mich zur Tür. Rezept bekommen Sie vorne. Auf Wiedersehen

Das muss man sich mal geben! Was der jetzt wohl schreibt? Frau B. ist übergewichtig und muss Ananas essen. Mfg. Ob das hilft beim Erringen des Ausweises sei dahingestellt. Jetzt muss ich beim Neurologen kräftig Mitleid lostreten.
Und ein paar andere Ärzte noch. Wenn ich nur Zeit hätte!  Jetzt ist bei meinen neuen Zähnen tatsächlich nach 2 Wochen schon ein Stückchen abgebrochen und ich muss schon wieder zum Zahnarzt. Da dachte ich, es ist mal bissl Ruhe im Karton, aber nein, wieder quer durch die Stadt und wieder zum Zahnarzt. Dieses Jahr bestimmt schon das 20. mal. So schön isses da auch wieder nicht. Nett und lustig, aber nicht schön!

Ach und überhaupt - neue Zähne! Sechs Stück, nagelneu, sieht aus wie eine lockere Spange. Jeden Tag rausklicken, putzen und wieder einklicken. Sieht komisch aus. Und was drunter ist, sieht noch komischer aus! Sehr gewöhnungsbedürftig das ganze.
So ganz komm ich noch nicht damit zurecht, es zwickt noch und rutscht noch und irgendwie ist alles schief und krumm. Und jetzt eben auch noch mit scharfer Kante.

Aber schau, jetzt hab ich wieder schöne Beisserchen! Alles voller Zähne, ob echt oder nicht



Gestern war Nikolaus.
Und das traurige ist, es war der letzte Nikolaus! 
Wahrscheinlich. 
Seit über 20 Jahren mach ich Tüten oder Stiefel oder Säcke zurecht, kaufe Apfel Nuss und Mandelkern und ein Spielzeug. Früher hat sich unsere Nachbarin als Nikolaus verkleidet, hat aus einem mit Alufolie eingewickelten Diercke Weltatlas vorgelesen, ob die Kinder brav waren oder nicht. Später hab ich mich rausgeschlichen, die Tüten vor die Tür gestellt, Nachbarn klingeln lassen - oh der Nikolaus war da!! In letzter Zeit wurde das klingeln immer weniger, die Überraschung aber war trotzdem da, wenn auch zu 100% gespielt. Egal.
Aber gestern, das war ernüchternd. Das eine Kind war garnicht da, das andere Kind ist vor Schulerschöpfung auf dem Sofa eingepennt und der Nikolaus kam erst am 7.12.  (!!)
Ich denke, das wars dann. Übertreiben muss man es ja auch nicht, schließlich bestehe ich schon so vehement auf Weihnachten, da opfere ich eben den Nikolaus.
Schokonikoläuse werden ja trotzdem weiter verteilt und wenn irgendwann Enkel da sind, 
dann blüht die Mami wieder auf! Oder die Omi dann *lach



Hier was positives!
Benigna Munsi ist mit dem Bub in einer Klasse, das neue Christkind, und sie hat es ganz
bezaubernd gemacht!
Hier für alle, die es nicht live gesehen haben: