Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Montag, 30. Dezember 2019

Am Besten !

Am Besten man hört System of a down richtig laut!
*
Am Besten schreibe ich nach dem Duschen!
*
Am Besten leuchtet der Weihnachtsbaum in völliger Dunkelheit!
*
Am Besten cremt BeBe-Creme mit Sheabutter!
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Am Besten wärmeln Pullis mit zwei Ärmeln!
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Am Besten man vergisst nie auf Kleinigkeiten zu achten!
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Am Besten man schaut erst garnicht ins Fernsehprogramm!
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Am Besten man genießt seine gute Laune!
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Am Besten gönnt man sich mal was gutes!
Am Besten man schaut nicht ununterbrochen auf sein Handy!
Am Besten kocht man Gemüsepfanne mit Musik!



Love, Peace and Gulaschreste

Wir waren heute ein gutes Team, der Papa und ich. Es scheint, wir rappeln uns gut zusammen, so sohnlos wie wir sind. Zusammen geplant, eingekauft, die Großeltern bewirtet und das restliche Gulasch von gestern gegessen, dabei eine Folge Modern Family angeschaut.
Grade im Moment herrscht Harmonie pur - während Papa nach dem Duschen im Keller System of a dawn zelebriert und ich oben beim Duschen Taintet Love und ABBA mitträller, ist der Nachmittag vergangen. Es ist dunkel draußen, die Waschmaschine gurgelt vor sich hin, mein handy spielt jetzt Don't answer me und kurz wünsche ich mir den Bub herbei mit seinem neuen Lautsprecher (hihi) aber es geht auch so. Nachher wollen wir kochen, heute gibts was mit Brokkoli.
Die Betten sind frisch bezogen, die Socken gefaltet und weggeräumt, die Haare geglättet.
Läuft!

Soll jetzt nicht heißen, dass solch ein Friede Freude Eierkuchen nur herrschen kann, wenn der Sohn nicht da ist. Ne ne ne! Natürlich sind wir auch zu dritt unfassbar friedlich und entspannt, wir machen halt grad das Beste aus der Elternwaisenzeit! Der Bub hat bestimmt grade Spaß ohne Ende, da ist es nicht so schlimm, wenn ich nicht weinend im Türrahmen seines Zimmers steh und auf den leeren Computerplatz starre, sondern zu den Klängen von Kraftwerk im Schlafzimmer ein bisschen herumtanze.
Gell?



Sonntag, 29. Dezember 2019

Sohnlos

Ach der Bub! Jetzt isser weg. Zum Glück nur ein paar Tage. Er ist mit seinem Freund und dessen Familie über Silvester in Wien. Er hat bestimmt Spaß, aber in mir ist heute früh augenblicklich die Mutter-Glucke erwacht, als er sich gut gelaunt von mir verabschiedet hat. Hurra, auf ins Abenteuer! (Fanfaren erklingen)
Er wird Schloss Belvedere sehen, Museen, die Fiaker, bestimmt Sachertorte essen, die Wiener Oper, endlich mal in einem richtigen Hotel schlafen ... und ich bin hier und seufze, weil ich den Bub vermisse.
Ist irre, ich weiß, aber ich vermisse ihn. Hach-ja!
In die Oper wollen sie gehen. Donnerwetter! Wir sind sofort in den Laden um einen Anzug zu kaufen. Das erwies sich als ziemlich anstrengend, weil wir im C&A und auch im Karstadt auf uns allein gestellt waren, die Verkäufer hatten wohl Brückentag. Sakko war relativ schnell gefunden, aber die passende Hose dazu erwies sich als knifflig. Entweder stimmt der Schnitt nicht oder die Farbe oder das Material oder der Preis. Was mich restlos verwirrt hat, sind die verschiedenen Größenangaben. Da hängen Hosen nebeneinander in den Größen 102 und 26 und 52 .. WTF ??
Im Karstadt habe ich einen Verkäufer entdeckt, der sich gerade entspannt mit einem Bekannten auf arabisch unterhalten hat und ihn mir sofort geschnappt. Kundschaft! Der Bub wurde begutachtet, vermessen und in Kategorie Regular Straight fit eingeteilt - whatever! Die Sache mit der Anzughose blieb verzwickt, aber wir verlassen das Geschäft mit einem dunkelblauen Sakko, einem hellblauen Hemd, das glücklicherweise kein Beamtenhemd war und einer schönen, teuren Fliege. Der Sohn ist 18, da geht auch Jeans zum Sakko!
Kind und Eltern sind zufrieden. Darauf einen Kaffee in der Ledersofa-Lounge des Dunkin Donut.
Jetzt ist er also gut ausgestattet, der Bub, um mir in Wien keine Schande zu machen. Vielleicht kommt er ja jetzt auf den Geschmack und bleibt Hemd und Sakko treu, also auch ohne Wiener Oper! Es steht ihm gut, würde mich und vor allem die Großeltern sehr freuen. Der Haken? Solche Sachen sind nicht nur teuer, sondern auch verdammt schwer zu pflegen! Schon mal ein Herrenoberhemd gebügelt? Hölle ....

Jetzt feiert er also Silvester mit einer großen, fröhlichen, polnischen Familie. Przepija´c !
Wir sind hier nur noch zu zweit. Es werden immer weniger! Früher waren da drei Kinder, zwei Mütter, ein Papa und eine Oma. Dann entdeckte Kind1, dass feiern ohne Eltern viel lustiger ist, Kind2 zieht nach und jetzt also Kind3 auchnoch. Aber wir machen uns auch so einen schönen Abend. Erstmal Oma in der Reha besuchen und einen Kaffee abstauben. Dann ins Kino und Jumanji gucken, den ersten Teil fanden wir eh schon super (der Bub garnicht) und dann gibt's Schnittchen! Altersentsprechend! höhö
Ein bisschen nutzen wir schon aus, dass der Bub nicht da ist. Wir essen nur Sachen, die wir sonst nicht essen können weil es dem Sohn nicht schmeckt. Heute zum Beispiel gibts Gulasch mit Nudeln, dann ist noch was mit Champignons geplant und was mit Brokkoli. Schamloses Ausnutzen!
Heute Abend gibts Eltern-TV, da bin ich gespannt! Vielleicht gönnen wir uns eine Folge Monaco Franze, das fällt bei Sohn nämlich in die Schublade "alt & langweilig".












Donnerstag, 26. Dezember 2019

Merry Christmas allerseits

Weihnachten, Weihnachten, fröhliche Weihnachten ! Hurra & alles andere!
Ich mag Weihnachten. Mochte ich schon immer. Alles voller Rituale, freundlicher Menschen und feinem Essen! Leider hat sich Sohn in den Kopf gesetzt, ein Grinch zu werden. Aber solange die Mutti da ist, wird er wohl oder übel auch Weihnachten feiern müssen! Er wird tolles Weihnachtsessen akzeptieren und Geschenke auspacken, er wird Plätzchen kriegen und die Weihnachtsmusik von Pentatonix. Tja!
Wir beginnen den Tag mit Aufstehen um halb zehn und einem fulminanten Frühstück. Im Fernsehen läuft eine Sendung über die 100 lustigsten Tiere und wir sind gut gelaunt. Dann kommt der Baum ins Haus und wir schmücken, dieses Mal mit goldenen und silbernen Kugeln, ohne Schnickschnack. Es ist ein schöner Baum geworden! Übrigens der letzte seiner Art, ab 2020 wollen wir uns einen künstlichen Baum holen. Dann muss wegen uns niemals mehr eine Tanne sterben!
Ich fahr los und hol die Oma ab. Für einen Nachmittag dürfen wir sie uns ausleihen, dann muss sie wieder zurück zu den anderen Rehanisten. Es ist schön, die Oma da zu haben! Fit ist sie noch nicht, leider noch lange nicht, aber sie ist zumindest für eine kleine Zeit raus und entkommt der öden Langeweile eines Reha-Zentrums an den Feiertagen.
Tochter kommt auch, mein Glück ist perfekt.
Zum Abendessen gibts Pangasiusfilet gebraten mit Kartoffeln und unserer Spezial-Weihnachtssoße aus Lauch, Karotte, Mandeln, Sahne und Wein. Und Zwiebeln. Und Knoblauch. Und Petersilie. Und viel Liebe!
Wir kochen zu viert, alle plappern durcheinander. Ich mag das!
Tochter hat diesen Wesenszug von mir geerbt, wir lieben es beide, full house zu haben!
Das Essen ist perfekt! Einmal im Jahr kommt das "gute Geschirr" raus, das mit dem Goldrand! Ich genieße jede Minute. Und spüre den Wein, der ja auch irgendwie weg muss.
So wie die Kinder, die sich jetzt nach oben verkrümeln dürfen, während wir unten die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum verteilen. 4 Stunden haben wir am Vortag investiert, um alles schön zu verpacken! Da ist alles dabei - gewünschtes, nützliches, sinnfreies, lustiges und teures Allesmögliche! Es war auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein Paket Vollkornnudeln in goldenes Sternchenpapier eingewickelt hab! Ehrlich!
Die Lichter im Wohnzimmer gehen aus, die des Baumes gehen an, das Kaminfeuer auf youtube (10 Stunden!) entflammt und die Glocken aus Halberstatt erklingen - sowie das Glöckchen, das die Kinder zur Bescherung läutet. Dann stehen wir da Arm in Arm, hören "Stille Nacht" und genießen den Anblick.
Und das ist der Moment, wo all der Stress und die Gedanken und die Pflicht und die Arbeit von mir abfällt und sich stattdessen sowas wie weihnachtliche Stimmung ausbreitet.Ab jetzt nur noch genießen.
Und das tun wir ausgiebig! Wir würfeln bis um elf, alle freuen sich über die Geschenke, die zu großen Schuhe werden umgetauscht und die neue Jacke mag der Bub garnicht mehr ausziehen.
Das Fotobuch vom Urlaub auf Gran Canaria von 2000 kam gut an, ebenso der Nostalgiekalender. Und die Karten für One Vision of Queen von Mark Martel sind ein Volltreffer! Tochter ist glücklich mit ihrem neuen Werkzeugkoffer und ich hab ein Buch mit 1162 Seiten - jede so dünn wie die eines Gebetbuches. Ken Follets "Das Fundament der Ewigkeit". Happy Mama!

