Mausloch

Das Mausloch ist mein öffentliches Tagebuch.
Mein Refugium. Meine Höhle. Mein Ventil. Viel Spaß!

Freitag, 31. Januar 2014

Rückblick

na toll, so wie es aussieht hab ich das wieder total falsch gemacht. In meinem kleinen Hausfrauenkopf zählt halt das Engagement und die Bereitschaft zu lernen und zu tun, und die jüngsten Ergebnisse dieser Arbeit. Falsch gedacht, Dämpfer gekriegt. Danke schön. Ich halt die Klappe.
Heute ist Tag 2 nach dem Zahnarzt-showdown. Und immernoch bin ich der Meinung "das ist nicht mein Mund" Schöne Scheisse, alle Zähne im Eimer. Warum bloß ? Es stellt sich unweigerlich die Frage: Wer ist Schuld ? Die Gene ? Dr. Koch? Das kein Bock auf Zähneputzen, jahrelang ? Geputzt hab ich schon, bloß nicht so wie es die Werbung empfiehlt. 3x täglich 3 Min lang. Drei Minuten können echt lang sein.
Putzt wirklich jemand 3x täglich 3 Min lang ?? Zahnstreber ...
Jetzt hab ich ein Plastikhütchen über dem 1 Zahn, der, wie ungewöhnlich, gesund ist. Dann eine Lücke, die bislang von der Brücke verdeckt wurde, dann noch eine Lücke, weil der 2.Brückenpfeiler komplett im Arsch ist und nach 2-Stündiger Behandlung nur noch aus 2 einsamen Wurzeln besteht. Jetzt ist da ein Medikament drin und tut still vor sich hin weh. Nächste Woche Freitag geht das Drama in den 2. Akt.
Und was das schönste ist - wenn ich einem Implantat (oder Prothese?) entgehen will, beschert mir das Schicksal, die dumme Sau, einen freundlichen Besuch beim Kieferchirurgen. Yippieh!
Alles Scheiße, deine Emma.
Im Moment krieg ich den Mund kaum auf, weil das Kiefergelenk noch weh tut. Und essen kann ich nur weiches Zeug - schließlich kann ich nicht einfach auf der anderen Seite kauen, nenene .. da tuts schließlich auch weh. Ich hab ja mehr Brücken im Mund, hatte ich mir mal gegönnt. Aber das hab ich mich noch nicht getraut zu sagen.
so schön ...


Check die Lage: Papa liegt schweigend im Sessel, Tochter spielt mit eisiger Mine am handy, Sohn isst bei der Oma und ich tipp mir den Frust von der Seele.
Da-da-da-da-daaa - ich liebe es !

Am Samstag letzte Woche mit den Großeltern, Onkel T., Papa und Oma bim Pelzig gewesen.
Es ist so wie es immer ist - den Tag über absolut keinen Bock. Und dann, nachdem man sich aufgerafft hat und losgezogen ist, isses auf einmal doch ganz schön! Erstmal ins Steakhaus (weil der Onkel T das gesagt hat) und es war keine schlechte Entscheidung. Steak ist zwar nicht meins, aber es gibt ja Alternativen und so hab ich mir einen Ceasars Salad bestellt. Volltreffer! Und ich war froh dass Oma dabei war - da konnte ich mich super unterhalten! :-)
Dann zur Tafelhalle. Übrigens das 1. Mal für die Großeltern. Wundert mich nicht. Der Pelzig stellt sich und die nächsten 3 Stunden klasse Unterhaltung! Etwas anstrengend zwar, weil man sich bei Politkabarett volle Lotte konzentrieren muss. Aber was echt schön war, links von mir saß Oma H. und rechts von mir Oma I., immer wenn ich zu einer geschielt hab, hat sie herzlich gelacht! Ist das nicht super? Der Rest war egal.

Ansonsten war die Woche wie jede Woche. Am Montag und gestern ist das Labor wiedermal exlpodiert und ich hatte kaum Zeit zum Luftholen. Ich hab routiert und geschwitzt und mich gefragt, wie ich den nächsten Sommer überleben soll ?
Mittendrin hab ich mein Konterfei auf einem Papierhandtuch verewigt, soll ja nicht umsonst gewesen sein die Schwitzerei! ;-)

Bine in action


Zum Schluß noch was schönes, Opa hatte Geburtstag am Sonntag und hat wieder mit seinen Backkünsten geglänzt wie ein Metallhammer in der Sonne.
guckst du:







                                                                                       Und jetzt - Freitag Nachmittag genießen!





Mittwoch, 22. Januar 2014

Mittwoch Vormittag

Es ist 08:15 Uhr und ich warte auf Patienten. Wahrscheinlich sammeln die sich wieder draußen auf dem Vorplatz und stürmen alle gemeinsam die Praxis. Macht ja auch viel mehr Spaß. Manchmal, so wie jetzt, hab ich das Gefühl, in der Praxis zu wohnen. Ich war doch erst gestern bis Abends hier und jetzt schon wieder und morgen und .. und ich zwinge mich, nicht an mein Bett zu denken und an mein Buch und an Ruhe und an frische Luft. Stattdessen hol ich mir Patienten in mein Kabuff, die nach Frittierfett und Rauch stinken und mich permanent volllabern. Gibt aber auch nette Leute, zum Glück. Ich mag das ja, wenn sich die Patienten zu mir setzen mit viel Gejammer, dass es bei ihnen soo schwer ist, eine Vene zu finden. Dann bin ich erstmal voller Mitleid „oh nein!“ und dann schau ich den Arm an, wo oft eine fette Vene nach der Nadel schreit– Stich und läuft. Dann aale ich mich im Glanze meiner finderischen Fähigkeiten! hahaha! Und der Patient staunt. Ich liebe das. Muss aber zu mir selber streng sein und nicht übermütig werden. Das hab ich schon festgestellt, wenn ich selber denke „Ha! Like a boss !“ dann klappts nicht. Und das ist peinlich. Also backe ich kleine Brötchen und freu mich selber über jeden Venentreffer. So geht das ganz gut.
Vor ein paar Tagen stand Herr K. auf meiner Laborliste, der sich in der Zeit vertan hat und statt um 09:50 schon um 08.15 da war. Jetzt will und kann ich den natürlich nicht bis um zehne warten lassen, also versuche ich, ihn dazwischen zu kriegen. Um 08:40 war eine fünf-min-Lücke und da hab ich ihn gleich dran genommen. Er entschuldigt sich und ist froh dass er bald wieder raus kann. Außerdem hatte der Autobahnvenen und war ruckzuck wieder fertig. So. Anschließend kam ein 31jähriger, mit einer Insgesamtwartezeit von 10 min ins Labor, grinst mich blöde an und sagt: „Ach, das mach ich nächstes Mal auch so, ich komm um 8 und sage, ich hab den Termin verwechselt. Dann komm ich gleich dran.“
Ich brauche ein paar Sekunden, um zu kapieren. Und dann sag ich :  „ Ich muss jeden Tag zusätzliche, nachträgliche und Zufrühkommer in meine Planung aufnehmen, das ist eine organisatorische Herausforderung und ich finde, ich mache das gut. Wenn Sie Probleme mit den Wartezeiten haben, schreiben Sie bitte eine Mitteilung für den Beschwerdebriefkasten, der hängt im Wartezimmer.“ BÄÄM!
Arschloch. Dann wollte er, dass ich trotzdem ganz vorsichtig bei ihm steche – woraufhin ich gar nichts gesagt habe.
Dann hab ich auf seiner Karteikarte einen Vermerk geschrieben :“ ! Niemals vorziehen !“ 
.. ausserdem war der Herr K. sehr freundlich und gut ausgeschaut hat er auch noch!
hihi
Mittlerweile waren alle Patienten da und ich bin fast fertig. Es ist Elf. Manchmal zieht sich das wie Kaugummi. Zum Glück ist heute Mittwoch und ich hab erst wieder Pflicht um halb sechs, da bin ich das Brain-Taxi. (Frau L. und ich wechseln uns ab, immer Mittwochs, die Knirpse zum Schach zu fahren) und bis dahin ausruhen und bisschen Wäsche sortieren. Das ist eigentlich immer mein erster Gedanke beim Aufwachen - hab ich heute die Chance, mich auszuruhen ? Oder den Arsch voll Termine? Ganz  toll wars am Montag. Guten Morrrrgen! Arbeit-Teambesprechung-Zahnarzt. Und es ist MONTAG. Herzlichen Glückwunsch!
Ich bin mit Tochter zum Zahnarzt und an ihrem Verhalten kann man ganz prima den Grad der aktuellen Laune ablesen. Sie saß im Auto und hüllte sich in eisiges Schweigen. Ganz schlecht. So Null-Punkt. Dann im Wartezimmer schleicht sich zum Schweigen leichte Panik in den Blick. Gerettet hat uns der Stinkepatient neben mir, als der nämlich raus zum rauchen ist, um noch ein bisschen mehr zu stinken, springen Tochter und ich gleichzeitig auf - sie öffnet das Fenster und ich sprühe mein Parfum links neben mich. *kicher
