Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Sonntag, 25. Februar 2018

da steht ein Eimer vor der Tür

Es ist verblüffend, auf was für Juwelen man stoßen kann, wenn man grade nach einem Ferienhaus sucht! 
Suchkriterien: Amsterdam und Umgebung, 1 Woche im August, 5 Personen - und schon haben wir ein Schnäppchen aufm Tisch!  

Unglaublich!

Ehrlich gesagt, die Einrichtung und die Umgebung, zusammen mit den sanitären Anlagen haben mich überzeugt!



Übergeschwappt

Gerade eben hat mich eine Welle der Liebe zu meiner Familie überschwappt! Unten im Wäschekeller. Kennst du das, wenn dir auf einmal das Herz aufgeht, ganz ohne Auslöser? Und dann ist keiner greifbar - der eine schläft, der andere will nicht gestört werden und die beiden übrigen sind feiern gegangen. Na, dann schreib ich's eben ins Mausloch.
Vielleicht bin ich auch nur angeschlagen, weil sich Tochter und TOLO heute eine Wohnung angeschaut haben. Bin ziemlich hin und her gerissen. Ich versteh die beiden, sie sitzen seit langer Zeit auf engstem Raum aufeinander, und wenn sie bei TOLO zu Hause sind, krachen die Generationen aufeinander. Aber der Gedanke, dass mein Küken ausziehen will, ist ziemlich fies.
Hatte jetzt 21 Jahre Zeit, mich darauf vorzubereiten, aber das hat nicht so recht geklappt. Das war viel zu kurz!
Außerdem sollten sie erst ausziehen, wenn sie beide gut verdienen. Sprach die Vernunft.
Geht nicht weg! Ruft das Mamiherz. Es wird Zeit, das Nest zu verlassen - sagt die Realität.

Mist!


Ich ermahne mich selber, cool zu bleiben. Bin ja auch in dem Alter ausgezogen und ich erinner mich gut, wie genial es war, eine eigene Wohnung zu haben !!
Wir haben halt nur Angst, dass die beiden das etwas zu rosa sehen und das Geld schneller verschwindet, als ihnen lieb ist. Und es kommt ein Haufen Arbeit auf sie zu - da ist dann keiner mehr, der alles wieder wegräumt, wenn sie gekocht haben oder die Wäsche wird nicht mehr aus dem Wäschekorb verschwinden und gefaltet wieder auf dem Bett liegen. Alles muss man dann selber besorgen und spülen und räumen und wechseln und überlegen ..

Sie ist doch meine kleine Maus ! Ich will sie drücken und ihr einen Kaba machen!

Und dass Sohn jetzt schon einen Vollbart züchten will, hilft auch nicht sonderlich weiter.

Aber das positive ist, Papa und ich liegen heute richtig gut auf einer Wellenlänge! Das war ein guter Tag heute, hoffentlich bleibt das morgen auch noch so. Ich hab den Verdacht, es liegt viel an mir. An meiner Laune. Und die Laune an diesem Wochenende sagt, ICH HAB EUCH ALLE SO LIEB !!!





Dienstag, 20. Februar 2018

ich bin staaaaark

Ok der erste Arbeitstag war schon schlimm. Aber ertragbar. Der einzige Unterschied zu meiner Vorhersage war, dass die Reisekollegin nicht von ihrem letzten tollen trip erzählt hat, sondern von ihrem Enkelkind. Zeit hat es trotzdem geraubt.
Heute war besser, ich war besser drauf und es war so viel zu tun, dass man zwar ununterbrochen unter Strom gestanden hat aber das Gefühl der Panik ausgeblieben ist! Yeyy!
Außerdem hat mich heute eine Oma "ihr Waggerla" genannt, weil das Blutabnehmen gut geklappt hat. Schon schön, wenn die Leute dankbar sind, weil das Pieksen nicht so schlimm wie befürchtet ist!
Feierabend. Ich steig ins Auto ein und will heimfahren, aber das Auto nicht. Tuco, das Auto, wollte lieber noch ein bisschen Zeit unterm Vordach des Medcenters verbringen und hat sich erst nach aus/einschalten, Radio an/aus, Scheibenwischer, Licht, Handbremse, Tür auf/zu, Gang raus/rein und 10 Min Ratlosigkeit meinerseits dazu überreden lassen, doch noch anzuspringen.
Zu Hause hatte ich dann eine ernst Unterredung mit Tuco und hab ihm klargemacht, dass das so nicht geht. Wir haben schließlich einen Haufen Kohle für ihn bezahlt, pflegen ihn, betanken ihn, geben ihm gute Musik (zumindest, wenn ich fahre) und da soll er nicht rumzicken und gefälligst seinen verdammten Job machen!
Bin gespannt, ob er morgen mitspielt oder beleidigt ist.
Kurzes Resumee aus dem Hause Bergbauer: Papa ist genervt, weil ich ihn per handy aus dem Schlaf gerissen hab,
Tochter und TOLO machen Burger (freu mich schon aufs Aufräumen der Küche) und Sohn ist mega genervt, weil das neue Kabel, das er extra nochmal umgetauscht hat heute im Media Markt, nicht funktioniert. Morgen muss er im Rahmen einer Schularbeit Leute auf der Strasse interviewen. Da braucht er sein Mikrofon. Das geht jetzt nicht, wegen dem blöden Kabel. Und die Leute direkt ins handy sprechen zu lassen will er nicht, weil das ist voll doof.
Und Mama wird sich gleich wieder in ihren Strandkorb verkrümeln ...