Ich mag Weihnachten. Am liebsten wär mir, dass unsere Traditionen für immer eingehalten werden! Auch wenn die Kinder schon selber Kinder haben. Es geht mir nicht um den christlichen Gedanken. Es geht mir um die Tradition und das Gefühl, das nur an Weihnachten kommt. Wärs nicht so überlaufen (und könnt ich gut gehen) würde ich echt gern auf den Christkindlesmarkt und durch die Gassen schlendern. Allein die Gerüche nach Glühwein und Bratwurst und Lebkuchen! Und das Geglitzer überall und wenn man Glück hat, Pferdegetrappel und Posaunenchor - da werd ich ganz weihnachtswuschig! Aber leider kannste das knicken, zu viele Leute und zuwenig gesunder Fuß. Da kann ich mich durchschieben lassen und das Kopfsteinpflaster bricht mir den Fuß endgültig vom Bein weg. Och nee.
Es geht auch so.
Was aber am schönsten war ist die Tatsache, dass wir alles zusammen gemacht haben. Als ich Plätzchen gebacken hab, waren wir in einem Raum, zum Geschenke einpacken waren wir zu dritt, beim Weihnachtseinkauf auch und beim kochen gestern sogar zu viert. Das ist das Schönste, wenn wir zusammen sind und jeder ist gut gelaunt. Das ist für mich das schönste Weihnachtsgefühl von Familie und wir gehören zusammen! Das ist mein persönlicher Weihnachtskitsch!


When the snow falls wunderbar
And the children happy are,
When the Glatteis on the street,
And we all a Glühwein need,
Then you know, es ist soweit:
She is here, the Weihnachtszeit
Every Parkhaus ist besetzt,
Weil die people fahren jetzt
All to Kaufhof, Mediamarkt,
Kriegen nearly Herzinfarkt.
Shopping hirnverbrannte things
And the Christmasglocke rings.


Mother in the kitchen bakes
Schoko-, Nuss- and Mandelkeks
Daddy in the Nebenraum
Schmücks a Riesen-Weihnachtsbaum
He is hanging auf the balls,
Then he from the Leiter falls...


Finally the Kinderlein
To the Zimmer kommen rein
And es sings the family
Schauerlich: "Oh, Chistmastree!"
And the jeder in the house
Is packing die Geschenke aus.


Merry Christmas, merry Christmas,
Hear the music, see the lights,
Frohe Weihnacht, Frohe Weihnacht,
Merry Christmas allerseits...



das feine Weihnachtsabendessen

Vanillekipferl

Spitzbuam ohne Spitz

Weihnachtsfrühstück. Die Semmeln dampfen noch











Sonntag, 15. Dezember 2019

Filzhut tut nicht gut

Und wieder ist ein Sonntag Abend und ich sitze hier mit meinem Handtuch um den Kopf und schreibe ins Mausloch. Ich komm grade von der Reha Klinik, wo die Oma stationiert ist.
Es ist schön zu wissen, dass es ihr gut geht. Das Laufen auf Krücken ist nie einfach und ich glaub, auch nicht ganz schmerzfrei, aber das wird sich geben. Hoffentlich bald!
Am Freitag war die Verlegung von der Klinik in die Reha. Die Klinik kann man abhaken, in jeder Hinsicht. Abgesehen von freundlichen Schwestern und einer gelungenen Operation, kannste die Hallerwiese knicken. Fängt ja schon mal an mit 1 Fernseher für 2 Leute und 1 Fernbedienung. Die Bettnachbarin hat sich die Rechte der Fernbedienung sofort gesichert und ließ die Kiste laufen von 7 Uhr früh bis tief in die Nacht. Oma hat lauter neue Serien kennengelernt, die sie niemals freiwillig anschauen würde. Sturm der Liebe oder Fackeln der Leidenschaft oder Wind der Verliebten oder wie die alle heißen. Aber Oma beschwert sich nicht, Oma schaut mit und leidet still. Die Fenster mussten auch zu bleiben - wenn einer keine frische Luft verträgt muss der andere eben im Mief dahinfristen. Und das Krankenhausessen schießt den Vogel gänzlich ab, so schlechtes Essen kam der Oma noch nie auf den Teller, da sieht  man das Stifts-Essen auf einmal in einem ganz anderen Licht! Sie hat geschworen, zu Hause dem Koch für seine Arbeit zu huldigen!
Aber jetzt ist Oma gut in der Reha untergebracht mit eigenem TV nebst Fernbedienung, eigenem Zimmer mit der Herrschaft über alle Fenster, einem größerem Bad und richtig gutem Essen!
Das Haus ist toll, die Behandlung ist toll, einziger Wermutstropfen sind hier die Tischnachbarn beim Essen, die wohl allesamt aus dem Stadtteil "Schnepfenhof" kommen. Naja, das lässt sich ertragen. Franken halt. (chrchr) schlimmer wären Leute aus Miesbach, Kleingescheid oder Boxdorf .. hahaha der musste sein!

Mittwoch war ein fieser Tag. Ich erzähls dir mal, weils sonst keiner hören will.
Geht schon gemein los mit Muskelkrämpfen in der Nacht, so dass ich, anstatt zu schlafen, die kostbare Zeit mit Rumlaufen und Wimmern verbracht hab. Früher als sonst muss ich aufstehen, früher als sonst das Haus verlassen, weil es auf dem Arbeitsweg eine Baustelle gibt, sodass ich einen Umweg fahren muss. Da die Umleitung über eine Abbiegerspur geht, hat sich da ein elend langer Stau gebildet. Gerissen wie ich bin biege ich rechts ab, wende und kann nur 1 Ampel später quer über die Kreuzung fahren, da hab ich mir mindestens 6 Ampelschaltungen gespart! Leider hatten diese geniale Idee auch andere Autofahrer, so dass es bei den Wendemanövern viel Gehupe und Geschrei gab. Und das obligatoritsche Arme-hochschmeißen, weil das nämlich ganz viel bringt!
Die Arbeit ist ganz ok, der Lehrling hält sich hauptsächlich bei mir auf, so dass ich ununterbrochen zeigen und erklären muss. Zuviel Reden ist anstrengend. Um eins ist Feierabend, um zwei beginnt das Weihnachtsessen. Ich lass mich in der Zwischenzeit ins Auto fallen, mach kurz die Augen zu und schlafe auf der Stelle ein.
Der Weg zum Steakhaus ist nicht weit - also für Normalos. Für mich ist es eine kleine Wanderung, ein Abstecher zum Geldautomaten und - o Freude, eine enge Wendeltreppe hoch auf den Restaurantbalkon.
Es hat sich ein VIP-Tisch gebildet mit den Ärtzinnen und den beiden First-Class-Arzthelferinnen (wobei der Begriff Arzthelferin bei den beiden eher maßlos untertrieben ist, Gesundheitsmanagerin oder Medizinisch-technisches-best-girl würde besser passen) und dann gab es den Tisch fürs gemeine Fußvolk. Das sind wir.
Was solls, das Essen schmeckt phantastisch!
Um halb fünf hoppel ich zu meinem Auto zurück, organisiere und ordne telefonisch mein date mit Waldfeger und stürze mich in den Feierabendverkehr zu Oma in die Klinik. Quer durch die Stadt, an 6 Baustellen vorbei, im Dunkeln, im Regen. An der Hallerwiese gibt es nur Parkplätze für die Glückskinder unter uns, also fahr ich um den Block ins Parkhaus, das überraschenderweise keinen direkten Zugang zur Klinik hat. Also raus mit der Muddi in den Regen und um den Block steil bergauf zum Eingang des Krankenhauses. Der Fuß tut weh, Muskelkater in den Beinen, Husten und nass .. erstmal hinsetzen und beruhigen.
Oma zu sehen ist schön, es tut gut zu wissen, dass alles so ist wie es sein soll, dass sie lacht, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Gut gelaunt laufe ich wieder durch den Regen um die ganze Klinik rum bis zum Parkhaus. Nur um festzustellen, dass der Automat meine Karte nicht nimmt. Ich klingle, die Dame am Mikro möchte, dass ich vorfahre, erneut klingle und dann oben in der Klinik meine Schuld begleiche. Also fahr ich vor, klingle, Klingel geht nicht. Nichts reagiert. Nach 10 Minuten entdecke ich noch eine Notklingel an der Schranke draußen im Regen. Die funktioniert, ich haste von der Schranke zum Auto, hechte hinein und krieg grad noch die Kurve, bevor die Schranke sich wieder schließt. Abenteuer Parkhaus!
Neben dem Klinikeingang befinden sich zwei Parkbuchten für Behinderte. Ich denke im Stillen "Scheiß drauf" und parke, verkehrtherum, auf dem verbotenen Platz. Nachdem ich die Gebühren bezahlt hab und wieder nach draußen komme, steht ein älterer Mann mit Filzhut neben dem Tuco.(Tuco heißt mein Auto, ist ein Hyundai Tucson) . Der Filzhut regt sich unheimlich drüber auf, dass ich da stehe, einfach so. Er schimpft und faucht und knurrt, ich warte diesen Wutanfall in Ruhe ab und bin gespannt, ob er auch noch mit dem Fuß aufstampft. Keine Lust auf Diskussionen mit Filzhüten! Er gibt keine Ruhe. Ich frage mich, was einen alten Mann veranlassen könnte, sich spät abends in den Regen an die Straße zu stellen und Falschparker anzupöbeln. Als der Filzhut den Fehler macht, einen Schritt zurück zu treten, nutze ich die Chance und schlüpfe ins Auto. Der Filzhut klopft mit seinem Stock an den Tuco und ich schau ihn giftig an mit erhobenem, mahnenden Zeigefinger! Damit hat er nicht gerechnet und ich brause davon.
Arme gelangweilte Existenz!
Ich schiebe mich durch den Verkehr bis zur Bücherei, wo ich schon wieder sträflich falsch parke, nämlich in der Fußgängerzone (OMG!!) und bringe Omas Bücher zurück. Fast warte ich ja schon drauf, diesmal aber kein Filzhut oder sonstige Hobbypolizisten, also freie Fahrt nach Hause!
Nur noch Omas Sachen in die Waschmaschine, kochen, Kind runterpfeifen und dann - FEIERABEND !

Kopf berührt Kissen und weg ist die Sabine! ;-)


Sonntag, 8. Dezember 2019

Krise überstanden


Ein wohliges Gefühl von Alles-ist-wieder-gut macht sich breit. Die frisch gewaschene Kuscheldecke um die Schultern, einen sehr großen Becher Kirschtee und eine süße Netflix-Serie am laufen - mein Sonntag Nachmittag! Und das Beste ist, dass ich wieder atmen kann! Ich freu mich sehr. Dass atmen nicht selbstverständlich ist, durfte ich die letzten zwei Wochen erfahren. Es fing mit Halsschmerzen mitten in der Nacht an, wandelte sich zu einer Erkältung und steigert sich in einen Husten, der sich bis zur Bronchitis gemausert hat. So was hab ich noch nie erlebt und ziemlich schnell festgestellt, dass es nicht schön ist, wenn man nicht frei atmen kann. Hustenkrämpfe, die einem das Gefühl geben, einen Fellballen in der Lunge zu haben, auf der einer sitzt, unter Wasser, mit Betonschuhen.
Zwei Wochen und etliche Medikamente später kann ich wieder schnaufen und freue mich darüber.  Wiedermal merke ich, wie nicht-selbstverständlich alles ist. Meine Dankbarkeit reicht zwar nicht ganz aus, um mich über den Arbeitseintritt morgen zu freuen, aber immerhin bin ich demütig genug, die neue Arbeitswoche als "wieder normal" einzustufen.
Der Franke sagt: Etz bassds widder!

Oma gehts auch wieder gut. Sie ist am Donnerstag operiert worden und liegt jetzt im Krankenhaus. Und sie macht einen ziemlich fröhlichen Eindruck, ich glaube, die Erleichterung ist grenzenlos! (Oder mindestens sehr weitläufig)
Sie ist sehr tapfer und trägt alles mit Fassung. Jetzt muss sie trainieren und üben und wird dann hoffentlich wieder so fit sein, wie vorher. Wir wünschen es ihr sooooo sehr!
So ziemlich ein Jahr lang musste sie sich quälen mit Schmerzen und der Erkenntnis, nicht so zu können, wie man gerne möchte und wie man es gewohnt ist. Das ist heftig!
Ich weiß das. So gehts mir jeden Tag. Aber ich bin da etwas mehr dran gewöhnt als sie. Bei mir zieht sich der Scheiß ja schon über Jahre und Jahrzehnte hin.
Trotzdem erwäge ich, zu einem Neurologen zu gehen und ihm mein Leid zu klagen. Nicht, damit ich jemanden die Ohren volljammern kann, sondern mit Hintergedanken! Ich bastele ja an meinem Schwerbehindertenausweis und da nehm ich, was ich kriegen kann.
Deswegen war ich auch bei meinem Rheumatologen. Das war leider ein direkter Griff ins Klo, wie sich herausgestellt hat.

(Arzt mit langsamen, polnischen Akzent)
Arzt: Na was haben wir denn?
Ich: So schlimme Gelenkschmerzen überall, zum Beispiel hier ..
Arzt: Sie waren schon länger nicht mehr da
Ich: Ja, aber es ist mittlerweile so schlimm, dass ..
Arzt: Ja ich seh schon, die Cholesterinwerte sind erhöht! Das ist nicht gut.
Ich: Das ist mir bewusst, aber ich ..
Arzt: Sehen Sie, die schlechten Blutfettwerte sich so hoch
Ich: Meine Finger und Handgelenke tun unerträglich weh und ..
Arzt: Schauen Sie (zeigt mir eine Schautafel von 1950) Das ist die Vene und das passiert, wenn man zu hohe Cholesterinwerte hat! (zeigt)
Ich: Ja das weiß ich
Arzt: Sie sollten abnehmen
(das Allheilmittel für die Schmerzen der Welt)
Ich: Ach was
Arzt: Auf dem Geburtstag von meinem Enkel gab es so gutes Essen und ich hab nur ein Stück Ananas gegessen, Sie sehen, es geht ganz einfach
Ich: Mir gehts um die Gelenkschmerzen! Finger, Schulter, Knie, Fuß ...
Arzt: Verlieren Sie ein Pfund pro Woche und nehmen Sie eine IBU
Ich: IBU hilft nicht mehr
Atzt: Doch
Ich: (merke, dass es keinen Zweck hat) schreiben Sie einen Bericht an den Hausarzt?
Arzt: Haben Sie eine Überweisung?
Ich: Hab ich in der Praxis vergessen
Arzt: Das glaube ich Ihnen nicht
Ich: ??
Atzt schiebt mich zur Tür. Rezept bekommen Sie vorne. Auf Wiedersehen

Das muss man sich mal geben! Was der jetzt wohl schreibt? Frau B. ist übergewichtig und muss Ananas essen. Mfg. Ob das hilft beim Erringen des Ausweises sei dahingestellt. Jetzt muss ich beim Neurologen kräftig Mitleid lostreten.
Und ein paar andere Ärzte noch. Wenn ich nur Zeit hätte!  Jetzt ist bei meinen neuen Zähnen tatsächlich nach 2 Wochen schon ein Stückchen abgebrochen und ich muss schon wieder zum Zahnarzt. Da dachte ich, es ist mal bissl Ruhe im Karton, aber nein, wieder quer durch die Stadt und wieder zum Zahnarzt. Dieses Jahr bestimmt schon das 20. mal. So schön isses da auch wieder nicht. Nett und lustig, aber nicht schön!

Ach und überhaupt - neue Zähne! Sechs Stück, nagelneu, sieht aus wie eine lockere Spange. Jeden Tag rausklicken, putzen und wieder einklicken. Sieht komisch aus. Und was drunter ist, sieht noch komischer aus! Sehr gewöhnungsbedürftig das ganze.
So ganz komm ich noch nicht damit zurecht, es zwickt noch und rutscht noch und irgendwie ist alles schief und krumm. Und jetzt eben auch noch mit scharfer Kante.

Aber schau, jetzt hab ich wieder schöne Beisserchen! Alles voller Zähne, ob echt oder nicht



Gestern war Nikolaus.
Und das traurige ist, es war der letzte Nikolaus! 
Wahrscheinlich. 
Seit über 20 Jahren mach ich Tüten oder Stiefel oder Säcke zurecht, kaufe Apfel Nuss und Mandelkern und ein Spielzeug. Früher hat sich unsere Nachbarin als Nikolaus verkleidet, hat aus einem mit Alufolie eingewickelten Diercke Weltatlas vorgelesen, ob die Kinder brav waren oder nicht. Später hab ich mich rausgeschlichen, die Tüten vor die Tür gestellt, Nachbarn klingeln lassen - oh der Nikolaus war da!! In letzter Zeit wurde das klingeln immer weniger, die Überraschung aber war trotzdem da, wenn auch zu 100% gespielt. Egal.
Aber gestern, das war ernüchternd. Das eine Kind war garnicht da, das andere Kind ist vor Schulerschöpfung auf dem Sofa eingepennt und der Nikolaus kam erst am 7.12.  (!!)
Ich denke, das wars dann. Übertreiben muss man es ja auch nicht, schließlich bestehe ich schon so vehement auf Weihnachten, da opfere ich eben den Nikolaus.
Schokonikoläuse werden ja trotzdem weiter verteilt und wenn irgendwann Enkel da sind, 
dann blüht die Mami wieder auf! Oder die Omi dann *lach



Hier was positives!
Benigna Munsi ist mit dem Bub in einer Klasse, das neue Christkind, und sie hat es ganz
bezaubernd gemacht!
Hier für alle, die es nicht live gesehen haben:



Dienstag, 26. November 2019

die Sicht der Dinge

Es ist eigentlich verblüffend, wenn man sich so vor Augen hält, wie unterschiedlich die Ansichten, Meinungen und Geschmäcker der Leute sind. Jeden Tag wird man damit konfrontiert, auf der Straße oder der Arbeit oder zu Hause, im Netz oder im TV.
Das fängt schon in der Früh an, wenn man zur Arbeit fährt. Ich bin, und war immer, der Meinung, frühmorgens sollte man zügig vorankommen, der Arbeitsbeginn richtet sich nicht nach der Verkehrslage oder dem Gemüt der Autofahrer. Während manch einer sich früh um dreiviertel acht vom Wind über die Kreuzung treiben lässt, trete ich dann doch eher aufs Gas, weil ich einigermaßen pünktlich kommen will. Haben die alle soviel Zeit übrig?
Oder während der Arbeit. Smalltalk. Wenn echt viel los ist und die Hütte brennt, wenn ich versuche, zu überleben kommen manche mit smalltalk daher. Da hab ich keinen Nerv! Erst schimpfen und motzen und dann im Zimmer übers Wetter reden oder über die Wirtschaftlichkeit der Ärtzeschaft oder über das aktuelle Christkind. Bla bla bla. Da muss ich mich echt zusammenreißen.
Klar auseinander geht auch der Musikgeschmack. Immer wieder bin ich baff erstaunt, wie einem das Herz aufgehen kann, wenn man Schlager hört oder (O-Ton Sohn:) Jazz für Fortgeschrittene.
Hab ich wieder was gelernt, das, was ich als Jazz bevorzuge, läuft in Kennerkreisen unter "Jazz für Anfänger". Zum Beispiel Etta James, Otis Redding oder Billie Holiday. Damit kann ich aber gut leben.
Auch die Ansichten und die Wahrnehmung zu Hause gehen weit auseinander. Es gibt Leute, die mögen ihr Heim am liebsten minimalistisch eingerichtet. Weiß und kahl und mit möglichst wenig Deko. Dann gibt es andere, die es gemütlich mögen. Dazu gehört auch die freie Fläche. Wenn du eine oder zwei freie Flächen zu Hause hast, zB ein Tisch oder eine Anrichte, wirkt alles gleich viel ordentlicher. Das finde ich gut - sofern man die Zeit dazu hat. Ich finde, es gibt wichtigeres, als ständig in der Wohnung rum zu räumen. Ich setz mich lieber mit meinem Kind hin und hör zu, was es zu sagen hat als zu räumen auf Teufel komm raus! Bisschen Unordnung macht Gemütlichkeit! Aufgeräumt wird, wenn ich a) Zeit dazu hab, das heißt, echt nicht nach einem langen Arbeitstag und b) wenn es die immer anwesenden Schmerzen zulassen. So ist das.
Manchmal frage ich mich, ob es das Umfeld ermessen kann, was es bedeutet, wenn man immer und ständig von Schmerzen begleitet wird. Was es nicht nur mit dem Körper sondern auch mit dem Gemüt anstellt, wenn man vor lauter Leiden zu nix anderem mehr kommt. Aufpassen muss man allerdings, dass es nicht überhand nimmt. Dass einen die Schmerzen nicht auffressen und dann geht nämlich garnichts mehr.
Aber das kann man nur wissen, wenn man mittendrin steckt. Von außen wirkt man meist ganz anders. Auch wenn man denkt, man kommt gut rüber, wird man trotzdem gefragt, ob irgendwas ist.
Weil ein anderer vielleicht ein völlig anderes Bild von einem hat. Und dann steht man da und staunt, weil man doch dachte, man macht alles richtig. Es wäre wirklich interessant, wie man auf andere wirkt in der Art, wie man ist und dem, was man sagt und tut.
Umgekehrt ist es ja auch so, man schätzt sein Gegenüber oft völlig anders ein, als er eigentlich drauf ist. Und man zieht Konsequenzen aus seinem Urteil, behandelt den anderen mit Samthandschuhen um den großen Knall zu vermeiden oder aus Mitleid oder aus reinem Selbstschutz. Es kann ja auch ziemlich gefährlich werden. Während jedes Kind weiß (oder wissen sollte), dass man zB mit einem Betrunkenen nicht diskutieren sollte, weil es echt nix bringt, legt es ein anderer vielleicht volles Rohr drauf an, und dann hat man Schawupp den schönsten Krach auf dem Teller!
Die Wahrnehmung ist so unterschiedlich.
Aber man hat auch immer die Wahl. Fühl ich mich jetzt verletzt? Oder missverstanden? Oder beleidigt oder wütend, wenn man von anderen falsch eingeschätzt wird?
Die Kernfrage ist, was bringt das? Was stellt es mit mir an, wenn ich mich durch Handlung, Blicke oder Kommentare angegriffen fühle. Ich finde, nüchtern betrachtet, hilft da nur eins:

Cool bleiben, Empathie zeigen, und akzeptieren, dass meine Wahrnehmung nicht die der anderen sein muss.
Und - janz wichtig - das Übel nicht persönlich nehmen. Das brodelt nur in einem und man knallt  gegen eine Wand. Dann ist man sauer und wütend auf den anderen.

Mein Lieblings-Smaragdgrün kann für jemand anderen tatsächlich ein doofes Brokkoli-Schlammgrün sein. Muss man einfach akzeptieren!



Sonntag, 17. November 2019

der Weihnachts-Hau

Weihnachten naht.
Es naht nicht nur, es galoppiert auf mich zu!
Dieses Jahr entgehe ich sogar der alljährlichen Vorweihnachts-Panik und weiß, was ich verschenken möchte. So im Groben. Teilweise sind die Sachen ziemlich teuer, aber dann denk ich mir: wat mutt dat mutt! Außerdem hab ich ja extra für Weihnachten was gespart. Also. Und ich erfülle gern Herzenswünsche, da fühl ich mich wie eine besonders gute Weihnachtsmutti!
Zwischendrin fallen mir immer wieder Sachen ein, die dem anderen echt Freude machen könnten! Gestern zum  Beispiel. Wir haben uns im Kino "Zombieland2" angeschaut und sind dann gut gelaunt zum Griechen unserer Wahl gefahren. Und bei der Hälfte vom Weißwein kommt mir eine klasse Idee! Das erfordert zwar einen Haufen Arbeit, ist aber echt gut. Es ist so schwer, jemanden für irgendwas zu begeistern, der keine Geschenke haben will (offiziell) und keine großartigen Interessen an irgendwas hat.Würden an Bescherung dann tatsächlich die ungewünschten Geschenke fehlen, wären die Gesichter ziemlich lang.
Ich brauch nix bedeutet nicht zwangsläufig ich würde mich über echt garnichts freuen! Im Gegenteil. Und andersrum. Kompliziert. Hä?
Ich hab es ja schon lieber einfach, bloß brauchts dazu in der Weihnachtszeit glänzende Ideen!
Es gibt ja auch noch die Wunschzettel. Während der beim einen über die Füße rollt, könnte der andere auf einem post-it Platz finden und wieder ein anderer ist erst garnicht vorhanden.
Geschenke müssen sein.
Baum muss sein.
Weihnachtszauber muss sein! So will es das Gesetz! Ich hab viel aufgegeben, ich hab viel eingesteckt und mich von vielem verabschiedet. Dinge wie rennen, hüpfen, tanzen, in die Hocke gehen. Ich werde in meinem Leben nie mehr einen Purzelbaum schlagen, aber meinen Weihnachtszauber will ich haben! Verflixt nochmal!
Dazu gehören eben Geschenke. Und zwar solche, bei denen man sich echt Gedanken macht. Deswegen mag ich auch keine Gutscheine verschenken. Es sei denn, der Gutschein beinhaltet ein event, das erst noch kommt. Dann gehts.
Und der Baum, der muss auch sein. Gestern beim Suflaki kam mir die Erkenntnis, wie geheuchelt meine Baumliebe ist, wenn wegen mir jedes Jahr eine kleine Tanne sterben muss. Eigentlich ein No-Go!
Die Alternative? Ein künstlicher Baum. Ich überlege noch, ob ich mich mit dem Gedanken anfreunden kann, dass mein geliebter Weihnachtsbaum nicht nach Weihnachtsbaum riecht sondern vielleicht nach Industriekleber. Dafür könnte er mich für den Rest meiner Weihnachten begleiten. Und mein Gewissen wär ein bisschen sauberer. Schaffen wir das, dass wir am heilig Abend um einen Industrieklebebaum stehen, Stille Nacht hören und uns von den Lichtern am Plastikzweig verzaubern lassen?
Wenn es nach den Männern im Haus gehen würde, wär Weihnachten ziemlich erbärmlich.
Gar kein Baum, der am Vormittag geschmückt werden muss. Keine Weihnachtsmusik, keine Geschenke, keine Plätzchen, kein Würfeln. Was dann? Weihnachtsessen und dann Glotze an. Ist dir schonmal aufgefallen, dass an hl. Abend nur Gewaltfilme gezeigt werden?
(entsetztes Kopfschütteln)
Zum Glück bin ich ja noch da und ich hab Unterstützung in Form von Tochter, die den selben Weihnachtlichen Hau hat wie ich. Zusammen zwingen wir die Männer in die Knie und feiern ein fröhliches, kitschiges, traditionelles Weihnachten mit allem was dazu gehört!
Und ganz vielen Geschenken!




Sonntag, 10. November 2019

Ich habe heute leider kein Sofa für dich

Flucht aus dem heimischen Wohnzimmer! Dort tobt der leibhaftige Frust über das verlorene Fußballspiel. Ich bin ja stets versucht, nach zu empfinden, worum es eigentlich geht. So stehe ich der "irgendwer : 0" - Wut mit einem großen, roten Fragezeichen über dem Kopf gegenüber. Und dann frag ich mich, was mich wohl so auf die Palme (oder den Rand der Klippe) bringen würde. Was wäre so schlimm? Was lässt die Welt zusammenbrechen, was vernichtet alles Gute um einen herum und stürzt die Welt in Finsternis und Verderben? Wenn die geliebte Netflix-Serie zu Ende geht? Wenn das tolle Buch ausgelesen ist? Wenn sich die Ärzte trennen? Wenn der Kuchen anbrennt, schon wieder? Ich denke, das reicht alles nicht. Ok, wenn du ein richtig, richtig gutes Buch liest, das deine Gedanken wochenlang fesselt und es dann einfach so aus dem Nichts zu Ende gelesen ist, da kann schon mal das ein oder andere Tränchen fließen. Und dann braucht es auch einige Zeit, bis ich bereit bin für eine neue Geschichte. Aber das reicht nicht. Wenn ich weitergrüble, was schlimm zu verkraften wäre für mich, dann fällt mir ein übervoller Bestellkalender im Labor ein, eine Grippe-Impf-Flut. Das kann einen durchaus wütend machen, vor allem, wenn man um 10 Uhr Vormittags schon weiß, dass man nach Feierabend um 18 Uhr deswegen noch weiterarbeiten muss. Oder wenn Teambesprechung ist mit Themen, die mich halt so garnicht interessieren. Und ich müde bin wie eine Eule am Tag (cooler Vergleich, gell?). Oder wenn ich nach einem langen anstrengenden Tag noch einkaufen und kochen muss. Oder wenn ich mich drauf freue, endlich heim zu kommen, aber die anderen nicht?
Reicht noch immer nicht.
Was könnte so schlimm sein wie wenn der Club verliert?
Also, wenn ich davon ausgehe, dass mir die Einsicht und das Verständnis für einen Dolchstoß dieser Art wahrscheinlich immer verwehrt bleiben wird, kann ich nur klägliche Vergleichsversuche anstellen.
Trotzdem möchte ich wissen, was so fürchterlich sein könnte, dass die restliche Familie fluchtartig das Wohnzimmer mit Couch und Kuscheldecke verlassen lässt. Weil der Frust so groß ist, dass Türen und Klappen knallen, Öfen mit dem Fuß zugetreten werden und Geschirr in die Spüle gepfeffert wird, ganz egal ob zerbrechlich oder nicht, fluchend und schimpfend.

Ok, also, wenn ich mir vorstell, dass ich mich tierisch beeilen müsste weil ich verschlafen hätte, der Kaffee fiele aus, das Auto wäre zugeparkt, es würde regnen, vor mir schleichen die anderen dahin und ließen sich im Winde treiben, ich würde zu spät kommen und finge abgehetzt meine Arbeit an, es wäre 20 Grad zu heiß im Labor, die Leute würden Schlange stehen und ständig schimpfen, es wäre Teambesprechung und die Mittagspause fiele flach, ich müsste am Nachmittag wie am Fließband impfen und dadurch meine eigentliche Laborarbeit nach Dienstschluss zu tun wäre, wenn ich im dunkeln zum Supermarkt fahren müsste ohne Plan, was ich kaufen soll, danach zu Hause ewig einen Parkplatz suchen müsste und die Einkaufstasche im Regen 2 km zur Wohnung schleppen müsste, obwohl mir der Fuß tödlich weh tut und ich in eine Pfütze stolpere, wenn daheim alles dunkel ist weil geschlafen oder gedaddelt wird und mir keiner helfen würde, wenn ich völlig erschöpft kochen müsste und ich die Eier vergessen hätte und ich improvisieren müsste, wenn das Essen dann nicht schmeckt und die anwesenden Herren grantig sind und einer von ihnen während des Essens noch seine Socken auszieht um sich wieder hin zu legen (ohne Worte) und würde ich danach was im TV anschauen müssen, was ich eigentlich garnicht anschauen will  und müsste dann noch feststellen, dass die Schokolade alle ist -
dann, aber nur vielleicht, würde ich im Ansatz ermessen können,
was es bedeutet,
wenn der Club schlecht spielt!




Samstag, 2. November 2019

mit Männern in der Stadt

Vorab muss man sagen, dass der gute Wille auf jeden Fall da war!

Der Bub musste zum Augenarzt. Der hat seine Praxis in der Innenstadt, so dass wir den Arztbesuch gleich mit einem Bummel in der Stadt verbinden wollten. Geplant war, nach dem Arzt die Eissaison zu beenden, im U-Comix nach Weihnachtswünschen zu stöbern und dann wieder heim zu fahren.
Als wir vom Arzt raus sind, wars dem Bub sehr kalt. Das liegt zum einen daran, dass Ende Oktober war und zum anderen, dass er keine Jacke mitnehmen wollte. Auch nicht auf elterliches Anraten hin.
Als Vollblutmutti bin ich mit dem Kinde zack in den nächsten Laden, einen Pulli kaufen. Pullis kann man nicht genug haben, das passt schon. Dass der Karstadt so große Auswahl hat, kann ja keiner wissen! Wir haben also ziemlich viel Zeit auf der Suche nach dem einzigen und wahren Pullover verbracht, bis sich Sohn für ein schönes, dunkelrotes Modell entschieden hat.
Mit gewärmten Kind wollten wir weiter, haben aber gemerkt, dass der Hunger größer ist als die Lust auf Eis. Trotz warmen Pulli!
Ich: " was wollen wir denn? Hier gibt es ein tolles Restaurant im Haus, vielleicht ne Kleinigkeit? Oder rüber zum Vapiano?"
Kind: "Keine Ahnung"
Papa: "mir egal"
Wir machen einen kleinen Rundgang durch das tolle Karstadt-Lokal, ich hätt viel gesehen auf dem Buffet, aber die Herren waren nicht angetan. Also weiter.
Auf der Straße teilen wir uns auf, Papa wollte nur schnell zur Bank, ich stand direkt vor einem dm-Drogeriemarkt, also bitte! Klar bin ich da rein, ein dm ist unvorbeigehbar! Sohn kommt mir, schlappt ergeben hinter mir her. Ich suche eine bestimmte Gesichts-Waschcreme, die nicht zu finden war. Sohn bietet mir etliche Alternativen an, von Bodylotion bis Handwaschseife. Isser nicht süß?!
Wir verlassen den dm MIT OHNE WAS!!!! und stehen vor einem Bratwursthäuschen.
Ich: "wollt ihr ein Bratwurstbrötchen?"
Sohn: " weiß net, schau mer mal weiter"
Papa: "mir egal, wenn ihr wollt"
Nachdem ich eh grade nichts härtetes als ein Salatblatt beißen kann ziehen wir weiter, Richtung U-Comix. Unterwegs stoßen wir auf ein weiteres Imbiss-Häuschen und machen halt. Ich hab Hunger, Pommes gehen. Wir versorgen uns und setzen uns auf eine Bank zwischen Kaufhof und City Point, umrahmt von Baustelle, Baustellenlaster und kaltem Wind. Papa will sich nicht setzen, Sohn friert. Trotz dunkelrotem Pulli!
Die Pommes sind elend klein und dünn und ich kaue auf den Felgen.
Es war also sehr gemütlich.
Im Comicladen wars warm und voll. Ich möchte stöbern, suchen, gucken, stehenbleiben, lesen und entdecken. Sohn erzählt mir unbeeindruckt von seiner Umgebung, von Liedern, Geschichten und Interpreten - sorry Bub, ich weiß es einfach nicht mehr. Dann entdeckt der Sohn die Mangas und weg war er.
Ich seh so einiges, und im Keller des Hauses erschlägt uns eine Auswahl an Gesellschaftsspielen! Wir wollten - oder besser gesagt ich wollte ein Spiel für uns alle kaufen, das wir an heilig Abend spielen könnten. Schließlich haben wir alle wenig Wünsche dieses Jahr und damit könnte man die Zeit gut rum bringen.
Jetzt find erstmal was in dieser Menge! Es ist super warm und ich würd mich so gern hinsetzen, da sind aber nur ein paar Klappstühle, die nicht sehr vertrauenserweckend aussehen.
Sohn hat keinen Bock mehr, Papa sucht tapfer weiter, mir zuliebe. Aber schließlich geben wir auf.
Wieder auf der Straße fällt mir auf, dass ich Lust auf einen Kaffee im Literaturcafe hab, sehr sogar! Und ich frag nicht lang, ich sag einfach Bescheid, DASS wir jetzt in dieses Cafe gehen!
(wir überspringen "Wie wärs mit nem Kaffee?" "Weiß net" "Mir egal, wenn ihr wollt")
Dieses Cafe, das gemütlich ist, mit nettem Publikum, mit feinem Kaffee und vor allem gleich um die Ecke. Und geschlossen.
Das F-Wort geistert mir im Kopf rum. Aber ich lass nicht locker, weiter vorne gibts das Fränk'ness, da besteh ich einfach drauf. Und wir sitzen da in stylischer Umgebung an wuchtigen Tischen auf Kunstfellen, trinken Kaffee und Tee und grübeln vor uns hin.
Bis auf den Augenarzt kann ich eigentlich nichts abhaken.
Und ich weiß auch woran es liegt - sorry Männer, aber zum goochern und stöbern in der Stadt braucht eine Frau etwas weibliches an ihrer Seite. Im Idealfall eine Tochter, Mutter, Schwester oder Freundin.
Ich hab euch sehr lieb, aber das haken wir mal lieber ab.Und ich glaube, da seid ihr mir auch nicht böse.








Dienstag, 29. Oktober 2019

trau keinem hübschen Zahnarzt

Endlich Urlaub! Eine ganze Woche. Die Tage vor der Woche war ich auch schon daheim, aber das zählt irgendwie nicht. Krank geschrieben. Und zu allem Übel noch einen fiesen Zahnarzttermin, zum Vorbereiten auf das Implantat. Dieses Implantat schwebt schon lange über mir wie so ein Schwert. War's Damokles? Ich wusste nicht, was für ein Implantat das wird, ich wusste nur, es wird scheußlich. Der Termin und dieses Ding. Erst sagt der hübsche Zahnarzt, dass es gar nicht schlimm wird, nur zeit-intensiv. Das klingt beruhigend, allerdings bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher, ob ich ihm da jedesmal direkt glauben kann. Naiv-aufgeregt sitze ich auf dem Behandlungsstuhl und kriege erstmal erklärt, was mich erwartet. Und jetzt weiß ich auch, wie dieses Implantat aussieht. Von außen nämlich super, aber es wird mich ab Weihnachten für den Rest meines Lebens ein Draht im Mund begleiten, der innen an den unteren Schneidezähnen entlangläuft. Man wird sehen.
Es wird gesägt und geschliffen und gefräst (kein Witz!) und gesaugt und geblutet .. ich hab die Augen zu und singe im Geiste "Take me home Country Road", insgesamt 6x. Und es werden Abdrücke gemacht, so 4 oder 6 Stück, da haste den Mund voll mit dem Stahlträger voller Zeug, wie ne komplette Tube Zahnpasta und dann fragt mich S. ständig Sachen oder erzählt mir irgendwelche lustige Anekdoten. Beim Rausnehmen der Stahlträger haste das Gefühl, all deine Zähne werden gleichzeitig mit rausgezogen. Smack!! Widerlich!!
Nach zweieinhalb Stunden war der Spaß vorbei.
Der hübsche Zahnarzt sagt, die nächsten paar Termine werden nimmer so schlimm, da wird nur noch Stück für Stück angepasst.
Also hat er mich angeschwindelt, es war doch der schlimme Termin!
Nächstes Mal, wenn er mich anlächelt und mir erzählt, dass es gar nicht so schlimm wird -
dann glaub ich ihm wieder! Tja ..

Das gute an einer Zahnbehandlung ist, dass du danach nicht viel essen kannst. Und auch nicht schnell. Mein Frühstückstoast wird in kleine Bröckchen geschnitten, es gibt abends Nudeln oder Suppe oder weiche Kartoffeln.  So soll sich das bis Weihnachten noch hinziehen.
Vielleicht bringt's ja was!

Die Zeiten der Völlerei sind eh vorbei! Morgen noch ein Abschieds-Eis um die Eissaison zu beenden (Eis geht) und dann ist Magerquark-Zeit!
Die Geburtstage sind alle geschafft für dieses Jahr, erst im Mai geht's wieder los.
Erst die Tochter im August, der Sohn im Oktober und die Muddi zusammen mit Waldfeger vor 1 Woche. Da gab's Kuchen im Überfluss!
Apfelkuchen, Schokokuchen, Marmorkuchen, Zitronenkuchen, Mandarinen-Pudding-Kuchen, Beerentorte und Käsekuchen, besser geht's nicht!





















Der 18. Geburtstag von Sohn war seltsam. Also für mich, die Feier war super! Der Gedanke, dass der kleine Kerl erwachsen wird, war schwierig zu Ende zu denken.
Das Erwachsensein von Tochter hab ich kapiert, das ist schon normal geworden. Klar, weil sie sich auch so verhält. Arbeit, eigene Wohnung, Partner, Reisen, ...
Aber Sohn ist nur körperlich erwachsen: wohnt zu Hause, Schule, noch kein Führerschein.
Der Kleine. Der Bub. Alles, was passiert, kann entkräftet werden wenn man sich bewusst macht, dass da ja noch der Bub da ist. Wenn dann aber dem  Bub diese Sachen passieren, dann ist da niemand mehr! Wir werden immer öfter allein zu Hause sein, Silvester, Urlaub, es dauert nicht mehr lang.

Und irgendwann ist gar kein Kind mehr im Haus - aber das dauert hoffentlich noch sehr sehr lange!

Schnell was positives! Es ist Urlaub, wir haben heute Papa in die Welt des running sushi eingeführt, es gab heute Lachs mit Nudeln und morgen fahren wir in die Stadt - UComix und Eis essen!




Sonntag, 13. Oktober 2019

keep smiling - it confuses people

Ich hab mir mal Gedanken gemacht.
Die vergangene Woche hat mich dazu angeregt, schließlich ging es ums nackte Überleben! Die Kernfrage war: "Wie überlebe ich diesen Arbeitsalltag weitgehend unbeschadet?"
Wir sammeln Fakten.

  • Durch die Grippeimpfungen hab ich ununterbrochen Patienten da
  • Der Laborkalender ist die ganze Woche überbelegt
  • Es kommen ungewöhnlich viele Sonderaufträge aus der Sprechstunde dazu
  • Der Lehrling ist krank, daher arbeite ich in zwei Zimmern gleichzeitig
  • meine persönliche Belastungsgrenze hat schon "guckguck" gesagt
Wie also, verdammt noch mal, soll ich das alles schaffen? Alleine. Und das ganze wird gekrönt von ständig einschlafenden Händen und Gelenkschmerzen, die gut über die ganze Sabine verteilt sind.

Wir sammeln Vorschläge.

  • krankmelden
  • Sitzstreik (aber nur auf dem Stuhl, nicht auf dem Boden. Das sieht unästhetisch aus, wenn ich aufsteh)
  • Der Verwaltung meine Kapitulation einreichen
  • weinen
  • lautstark jammern (wenig Effekt)
  • den Forrest Gump machen und einfach nicht drüber nachdenken
  • die ganze verflixte Chose mit Humor nehmen
Die Lösung: Ich nehm's mit Humor! Das ist so verzwickt und ausweglos, da kannste eigentlich nur drüber lachen. Ich bin außerdem in der Lage, mich selber auszutricksen, indem ich einfach saufreundlich bin und ständig lächle. Hab ich festgestellt und es funktioniert! Da fühl ich mich besser und arbeite ruhiger. Macht auch Sinn, wenn man ruhig ist, solange man eine Nadel in der Hand hat! Ich bin so lieb, die Patienten bewerfen mich schon mit Süßigkeiten und 1-Euro-Stücken, sogar ein Glas selbstgemachte Marmelade wurde mir verprochen!
Ich hab ab dem 2. Patienten morgens schon Stau, weil alle gleichzeitig kommen und einige der Ärztinnen schon mehrere "Notfälle" parat haben, die sofort Blut lassen müssen! Jetzt gleich! Sonst Katastrophe.     Also was solls? Ich nehm's , wie es kommt und arbeite vor mich hin. Wenn ich hektisch werde, treffe ich keine Venen und mach sowieso nur Fehler. Nee, das lohnt nicht. Tief durchatmen und einen nach dem anderern dran nehmen. Dränglern biete ich an, auf dem Schoß  des anderern Platz zu nehmen, wenn sie jetzt sofort dran kommen müssen, aber das wird dann doch abgelehnt, wenn auch grantig und grummlig. 
Nicht mein Problem!
Wenn sich Leute beschweren, dass es so lange dauert, dann stimme ich einfach zu! Ich würd auch nicht gern lange beim Arzt warten. Einfach mal "ja da haben Sie Recht, das ist nicht schön" sagen und dann nichts mehr. Nur lächeln.
Lächeln und winken.
Nicht mein Problem!
Ich bin Sabine B., ich bin (morgen) 49 Jahre alt und ich arbeite so, wie es mir passt! Ich bin gut und ich bin schnell und das ist meine Art.
Friss oder geh weg!
Das hat mich letzte Woche weitgehendst gerettet. Das doofe ist nur, selbst wenn ich die Ärzte und die Patienten im Griff hab - ich muss doch Überstunden machen, es sammelt sich einfach zuviel wichtige Arbeit an und wenn ich das nicht erledige, schade ich mir selber. Also bleib ich jeden verflixten Tag länger da. Und was sacht die Verwaltung? Die sagt: Das darfst du nicht! 
Tja .. da bin ich mal auf Rückmeldung gespannt, wenn meine Arbeitszeitkarte bearbeitet wird!
Bin schon etwas auf Krawall gebürstet und wild entschlossen, mich zu behaupten.
Und ich werd mich auch nicht mehr vergleichen lassen mit irgendwelchen anderen Kolleginnen, die die selbe Arbeit in der halben Zeit schaffen und NIE! Überstunden eintragen und sowieso kein Problem mit der Zeit haben. Und 20 Jahre alt sind. Und dünn wie eine Fee. Und gesund.Und die Arbeit so schnell machen können, dass es garnicht mehr nötig ist, gründlich und gewissenhaft zu sein! 
Hauptsache schnell. 
Oberfläche zählt mehr als Tiefgang.
Das alte Thema.
Hab ich nicht mehr nötig, wer bin ich denn? Nee nee ich zieh mein Ding durch und lass mich nicht beirren.
Glückwunsch an die anderen Kolleginnen, wir sprechen uns in 30 Jahren wieder.
Ich reg mich nicht auf. Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.
Nur lächeln.
Lächeln und winken.
Und LMAA denken!


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Sonntag, 29. September 2019

Nur noch Frau

Da ist ein Kleiderschrank, der mit mir redet. Ohne Witz! Der spricht, manchmal flüstert er und zur Zeit schreit er mich an. Und er wiederholt sich. Zum Beispiel schreit er seit Tagen immer den selben Satz:
"SCHWING DEINEN ARSCH RÜBER UND MISTE MICH AUS!" schreit er. Er ist ein bisschen aggressiv. Manchmal stöhnt er auch. So Sachen wie "räumst du jetzt endlich mal auf hier?" Gerne auch " müssen die Unterhosen jetzt so rein geschmissen werden? Früher hast du die noch gefaltet!"
Ja früher! Da war noch viel Idealismus im Spiel, da hab ich die Unterhosen schön gefaltet und die Geschirrtücher und die Handtücher richtig rum mit der Naht innen. Geschirrtücher hab ich sogar mal gebügelt! Stell dir vor. Aber die Zeiten sind vorbei, das war irgendwie so ein schleichender Prozess. Es fing an, dass ich die Handtücher nicht mehr auf rechts gedreht hab. Und dann wurden die Unterhosen nur noch 1x statt 3x gefaltet und ins Fach gelegt. Mittlerweile werf ich die einfach rein. Egal. Und gebügelt werden nur noch die T-Shirts von Sohn. Ich hab einfach keinen Bock mehr. In mir findet sich keine gute Hausfrau, nicht mal eine mittelmäßige Hausfrau - eigentlich nur "Frau".
Was solls? Niemand schaut in meinen Schrank. Die Unterhosen wissen nicht, dass sie auch gefaltet werden könnten und keiner - wirklich kein Mensch - wird mir auf der Straße die Hose runterziehen und mit vorwurfsvollem Blick die reingeschmissene Unterhose begutachten! Zumindest hoffe ich das.
Aber das mit dem Ausmisten steht wie eine schwarze Gestalt mit erhobenem Zeigefinger hinter mir. Mach jetzt! sagt die Gestalt. Ich will aber nicht, stampft mein kindliches Gemüt mit dem Fuß auf! Und dann kommt das schlechte Gewissen dazu und mischt sich ein. Was für ein Chaos! Meistens schleich ich mich dann unbemerkt aus dem Zimmer und schreib am nächsten Sonntag ins Mausloch!
Höhö!




Sonntag, 15. September 2019

frisch geduscht

Ich hab ein neues Duschgel, da wird alles so rutschig, dass man sich selber wie ein Stück Seife fühlt! Creme-Öl-Dusche - flutsch biste weg! Und die neue Lotion riecht nach Mandeln und Shea-Butter. Da kriegste nicht nur Appetit sondern auch eine weiche Haut, die nach Mandel-Shea-Butter riecht. Ja, Sie ahnen es - ich war bei dm! Mit Geld und mit Zeit. Eine gewagte Kombi! Bei dm ist es ähnlich wie in jedem Buchladen - keine Chance, mit leeren Taschen wieder raus zu gehen. Kannste knicken!
Ich hab ja nur ein neues Glätteisen gebraucht, und dazu haben sich in Windeseile ein neues rutschiges Duschgel, eine Bodylotion, zwei neue Conditioner mit Keratin, eine Shampoo Probe, eine Bürste eine Rolle Geschenkpapier und ein Labello gesellt. Wie von Zauberhand!
Was denn, sei's mir gegönnt!
Allerdings passt eine dm-Einkaufsorgie schlecht mit der großen Badschrank-Ausmisteaktion zusammen. Noch immer stapeln sich die Sachen übergangsweise in Tochter's altem Zimmer und warten darauf, ausgemistet zu werden.
Tja ... und ich sitzte hier und schreib lieber ins Mausloch, was ich eigentlich grade tun sollte.

Aber immerhin hab ich mich geduscht und die neue facebook-Gruppe erstellt. Und mein Bett hab ich gemacht! UND die Waschmaschine läuft! Die leere ich jetzt aus und dann setz ich mich raus und lese ein bisschen. Schließlich ist Sonntag und da muss man sich ja ausruhen, gell?


Sonntag, 1. September 2019

Träumerei

Es hat sich gelohnt, dass wir soviel Zeit in diversen Möbelhäusern verbracht haben, zusammen mit einem wild entschlossenen, strebermäßig fleissigem Papa haben wir jetzt ein  viel schöneres Bad als vorher. Der Boden ist nicht mehr grau/orange gekachelt sondern dunkelgrau marmoriert und die alten Badmöbel sind raus - die neuen drin. Ist noch nicht ganz fertig, aber sieht schon voll nach was aus! Man könnte sogar schon wieder Leute ins Bad lassen ohne sich zu schämen.
Papa ist nicht zu bremsen.
Seine letzte, kostbare Urlaubswoche hat er mit Handwerkeln und Garten gießen und Kühlschrank ausmisten und Leisten streichen und Schränke aufbauen verbracht. Leider ist dabei ein entspannt gut gelaunter Papa nicht möglich, entweder oder. Aber ich bin natürlich froh, dass er soviel macht und soviel schafft. Das Bad ist super.
Jetzt ist Sohn der letzte, der noch Ferien hat. Eine Woche, dann geht die 12. Klasse los. Und dann, kurz danach, wird der Bub erwachsen. Der Bub, der gerne Miniwini mit Ketchup gegessen und Thomas, die Lokomotive angeschaut hat .. der wird 18 Jahre alt. Das ist ein Umstand, der sehr schwer zu begreifen ist.
Und es ist kein Kind mehr übrig, mit dem man sich trösten könnte. Bei Tochter war da noch ein Joker: "naja wir haben ja noch den Bub!"
Pustekuchen!

Die erste Arbeitswoche ist vorbei. Mein Brutkastenlabor hatte locker 30 Grad, mit totalem Luftstillstand. Arbeiten in einer Suppe aus heißer Luft und Patienten, die sich nicht waschen möchten. Selbst einen Schritt ausserhalb des Labors hat man es besser ausgehalten.
Unfassbar. Und ich war nicht allein. Jaa kommt alle rein, je mehr desto kuschliger!
Eine Austauschkollegin, die sehr nett und sehr hektisch ist und mir ständig in meine langsamen Sabine-Gedanken gegrätscht ist. Schon bin ich wieder froh, dass ich alleine arbeiten darf. Ich bin zwar allgemein schon ein teamplayer, aber NICHT INNER ARBEIT VERLIXT NOCHMAL !! Da bin ich Einzelkämpfer und das bleibt auch so!
Und jetzt kommts! Nicht nur, dass ich wieder alleine arbeiten darf - ab Montag soll es viel kühler werden!! JAAAA! Sie haben mein Lieblingswort gesagt:

Gestern 30 Grad, heute 26 Grad (mit Wind) und morgen 22 Grad !!
Ich hab mich noch nie so auf einen Montag gefreut !! Stell dir nur vor, wie es wird, wenn es Herbst wird ...

man kann sich nachts zudecken, man muss sich nicht 5x umziehen am Tag, nach dem Duschen bleibst du sauber, deine Haare bleiben trocken, man muss sich nicht ununterbrochen das Gesicht trockenwischen, du kannst ohne Klimaanlage Autofahren, man kann beim Einsteigen atmen und sogar das Lenkrad anfassen, man kann wieder denken und fängt nicht 2 Min nach der Dusche an zu stinken. Hach, das wird schön !!!





so dankbar (am 25.08.)

Ich bin so dankbar für den kleinen Luftzug, der grade durchs Fenster weht! Man muss ja für alles dankbar sein, sonst wirste irre.
Ich bin, außer für den aktuellen Windhauch um meinen schwitzenden, geschundenen Körper, dankbar für vieles eigentlich!
Zum Beispiel für diesen äußerst ruhigen Sonntag. Der letzte Tag der frei verfügbaren Lebenszeit (sprich: Urlaub). Ohne rumjammern zu wollen wegen dem Ende, es war ein schöner Urlaub, eine schöne Zeit.
Gleich zu Beginn die Fahrt ins Siebengebirge, Bonn, Köln und der Rhein. Interessant, schön, lustig, anstrengend, lecker! Dann noch eine ganze Woche Urlaub übrig zu haben, hat mich besagte Woche über sehr gefreut! Auch wenn ich die letzten drei Tage in Möbelhäusern zugebracht hab - egal, es war ja auch IKEA dabei und rausgeprungen ist auch was schönes!! Nach 1 Jahr drauf freuen und sehnsüchtig warten, steht er jetzt an seinem Bestimmungsort: Der Strandmon! Da bin ich äußerst dankbar!


Außerdem, all die Fahrten zu den Möbelhäusern, das ständige Einkaufen und gestern das feine Essen beim Griechen - die ganze Zeit über war ein gutgelaunter Papa dabei, das war schön !! Ich möchte eigentlich nicht, dass das wieder aufhört. Da wär ich jetzt auch dankbar dafür, wenn es so bleiben tät, ich weiß ja, dass es nicht so sein wird, trotzdem wärs schön. Dankbar bin ich natürlich auch für die letzte Woche.
Und dafür, dass die Jungs den Strandmon aufgebaut haben. Und das niedliche Tischchen. Und dafür, dass ihnen mein Essen geschmeckt hat, jeden Tag was neues ausprobiert.
Räuberfleisch, Kartoffel-Hack-Auflauf, Hot Dog Zopf, und heute Fisch in Weißweinsoße.
Ich bin dankbar, dass ich mir die Zeit einfach selber einteilen konnte. Ohne Stundenplan. Der kommt jetzt wieder auf mich zu. Schlafen gehen wenn ich muss, nicht wenn ich mag. Aufstehen zu perversen Zeiten. Essen, wenn Mittagspause ist und nicht, wenn ich Hunger hab. Weißte Bescheid. Ich bin einfach dankbar, dass es im Lauf des Jahres solche Unterbrechungen wie Wochenende und Urlaub gibt und nicht alles immer durchstrukturiert ist.

Ich hab gestern versucht, mir den Arbeitsablauf in meinem Laborofen vorzustellen. Ich bin jetzt zu dem Schluss gekommen, dass ich neu angelernt werden muss. Ich weiß nix mehr! Ich war jetzt 2 Wochen gedanklich so weit weg vom Job, ich glaub, dass ich ja wirklich alles vergessen hab! Zumal Kollegin G. mir sehr, sehr eindringlich verklickert hat, auf was ich alles achten muss. Tausend Kleinigkeiten - das Zeichen nur wenn dieser Schein und auch nur bei folgender Diagnose aber nicht wenn vorher dieses und auch nur beim 2. Besuch, es sei denn, der Patient wechselt und war vorher dort, aber nicht wenn ... Schieß mich tot !! (wobei ich immernoch der Meinung bin, dass vieles davon Sache der Anmeldung ist und nicht der Laborfrau, aber lassen wir das). Hach war das schön weit weg !!!

Die letzten Tage hatte ich sowas wie einen Hexenschuss. Keine Ahnung, ob es ein echter war oder was ganz anderes, jedenfalls kam der Schmerz im Rücken wie der Blitz und ich bin in jämmerlich gebückter Haltung durchs Zimmer gehoppelt. Ich frag mich, was, wenn mir das im Laborofen passiert?
Fakt ist: Ich weiß nix mehr, ich mag nicht hin, ich bin schief und krumm und ich kann das vorgegebene Tempo nicht halten.
Was mach'mer?
>> dankbar sein, dass im Oktober wieder Urlaub ist!

Sonntag, 25. August 2019

Der Beitrag mit dem Schlauchkleid (20.08.19)

Etwas holprig, die Wiedereingewöhnung in den schnöden Alltag!
Erstmal hat die Heimfahrt über 6 Stunden gedauert, wegen Steh-Stau. Ich hab mein ganzes Hörbuch geschafft. Dann hab ich daheim erstmal eine Runde gepennt, was meinen Rhythmus komplett übern Haufen geschmissen hat. Am nächsten Tag war ich wie zerkaut und ausgespuckt. (Hoffentlich hab ich nicht auch so ausgesehen). Und mein Bett ist auch nicht die Erfüllung aller Sehnsuchtsträume, ich musste mich tatsächlich erst wieder an das Geschaukel gewöhnen, außerdem ist zuviel Wasser drin. Entweder zuviel Wasser und seitliches Runter-Rollern in der Nacht oder zu wenig und Planken im Kreuz. Den goldenen Mittelweg haben wir noch nicht erwischt.
Mittlerweile bin ich aber schon wieder ganz da in Nürnberg.
Sonntags mit Tochter ins Kino. Sie zu umarmen ist komisch, es ist so .. wenig, so dünn! Man will nichts kaputtmachen! Sie sieht aus wie das blühende Leben, trägt die Haare wieder kürzer, was ihr sehr gut steht und hat ein Schlauchkleid an. Soweit hab  ich es früher nie gebracht, ein Schlauchkleid zu tragen! Meine Güte! In meinen besten Zeiten Anfang 20 hatte ich mal Kleidergröße 36 und Hosengröße 28. (irre!) Aber ein Schlauchkleid, das hab ich mich nie getraut. Und jetzt kommt sie daher und sieht halt phantastisch aus!
Tja ... Chance verpasst. Das Schlauchkleid könnte ich mir allenfalls um ein Bein wickeln .. wie ein Schlauchverband. Voll sexy.
Kino. Der Film hieß Toy Story 4 und war gegen allen Befürchtungen genauso klasse wie die anderen drei. Tränen gelacht! Anschließend in den Eis-Stammdealer in Altenfurt. Wundervoller Sonntag!
Tochter fehlt mir. Es ist zwar schon gewohnt, dass sie nicht mehr daheim wohnt, aber fehlen tut sie trotzdem!
Ich bastel gerade an ihrem alten Zimmer. Morgen gehen wir einen großen Schritt - bis in die IKEA, wiedermal, und machen Ernst. Sessel, Teppich, Tischchen. Vielleicht noch neue Badmöbel.
Im Urlaub sitzt das Geld echt locker!

Freitag, 16. August 2019

Donnesrtag Kölner Kultur & Kneipe

Diesen letzten Tag muss man gezielt geplant begehen. Es gilt, eine Laune zu retten und den Regentag zu einem schönen letzten Urlaubsandenken zu zaubern. Deswegen der Plan:

  1. Parkhaus Heumarkt
  2. U-Bahn zum Dom
  3. Stadtrundfahrt mit dem Bus
  4. zurück zum Heumarkt
  5. Eisdiele suchen
  6. zum Schokoladenmuseum
  7. zum Brauhaus, Abendessen
  8. zu Papa Joe's Jazzkneipe
  9. zum Auto
  10. nach Hause.
Guter Plan oder? Haben wir alles so gemacht, bloß die Eisdiele wurde zum hauseigenen Cafe im Schokoladenmuseum und das Eis verwandelte sich in eine Schokobombe! Muss ja schon authentisch sein! Und das war der erste Moment in unserem Leben, dass wir keine Schokolade mehr essen oder trinken konnten! Das hab ich noch nie erlebt. (Halbe Stunde später gings schon wieder, haha)
Das Museum war, klar, sehr interessant. Von unten nach oben erst die Kakao-Vorkommen, die Ernte, der Regenwald (zum durchgehen) 
Dann der Transport, die Verarbeitung, die Verpackung, die Gußformen von früher.
Danach noch Wissenswertes über die alten Azteken und deren Verbindung zum Kakao usw. Noch interessanter wurde es für mich wieder, als die erste Durchsage kam:"Liebe Besucher, das Museum schließt in 30 Min". Warum ist bei uns immer alles so knapp? Ich hab altes Geschirr für Trinkschokolade gesehen, eine alte Verkaufstheke mit uralten Schokoladeverpackungen und Schachteln und natürlich wieder - extra für Waldfeger - der Sarotti-Mohr! "Das Museum schließt in 10 Min" und ich fotografier drauf los, alles was noch kommt.
Die dritte Ausstellungsebene können wir garnicht mehr anschauen, wir müssen raus.
Draussen regnet es wie wild! Die Leute sammeln sich im Foyer und die Angestellten versuchen verzweifelt, die Leute raus zu kriegen, und wir erbarmen uns und trotten folgsam ins Unwetter.
Schlurfen durch den Regen zum Brauhaus, das hoffnungslos überfüllt ist. Dann eben weiter. Am Heumarkt finden wir ein anderes Lokal. Da sind so viele Lokale, wahnsinn! Eins neben dem anderern! Und in unserem gab es den freundlichsten Kellner, der mir den besten Brokkoliauflauf aller Zeiten brachte! Zum niederknien gut!! Hab ich auch gesagt, da hat er sich gefreut. Sohn meinte, man muss auch erstmal den Mut haben, in einem Lokal einen Brokkoliauflauf zu bestellen! Der war aber auch lecker #herzcheninneaugen
Ums Eck ging eine Kneipenstraße los, Salzgasse heißt sie. Kneipe neben Kneipe neben Restaurant neben Kneipe neben Club und um ein weiteres Eck Papa Joe's Jazzlokal. 
Wir sind die ersten Gäste drin, schnappen uns den besten Platz und bestaunen das Lokal. Dunkel, gemütlich, Holz, alles voller Bilder und Nippes und Deko und eine winzige Bühne, die gerade von den Musikern vorbereitet wird. Papa und ich fühlen uns zeitversetzt und bestellen Bier und Cocktails - mit Alkohol für den Bub und ohne für die Autofahrerin.
Das Lokal füllt sich und die Musiker legen los. I cant give you anything but love, baby. Jazz und Swing. Herrlich! Die Leute sind gut drauf, unsere Sitznachbarin amüsiert sich mit mir zusammen über die elektronische Cocktailabfüllungsanlage und es wird gelacht und gegrinst und mitgewippt. Sogar der Papa wippt!
Wunderschöner Abschluß von unserem Ausflug ins Rheinland. Besser gehts nicht.
das ist Kaiser Wilhelm III. von unten auf seinem edlen Ross

Start der Stadtrundfahrt

der Bub lernt überall ;-)

das Schokoladenmuseum

am Rhein sitzen und Kaffee trinken

Sohn's Schoko-Schock

Mousse au Chocolat Kuchen

erstmal feste Kuchen essen und dann mal gucken, was da eigentlich drin war

der berühmte Schokoladenbrunnen








der Sarotti Mohr ist überall







wildes Leben am Heumarkt


eine Kneipe neben der anderen .. 

Papa Joe's Jazzlokal







es ist leider schlechte Qualität, aber man steht auf einem Platz und rundrum einfach nur Lokale !




ein automatisches Cocktail-System



nach dem Urlaub brauchen wir erstmal ein paar Tage frei