Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
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Sonntag, 19. Mai 2019

what a wonderful time

Ich hab mir Gedanken gemacht. Nachdem ich Rastanine die Hälfte der Flohmarktflyer gebracht habe, war ich ganz bewusst froh, dass meine Kinder nicht mehr klein sind. Auch wenn ich oft in vergangenen Zeiten schwelge und die Kindergartenzeit meiner beiden Süßen in rosarotem Licht sehe, ich bin mir sicher, das würde ich heute nicht mehr schaffen. Der große Sohn von Rastanine ist 6 Jahre, der kleine ca 9 Monate alt und was die für eine Power haben, ist irre! Mir sehr ungewohnt! Während sie versucht, den kleinen zu bändigen, haut der große ab, sie muss ihm hinterher, er krakeelt und der kleine zappelt auf dem Arm .. ich hab spontan starkes Mitleid für die arme Mama empfunden. Obwohl ich das ja auch durch hab. Tochter war auch voller Energie und der Bub fünf Jahre jünger.
Vielleicht hab ichs verdrängt, aber wenn ich scharf nachdenke sickern durch den Nebel kleine Erinnerungsfetzen. Kinder bespaßen, beschäftigen, bändigen, füttern, wickeln und nach 3 Stunden merken, dass man die Straßenschuhe noch an hat und eigentlich seit einer Stunde aufs Klo muss. Nicht allein, die kleinen Kröten laufen dir hinterher, wohin du auch gehst und lassen dir keine Chance, mal kurz durch zu schnaufen und sei's auf der Toilette. Du musst dafür sorgen, dass sie beschäftigt sind, pädagogisch wertvoll natürlich und wenns geht, ohne sich dabei mit dem großen Messer oder der Nagelfeile aufzuspießen. Dabei brüllt Rolf Zuckowski aus den Boxen, dass Stups der kleine Osterhase mal wieder auf die Nase fällt und es ist längst Zeit, das Abendessen vorzubereiten.
Und heute?
Nachdem ich ihr die Flyer gegeben hab, fahr ich entspannt nach Hause, rufe nach Sohn, um mir die schwere Einkaufstasche reintragen zu lassen und zieh mich erstmal um. Sohn lächelt, räumt die Einkäufe weg, freut sich auf das Abendessen und verschwindet im Zimmer. Ich kann in Ruhe erstmal ein Glas Eistee trinken und schauen, was sich auf facebook so tut, bevor ich in der Küche Perry Como seinen Mambo trällern lasse und ich in aller Ruhe meine Kartoffeln schälen kann.
Und mir wird bewusst, wie gut ich es jetzt hab! Sollte man nicht vergessen - wenn man einfach das tun kann, was man grade tun möchte! Und nicht auf dem Boden zum 1000sten mal "Wer war's?" nach den Regeln des Kindes spielen muss oder mit Tochter Wasserfarben zu malen incl. der Sauerei, die man danach dahat.

Sonntag 2002: 6:10 aufstehen, wickeln, füttern, anziehen, frühstücken, Spielplatz / Playmobilpark / Großeltern. Dann heimkommen, Kinder baden (!) Locken entwirren, föhnen, dann vielleicht noch schön basteln und malen und puzzeln, dann Abendessen machen, Sandmännchen, Kinder ins Bett bringen, heulendes Kind beruhigen und um neun, halb zehn tot auf das Sofa sinken.
Sonntag 2019: Um 10 Uhr überlegen, ob ich aufstehen will, frühstücken, frühstücken, frühstücken, Netflix gucken, Sohn nachwinken, wenn er sich mit seinen Freunden zum Kino trifft, überlegen, ob ich mich mit einem Buch in den Garten setze oder ins Bad gehe, Nickerchen machen, Mausloch schreiben, Ella Fitzgerald hören, Augen zumachen und nachher in Ruhe Abendessen kochen. Abends einen Film für Erwachsene gucken.

Tja ... what a woderful time !

Ob ich mich auf Enkel freue? NA KLAR !!!  


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