Sonntag, 18. Februar 2018

Zukunftsvision

Im Gegensatz zum schönsten Tag, an dem du dich von deinen Kollegen mit einem lachenden "schönen Urlaub!" verabschiedest, ist auch irgendwann der fieseste Tag da. Der Tag, an dem du deine Fingernägel kurz schneidest, besonders gründlich duscht und schaust, ob deine weißen T-Shirts gebügelt sind - der letzte Tag des Urlaubs, der Anti-Tag, der Tag des Bösen, Devil-day.
Ich weiß, dass ich heute früher ins Bett muss und vor allem, dass ich schnell einschlafen sollte. Ich weiß, dass ich nicht gemütlich um 10 auf dem Sofa frühstücken kann und ich weiß, dass mir ab morgen der Fuß wieder elendiglich weh tun wird. Die Kollegin Pappnase wird mich wieder mit einem fröhlich geschmetterten "Guten Morrrgeeeen! Naaaa? Ausgeschlafen??? Jetzt gehts wieder los, gell?!!" empfangen wird und ich ihr dafür spontan die frisch manikürte Faust ins Gesicht schlagen möchte. Ich weiß, dass mich die Patienten morgen wieder blöd von der Seite anquatschen werden und dass mich keine der russischen Omas je verstehen wird, wenn ich frage, ob sie schon einen Urinbecher bekommen haben. Sie werden nicken, dümmlich grinsen und keine Ahnung haben, was ich von ihnen will. Die Reisekollegin wird zu mir ins Labor kommen, genau dann, wenn mir die Felle davon schwimmen und ich in Panik gerate, wie ich das alles noch zeitlich schaffen soll. Dann wird sie mir erzählen, wo sie wieder überall war und was sie gesehen hat und was die Tochter gesagt hat und was und zu wem und warum. Und ich werde interessiert zuhören, weil ich nett bin, und im Geiste den Zeiger der Uhr ticken hören. Dann wird Kollegin Strafzettel kommen und mich ermahnen, weil ich irgendwann irgendwo eine Unterschrift vergessen hab oder einen Zettel abgeben muss oder sonst irgendwas schmählich vernachlässigt hab. Alle werden um 13 Uhr schlagartig die Praxis verlassen und ich versuche in aller Hektik, fertig zu werden. Dann werde ich einkaufen fahren, (keine Ahnung, was es gibt), heim kommen, aufräumen und resigniert aufs Sofa fallen. Aber halt, nein stimmt nicht - das Sofa ist ja besetzt mit dem Dauer - Serienschauer Papa, der Nachtschicht hatte und somit zu Hause ist. Ich werde daraufhin nach oben gehen, mich ins Bett legen, verschlafen und erst irre spät das Abendessen machen.
Man nennt es:  MONTAG

