Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Samstag, 29. September 2018

Kinotag

Ich genieße es sehr, wenn Sohn mit mir zusammen etwas unternehmen will.
Heute waren wir im Kino und da wir beide so ziemlich den gleichen Geschmack haben und auch die selben Meinungen, sind wir ein gutes team. Ein Kino-team! Wir wissen, was wir im Auto auf der Hinfahrt hören wollen - nämlich Sohnemann's Musik, ausschließlich. Ohne Gnade.
Wir wissen, was wir trinken wollen, wir wissen, wie man Kinowerbung kommentiert und wir mögen die gleichen Filme. Das ist sehr von Vorteil, selbst wenn einer nur dem anderen zuliebe mitgehen würde, gut wenn der Film für beide gut ist!
Heute haben wir uns "Ballon" angesehen, der neue Bully Herbig Film.
Ernstes Thema meets lustigen Akteur. Michael Bully Herbig mögen wir beide sehr und was dabei rauskommt, wenn er mal nur Regie führt und Produzent eines Films ist, haben wir heute erlebt.
Es war phantastisch! Den Spagat hat er gut hingekriegt! Der Film war spannend und erschütternd und authentisch - basiert ja auf einer wahren Begebenheit.
Also echt - voll gut !!
Ich kanns nur jedem empfehlen. Ist das nicht klasse, dass Sohn sich auch für solche Themen interessiert? Von Marvel Superhelden über japanischen Zeichentrick bis zur Flucht aus der DDR - vielseitiges Kerlchen! Schade, dass er kein Fan von Strassencafes ist, aber man kann nicht alles haben. Ich freu mich, dass wir was zusammen machen. Mit knapp 17 glaub ich, wollte ich nicht unbedingt mit meiner Familie zusammensein, zumindest nicht was Kino oder Freizeitgestaltung oder Urlaub betrifft. Sohn schon. Ich weiß, dass sich das irgendwann ändern wird, aber jetzt isses noch so. Ich genieße jeden Tag :-)
Und da kann man auch die Musik im Auto hören, die Sohn aussucht. Irgendwas is ja immer ...


Sonntag, 16. September 2018

Tell me more, tell me more !

Ich hab mir Gedanken gemacht, woher das kommt, dass die meisten Leute am Liebsten sich selber reden hören. Jemand erzählt mir was und erwartet, dass ich wie gebannt an seinen Lippen hänge, staune und schweige. Weil es eben nur seine Geschichte ist, die hier zählt. Und hier hat man 2 Möglichkeiten: A) du hörst wie hypnotisiert zu, sagst an den richtigen Stellen "oh" und "ah" und der Erzähler ist zufrieden, oder B) du wagst es, mit einer eigenen Geschichte zum Thema einzusteigen, dann ist der Ofen spontan aus!
Beispiel: Erzähler berichtet, dass der Sohn grade den Führerschein macht. An dieser Stelle wäre richtig gewesen zu staunen und zu fragen, wie und wie lang und wieviel und ob Spaß. Ich als Zielperson hab aber mit einem "wow was für ein Zufall, meiner macht auch grade den Führerschein, wie weit seit ihr denn?" geantwortet und das Resultat war, dass der Erzähler sich umdreht und geht, während ein lapidares "ein paar Stunden" gemurmelt wird.
Und wiedermal frage ich mich ernsthaft, ob ich denn nie dazulerne?
Es interessiert nicht, was innerhalb der Mauern der Sabine vorgeht, man erwartet standesgemäßes Staunen und Zustimmung! Verflixt nochmal!
Immer wieder mache ich den Fehler, etwas privates von mir in die Unterhaltung einfließen zu lassen, obwohl ich es besser wissen müsste.
Halt die Klappe und hör zu.
Bei den Patienten hab ich den Dreh raus, aber da will ich ja nix privates preisgeben!
Patient: "Ja Frau B., wie gehts Ihnen denn?"
ich: "Och ja, und Ihnen?"
Patient: "bla bla bla ich ich ich bla bla bla!"
Und ich bin raus.
Jetzt muss ich nur noch lernen, auch bei Personen dieses Erzählbedürfnis zu unterdrücken, denen ich ja eigentlich was erzählen möchte! Wie Kollegen oder Bekannte.
Aber es interessiert keinen. Jetzt frage ich mich also, woher kommt das. Ist es so langweilig, dass auch mein Sohn den Führerschein macht? Ist es unwichtig? Ist es nervig, weil er vielleicht schneller ist und somit Konkurrenz?
Oder möchte sich der Erzähler tatsächlich nur selbst reden hören? Möchte die Aufmerksamkeit? Den Applaus? Vielleicht wird die Geschichte vom Führerscheinmachenden Sohn als die wichtigste im Raum angesehen ? Du sollst keine anderen Geschichten neben mir haben!!

Mein Denken kann das nicht erfassen. Ich bin immernoch der Meinung, dass ein Gespräch ein Austausch untereinander ist, ein Geben und Nehmen, ein erzähl mir deins, dann erzähl ich dir meins. Hab mich scheinbar getäuscht, aber warum ?
Naivität?
Es geht auch andersrum - ich bin der Erzähler und hab eine, meiner Meinung nach, lustige/wichtige/spannende story auf Lager und fange an, zu erzählen. Und es läuft immer aufs gleiche raus: entweder ich bekomme als Antwort auf meine spannende Geschchte die noch viel spannendere Geschichte des Gegenübers serviert, wo alles besser, wichtiger, größer und schöner war ODER ich komme erst garnicht zum Ende meiner Erzählung, weil ich durch einen Zwischenruf aus dem off unterbrochen werde und die anwesenden Personen sich nun kollektiv dem Zwischenrufer zuwenden. Da darf man froh sein, wenn man seinen Satz noch zu Ende reden kann!

Wahrscheinlich ist das einer der vielen Gründe, warum ich am liebsten meine Familie um mich habe. Familienintern wird sich zugehört und - Wahrhaftig!!! - aufeinander eingegangen! Es werden Fragen gestellt und es entsteht eine echte Unterhaltung! Sehr entspannend und angenehm!
Vielleicht sind es aber auch nur wir, die solch utopische Ansichten pflegen und es all den anderern (nennen wir sie "Franken") mehr als fragwürdig erscheint, was unsere Sippschaft da für Vorstellungen von Unterhaltung und Gespräch haben.

Ich werde es wohl nie erforschen können, was da in den fränkischen Köpfen vor sich geht und es sei dahingestellt, ob ich es noch lerne, mit meinen privaten Angelegenheiten einfach mal daheim zu bleiben. Oder wie der Franke sagt: Halt einfach amal dei Waffl !!








Sonntag, 2. September 2018

Eindelijk klaar - veel plezier met onze Holland vakantie

So. 2 Wochen später kommen endlich die Urlaubsbilder!
Ich hab jeden Abend, bevor ich zu meinen Freunden den Mücken zum schlafen gegangen bin,
einen Mauslocheintrag über die Erlebnisse des Tages verfasst.
Viel Spaß! veel plezier!

Montag
Ich hab mich eigentlich schon auf die Fahrt nach Amsterdam gefreut. Gut 4 Stunden, dann bin ich in Wesel. Und in Wesel würde ich Papa & Sohn einsammeln, die fahren nämlich Bahn. Also auf die Autobahn und los geht's! Ich hab mir extra eine neue CD aufgenommen, ist etwas Country-lastig, weil mir das grade gefällt. Herrlich! Das Wetter ist gut, die Musik auch und ich hab freie Fahrt.

Irgendwo am Rhein hab ich Pipi-Pause gemacht und wollte Oma anrufen. Zack - kein Guthaben mehr! Pünktlich zum Reisestart. Papa und auch Tochter posten ständig, wo sie grade sind und ich kann nicht antworten.
Es gibt am Rasthof keine blau.de Karte. An der nächsten Tankstelle auch nicht. Ich fahr weiter, durch strömenden Regen an Frankfurt vorbei bis hinter Köln. Da ist ein Rasthof, der endlich ne Karte fürs Telefon hat und ich mach meine Pflichtanrufe. Alle haben sich schon Sorgen gemacht.  Und mir gehts total gut, ich hab ein Hörbuch "Im Reich der Pubertiere" von Jan Weiler. Göttlich! Laut lachend kann man prima autofahren und merkt nichtmal, wie lang man schon unterwegs ist. Ich hab ein Käsebrötchen und zwei Red Bull und fahr voll gut drauf durch stömenden Regen Richtung Duisburg. Zeit vergeht schnell, ich treff in Wesel die Kerle und durch einen Platzregen laufen wir zum Auto, fahren hohe Fontänen werfend durch tiefe Pfützen und dann knapp 2 Stunden durch Holland - mit durchgehend Tempo 100. Laaangweilig !! Der Regen war streckenweise so heftig, dass ich nur den Lichtern des Vordermanns nachfahren konnte. Total konzentriert. Das merk ich jetzt, am Abend, bin total kaputt.
Wir finden den Ferienpark. Tochter und TOLO sind schon da, zeigen uns das Haus. Hübsches Haus! Freundlicherweise kriegen Papa und ich das Schlafzimmer im Erdgeschoss. Und ehrlich, die steile Treppe zum Obergeschoss schaut so aus als ob sie nur Fliegengewichte tragen wollte - also geh ich garnicht erst rauf. Tochter zeigt mir Fotos von oben. Genauso hübsch wie unten.

Abendessen gibts heute im parkeigenen Restaurant, tolle Deko, sehr freundliche Leute und schweineteuer. Aber lecker! Wir sitzen mit Blick durch Fenster auf das Indoor-Schwimmbad. Heute gibts Tricolor Pasta mit Gemüse für die Damen und Burger for the boys. So wie es sich gehört :-)) in einem jämmerlichen Mischmasch aus englisch, deutsch und ein paar Brocken niederländisch bestellt.
Jetzt sind wir im Haus, einer schläft schon, einer versucht verweifelt, eine Internetverbindung herzustellen, eine duscht und eine schreibt eine Notiz fürs Mausloch und guckt "Robin Hood" in der Originalfassung (englisch) mit holländischen Untertiteln.

Morgen geht's nach Amsterdam!

Zwischenstopp in Köln



Wohnzimmer

Wohnzimmer mit Felix

Terasse

das Schlafzimmer

Häuser der Ferienanlage


Abendessen Jungs

Abendessen Mädchen



Dienstag.

Was für ein Tag! Beginnt mit einem feinen Frühstück und einer Schmerzspritze für Mama. Dann auf die Autobahn Richtung Amsterdam.   
Erst hatte ich ein bisschen Schiss, ob das überhaupt was wird mit meinen endlosen Planungen und bin also unsicher bis zum ausgesuchten P&R Parkplatz vor der Stadt gefahren. Völlig überfüllt. Und ich völlig hilflos, weil ich keine Ahnung hatte, wohin dann?! Aber Tochter hat uns mit ihrem handy und dem installierten navi zum nächsten Parkplatz gerettet. 
Abenteuer holländischer Parkplatz! 
Der kleine Kasten an der Schranke setzt voraus, dass ich schon öfter da war. Es wird NICHTS erklärt - weder auf einheimisch noch auf englisch. Ein Magnetfeld, das mir aber nichts bringt weil ich mangels Magnetkarte mit nichts anderem davor wedeln könnte. Kein Knopf, kein Schalter. Ein Schlitz mit dem Bildern von Kreditkarten. Also steck ich Papa's EC-Karte da rein. Und die Schranke geht hoch.
Nächstes Abenteuer Fahrkartenautomat. Als Gruppe von 5 Leuten muss man einen erbärmlichen Eindruck machen, wenn man vor so einem Automat steht, teils wild diskutierend, teils planlos schweigend. Eine nette Passantin hat uns mit ein paar Klicks das richtige U-Bahn-Paket auf den Bildschirm gezaubert.
In Amsterdam erreichen wir den Hauptbahnhof, und schon jetzt erkennen wir, dass in dieser Stadt alles größer und weiter und total anders ist. Und so viele Leute !! Allmächt!
Nach einem Hotdog laufen wir los und lassen uns von den ersten Touristenläden einfangen. Stöbern, wundern, lachen und viel Geld ausgeben.
Ein paar Häuser weiter entdeckt Tochter einen Primark, der uns ziemlich viel Zeit kostet. War aber erfolgreich. Und Für die Kinder. Und als Belohnung gabs anschließend einen Kaffee für die Eltern. Die Kinder haben sich lieber einen Burgerladen gesucht.
Papa und ich sitzen vor einem winzigen Pub oder Bar, die es in Amsterdam zu tausenden zu geben scheint. Der Kaffee tut gut! Wir beobachten Unmengen von Menschen, alle wild durcheinander, in Weg und Herkunft.
Uns gegenüber ist einer dieser Coffee Shops. Wir staunen und beobachten. Wenn man tief Luft holt, merkt man was. Kurz überlege ich, ob ich mal in den Laden reingeh, tief einatme und glücklich wieder rauskomme. (grins)

Später sitzen wir in einem Boot, das uns eine Stunde durch die Grachten schippert. Ich bin hin und weg, die Hausboote, die Brücken, die Häuser und alles andere, es beeindruckt mich sehr und gefällt mir richtig gut ! Es kamen Hinweise in 4 Sprachen vom audio-guide, so dass wir auch was gelernt haben! Tiefenentspannt verlassen wir das Boot und suchen Chinatown.
Allein der Weg dahin ist ein Erlebnis, so viele Lokale, Clubs, Restaurants, Bäckerein, Läden aller Art und einen chin. Tempel - das sieht man nicht alle Tage! Ich war etwas mehr beeindruckt und begeistert als die anderen glaub ich. Papa gings nicht so doll und Sohn hat sich Chinatown viel authentischer vorgestellt. Wahrscheinlich so wie der asiatische Freizeitpark am Anfang des Films "Chihiros Reise ins Zauberland", als ihre Eltern so Hunger hatten.
Auch mit weniger Authentizität fand ich das alles ganz toll und bin den anderen bissi auf die Nerven gegangen. 
Chinatown liegt mitten im Rotlichtviertel und dementsprechend ist da auch viel los. Man könnte von einer Kneipe in die andere stolpern, so dich an dicht sind die. Und um die Ecke gehts los mit einem Hasch-Laden nach dem anderen. Da kannst du Haschkekse kaufen und Brownies und Cannabis-Lollies und alles mögliche, endlos viel Kram. Einer der Verkäufer will mir psychadelische Pilze andrehen. (laut gelacht, ich hab ihn gefragt, was dann passiert. Er meinte "what happens? Life happens, you sie colours and strange things!" ) Bei mir happens das Life auch ohne Pilz, vielen Dank! Ausserdem bin ich Mutti, und zwar in erster Linie ! ;-)
An einem der Eisläden kann ich einfach nicht vorbei gehen, das ist dann wohl meine Droge. Haselnuss und Ferrero Rocher ... sabber !
Dann haben wir die U-Bahn gefunden, steigen wieder ins Auto und stehen vor dem vorletzten Abenteuer des Tages - die Ausfahrt.
Naiv wedeln wir mit der U-Bahnkarte vor dem Magnetfeld rum, passiert natürlich nix. Dann steck ich wieder Papa's EC-Karte in den Schlitz und hoffe, dass sie auch wieder rauskommt. Sie kam raus und wir auch. So, jetz noch halbe Stunde Autobahn bis zum Ferienpark. Und Bärbel, das Navi, will mich in eine gesperrte Straße einbiegen lassen. Ich fahr andersrum und sie (Bärbel) will es nicht verstehen und wird bockig. 
"Jetzt scharf rechts abbiegen! In 100 Metern bitte rechts abbiegen. Jetzt rechts abbiegen. Wenn möglich bitte wenden! Wenden Sie JETZT !"
Ich fahre planfrei durch die nächtliche Stadt und irgendwann finden wir ein Autobahnschild. Ab jetzt weiß ich die Richtung. Und nachdem Bärbel in einem Tunnel die Orientierung gänzlich verloren hat, haben wir sie in den Feierabend geschickt.
Wir sind trotzdem angekommen. Und albern, weil Sohn seinen kürzlich gekauften, hüpfenden Aufzieh-Schniedelwutz über den Tisch tanzen ließ. Noch ein Radler, noch ein update, wann wir morgen aufstehen und dann sind alle in die Betten geschlichen.
Hoffentlich kann ich diese Nacht schlafen. Es gib nämlich Mücken in De Rijp. Viele Mücken. Aggro-Mücken. Viele schnelle aggressive Biester, die mich 4x letzte Nacht aus dem Bett gezwungen haben um mit meinem Schlappen auf Jagt zu gehen.
Trotz Schlaftablette.
Freu mich schon auf diese Nacht.
Aber der Tag, der war richtig gut !

































happy Sarah im Primark











schmal - schmaler - Hollandhaus




Tickets für Madame Tussauds *freu !!!







Mittwoch

Der Tag heute war ganz anders als der gestrige. Jedenfalls fing er total anders an - geendet hat er sehr ähnlich, nämlich gut gelaunt und ziemlich albern!
Wir wollten um 8 aufstehen und zum frühstücken nach Amsterdam fahren, das war der Plan. Ich war der Familien-Streber und war tatsächlich um 8 auf, aber alle anderen nicht. So sind wir erst um halb elf am Bahnhof angekommen, sind dann eine hübsche Schleife gelaufen bis zum ausgesuchten Frühstückscafe. Das uns dann nicht gefallen hat und wir nebenan an die Gracht umgesiedelt haben. 
Feines Frühstück, sehr sehr fein !! Ich hatte ein Hawaii-Toasti und eine Hälfte von einem Pancake mit Früchten. Einen super Kaffe und einen sehr großen Osaft. Den Kaffee in Amsterdam kann man nur lobpreisen, selten so einen guten Kaffee gehabt! Egal wo wir hingekommen sind - der Kaffee war spitzenklasse !! 
Nach dem opulenten Frühstück sind wir zur Bücherei gewandert - und das trotz super-GAU, nämlich der vergessenen Krücke !!!!! Kein Rollator, keine Krücke und heute auch keine Spritze, weils am Morgen noch so gut war ... blöde Entscheidung. Die erste Wanderung zur Bibliothek hat sich etwas hingezogen, nicht nur wegen der 5000 Fahradfahrer um uns rum sondern vor allem, weil ich so elend langsam war. Trotzdem hat es sich gelohnt, im 7. Stock des Gebäudes gab es ein Terassencafe mit einer genialen Aussicht auf Amsterdam.
Hier haben sich Tochter und TOLO verabschiedet um mal alleine los zu ziehen. Logisch, würd ich auch machen, wär ich sie.
Nur noch zu dritt wurde dann Stock für Stock der Bücherei erkundet, groß, weitläufig und relativ knapp bestückt erstreckt sich das Gebäude über eben 7 Etagen. Unten im Erdgeschoss befand sich die Kinderbuchabteilung, toll eingerichtet, sehr kindgerecht mit Bewegungselementen zwischendrin, Regalkreisen mit Sofainseln mittendrin, wo sich auch mal erschöpfte Muttis einem Nickerchen hingeben können. (toll ausgedrückt, gell?!)
Von der Bibliothek gings am Sea Palace, dem schwimmenden, riesigen Chinarestaurant vorbei über eine der tausenden Brücken, vorbei an einer Fahrradkreuzung! Echt, rot markierte Fahrradwege und ihre eigene Kreuzung! Alle Passanten müssen Rücksicht nehmen! Wir haben auch ein Fahrrad-Parkhaus gesehen, mit mehreren Decks und eine Fahrrad-Tiefgarage ! 
Unser Ziel war Madame Tussauds, freu! freu! freu !! Da wir die Tickets schon am Tag vorher gekauft hatten, mussten wir auch nicht so lange anstehen. Das negative war, dass es eine echte Massenabfertigung war. Die Leute wurden durchgeschleust und durchgeschoben, es war voll ohne Ende und man war eigentlich nur mit Ausweichen beschäftigt. Positiv war, was wir gesehen haben! Gleich zu Anfang wurde unser Touristenschwung mit nem Aufzug in die Starter-Etage gefahren, wo wir uns in einem runden Raum wiederfanden, um uns in Stimmung zu bringen. Drei große Schaufenster zeigten hintereinander mit Musikeinspielung und Tonbandankündigung erst Angelina Joulie, dann E.T.  dann noch wen und zum Schluss erklang Queen und Freddie Mercury wurde gezeigt. Daraufhin raunte eine ältere Dame ihrer Begleitung zu:
 "Der sah aber garnicht aus wie Michael Jackson!"  -  made my day !!
Wir standen Frau Merkel gegenüber, Barrack Obama, Johnny Depp, George Clooney, Elvis, Michael Jackson, Prinzessin Fiona von Shrek, Marylin Monroe, Dr. Hannibal Lecktor, Ghandi, Pablo Picasso und so vielen anderen! Auch die Marvel Superhelden waren da wie Antman, Hulk oder Loki, der Bruder von Thor. 
Es hat wirklich Spaß gemacht!
Aber als wir wieder auf der Straße standen, war die Luft irgendwie raus. Kaffee !!!
Schräg gegenüber, queer über dem Platz, der wie 5 Plärrre's anmutet und einen Publikumsverkehr hatte wie die Christkindlesmarkt Eröffnung, befand sich das Grand Hotel mit dem im Reiseführer angepriesenen Grand Cafe im Art Decot Stil mit einem herrlichen, bewachsenen Wintergarten. Nach einer weiteren Wanderung durch das ganze Nobelhotel standen wir in besagten Wintergarten, allerdings ohne Cafe-Betrieb. Frustriert und mit schmerzenden Füßen also wieder zurück und raus, der Kaffeebedarf war immens gestiegen und wir setzten uns ins nächste Cafe.
Es wimmelt von Cafes und Restaurants, so viel kann man garnicht verkraften!
Aber der Kaffee ... *schwärm !! Und überall Läden, die Drogen verkaufen! Cannabis-Kekse, Hanf-Lollies (sogar im Supermarkt) oder mal eben LSD, Kokain oder Extasy in Dosen. Und massenhaft Zubehör! Da biste platt!
Und die Amsterdamer sind irgendwie ziemlich entspannt ...

Die Oede Kerk verlangte als Eintritt (!) 12€ incl. Spende. Soll man das für möglich halten? Eine Kirche !! Das war mir dann doch zuviel. Kurze Pause auf einer Bank, neben der Oede Kerk mitten im Rotlichtviertel, wo Damen im Schaufenster sitzen und auf Kundschaft warten.
Sohn lernt viele neue Dinge!
Wir wandern weiter. Mittlerweile hab ich schon 3 IBU 600 eingeworfen um durch zu halten. Nach langen Grachtenwanderungen, die uns wieder total begeistert hatten, gelangten wir in einer Durchgangsgasse zu einem Amsterdam-Grill, der extrem gute Hähnchenteile hatte!  Gutes Essen macht müde Bergbauers munter! Energie getankt und die Laune steigt. Vor allem, weil schräg gegenüber eine Bar mit Billard-Tischen war! Somit haben wir Sohn in die Welt der schummerigen, gemütlichen alten Kneipen eingeführt, so wie es sie früher auch in Nürnberg gab.
Wir bestellen alkoholfreies Bier und lassen uns einen Billardtisch reservieren.
Papa blüht sichtlich auf, Sohn ist total begeistert und ich auch! Ist ein bisschen wir eine Zeitreise, mit dem Herzen waren wir wieder voll dabei - körperlich waren Papa und ich mit Abstand die ältesten. EGAL !!
Es hat soviel Spaß gemacht, 5 Spiele wurden es ! Ich bin nach langer Billard Abstinenz grottenschlecht geworden, Papa spielt spitze und Sohn steht noch am Anfang seiner Karriere. Die Muksik ist laut, die Stimmung gut! Überall spielen die Leute, wenn nicht Billard dann Dart oder Karten oder Brettspiele. Voll gemütlich und wir gehen eigentlich nur, weil Tochter und TOLO nach Hause wollen und wir den Hausschlüssel haben.
Wir treffen die beiden spät nachts im Ferienpark, wo sie STUNDENLANG spazieren waren, weil wir uns ja noch in den Kneipen Amsterdams rumgetrieben haben!
Gut gelaunt und ziemlich albern fuhren wir mit den U-Bahnen zum Auto, mit dem Auto zum Park und lassen den Tag mit unseren Eindrücken und Geschichten ausklingen.
Mal sehen, wie morgen das Wetter wird. Das entscheidet, ob Natur oder Kultur. 
Gute Nacht!


































































































blaa








































Cannabis-Kekse leer, gute Nacht! 

Donnerstag

Und es wurde Natur! Nach einer Horror-Nacht, in der ich erst nicht einschlafen konnte und dann, als es gegangen wär, kamen sie. Die Aggro-Viecher von De Rijp! "SSSSSSSSSSSSSSSSSSS" die ganze Zeit! Es war so ungefähr halb vier.
Zwei hab ich erlegt, wollte einschlafen, dann: "SSSSSSSSSSSSSS" voll ins Ohr! Also wieder Licht an, wieder mit dem Schlappen auf Mückenjagt. Draußen wurde es langsam hell, es wahr halb sechs.
Irgendwann hab ich kapituliert, hab mich den Untieren zum Fraß hingeworfen und bin eingeschlafen.
Um halb zehn war die Nacht vorbei, Tochter hat Brötchen fürs Frühstück geholt und wir starten nach Volendam. Lange Parkplatzsuche. Langer Weg bis zum Ufer (diesmal MIT Krücke und MIT Spritze!)
Eine kleine Bank am Ufer des Markermeers. Erstmal durchatmen, mit den Enten spielen und dann langsam, an schicken Backsteinhäusern mit immer wohlhabenderen Familien vorbei bis zum Touristen Ballungszentrum - die Strandpromenade! Auf einen Schlag ist alles voll mit Leuten! Die Promenade ist sehr lang und gesäumt mit Cafes, Restaurants, Fischbuden, Waffelbuden, Foto geschäften und wieder Restaurants .. ein paar "Museechen" zwischendrin und wie gesagt - unglaublich viele Leute waren unterwegs! Und ganz viele Segelboote lagen vor Anker. Zwei Museums-Schiffe wie die "Flying Dutchman" in Fluch der Karibik waren auch im Hafen.
Das Wetter zeigte sich  kühl, sehr bewölkt und ab und zu nieselt es. Nicht der Renner. Aber immernoch besser als heiß und alles voller Sonne !!Nach einer Waffel mit Erdbeeren klinken sich Tochter und TOLO mal wieder aus um sich zu Haus ein bisschen auszuruhen und wir überlegen, während wir in unser Fischbrötchen beißen, was wir jetzt machen.
Gegen den ursprünglichen Plan, Abends noch nach Amsterdam zu fahren, wollte Sohn lieber nach Castricum, einem kleinen Strandort auf der anderen Seite, der Nordsee - Seite.
Knappe Stunde Fahrt, langer Weg wegen konfuser Bärbel und langer Fußweg vom Parkplatz hoch zum Strand. Aber dann hat uns der Anblick des Meeres und der Anblick des glücklichen Sohns entschädigt! Auch mit dunkelgrauen Wolken und einem Wind, der sogar mich frieren ließ (!) hatten wir in dem Moment eine herrliche Woge von Ruhe und Ausgeglichenheit. Niemals kann man den 1. Anblick des Meeres durch was anderes toppen! Und so stehen wir drei da im Sand und schauen den Wellen zu. Kite-Surfer sind da, Leute mit ihren Hunden, einen Haufen Möwen, Spaziergänger und ganz harte Kerle, die im Wasser rumhüpfen.
Im Cafe direkt am Strand machen wir es uns in einer Sofasitzecke gemütlich mit heißem Kakao und O-Saft, schauen wieder aufs Meer und fühlen uns wohl.
Tochter schreibt irgendwann, dass sie jetzt ausgeruht wären, nach Amsterdam wollen und wir uns da ja treffen könnten.
Aus unserer wohligen Strand- und Windblase gerissen zahlen wir und laufen zum Auto. Eigentlich bin ich müde, die Nacht war kurz und morgen müssen wir heimfahren. Eigentlich, wenn wir vernünftig wären, würden wir einfach in die Fewo fahren und schonmal packen. Aber nein, ich denk mir halt, ist eh so kurz gewesen und Tochter & TOLO waren eher selten dabei, ich will wirklich noch einen Abend mit den beiden zusammen haben. Schlafen kann ich noch das ganze Wochenende! Und wir reißen uns zusammen und fahren mit dem Autonach Leylelan in Amsterdam, steigen da in die Metro Richtung Noord ein, steigen um bis Haltestelle Rokin und oben im Getümmel treffen wir die beiden, die schon ewig lang auf uns warten. Sind aber noch voller Geduld und Rücksicht.
Abendessen im Streakhouse, meine Güte! Erst dachte ich, wir müssen wieder gehen - die Sitzplätze um die fest verankerten Tische waren so eng, dass ich mit meinem Prachtbauch nicht reingekommen bin. Voll peinlich! Irgendwie hab ich mich dann an den Rand mit Tischecke im Bauch gezwängt  .. so gings.
Wir bestellten Fajita, Burger, Nachos, Putensteak und die legendären holländischen Pommes! Ein Festgelage! Ohne Fotos! Die Stimmung ist gut, wir sind sogar wieder ein bisschen albern, so wie früher!
Anschließend freuten wir uns drauf, Tochter & TOLO unser neu entdecktes Lieblingslokal zu zeigen und eine Runde Billard zu spielen. Extra mit den beiden, weil wir so eine Riesen Freud' an unserer Entdeckung haben!
Aber während wir auf einen Tisch warten stellen die sie klar, dass sie jetzt doch lieber nach Hause fahren würden weil sie einfach so müde sind.
Kann man verstehen, ist auch vernünftig, aber wir fanden das dann schon echt schade !!! Und etwas geknickt spielten wir dann halt zu dritt, so wie gestern. War aber leider nicht ganz so lustig und gelöst, weil uns Tochter einfach gefehlt hat. Blöde Sache.
Äußerst blöd war auch, dass wir beim Umsteigen zur anderen Metro die letzte Bahn verpasst haben und nun sprichwörtlich im Regen standen. Es schüttete.
Aber die Holländer haben an alles gedacht - Nachts um halb eins steht Serviceparsonal auf dem Bahnsteig und hilft gestrandeten Touris wie uns aus der Patsche.  Sie bestellen ein Taxi für uns. Die Alternative wäre eine Quer-durch-die-Stadt-Odyssee mit laufen, Bus und Bahn und einem neuen Ticket gewesen, das ist nix für uns! Wir wollen zum Auto und zwar schnell. Der Taxifahrer ruft uns zurück und will wissen, wo wir genau sind. Er spricht schnelles Englisch und ich eher hilfloses Englisch, also Sohn das Telefon gegeben und ihm einfach  hinterher gelaufen. Der Taxifahrer sammelt uns in einer Fußgängerzone ein, fährt uns unter Umwegen zum P&R Parkplatz zur Leylelan Station und freut sich über ein fettes Trinkgeld!
Halbe Stunde noch Autobahn, Tochter aus dem Schlaf reißen weil sie die Karte zur Schranke hat, die extrem genervte Tochter mit im Auto zum Haus nehmen und Sohn sofort ins Bett schicken!
Schade dass der Abend nicht so toll verlaufen ist. Aber es kann ja nicht jedesmal super werden. Sohn war gut drauf und das hat mir gut getan!
Jetzt ist es kurz vor drei, ich sollte mal schlafen gehen. Um 10 müssen wir raus sein aus dem Ferienhaus. Dann fahren wir zusammen (!!) nochmal an den Strand von Castricum und verabschieden uns am weiten Sandstrand vom Urlaub!
Wenn wir wieder in Nürnberg sind, brauchen wir wahrscheinlich einige Tage Ruhe, um uns vom Hollandurlaub zu erholen!
Daag !!
























































Freitag

Mann bin ich fertig! Es ist halb zwölf Nachts und ich bin endlich daheim! Halleluja!
Die Nacht war wieder unglaublich. Kaum lieg ich, summt mir ein holländisches Flugviech um die Ohren und ich war bis kurz vor drei auf Mückenjagt. Schön, wenn man weiß, dass man um 8 aufstehen muss um an diesem Tag über 6 Stunden Autobahn fahren darf! Wie gerädert in der Früh 'n Kaffee, alles einpacken, aufräumen, Betten abziehen und alles ins Auto schaffen.
Wir fahren zuerst zum Strand nach Castricum. Diesmal mit blauem Himmel und Sonne. Eine ganz andere Stimmung als gestern Abend, als es dunkelgrau und kalt war. Einen besseren Urlaubsabschluss konnten wir nicht bringen. Wir sitzen nebeneinander auf weißen breiten Stühlen vor kleinen weißen Tischchen, trinken Kaffee und Saft, essen Foccacia und schauen ungehindert direkt aufs Meer! Die Füße im weichen Sand und der Wind um die Nase ! Hach!
Tiefenentspannt laufen wir um halb zwei zu den Autos, verabschieden uns von Tochter und TOLO, die ja selbständig unterwegs sind und starten nach Wesel.
2 Stunden Fahrt sind das. Und etwas trauriges lag in der Luft, als wir Holland verlassen haben und die Autobahnschilder wieder lesbar wurden. Ich konnte zwar wieder schneller fahren - auf den niederländischen Autobahnen darf man 80, 100 und selten mal 120 fahren, aber es war auch gemütlich und geordnet! Keiner rast, keiner drängelt, alle fahren brav!
Nachdem ich Papa und Sohn am Bahnhof rausgelassen hab, stehen für mich noch knapp 5 Stunden auf dem Navi. Aber Bärbel möchte mir ein wenig unser schönes Deutschland zeigen, sie schickt mich nicht über Köln sondern über Bottrop, Dortmund, Hagen und Gummersbach nach Hause! Warum auch immer!

Und mir fällt auf, dass die Autobahnen in Holland ausnahmslos breit ausgebaut, blitzsauber, ordentlich und brav befahren waren, während in Deutschland Autobahnkrieg herrscht! Und ALLES IST VOLLER BAUSTELLE ! Das ist so jämmerlich, 80% des Heimweges in Deutschland war Baustelle, verengte Fahrbahn, Gedränge.
So anstrengend! Ich lege mir ein Hörbuch ein, "Martyn Pig" von Kevin Brooks. Der hat auch "Bunker Diary" geschrieben. Tolle Geschichte und super gelesen! Hab 3 von 4 CD's gehört, das hat mir über diese lange Fahrt geholfen! Da merkt man garnicht so sehr, wie lange man unterwegs ist! Prima Sache!
Meine Augen brennen, ich bin hundemüde, mache dauernd Pause. Die ersten Stunden sind fürchterlich. 1 Fischbrötchen, 1 Käsebrötchen, 5 Red Bull und 1/2 Tüte Gummibärchen hats gebraucht - und das Hörbuch.

Als ich ankomme, sind alle anderen schon eine Stunde daheim. Jetzt bin ich irgendwie aufgedreht (woher das wohl kommt?) und muss erstmal runterkommen. Gestern um die Zeit waren wir noch in der Billardbar! Und heute Vormittag am Strand - und jetzt sitz ich hier auf dem heimischen Sofa, schreibe und schwitze schon wieder. Die Woche war so angenehm, 18 - 20 Grad und hier? Pfft!!! Es hat immer was trauriges, wenn der Urlaub vorbei ist.
Aber es bestehen schon Pläne, nochmal nach Amsterdam zu fahren! *lach!
Morgen sortiere ich die Fotos, dann werf ich die Bilder von Tochter, Sohn, Papa und mir zusammen und zwinge sie Oma und Waldfeger auf!
Gute Nacht solange ;-) 



Heute: das mit den Fotos hat nur 2 Wochen länger gedauert als erwartet, aber jetzt ist endlich alles fertig. Und es sind sehr, sehr viele Bilder geworden! Fotos von Sohn, Tochter, Papa und mir, da kommt einiges zusammen.














































hjkl

mein Billard-Zettel










Dat is het - das war's