Meine Freundin S., die praktischerweise beim Zahnarzt arbeitet, kommt rein und holt uns. Bei S. kann man nicht lange still und ernst bleiben, sie schafft es, Tochter zum lachen zu bringen. Erzählt von ihrem Sohnemann, der zwar nur 1 Jahr älter ist als meiner, dafür aber 21 cm größer und 6 Schuhgrößen mehr hat. Wir reden von Latein-Sechsern und Latein-Strebern und dann war die Behandlung garnicht so schlimm! Es war auch nur ein Löchlein im Zahn, dafür hat sie die erste Erfahrung mit einer Betäubungsspritze gemacht!
Ich war übrigens super tapfer und hab auf eine Spritze verzichtet. Und er hat gebohrt. Und ich war cool. Like a boss !! haha
(Das dicke Ende kommt noch, nächste Woche nimmt er sich 1 Stunde Zeit für den kaputten Zahn unter der Brücke ..freu!!)
Das Stimmungsbarometer auf dem Heimweg im Auto klettert spontan von Null auf 7. Pure Erleichterung und Spaß mit der tauben Backe!
 12 Uhr, noch eine Stunde und ich hab nix zu tun .. naja ich könnte die Gesundheitsbögen machen .. aber das ist langweilig.
Am Sonntag war Tochter bei ihrem ersten Erste-Hilfe-Kurs für den Führerschein (wo sie ihr bescheinigt haben, dass ihr linkes Auge zu schlecht ist - Folge: maßlose Empörung), Sohn war mit Oma bei der Ausstellung von Tutanchamun (oder so) und da bin ich mit Papa ins Kino und haben uns den Medicus angeschaut. Sonntag mittag im Admiral. So herrlich - im Kinosaal waren ausschließlich Leute in unserem Alter, also kein Geplapper und Gekicher und handy-Rumzieherei, sondern einfach Stille. Wir hatten einen Platz ganz hinten (zwei Doppelsitze!!) und dann dieser Film! Der ist richtig, richtig gut! Einer von den Filmen, bei dem man seine Umgebung vergisst. Die Idylle wurde einzig von einem sehr stattlichen Mann getrübt, der uns schräg gegenüber saß und in Aftershave gebadet hat, wahrscheinlich den ganzen Samstag über. Popcornsatt und ganz gut gelaunt, wenn auch sehr still, nach Hause zu den Kröten, die beschlossen hatten, dass 10 Min hinlegen für die Mama jetzt eigentlich auch reicht und versammeln sich im Schlafzimmer.
Ich bin froh dass wir den Sonntag nicht zu Hause vergammelt haben und denke an Familie L., die haben mittlerweile 5 Kinder, von 16 bis Baby, und die unternehmen jeden Sonntag was. Hat mir T. erzählt, der Sohn. Ok, Mama ist natürlich dauerdaheim, Samstag wird eingekauft und Großputz gemacht - wobei alle Kinder mithelfen, selbstverständlich. Ich bin mir sogar sicher, das Baby hilft mit. Und Sonntags machen die einen Ausflug irgendwohin. Ich weiß nicht, wie die das machen. Abgesehen davon, dass ich Sonntags meistens fix und alle bin, wie löst man das Problem der Altersspanne? 16-12-9-6-1 Jahr(e) ? Ach, wahrscheinlich sind die großen in der Aufpasser-Rolle im Playmobil Land und Mutti kann sich ausruhen. Ich beneide die schon, auch weil die Kinder alle brav und genügsam sind. Und die Mama eine Top-Figur Hat. Und glücklich ist. Sogar MIT Mann.
Wollte ich das nicht eigentlich genauso haben ? Und befreundet sind sie mit einer anderen großen Familie, die feiern zusammen Silvester und fahren zusammen in Urlaub. Ja ich wollte das so. Ursprünglich. Ich war ja schon naiv.
Es müssen ja nicht 5 Kinder sein, aber der Rest .. gefällt mir schon. Als ich die Eltern neulich im dm gesehen hab, hab ich mich hinter den Sonnencremes versteckt. Ich wollte keinen Smalltalk und hören, wie supi alles läuft.
Ich stufe die einfach ein unter "Power-Eltern" genauso wie meine Freundin S. mit ihrer Familie. Das sind auch Power-Eltern. Die raus gehen mit ihren Kindern und radeln und wandern und klettern und surfen und segeln und inlinern und bungeejumpen .. dann gehen sie nach Hause, sind total erschöpft von Bewegung und frischer Luft, essen 1 Liter Gemüsesuppe und fallen um 8 ins Bett.
Was - ist bei mir schief gelaufen ?


Mittwoch, 15. Januar 2014

Alltag

Tagchen! Also die letzten beiden Tage hatten es in sich. Am Dienstag war in der Arbeit schon mal die Hölle los,  zumindest am Vormittag. Patientenschlangen bis zur Tür, stundenlang. Wo kommen die alle her ? Ich hab mir eine Spritze (Eigenmischung!) geben lassen, weil ich fast nicht mehr laufen konnte. Der Nachmittag ging dann schon, aber ständig was zu tun. Die Spritze fängt an zu wirken, Hurrah! 18 Uhr Schluss, schnell einkaufen, dann nach Hause. Die Tüte grade in die Küche gestellt, kommt der Sohnemann an und jammert, weil die Deutsch-Hausi so schwer ist. Es ist ein Elend - er soll ZEICHNEN ! Der Todesstoß. Eine "Verwöhn-Sanft-Aufweck-Maschine" mit Beschreibung. Ich erzähle ihm meine Vorstellung und damit er was vor Augen hat, zeichne ich ihm was vor. Wir überlegen beide und ich zeichne und beschreibe. Fast ne Stunde geht da drauf. Dann malt er es ab und ich koche derweil. Tochter kommt und erzählt von Sozialkunde und BWL und VWL und was nicht alles. Wir essen und ich frage sie danach ab. Ich lese von Karteikarten und wundere mich, was um alles in der Welt ich da wohl grade lese ? Es zieht sich hin und der Stoff ist knochentrocken. Die EU und die Beitrittskriterien und warum und wieso und seit wann und wo und so.
Es ist halb zehn. Ich bitte Sohn darum, mal ausnahmsweise allein ins Bett zu gehen, schließlich ist er schon 12 und ich dachte, das könnte klappen. Derweil könnte ich ne kurze Auszeit nehmen und den Waldfeger anrufen. Ich telefoniere 5 min , da kommt Sohn und drückt sich im Wohnzimmer rum. Von wegen allein ins Bett gehen. No Chance. Nachdem ich genervt aufgelegt hab, will er dass ich ihn in Religion abfrage. Kind, es ist fast zehn, ab ins Bett !! Bis ich beiden Kröten Gute Nacht sagen konnte, ist es halb elf.
Ich sitze auf dem Sofa und schaue bedröppelt irgendeine Reportage an. Bis ich mich hochschleppe und völlig fertig ins Bett falle. Jetzt geh ich mit Hape Kerkeling auf den Jakobsweg!!
Und heute, dachte ich, wirds ruhiger. Mittwoch = freier Nachmittag. Und Frau L. ist dran mit "Brain-Taxi", also wird Sohn zum Schach chauffiert. Super. Da kann ich mir in Ruhe die Haare waschen, bisschen bügeln, einkaufen und kochen. HA-HA. Ich ess was, guck was, tipp was, schau was und auf einmal war die Zeit weg. Ich zieh mich brav an, um einkaufen zu gehen und versuche noch, Tochter zum weiterlernen zu motivieren. Viel einzukaufen, ich will heute kochen und für morgen gleich mit, hab ja wieder lang Arbeit.
Ein Gemüse-Inferno! Schließlich geht das Gewissen ja auch mit einkaufen.
Heim und sofort anfangen mit Gemüseschnibbeln. Heute Curry-Gemüse-Pfanne mit Reis und morgen Gemüsesuppe. Alter Schwede .. mir tun schon wieder die Füsse weh vom langen in der Küche stehen!
Hat sich aber gelohnt.

heute


morgen, noch net fertig
Nach dem Essen frag ich den Sohn ab, in Natur&Technik gehts um den Vogelflug und in Deutsch um die
Gegenstandbeschreibung. Er kanns. Bin froh!
Und wieder wirds spät, bis die beiden im Bett sind. Tochter musste noch den französischen Dialog ausdrucken, den sie lernen muss. Und ich hab den Part ihrer Freundin gesprochen, weil ich nämlich voll französisch sprechen kann! Kinder lachen sich schief und sind hellwach.
Während dem Zähneputzen steckt mir Sohn zwei Elternbriefe hin, zum unterschreiben. Einmal Theater Pfütze "Krabat" und einmal Verkehrsmuseum "Ägyptischen Hyroglyphen" gucken. 
Bitte geht jetzt schlafen!
Küche aufräumen. Stefan Raab gucken. Jakobsweg mitgehen. Aus die Maus.

Ach und weisste was? Ich geh am 30.04 zusammen mit Frau L.und Frau M. nach München, Peter Gabriel Konzert!  Hurrah !!