Was hilft? positiv denken! Ununterbrochen. Und den Tipp von Waldfeger in Betracht ziehen - sich einen mentalen Rückzugsort schaffen, ein Refugium, in das man flüchten kann, wenn sich der Montag genauso verhält wie beschrieben oder einfach wenn Flucht eine Option ist.
Ich denke da spontan an einen Strandkorb, der den (shit)storm von hinten aufhält, der mich abschirmt und den Blick auf die See garantiert. Mit den Zehen im warmen Sand und dem Duft von Seetang, Salz und Meer. Ich seh Möwen, die "Meins!" kreischen und Krabben, die seitlich an meinem Korb vorbeikrabbeln. Muscheln, ovale Steine und die Wellen, die das Sonnenlicht brechen.
Da kann man es aushalten. Und kein böses oder nerviges Wort kommt von hinten durch den festen Korb.
Das Polster ist weich, sandfrei und rot/weiß gestreift.Auf dem Klapptischchen steht eine Tasse Kaffee und ich setzte mir eine Sonnenbrille auf, die alles in ein sanfteres Licht taucht.Bei Bedarf kann ich den Strandkorb auch rundum schließen. Wenn der Wind zu arg weht.
Ich bin dann mal weg




Donnerstag, 1. Februar 2018

der treue Zaun

Diesen Text schrieb eine Versicherungsnehmerin an ihre Versicherung.
Sie wurde aufgefordert, zu erklären, wie es dazu kommen konnte, dass ein Sturmschaden an ihrem Gartenzaun entstanden ist...
(der Text er sorgte bei der Versicherung für große Heiterkeit).
Sehr geehrte Damen und Herren!
Sie fordern eine Begründung, wie es dazu kam, dass mein Zaun von einem Sturm zerstört worden ist. Nach anfänglicher Ratlosigkeit, was man da wohl schreiben soll, ich dennoch gezwungen bin zu antworten, um meine Pflichten als anständiger Versicherungsnehmerin nachzukommen, trage ich nun ordnungsgemäß vor:
"Die Sonne wärmt die Luft weltweit unterschiedlich. Wo sie senkrecht auf die Erde trifft
(am Äquator), wärmt sie stärker als da, wo sie schräg auftrifft (Nord- und Südpol).
Und über Land wärmt sie stärker als über dem Meer. Aufgewärmte Luft dehnt sich aus, der Luftdruck wird an diesen Stellen höher (man nennt das "Hochs"). An kühleren Stellen bleibt der Luftdruck niedrig ("Tiefs"). Die Luft versucht, diese Druckunterschiede wieder auszugleichen: Sie strömt von Gebieten mit hohem Luftdruck in Gebiete mit niedrigem Luftdruck- je größer die Druckunterschiede sind, um so schneller bewegt sich die Luft. Mit 6 Km/h, nennt man das Wind. Ab 75 Km/h nennt man diese Bewegung Sturm, ab 118 Km/h Orkan. So schnell ist die Luft aber nur bei extremen Druckunterschieden. Ein solcher Druckunterschied lag am Schadenstag über Deutschland vor. Zur Unglückszeit passierte schnelle Luft den Großraum Hessen, wobei sie auch durch Asterode und an meinem Haus vorbeikam.
Da mein Haus der schnellen Luft im Wege stand, sollte es weggepustet werden. Das
jedoch ließ mein treuer Zaun nicht zu. Um das Haus zu schützen, hat sich mein armer
Zaun mit aller Kraft gegen die schnelle Luft gestemmt. Es gelang ihm zunächst, sich und das Haus erfolgreich zu verteidigen, so dass die schnelle Luft gezwungen war, den Weg durch das Nachbarhaus zu nehmen. Als das große Dach des Nachbarhauses in einem Stück vorbeigeflogen kam, was nur in sehr seltenen Fällen vorkommt, muss mein Zaun erschrocken oder zumindest kurz abgelenkt gewesen sein. Die schnelle Luft hat ihre Chance sofort genutzt und meinen treuen Zaun heimtückisch niedergedrückt. Der Held brach zusammen und starb noch am Boden liegend vor dem Haus, welches er jedoch immerhin erfolgreich beschützt hatte." Das ist meiner Ansicht nach der Vorgang, so wie er sich real zugetragen hat. Es könnte jedoch auch weniger dramatisch gewesen sein und der Fall ist als ganz gewöhnlicher Sturmschaden zu behandeln, dem nichts hinzuzufügen ist, außer dass an dem Tag in Asterode - wie in ganz Deutschland - Sturm war.
Sollte weiterer Vortrag notwendig sein, Zeugenaussagen begehrt oder Ihrer Ansicht nach eine Obduktion des Zaunes erforderlich sein, stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen